Schlagwort-Archive: Risotto

Frau Hazans Zucchini-Risotto

Ja, Asche über mein Haupt! Es ist total unsaisonal jetzt Zucchini zu essen, aber ich brauchte mal wieder ein bißchen Sommer auf dem Teller, ich kann Kohl und Wurzelgemüse nicht mehr wirklich sehen! Also lagen zwei Zucchini im Kühlschrank rum, aber was damit anstellen? Tökfözelék, also ungarisches Zucchini-/Kürbisgemüse? Nee, dafür ist es wirklich noch zu kalt… Zucchinipuffer? Ja, ganz nett, aber ist mir auch nicht nach … Beim Ausmisten des Vorratsschrank fiel mir die Vorratsdose mit dem Risottoreis ins Auge. Hmm, das wäre doch ne Variante. Aber wie genau? Ich meine, viele Wege führen nach Rom. Zucchini im Risotto garen oder extra? Zucchini raspeln, vierteln, in Scheiben schneiden? Eine verlässliche Quelle für alles Italienische ist ja Frau Hazan, sozusagen die Julia Childs der italienischen Küche für den englischsprachigen Raum. Und in ihrem Klassiker „Die klassische italienische Küche“ findet man zu jeder möglichen typisch italienischen Zutat mehrere typisch italienische Zubereitungsweisen, im Fall der Zucchini kann man sie als Antipasti zubereiten, in der Frittata, ausgebacken in Teig, als Salat oder eben auch im Risotto. Und das Risotto hörte sich richtig gut an: erst werden die dicken Zucchinischeiben langsam angeschmort, dass sie schön weich werden und Geschmack entwickeln, dann mit ihnen drin das Risotto zubereitet nach klassischer Art und Weise. So kommt der Geschmack der Zucchini schön zur Geltung und bleibt gleich im Risotto. Ich meine, ja es dauert länger als ein gewöhnliches Risotto, weil die Zucchini noch ’ne halbe Stunde vorher dünsten, aber es ist eine wirklich schöne Variante! Leider sind bei mir die Zucchini nicht wirklich goldbraun geworden, aber lag vielleicht an der Antihaftbeschichtung des Topfes. Auch die Brühemenge würde ich definitiv erhöhen, die von Frau Hazan angegebenen 600 ml Brühe für 225 g Reis sind für meinen Reis zu wenig gewesen, ich würde 800 ml zufügen und habe es auch schon so im Rezept angegeben.  Aber ansonsten ein Risotto mit feinem Geschmack, nicht zu aufdringlich und trotzdem vollmundig! Wird es auf die Art und Weise öfter geben!

Ach, noch ein Wort zur Gemüsebrühe, die verwendet wird: Bitte macht sie selbst vorher! Jedes fertige Gemüsebrühpulver und sei es noch so bio und ohne Hefeextrakt, wird den feinen Geschmack dieses Risottos ins Negative verändern. So eine Gemüsebrühe muss nicht stundenlang köcheln und einreduzieren, man kann sie mit diesem Rezept auch innerhalb von 30 Minuten köcheln. Also keine Ausreden mehr!

Zucchini-Risotto

Zutaten für 2 großzügige Portionen:
2 mittelgroße Zucchini
1 El neutrales Pflanzenöl
1 kleinere Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz
600-800 ml Gemüsebrühe
2 EL Butter
225 g Risotto-Reis
Pfeffer
2 EL geriebener Parmesan
1 EL gehackte Petersilie

(1) Zucchini waschen und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Zwiebel und Knoblauch pellen, Zwiebel grob und Knoblauch sehr fein hacken.
(2) Öl in einem weiten, stabilen Topf auf mittlerer Hitze erhitzen, Zwiebeln dazu geben und unter Rühren glasig dünsten. Den Knoblauch zufügen und wenn er ein kleines bißchen Farbe angenommen hat, die Zucchinischeiben in den Topf geben. Bei schwacher Mittelhitze etwa 10 Minuten dünsten lassen unter gelegentlichem Wenden. Dann eine Prise Salz über die Zucchini streuen und innerhalb von nochmals ca. 15 Minuten goldbraun werden lassen.
(3) Zwischenzeitlich die Gemüsebrühe in einem zweiten Topf erhitzen und heiß halten.
(4) Die Hitze unter dem Risottotopf wieder etwas höher stellen und zu den goldbraunen Zucchini 1 EL der Butter geben und schmelzen lassen. Den Reis hinzufügen und gut durchrühren, damit er vom Fett ummantelt wird. Die Reiskörner glasig werden lassen, das dauert nur wenige Minütchen. Dann nach und nach in etwa 100 ml-Schritten die Brühe zugeben, wenn der vorherige Brüheschluck vom Reis aufsogen wurde. Dabei öfter umrühren, damit die Stärke aus dem Reis kommt, sich gut verteilt und dem Risotto eine cremige Konsistenz gibt. Wenn der Reis gar ist (so ca. 25 Minuten) sollte das Risotto eine schön cremige Konsistenz haben.
(5) Parmesan, Petersilie und Butter unterrühren, einige Minuten stehen lassen. Kosten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Sofort servieren und

genießen!

Quelle: fast genau dran gehalten an Hazan, Marcella (1995): Die klassische italienische Küche. Collection Rolf Heyne. 10. Auflage. Seite 251

Wie aus einer Suppe ein Risotto wurde oder Kohlrabi-Risotto

Von dem Bärlauchrisotto-und-Zucchini-Essen war noch ne gute Portion Gemüsebrühe übrig. Was damit anstellen? Nach Suppe war mir nicht, aber Risotto, ja Risotto wäre was. Hatte ich ja erst vor kurzem, aber macht ja nix. Nur was rein tun? Dann sah ich bei der hochgeschätzten Frau Kochschlampe eine Frühlingssüppchen mit Kohlrabi und Petersilie. Ach, das müsste doch auch als Risotto funktionieren. Kohlrabi ist im Frühling eh immer im Haus, Petersilie schlummert im TK und Bio-Zitronen gibt es vorrätig im Kühlschrank.

Und es passt wirklich gut zusammen! Zarter Kohlrabigeschmack mit der Frische der Zitronenschale und cremig wird das Risotto durch den Ricotta. Richtig schön frühlingshaft!

Kohlrabi-Risotto

Zutaten für 2 Personen:
1 Schalotte
1 EL Butter
1 EL Olivenöl
125 g Risotto-Reis
1 mittlerer Kohlrabi, in Stifte geschnitten
Schluck Noilly Prat
ca. 400 ml Gemüsebrühe
100 g Ricotta
abgeriebene Schale 1/2 Zitrone
3 EL Petersilie

(1) Den Kohlrabi schälen, alle holzigen Stellen entfernen. Die Knolle erst in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden, die Scheiben dann in 0,5 cm dicke Stifte. Die Schalotte fein würfeln, die Petersilie hacken.
(2) Wenn die Gemüsebrühe nicht heiß ist, in einem Topf erhitzen.
(3) Die Butter mit dem Olivenöl zusammen in einem Topf zum Schmelzen bringen. Die Schalotten zugeben und langsam farblos glasig dünsten lassen. Die Kohlrabistifte zufügen und leicht mit andünsten lassen. Dann den Reis zugeben und so lange andünsten bis alle Reiskörner vom Fett überzogen und schon leicht durchsichtig sind.
(4) Mit dem Schluck Noilly Prat ablöschen und einkochen lassen.
(5) Jetzt nach und nach immer kellenweise die heiße Brühe zugeben. Immer dann neu zugeben, wenn die Kelle vorher fast eingekocht ist. Dabei öfter umrühren.
(6) Wenn der Reis gar ist, aber noch Biss hat, den Ricotta, gehackte Petersilie und Zitronenschale zugeben und unterrühren. Den Topf vom Herd nehmen, Deckel drauf und 2 Minuten ruhen lassen.

Genießen!

Eine Ode in grün und weiß: Gefüllte Zucchini mit Bärlauchrisotto

Letztens schlenderte ich durch den Biodiscounter des Vertrauens und was lachte mich da unverchämt von unten aus dem Gemüseregal an? Runde Zucchini! Ja, ich weiß, das sind normale Zucchini, nur in rund und nicht länglich, aber trotzdem! Die wollte ich schon immer mal kochen, weil sie sich so schön und praktisch füllen lassen und dabei noch ernstlich schick aussehen. Entgegen den Essensplanungen wurden zwei Stück eingepackt. Schnell noch die beste Kora von allen eingeladen und ans gemeinsame Kochen gemacht. Da uns beiden nach vegetarisch und frühlingshaft war, wurde eine wahre Kräuterorgie draus: Rosmarin, Thymian, Petersilie und Bärlauch. Viel grün nach dem langen, grauen Winter. Gefüllt wurde die Zucchini hauptsächlich mit Ricotta und dem Inneren der Zucchini. Irgendwie muss da drin ja Platz zum Füllen geschaffen und dann kann das gleich mitverwendet werden. Dazu schwebte mir ein Risotto vor, weil ich das schon lange, lange nicht mehr gemacht hatte und mir meine liebe Kollegin A. Bärlauch aus ihrem Garten mitbrachte. Perfekt!

Trotz der Improvisation, es war super lecker! Hat wundervoll zusammen gepasst! Die Zucchini knackig-zart mit kräutiger Füllung, die den feinen Eigengeschmack der Zucchini nicht überdeckte. Auch das cremige, wenn auch nicht perfekt wellenfließende, Risotto harmonierte mit dem ganz leichten Bärlauchgeschmack wunderbar! Schöne Frühlingsküche!

Gefüllte runde Zucchini mit Bärlauchrisotto

Zutaten für 2 Personen

Für die gefüllten Zucchini:
2 runde Zucchini
1 Zwiebel
Schluck Olivenöl
100 g Ricotta
1 Zweiglein Rosmarin
einige Zweiglein Thymian
3 EL gehackte Petersilie
Salz, Pfeffer

Für das Bärlauchrisotto:
1 kleine Zwiebel
2 EL Butter
Schluck Olivenöl
ca. 125 g Risotto-Reis (hier Arborio)
1 großzügiger Schluck Noilly Prat
3 1/2 große Kellen Gemüsebrühe (etwa 400 ml)
10 Blätter Bärlauch
1 handvoll geriebener Parmesan

(1) Den Ofen auf 180°C vorheizen.
(2) Die Zucchini waschen, trocknen und den Deckel abschneiden. Das Innere aushöhlen, etwa 0,5-1 cm Rand lassen. Das Innere klein würfeln.
(3) Die Zwiebel fein würfeln. Den Rosmarin vom Stengel streifen und hacken. Die Thymianblättchen von den Zweigen streifen.
(4) Ein Schluck Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebelwürfel glasig andünsten, die Zucchiniinnereswürfel dazu geben. Salzen, pfeffern. So lange anbraten bis die Masse hellbraun ist. Rosmarin und Thymian hinzu geben. Etwas abkühlen lassen.
(5) Den Ricotta mit der Zwiebel-Zucchini-Masse vermischen. Die Petersilie zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. In die Zucchini füllen, Deckel aufsetzen und die beiden Zucchini in eine kleine, leicht eingeölte Auflaufform setzen. In den Ofen schieben und 40-45 Minuten backen.
(6) Während die Zucchini im Ofen sind, das Bärlauchrisotto zubereiten. Erstmal die Brühe, wenn sie nicht heiß sein sollte, in einem Topf auf den Herd stellen und erhitzen. Dann die Zwiebel fein würfeln. 1 EL der Butter mit dem Schluck Olivenöl in einem Topf schmelzen und Zwiebel langsam glasig dünsten. Den Reis hinzufügen und gut durchrühren bis jedes Reiskorn von Fett überzogen ist und schon leicht glasig wird.
(7) Einen großzügigen Schluck Noilly Prat drüber gießen und einkochen lassen.
(8) Nach und nach kellenweise die heiße Gemüsebrühe zugeben, immer dann wenn der Reis die Brühe fast vollständig aufgesogen hat. Dabei öfter mal umrühren. So lange immer wieder auffüllen und einköcheln lassen bis der Reis gar, aber noch bißfest ist. Das dauert je nach Reissorte bis zu 18 Minuten.
(9) Währenddessen den Bärlauch waschen, trocknen und fein hacken.
(10) Wenn der Reis gar ist, den Topf vom Herd nehmen. Bärlauch, die restliche Butter und Parmesan unterrühren. Deckel drauf und 2 Minuten ruhen lassen.

Zusammen mit der gefüllten Zucchini servieren und

genießen!

Anmerkung: Ich weiß, es ist kein Ode im herkömmlichen Gedichtsinn, aber reimen kann ich nun mal gar nicht ;-)

%d Bloggern gefällt das: