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Gefüllte Schmorgurken mit Kirschtomaten-Sahne-Sauce überbacken

Ich bin ja überrascht, aber momentan finde ich in meinem Studenten-Rewe beim Büro regelmäßig Schmorgurken. Und kaufe sie auch regelmäßig, weil SCHMORGURKEN! Große Schmorgurken-Liebe hier! Nur irgendwie kennt die junge Generation die köstlichen Dinger nicht mehr. Jedes einzelne Mal werde ich an der Kasse vom Kassiererlein (und es ist jedes mal wer anders) gefragt, ob das eine Zucchini sei. Nein, eine Schmorgurke. Ich erkläre dann gerne was das ist und grob, was man damit so köstliches anstellen kann. Nicht so ausführlich, wie ich könnte, es warten ja doch immer noch andere Kunden hinter mir ;-)

Also Schmorgurken! Natürlich werden sie hier regelmäßig angebraten und dann mit Ei drüber gestockt, zum Abendbrot gegessen. Und auch eine Schmorgurkenpfanne vegetarisch oder mit Hack oder Speck sind natürlich gern gesehen auf meinen Tellern. Aber was Neues schadet auch nicht und so begab ich mich auf die Suche. Fündig wurde ich auf der Seite von Rewe. Mit Hack gefüllte Schmorgurke sollte es werden, die mit einer Kirschtomaten-Sauce überbacken wird. Hörte sich spannend an und ist auch schnell vorbereitet. Während die Sauce auf dem Herd köchelt, heizt der Ofen vor und die Schmorgurken werden gefüllt. Effizientes Arbeiten spart Zeit und Energie. Und lecker ist es auch sehr! Wunderbar herzhaft mit einer fruchtigen Sauce und dazu das milde Aroma der warmen Gurken. Großartig!

Überbackene Schmorgurke mit Hack und Tomaten

Zutaten für 2 Portionen:
1 mittlere Schmorgurke
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Zweiglein frischer Rosmarin
1 Zweig frischer Thymian
150 g Kirschtomaten
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
100 g Schlagsahne
250 g Rinderhack
1 kleines Ei
2-4 EL Paniermehl
100 g Feta

(1) Den Ofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine mittlere Auflaufform bereit stellen.
(2) Die Zutaten vorbereiten. Die Gurke schälen, der Länge nach halbieren und mit Hilfe eines kleinen Löffels entkernen. In die Auflaufform legen. Zwiebel und Knoblauchzehe fein würfeln. Die Kirschtomaten halbieren. Die Blättchen der Kräuter vom Stiel streifen und fein hacken.
(3) Das Olivenöl in einer Pfanne bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Hälfte der Zwiebel und des Knoblauchs darin anschwitzen bis sie glasig sind. Tomaten und Kräuter hinein geben, die Sahne dazu schütten. Salzen und pfeffern. Etwa 15 Minuten bei mittelkleiner Hitze köcheln lassen. Abschmecken. Falls die Sauce etwas zu dick wird, ein bisschen Sahne angießen.
(4) Während die Sauce kocht die Gurkenfüllung zubereiten. Zum Hackfleisch die restliche Zwiebel und Knoblauch geben, ebenso das Ei und Paniermehl. Mit Salz und Pfeffer würzen. Gut verkneten. In die beiden Gurkenhälften füllen.
(5) Die Kirschtomaten-Sauce über die Gurken gießen und auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. 20 Minuten garen. Den Käse abtropfen lassen und grob zerbröseln. Den Käse nach der Zeit über den Gurken verteilen und weitere ca. 25 Minuten überbacken lassen.

Dazu passt frisches Ciabatta oder Fladenbrot.

Genießen!

Quelle: Überbackene Schmorgurken mit Hack und Tomaten

Blog-Event CLV – Mezze: Türkischer Weißkraut-Möhrensalat

Im „Kochtopf “ wird wieder ein Blog-Event ausgetragen. Juhuu! Dieses Mal möchte Susan von „Labsalliebe“ eine grandiose Mezze-Tafel. Nein, natürlich soll nicht jeder eine komplette Tafel mit nahöstlichen Köstlichkeiten füllen (darf es aber gerne *g*), es reicht wenn eine Kleinigkeit mitgebracht respektive gebloggt wird und wir so eine große, virtuelle Orient-Party feiern können.

In einer der letzten Biokisten hatte ich einen schönen Spitzkohl drin, aber wusste lange nicht, was ich damit anstellen soll. Nach ungarischen Krautnudeln war mir bei der Hitze nicht und Sauerkraut ansetzen zu anstrengend. Aber der Kohl wurde ja auch nicht besser im Gemüsefach. Beim Blättern im hochgeschätzten Buch „Türkei vegetarisch“ fiel mir der Weißkohl-Möhren-Salat auf. Und so ein türkischer Coleslaw passte gut als Beilage zu meinen weiteren Essensplänen für’s Wochenende. Dieser Salat besteht nicht nur aus Kohl, Möhren und Mayo, wie gefühlt die amerikanische Variante – nein! – der hier wird mit Walnusskernen und Dill verfeinert. Die Sauce bleibt dabei aber sehr einfach mit einem Hauptanteil türkischem/griechischem Joghurt und einer Winzigkeit Mayonnaise. Weil ich gerade keinen Joghurt da hatte, aber dafür einiges an Schmand, habe ich einfach den benutzt :-) Rezepte sind zum Variieren da, nicht?

Den gesamten Weißkraut-Möhren-Salat kann ich Euch nur wärmstens ans Herz legen! Er ist schnell gemacht, besteht aus Zutaten, die es in jedem Supermarkt gibt und er braucht keine Ruhezeit, kann also sofort genossen werden. Passt super zu Gegrilltem, Frikadellen jeglicher Couleur, herzhaften Aufläufen oder einfach so zum Abendbrot. Ein paar Tage hält er sich auch gut im Kühlschrank! Großartiger Salat!

Blog-Event CLV - Mezze (Einsendeschluss 15. August 2019)

Türkischer Coleslaw mit Walnüssen

Zutaten für 6-8 Portionen:
500 g Weiß- oder Spitzkohl
1/2 EL Salz
2 kleine Möhren
2-3 Stengel Dill
80 g Walnusskerne
150 g 10%iger Joghurt (oder Schmand)
2 EL Mayonnaise
Prise Pfeffer

(1) Den Kohl putzen, dafür die äußeren unschönen Blätter entfernen und den Strunk raus schneiden. Den Kohl fein schneiden oder hobeln. Mit dem Salz bestreuen und den Händen kräftig mehrere Minuten durchkneten, damit er mürbe und saftig wird. 10-15 Minuten stehen lassen.
(2) In der Zwischenzeit die Möhren schälen und grob raspeln, die Walnusskerne grob und den gewaschenen, getrockneten Dill fein hacken. Den Joghurt mit der Mayonnaise verrühren.
(3) Alles zum Kohl geben, mit etwas Pfeffer würzen und gut vermischen.

Mit ein paar Walnüssen und Dill garnieren. Kann sofort serviert werden.

Genießen!

Quelle: nach Tancgil O., Tancgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 132

Grüne Bohnen mit Curry aus dem Ofen

Kommen wir zu Tag 3 der Bohnenwoche und die dritte Zubereitungsweise. Dieses Mal kommen die grünen Stängchen in den Ofen. Und sorgen dadurch, dass die Aromen konzentriert werden und das Gemüse noch intensiver schmeckt.

In diesem Rezept meiner ungarischen Lieblingsbloggerin und KOchbuchautorin Zsófia Mautner (Chili és Vanília) werden die Bohnen noch mit Curry gewürzt, das mit flüssiger Butter vermischt wird. Welches ihr nehmt, ist Euch überlassen. Wer es pikanter mag, gerne ein scharfes Pulver, ich blieb bei einer milden Variante. Und auch sonst ist es ein sehr einfaches Rezept. Bohnen putzen, auf dem Blech mit Salz, Pfeffer, Olivenöl und der Currybutter vermischt. In einer Schicht auf dem Blech verteilen und nur 15 Minuten in den heißen Ofen schieben.

Und was dabei raus kommt, ist wirklich großartig! Würzig und zart! Kann ich einfach so essen, brauch ich nix zu! Probiert es unbedingt mal aus!

Grüne Currybohnen aus dem Ofen

Zutaten für 2-3 Portionen als große Beilage:
600 g Buschbohnen
2 El Olivenöl
Salz, Pfeffer
50 g Butter, geschmolzen
2 EL Currypulver

Für den Dip:
1 Frühlingszwiebel
1/2 Bund Dill
1/2 Petersilie
200 g Joghurt
Salz, Pfeffer
Spritzer Zitronensaft

(1) Den Ofen auf 210°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Von den Bohnen das obere Ende entfernen, die Spitze kann bleiben, sie hat viel Aroma. Die Bohnen waschen und gut abtropfen lassen. Die Bohnen auf dem Backblech verteilen. Mit Salz, Pfeffer würzen und Olivenöl beträufeln. Das Currypulver mit der geschmolzenen Butter verrühren und über die Bohnen geben. Alles mit Hilfe Eurer Hände gut vermischen und die Bohnen in einer Schicht auf dem Backblech gleichmäßig verteilen.
(3) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und etwa 15 Minuten backen.
(4) Während die Bohnen im Ofen sind, den Dip zubereiten. Dafür die Frühlingszwiebel putzen, längs halbieren und fein schneiden. Die Kräuter waschen, trocknen und fein hacken. Alles zum Joghurt geben, mit Salz und Pfeffer würzen und dem Zitronensaft abschmecken.

Entweder als Hauptgericht oder köstliche Beilage servieren.

Genießen!

Quelle: nach Mautner Zsófia – Currys sült zöldbab

Kalte Bohnensuppe für heiße Sommertage

Es war ja eindeutig schon Sommer dieses Jahr! So schwitzte ich hier in Göttingen Ende Juli bei locker-flockigen 38°C im Schatten vor mich hin. Natürlich nicht nur ich, meine Kolleginnen und alle anderen Menschen auch. Zum Glück haben wir seit Juni eine Klimaanlage im Büro, die ich aufgrund der Wärmeempfindlichkeit durch meine MS sehr brauchte. Sonst ist das dort unerträglich mit zwei nach Süden und Westen zeigenden Außenwänden und der Pizzabackstube unter mir. Aber auch mit Klimaanlage schadet ein etwas kühleres Mittagessen nicht. Während hier in Deutschland maximal süße Kaltschalen bekannt sind (Oder gibt es auch herzhafte deutsche kalte Suppen? *grübel*), gibt es in Ungarn mehr Auswahl an kalten, aber sättigenden Suppen für brütend heiße Sommertage.

Ich las ein Rezept für ein kalte, leicht süß-säuerliche Suppe mit Grünen Bohnen. Und viele Kräuter sollten da rein. Das hörte sich wirklich köstlich an! Grüne Bohnen! Und Kräuter sind ja nie verkehrt! Auch die ungarischen Stammzutaten Paprikapulver und Schmand waren zugegen. Da kann ja nichts schief gehen. Die Suppe ließ sich auch tatsächlich ziemlich schnell zubereiten. Der Herd muss nur so lange an sein, wie die Bohnen brauchen, um gar zu werden plus 2 Minuten, um sie eine Winzigkeit anzudicken. Der Rest wird so untergerührt und dann eben mit Zitronensaft und Zucker abgeschmeckt.

Die Kolleginnen sind bei kalten Suppen immer erstmal skeptisch, aber wie bei der Pfirsichsuppe konnte ich sie auch hiermit sehr überzeugen und es wurde alles aufgegessen. Yay \o/ Also für die nächste Hitzewelle oder in lauwarm an einem schönen Sommertag kann ich diese Suppe nur empfehlen!

Kalte, süß-saure Bohnensuppe

Zutaten für 4 Portionen:
600-700 g Grüne Bohnen (Buschbohnen)
2 Knoblauchzehen
1 l starke Brühe
(Gemüse- oder Fleischbrühe, auch aus Brühwürfel möglich)
2 Lorbeerblätter
100 g Schmand
1 TL Paprikapulver edelsüß
2-3 TL Maisstärke
Salz, Pfeffer
1/2 Zitrone, Saft
2-3 EL Zucker
2 EL Petersilie, gehackt
2 EL Dill, gehackt
1 EL Estragon, gehackt

(1) Von den Bohnen die Enden abschneiden und je nach Größe dritteln oder vierteln. Gründlich waschen. Die Knoblauchzehen häuten.
(2) Die Brühe in einem Topf zum Kochen bringen. Die Bohnen, Knoblauchzehen und Lorbeerblätter hinein geben. Abgedeckt in etwa 10-15 Minuten die Bohnen kochen bis sie gar sind, aber noch Biss haben. Nach der Kochzeit die Knoblauchzehen und Lorbeerblätter herausfischen.
(3) In der Zwischenzeit den Schmand mit dem Paprikapulver und der Maisstärke klümpchenfrei verrühren. Die Kräuter waschen, trocknen und fein hacken.
(4) Wenn die Bohnen gar sind, einige Esslöffel der Suppenflüssigkeit in die Schmandmischung rühren, um die Temperatur anzugleichen. Dann alles unter Rühren in die Suppe geben und aufkochen lassen bis es eine Winzigkeit andickt. Fehlt noch Salz und Pfeffer? Die Suppe mit dem Zitronensaft und Zucker süß-säuerlich abschmecken. Die Kräuter hinzufügen und abkühlen lassen.

Lauwarm oder gekühlt servieren.

Genießen!

Quelle: Mautner Zsófia – Zöldfüszeres, édes-savanyu hideg zöldbableves

Blog-Event CLIV: Salat satt – Nahöstlicher Brotsalat

Endlich Sommer! Ja, auch wenn ich die Wärme nicht gut vertrage, von Hitze sprechen wir erst gar nicht, mag ich das Licht, die lauen Abende, das die Natur geradezu übersprudelt und alles vor sich hin wächst und reift. Endlich können wir kulinarisch wieder aus dem Vollen schöpfen!

Und bei vielen Leuten gibt es zur Zeit fast ausschließlich Salate. Aber das kann ich nicht, da sind Susanne von „Magentratzerl“ und ich uns sehr ähnlich. Ich bin ein äußerst schlechter Salatesser und Blattsalate werden bei mir konsequent aus der Biokiste geschmissen, weil ich die einfach nicht verbraucht bekomme … Was geht sind so stückige Gemüsesalat wie z.B. Griechischer Hirtensalat. Ich liebe Tomaten, Paprika und Gurken und gegen Feta kann ich auch überhaupt nichts sagen. Die Variante gibt es öfter zum Abendbrot. Und diese Variante scheint bei den Völkern des östlichen Mittelmeers sehr verbreitet zu sein.

Letztens hatte ich noch ein Stück Fladenbrot übrig, dass ich dann schnell zu einem Brotsalat mit nahöstlichem Einschlag verarbeitete. Bei Brotsalaten gibt es ja zwei Lager, die einen mögen das Brot knusprig im Salat, die anderen eher weich. Ich glaube, ich gehöre zum Team „Knusprig“, wenn das Brot noch so ein paar Röstaromen abbekommt, ein Träumchen! Die üblichen Verdächtigen Tomate, Paprika und Gurke waren natürlich auch vertreten. Und was macht diese Variante jetzt nahöstlich? Das Brot briet in dem Öl zusätzlich mit etwas Kreuzkümmel an, es kam eine sportliche Portion gehackte Petersilie rein und über den fertigen Salat kamen noch eine Prise säuerlicher Sumach. So entstand ein sättigender, leicht säuerlicher, erfrischender Salat, der an heißen Tagen glücklich macht. Am nächsten Tag ist das Brot zwar durchgeweicht, das tut dem Geschmack aber keinen Abbruch, so dass Reste gut mit ins Büro genommen werden können.

Ich bin ja mal gespannt, was noch alles beim von Susanne veranstalteten Blogevent „Salat satt“ in Zorras „Kochtopf“ an Salaten zusammen kommt, die zum Nachmachen animieren und mich eventuell in eine Salatperson verwandeln? Wer weiß ;-)

Blog-Event CLIV - Salat satt (Einsendeschluss 15. Juli 2019)

Nahöstlicher Brotsalat

Zutaten für 1-2 Portionen:
50 g Brot (z.B. Fladenbrot von gestern)
2 + 6 EL Olivenöl
1/2 TL Kreuzkümmel gemörsert
1/2 Paprikaschote
1/3-1/2 Schlangengurke
2 handvoll Cherrytomaten
1 deutsches Bund Petersilie
1 Prise Sumach
Salz, Pfeffer
1/2 Zitrone Saft
100 g Feta

(1) Das Brot in grobe Würfel schneiden. 2 EL Olivenöl in einer Pfanne bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Den Kreuzkümmel und die Brotstücke zugeben und unter gelegentlichem Rühren so lange Braten, bis die Brotstücke braun sind. In eine Salatschüssel geben.
(2) Die Paprikaschote entkernen und die weißen Häutchen rausschneiden. Von der Gurke das Ende abschneiden. Beides in etwa 0,5 cm große Würfel schneiden. Die Cherrytomaten halbieren oder vierteln, je nach Vorliebe. Die Petersilie fein hacken. Alles zum Brot geben. Salzen, pfeffern und mit dem Sumach bestreuen.
(3) Zitronensaft und restliches Olivenöl drüber geben und alles gut verrühren. Zum Schluss den Feta drüber krümeln.

Genießen!

Ungarisches Letscho 2.0

Endlich ist die Saison der aromatischen Spitzpaprika aus Ungarn wieder angebrochen! Und eines meiner liebsten Gerichte damit ist immer noch Letscho/Lecsó, also jenes ungarische Paprika-Tomaten-Ragout, dass es in jeder Saison gefühlt alle zwei Wochen gibt :-) Die klassische Variante habe ich ja schon vor einer gefühlten Ewigkeit im Rahmen der „Heiligen Dreifaltigkeit der ungarischen Spitzpaprika“ vorgestellt. Und daran ist überhaupt nichts falsch, es ist wunderbar frisch gekocht, vielseitig wandelbar, lässt sich 1a einfrieren oder einwecken.

Aber letztens sah ich in einem Video vom ungarischen Kanal „Street Kitchen“ eine Variante mit Reis, die mich sehr ansprach. Die Paprikas werden viel gröber geschnitten und sehr scharf angebraten, so dass sie braune Flecken auf der Haut und damit Extra-Aroma bekommen. Dann kommen die üblichen Verdächtigen dazu und es wird noch eine Hand Reis pro Person unter gerührt. Die Vielfältigkeit bleibt aber dabei auch bestehen, packt noch Wiener Würstchen dazu oder scharfe Paprikawurst (Kolbász, Chorizo) oder lasst ein paar Eier im Lecsó stocken. Oder esst es einfach ganz pur vegan. So viel ist möglich! Und trotzdem steht das einfache, aber köstliche Essen immer noch innerhalb von 45 Minuten auf dem Tisch. Perfekt!

Letscho/Lecsó 2.0

Zutaten für 2 Portionen:
500 g Spitzpaprika
1 Zwiebel
250 g Tomaten
2 EL Öl
1/2 Kaffeetasse Langkornreis
1 Tasse Wasser
Salz, Pfeffer
wahlweise: 50 g Paprikawurst, 50 g Feta, 2 Wiener Würstchen oder 2 Eier

(1) Die Paprikaschoten waschen, trocknen. Die Schoten halbieren, Kerngehäuse und Scheidewände heraus schneiden. Die Hälften dann nochmals halbieren und je nach Größe dritteln oder vierteln. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Tomaten waschen, trocknen, halbieren, Strünke entfernen und die Hälften grob würfeln.
(2) Das Öl in einer mittelgroßen Pfanne (auf die ein Deckel passt) auf hoher Hitze heiß werden lassen. Die Paprikastücke zufügen und bei hoher Hitze so lange anbraten bis sie braune (nicht verbrannte) Stellen auf der Haut kriegen. Die Zwiebelwürfel zufügen und bei mittelhoher Hitze mitbraten bis sie glasig werden. Etwas salzen.
(3) Den Reis und die Tomatenstücke zufügen, salzen und pfeffern und alles gut verrühren. Mit dem Wasser begießen, Deckel auflegen und etwa 25-30 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen bis der Reis gar ist.

Wer mag, kann zusammen mit dem Reis in Scheiben geschnittene Paprikawurst (ungarische Kolbász) auf das Letscho legen, oder 5 Minuten vor Ende der Garzeit Feta drüber krümeln, klein geschnittene Würstchen mit erhitzen oder Eier darüber schlagen und unter dem Deckel stocken lassen.

Genießen!

Quelle: nach Street KitchenRizses lecsó virsivel felturózva

Einfacher Hummus aus Dicken Bohnen

Es gibt ja tatsächlich noch europäische Gemüsearten, die noch nie gekostet habe, z.B. Dicke Bohnen/Ackerbohnen/Saubohnen. Ich habe schon oft davon gelesen, sowohl deutsche Rezepte als auch englische, aber habe noch nie welche zu kaufen bekommen. Letzte Woche waren dann plötzlich welche in meiner abonnierten Biokiste und ich habe prompt die Menge erhöht und somit 1 Kilo der ganzen Bohnenschoten bekommen. Yay \o/

Aber was sind Dicke Bohnen überhaupt? Der Name ist etwas irreführend, weil sie nicht viel mit den sonstigen Bohnen, wie Buschbohnen oder Weißen Bohnen gemein hat. Diese kommen vom amerikanische Kontinent und sind klimatisch etwas empfindlicher, weswegen Bohnen hier in Deutschland erst nach den Eisheiligen Mitte Mai gelegt werden. Dicke Bohnen sind eine europäische Art, deren Nutzung schon seit der Steinzeit nachweisbar ist. Deshalb können ihre Samen auch schon im Februar oder März ins Beet gelegt werden. Auch in Ausgrabungen im Mittelmeerraum, die auf das 3. Jahrtausend vor Christus datiert wurden, wurden sie gefunden. Ihr seht, wir nutzen die schon sehr lange. Im Mittelalter war sie eines der Hauptnahrungsmittel, bevor ihr Anbau ab dem 17. Jahrhundert zurück ging, weil die aus Amerika mitgebrachten Bohnen bevorzugt wurden. Ackerbohnen gerieten etwas in Vergessenheit und wurden/werden hauptsächlich als Viehfutter genutzt.

Aber glücklicherweise erlebt die Art ein Revival und wird wieder stärker angebaut. Und endlich konnte ich sie auch mal essen. Klar, es ist schon ein bisschen Arbeit: erst die Kerne aus der Schale palen, dann in kochendem Salzwasser garen, dann nochmal die graue Schale von den einzelnen Kernen entfernen. Und die Ausbeute ist nicht soo groß, aus 1 kg Schoten habe ich so 200-250 g Kerne bekommen. Aber lecker sind die! Zart und herzhaft gleichzeitig, vielleicht eine Winzigkeit bitter, aber ich mag das!

Und um erstmal den möglichst puren Geschmack der Dicken Bohnen zu erfahren, hab ich mir ein Rezept mit möglichst wenigen Zutaten ausgesucht. Im Buch „Tender“ von Nigel Slater sind den Puffbohnen ein ganzes Kapitel gewidmet und er stellt einen grünen Hummus vor, der nur aus Dicken Bohnen, Olivenöl, Salz, Zitrone und Minze besteht. Und das Ergebnis kann sich wirklich schmecken lassen. Frisch und würzig, passt perfekt zu frischem oder geröstetem Brot, als Unterlage von Wurst und Käse oder einfach als Dip für Gemüsesticks. Tolles Zeug!

Und jetzt hoffe ich einfach, dass ich nochmal welche bestellen kann, denn eigentlich geht die Saison ja von Juni bis August! Seid gespannt, ob hier noch mehr Rezepte erscheinen :-)

Hummus aus Dicken Bohnen

Zutaten für ca. 4 Portionen:
1 kg Dicke Bohnen in Schale (ca. 200-250 g gepalt)
Salz
Olivenöl
1/2 Zitrone, Saft
4 Zweige Minze, Blätter
Pfeffer

(1) Die Bohnenkerne aus den Schoten lösen. In kochendem Salzwasser ca. 6-10 Minuten kochen, je nach Alter der Bohnen. In ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Die einzelnen Kerne dann aus der etwas gräulichen Hülle rausflitschen lassen. Jetzt können die Kerne weiter verarbeitet werden.
(2) Die Kerne in einen Mixer geben. Die Minzblätter von den Stengeln zupfen und hacken. Zu den Dicken Bohnen zusammen mit dem Zitronensaft, etwas Salz und Pfeffer geben. Einen guten Schluck Olivenöl zufügen.
(3) Den Mixer laufen lassen bis die Masse die Konsistenz von zähflüssigem Kuchenteig hat. Mit so viel Olivenöl nachjustieren bis das Hummus richtig ist. Kosten, ob noch Salz, Pfeffer oder Zitronensaft fehlt.

Mit frischem Brot (oder gerösteten Brotscheiben) oder Gemüsesticks servieren.

Genießen!

Quelle: Slater, N. (2009): Tender – Volume 1. Harper Collins. p 99

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