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Winterausflug nach Lübeck

Die Umschulung ist beendet, die Jobsuche läuft.

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Und da ich nicht nur im Göttinger Raum suche, sondern mir auch gut vorstellen kann wieder Richtung Ostseeheimat zu ziehen, verschlug es mich für ein Vorstellungsgespräch nach Lübeck. Nun ist Lübeck nicht weit von Rostock entfernt, trotzdem war dies erst mein dritter Besuch der Stadt (Umsteigen auf dem Weg nach Hamburg zum Shoppen zählt nicht.) Das erste Mal war kurz nach dem Fall Mauer als wir uns 1990 (es war nicht im November oder Dezember ’89, oder?) zu viert auf den Weg machten. Ich kann mich nicht an viel erinnern, es war irgendwie alles überwältigend. Aber daran, dass meine Eltern für jede von uns ein kleines Büchlein kauften, dass auch immer noch in meinem Regal steht. Der zweite Besuch war ein Treffen mit einem guten Freund, der mittlerweile in Toronto/Kanada lebt und ist auch schon sieben Jahre her.

Jetzt also Nummer drei. Mit ein bisschen mehr Zeit, weil das Vorstellungsgespräch vormittags stattfinden sollte. Also nahm ich einen frühen Zug den Tag vorher und hatte noch ein bisschen Zeit mir die Stadt anzugucken.

Der Reisetag begann früh und grau in Göttingen. Bevor es zum Bahnhof ging, musste noch ein wichtiger Termin beim Arbeitsamt erledigt werden.

Aber dann saß ich endlich im durchgehenden ICE Richtung Lübeck. Durchgehende Züge sind so entspannend.

Da ich mit Taxi oder Bus fast genauso lang vom Bahnhof zum Hotel unterwegs gewesen wäre wie zu Fuß, lief ich. So konnte ich schon ein bisschen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt angucken. Dieser schläfrige Löwe bewacht das Holstentor.

Das Holstentor ist das Wahrzeichen der Stadt (war auch schon auf den deutschen 2 Euro-Münzen geprägt) und ist eines von zwei übrig gebliebenen Stadttoren Lübecks.

Es besteht aus einem Süd-, einem Nordturm und dem Mittelbau. Der Durchgang zeigt nach Westen aus der Stadt raus, also zumindest damals als es 1464 begonnen wurde zu bauen. Ja, so alt ist das Ding schon! Ich war auch erstaunt als ich das erfuhr. Heutzutage ist in ihm das Stadtgeschichtliche Museum  in ihm untergebracht und es ist immer noch der beeindruckende Zugang zur Altstadtinsel.

Hinter dem Holstentor befinden sich direkt am Wasser die Salzspeicher Lübecks, die nett hergerichtet zu einer Ladenzeilen umgebaut wurden. Hier in der Rückansicht:

Weiter durch die Innenstadt, der Rollkoffer hinter mir her polternd. Man merkt an jeder Ecke, dass Lübeck eine alte Kaufmannsstadt ist.

Im Hotel angekommen, hab ich erstmal mein Zimmer bezogen, die Klamotten für’s Vorstellungsgespräch aufgehängt (soll ja nix zu knittrig sein) und als erstes den äußerst praktischen Stadtplan des Hotels inspiziert. Dort sind alle Sehenswürdigkeiten der Stadt eingetragen, Restaurant, Ampeln und mit kleinen Kamerasymbolen, die besten Perspektiven zum Fotografieren. Da hat sich jemand Gedanken gemacht!

Gleich um die Ecke vom Hotel lag das St. Annen-Museumsquartier, dass ich ein wenig durchstromerte. Man sieht goldige, kleine und schiefe Fachwerkhäuser in niedlichen Straßen.

Enge Kopfsteinpflasterstraßen mit hübsch sanierten Häusern. Seht ihr die Fensterläden? Ich habe eine große Schwäche für Fensterläden!

Weiter geht es zu einem Paradebeispiel norddeutscher Backsteingotik, aber der kleinsten Kirche im Lübecker Stadtbild: St. Aegidien.

Pünktlich zur späten Mittagszeit meldete sich mein Magen. Und da ein Foodie ja nicht unvorbereitet verreist, hatte ich zu Hause schon beschlossen im Jazz Café zu Mittag zu essen. Die Mittagskarte war übersichtlich, aber ansprechend und ich entschied mich für Königsberger Klopse.

Holla! Das hätte besser als Königsberger Monsterklopse betitelt werden sollen, aber köstlich waren sie. Die Sauce schön cremig und sehr stimmig zu den würzigen Klopsen passend. Die Servicemitarbeiter auch sehr aufmerksam. Kann ich also empfehlen, wenn ihr mal in der Stadt seid. Abends finden auch Konzerte und andere Veranstaltungen statt, aber konnte ich leider nicht austesten.

Nach der Pause für meine Beine wollte ich mir noch den Dom angucken. Jahaa, Lübeck hat offensichtlich einen Dom! So hab ich auch geguckt *g* Aber der Weg dorthin ist schwierig. Man muss durch das …

…, das ich mir aber irgendwie ein wenig anders vorgestellt habe. Ruhige Straßen sind jetzt nicht unbedingt beängstigend ;-)

Die Hölle ist ebenfalls nicht weit, …

… aber auch irgendwie anders als gedacht. Die Wohnstatt des Teufels stellte ich mir spektakulärer, wärmer, feuriger vor. Nicht diese ruhige Gasse mit Rosen, an deren Ende eine Arztpraxis ist.

Und schon öffnet sich der Blick auf den Dom zu Lübeck. Ein beeindruckend großes Kirchenhaus, das von 1173 bis 1230 im romanischen Stil gebaut wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Dom noch umgebaut und erweitert, in der Nacht zum 29. März 1942 aber leider größtenteils durch Sprengbomben zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis 1982, wobei der Innenraum auch neu angeordnet wurde.

Ich behaupte mal, ein typisch norddeutsch-protestantischer Kircheninnenraum ist eher spartanisch gehalten.

Aber es lassen sich noch einige andere Interessante Details finden, wie die diversen Grüfte angesehener Familien, die hübsche Kirchenuhr oder die unterschiedlichsten Grabplatten. (Glaub ich… Meine Güte, kenne ich mich wenig bei Glauben und Kirchen aus.)

Am späten Nachmittag traf ich mich noch mit einer alten Freundin am Niederegger-Haus. Wir sahen uns ein wenig in deren Geschäft um, ich kaufte ein paar Mitbringsel für die Eltern. Und gingen dann aber weiter in das Café Czudaj, dass Uli empfohlen wurde von Kollegen. Und wir waren sehr begeistert! Gemütliche Ausstattung, nette, zuvorkommende Bedienung, gute Kuchen. Wir bestellten eine große Kanne Kräutertee für uns beide, ich dazu noch ein Glas frisch gepressten Grapefruitsaft. Mir war so sehr danach! Uli suchte sich einen Apfelkuchen aus, ich den Apfelstrudel, der mit Vanilleeis serviert wurde (Sahne wird von mir grundsätzlich abbestellt. Wer kam denn bitte auf die Idee Luft in Flüssigkeiten zu schlagen? *irks*). Beides wirklich köstlich! Leider war die Portion Apfelstrudel wieder zu groß für mich *seufz* Einen Besuch des Cafés Czudaj können wir beide sehr empfehlen!

Gegen 19 Uhr trennten sich unsere Wege, aber nicht ohne uns vorher noch für ein Mittagessen am nächsten Tag zu verabreden. Ich spazierte zurück zum Hotel, bereitete mich noch auf das Vorstellungsgespräch am nächsten Tag vor und ließ den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen erwachte ich erwartungsgemäß zu früh und wurde mit typisch grauem Januarhimmel begrüßt. Aber die Kirchendächer waren hübsch anzusehen.

Nach dem Vorstellungsgespräch traf ich mich schwer bepackt mit Uli beim koreanischen Restaurant „Onni“, sie wollte es schon länger ausprobieren, ich hatte Lust auf asiatisch und frische Zutaten.

Von der kleinen, aber feinen Mittagskarte bestellten wir unterschiedliche Sachen, aber für beide gab es als Vorspeise ein nettes, leichtes Süppchen! Und mit Süppchen kriegt man mich halbe Ungarin ja immer *g*

Uli hatte den Veggie Mix gewählt mit lauter, ansprechenden Kleinigkeiten, der ihr schmeckte, nur der Tofu war für ihren Geschmack etwas zu süß.

Ich wollte endlich mal den Klassiker der koreanischen Küche kosten und entschied mich für vegetarisches Bibimbap. Bibimbap ist eine Schüssel Reis, auf dem viele unterschiedliche Kleinigkeiten arrangiert werden und in diesem Fall mit einem rohen Ei obenauf. Jetzt aber nicht in Panik verfallen, ob des rohen Eis! Die Schüssel und der Reis waren wirklich brüllend heiß, so dass mit dem obligatorischen Verrühren aller Zutaten, das Ei gegart wird. Eigentlich wird noch Bibimbap-Sauce drüber gegeben, die das Restaurant auch selbst bastelt, aber sie war mir zu scharf. Leider. Weil eigentlich hatte sie sehr nette Aromen, nur wenn mein Mund brennt vor Schärfe und ich die anderen Aromen des Gerichts nicht mehr wahrnehmen kann, mag ich das nicht. Aber auch ohne die Sauce, war das Bibimbap ein Gedicht! Tolles Zeug! Sollte ich mal zu Hause nachbasteln, so kompliziert ist es ja (hoffentlich?) nicht.

Dann wurde es auch schon Zeit meinen Koffer zu schnappen und ich eilte zum Bahnhof, um noch den Zug zu erwischen, der mich mit nur 1x umsteigen Richtung Rostock zu den Eltern brachte.

Liebste Uli, danke für den schönen Nachmittag und Mittag! Es war wirklich schön Dich wiederzusehen und bin froh, dass Du jetzt wieder dichter dran lebst *ggg*

Adressen:

Jazz Cafe
Mühlenstraße 62
23552 Lübeck
Internet: Jazz Cafe Lübeck
Telefon: 0451 7073734

Café Czudaj
Mühlenstraße 1
23552 Lübeck
Internet: Café Czudaj am Klingenberg
Telefon: 0451 7074231

Onni Seoulkitchen
Mühlenstraße 54
23552 Lübeck
Internet: Onni Seoulkitchen
Telefon: 0451 20992951

Nicht ungern in Rostock – Tourist in der eigenen Heimat

Kennt ihr Rostock? Die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns an der Ostsee? Eine alte Hansestadt mit  dem bedeutendsten Hafen des Landes zu DDR-Zeiten. Und die Stadt, in der ich geboren wurde und aufgewachsen bin. Sprich Heimat. Geliebte Heimat!

Zum Glück wohnt die Mischpoke immer noch da, so dass ich regelmäßig hinfahren kann, um die angenehme Ostseeluft einzuatmen. Aber viele Leute kennen die Stadt nicht, haben nur die Klischees vom rechten Gesindel im Kopf. Ja, das gibt es tatsächlich, muss ich leider zugeben, aber die gibt es auch in anderen Ecken Deutschlands. Und Rostock hat so viel mehr zu bieten, auch historisch gesehen als diese braunen Episoden …

Lasst mich Euch zu einer kurzen Sightseeing-Tour entführen, die ich mit Frau Mama an einem Augustnachmittag machte. Unweit von Frau Mamas Arbeitsplatz findet man das Ständehaus, das im neugotischen Stil von 1889 bis 1893 errichtet wurde und heute als Oberlandesgericht dient. Etwas ausführlicher kann man auch das schmuckvolle Wappenrelief an der Hauptfassade betrachten:

Gleich daneben steht das Steintor, eines der wenigen noch verbliebenen Stadttore Rostocks:

Ein erstes Tor wurde 1279 gebaut und entwickelte sich bald zum Haupttor der Stadt, was es auch das gesamt Mittelalter über blieb. Nach einigen Querelen zwischen diversen Herzögen, wurde das Tor und einige andere Bestandteile der Stadtbefestigung durch Johann Albrecht I. geschliffen. Geschliffen? Ja, das heißt, dass die Bestandteile der Stadt des Verlierers einer militärischen Auseinandersetzung  abgerissen wurden. In seiner heutigen Form wurde das Steintor von 1574 bis 1577 im Stil der Niederländischen Renaissance errichtet.

Heute wird es zusätzlich von zwei Greifen, dem Wappentier Rostocks bewacht:

Unweit davon kann man auch einen Blick auf die Nikolaikirche erhaschen, deren Bau 1230 begann und die somit einer der ältesten noch erhaltenen Hallenkirchen im gesamten Ostseeraum ist. Sie ist keine Pfarrkirche mehr, d.h. es finden keine Gottesdienste mehr darin statt, aber sie wird noch sehr viel für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte genutzt. Und noch eine Besonderheit gibt es dabei, in dem sichtbaren Kirchturm sind Büros und Diensträume der Kirchenverwaltung untergebracht und das Dach wurde in den 70er Jahren so ausgebaut, dass in drei Etagen Wohnungen entstanden sind, die auch wirklich bewohnt sind.

Wenn man vom Steintor etwas nach Osten geht, erreicht man ein noch gut erhaltenes Stück der Stadtmauer mit dem Kuhtor. Es ist das wohl älteste erhaltene Stadttor Norddeutschlands. Wann es genau gebaut wurde, ist nicht bekannt, aber urkundlich wurde es erstmals 1262 erwähnt. Nach dem Bau des Steintors wurde durch das Kuhtor nur noch das Vieh auf die Wiesen der Warnow (Fluss, der durch Rostock fließt) getrieben, wodurch es seinen Namen erhielt.

Vom Kuhtor und Steintor ist es nicht weit bis zum Neuen Markt. Sozusagen der Hauptplatz in Rostock, in den viele der wichtigen Einkaufsstraßen münden. Besonders hübsch finde ich diese Giebelhäuser, von denen ich das dunkelgrüne im Kunstunterricht der 4. Klasse zum 777. Stadtjubiläum von Rostock malen musste :-) Und ja, Rostock hat es mit der Zahl Sieben:

Sieben Türme der St. Marien Kirche,
sieben Straßen bei dem großen Markt,
sieben Tore, die in das Land führen,
sieben Kaufmannsbrücken bei dem Strand,
sieben Türme, die auf dem Rathaus stehen,
sieben Glocken der sieben Kirchen, die zugleich schlagen und
sieben Lindenbäume im Rosengarten,
das sind die sieben Rostocker Wahrzeichen!

Ob das (ja, schweinchenrosane) Rathaus wirklich sieben Türme hat, könnt ihr gleich hier überprüfen:

Am Fuße einer Säule findet man eine Schlange, die früher mal kleiner war, aber nachdem sie öfter gestohlen wurde, größer gestaltet und fest in der Bausubstanz verankert wurde.

An der einen Seite des Gebäudes konnte noch eine alte Eingangspforte erhalten werden:

Schräg hinter dem Rathaus ist ein wunderschöner alter Backsteinbau, in dem das Stadtarchiv und Standesamt untergebracht sind.

Am Rande des Neuen Markts steht die imposante, evangelische Kirche St. Marien, über die es noch einen eigenen Artikel geben wird. Die ist echt interessant von innen!

Gleich hinter der Marienkirche sind hübsche alte Fachwerkhäuser „Am Ziegenmarkt“ zu finden:

Gleich daneben die „Alte Münze„, ein Haus, das wahrscheinlich um 1500 erbaut wurde, allerdings ist dieser Platz schon seit 1394 als Münzstätte belegt. Das nächste Mal werde ich mir auch das Renaissance-Portal und die Rokokotür genauer ansehen.

Frau Mama und ich hatten noch Zeit und so schlenderten wir die Kröpeliner Straße entlang (Rostocks Haupteinkaufsstraße), vorbei am „Brunnen der Lebensfreude“ (hat unter Rostockern einen anderen Namen *g*) …

… und dem Hauptgebäude der Universität Rostock, die 1419 gegründet wurde und somit die älteste im gesamten Ostseeraum und dem Norden des damaligen Heiligen Römischen Reiches ist. Wenn ihr mal davor steht, guckt Euch in Ruhe die Fassade mit den Statuen (Oder haben die einen anderen Namen, wenn sie an Fassaden rumhängen?). Sehr interessant!

Uns plagte ein kleines Hüngerchen und da wir erst gegen 20 Uhr zu Hause ankommen sollten, schlug Frau Mama vor im Hugendubel eine Kleinigkeit zu essen. Ich wunderte mich: „Aber das ist doch nur eine Buchhandlung?!?“ Aber weit gefehlt, dort hat sich die „Lunchbox – eat fresher“ mit eingemietet, die frisches und – ich befürchte *g* – gesundes Essen anbieten. Wir entschieden uns für Sommerrollen, die wahrlich köstlich waren:

Das war dann auch schon die kurze Sightseeing-Tour mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Rostocker Innenstadt. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken! Interessiert es Euch? Soll ich beim nächsten Besuch nochmal eine kleine Tour mit Frau Mama unternehmen?

Und wen echtes Meer interessiert, ich war im August auch in Warnemünde und habe ein paar Segelschiffe, die zur Hanse Sail kamen, angeguckt.

Werbung für Deutschland – Rostock/Warnemünde zur Hanse Sail 2016

Ist es bei Euch auch so warm, ja man kann durchaus sagen heiß, wie hier in Göttingen? Braucht die geneigte Leserschaft eine kleine Erfrischung und eine frische Brise um die Nase? Dann kommt mit, ich nehm‘ Euch mit auf einen Spaziergang ans Meer nach Rostock/Warnemünde. Und weil gerade die Hanse Sail war, könnt Ihr auch noch gleich ein paar große, beeindruckende Segelschiffe gucken. Was haltet Ihr davon?

Mit der S-Bahn bin ich von unserem Stadtteil 10 Minuten mit der S-Bahn nach Warnemünde gefahren und dort erstmal zum Passagierkai gegangen, der eigentlich das Anlegeterminal für die Kreuzfahrtschiffe ist, jetzt aber der Hauptveranstaltungsplatz für die Hanse Sail in Warnemünde war. Dort lagen einige Segelschiffe, die der interessierte Besucher auch besichtigen und mit ausfahren konnte. Gleich hinter dem Tunneldurchgang lag die „Kruzenshtern„, ein 1926 gebautes Segelschulschiff der russischen Flotte. Irgendwie beeindruckend groß! Das Schiff wurde in Bremerhaven gebaut, lief als „Padua“ vom Stapel und gehörte zur selben Baulinie, wie die berühmte „Pamir„. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging sie allerdings als Reparationsleistung an die Sowjetunion, wo sie nach dem deutschen Kapitän Krusenstern benannt wurde, der gleichzeitig russischer Admiral war.

Weiter nach hinten Richtung Mittelmole waren viele Fressbüdchen aufgebaut und das große Riesenrad, von dem man bestimmt einen großartigen Ausblick über Meer, Strand und Schiffe hat.

Auch auf dem anderen Teil des Passagierkais lagen noch (mindestens) zwei Segelschiffe, das russische Schulschiff „Sedov“ und die polnische „Dar Młodzieży„:

Da wurde es mir dann aber irgendwie zu bunt und zu voll, so dass ich über den Alten Strom Richtung Ortskern ging. Die rechte Seite des Alten Stroms lohnt sich für Leute, die gerne frischen und/oder geräucherten Fisch kaufen wollen, dort liegen die noch aktiven Fischer und bieten ihren Fang an:

Der Klassiker ist es dann Am Strom entlang zu flanieren…

… die Kapitänshäuser bestaunen …

… und ein Fischbrötchen zu essen (meines war mit einer Fischfrikadelle).

Der Strom wird immer weiter und am Ende sieht man schon das Meer, auf dem zur Hanse Sail immer ein paar Segler kreuzen. Ist schließlich auch ihr Job, oder? ;-)

Hübscher Blick über die Molenmauer zum Teepott und Leuchtturm. Und ja, auf den Leuchtturm kann man rauf gegen geringen Eintritt:

Blick auf das Hanse Sail-Geschehen mit beginnenden Menschenmassen (und neugieriger Möwe):

Meer – Wellenbrechersteine – Steuerbord Molenfeuer:

Blick Richtung „Wilhelmshöhe“:

Die Temperatur waren eher kühl und die Sonne ließ sich nicht wahnsinnig oft blicken, aber sich unter dramatischem Himmel durchpusten lassen, ist immer gut:

Zum Glück war der Sand relativ fest, sonst ist das Gehen darauf echt anstrengend:

Viele kleine Segelschiffe auf der Ostsee mit dem Molenfeuer und wogenden Wellen:

So nach zwei Stunden war mir auch kühl genug und die Menschenmassen wurden immer mehr, so dass ich mich langsam auf den Heimweg machte. Nicht ohne nochmal einen Blick auf das Duo Teepott und Leuchtturm zu erhaschen:

Und wenn man nicht dringend die großen Straßen zum Bahnhof zurück nimmt, sondern kleine Gässchen, entdeckt man solche hübschen Häuschen:

Oder die Variante von etwas wohlhabenderen Leuten in hellblau:

Und wer sagt, dass es kein Fachwerk an der Ostseeküste gibt, hier der Gegenbeweis in breit:

Und schwupps war ich am Bahnhof und saß in der S-Bahn Richtung zu Hause bevor es richtig voll wurde :-)

Und seid Ihr etwas erfrischter? Hat es Euch gefallen? Könntet Ihr Euch vorstellen auch mal dort am Strand zu spazieren, Muscheln suchen und Möwen beobachten?

 

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