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Leckere Mücver – Türkische Zucchinipuffer

So langsam lässt die Saison der Spätsommergemüse nach, aber noch gibt es Zucchini, die nicht durch halb Europa in unsere Supermärkte transportiert wurden. Vielleicht steht ja auch noch die ein oder andere eigensinnige Zucchinipflanze in Eurem Garten, die noch nicht aufgegeben hat?

Eine gute Verwertungsmöglichkeit sind natürlich Zucchinipuffer. Da bin ich ja immer auf der Suche nach schönen Rezepten und wurde wieder im „Türkei vegetarisch“ fündig. Diese Puffer sind auch wirklich einfach zu machen. Ihr braucht zusätzlich zu den Zucchini nur eine Möhre (die kann auch schon etwas älter sein), ein paar Frühlingszwiebeln und wenige Kräuter. Wer ein bisschen regelmäßiger türkisch kocht, hat die Gewürze wie getrocknete Minze oder die Pul biber-Chiliflocken eh im Schrank.

Bis auf die Stunde, die die Zucchini-Möhren-Mischung eingesalzen Wasser ziehen muss, sind die Puffer auch schnell zubereitet. Ich war dann doch erstaunt, wie schnell es ging! Die Puffer sind ein bisschen fragil beim Braten, lassen sich aber trotzdem mit ein bisschen Fingerspitzengefühl einfach umdrehen.

Und sie sind wirklich lecker! Schön knusprig und würzig. Sogar der Zucchiniverächter in meinem Umfeld fand sie gut essbar und das will was heißen *g* Also los, letzte heimische Zucchini ergattern und diese kleine Köstlichkeiten zaubern!

Mücver – Türkische Zucchinipuffer

Zutaten für 2-3 Portionen:
2 mittelgroße Zucchini (ca. 450 g)
1 kleinere Möhre
Salz
2-4 Frühlingszwiebel (je nach Dicke)
1/4 Bund Petersilie
1 Stengel Dill
1 Ei
1-1,5 EL Mehl
Pfeffer
1/2 TL Chiliflocken
1/2 TL getrocknete Minze
neutrales Öl zum Ausbacken

(1) Die Zucchini und Möhre waschen, trocknen, Enden abschneiden. Dann alles grob raspeln und mit etwas Salz vermischen. In ein Sieb geben (oder in der Schüssel lassen) und ca. 1 Stunde stehen lassen. Dann die Gemüsemischung portionsweise gut mit den Händen ausdrücken und in eine größere Schüssel geben.
(2) In der Zwischenzeit die weiteren Zutaten vorbereiten. Die Frühlingszwiebeln putzen, Wurzelenden entfernen und samt Grün in feine Ringe schneiden. Die Kräuter waschen, trocknen, grobe Stiele entfernen und fein hacken.
(3) Eine große Pfanne auf den Herd stellen und so viel Öl hinein geben, dass es etwa 0,5 cm hoch steht. Auf mittelhoher Hitze heiß werden lassen, während der Pufferteig zusammen gerührt wird.
(4) Wenn das Gemüse gut ausgedrückt ist alle weiteren vorbereiteten Zutaten, das Ei, Mehl und Gewürze zugeben. Gut durchrühren. Kosten, ob noch Salz oder Pfeffer fehlt.
(5) Etwa 1 EL der Gemüsemasse in das heiße Fett geben und mit dem Löffelrücken zu handtellergroßen Puffern formen. Bei mittlerer Hitze langsam auf beiden Seiten goldbraun ausbacken. Sie sind etwas fragil, lassen sich aber trotzdem gut umdrehen. Auf Küchenkrepp oder über einem Rost das überschüssige Fett abtropfen lassen.

Mit einem Joghurtdip der Wahl, frischem Brot und Salat servieren!

Genießen!

Quelle: Tancgil, O., Tancgil O., Seiser, K. (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag, p 94

Grüne Bohnen mit Zwiebeln und Salbei aus dem Ofen

Ertragt Ihr noch ein Bohnenrezept bevor die Saison komplett um ist? Hier ist noch eine Variante aus dem Ofen, die viel einfacher daher kommt. Keine exotischen Gewürze, keine Extrazubereitungsschritte, einfach nur das Gemüse putzen mit Salz, Pfeffer und Olivenöl vermischen und ein paar im Garten liebevoll gezupfte Salbeiblätter darauf verteilen. Für ne dreiviertel Stunde in den Ofen verfrachten und fertig! Und lecker!

Ihr könnt dafür jede Sorte frische Bohnen verwenden, die Ihr mögt: Buschbohnen, Prinzessbohnen, Stangenbohnen, gelbe Wachsbohnen. Egal! Kauft was Euer Markt hergibt oder pflückt die Pflanzen im Garten leer. Die Bohnen müssen diesmal auch nicht in einer Schicht auf dem Blech liegen, weil sie eher im eigenen Saft schmoren, denn rösten sollen. Wenn Ihr das Rezept aus 1 kg Bohnen machen wollt, nutzt die normal großen Backbleche für Euren Ofen. Ich habe für mein Pfund Bohnen ein halb großes Blech genommen.

Und sie schmecken einfach wunderbar! Schön intensiv nach Bohnen und das passt einfach wunderbar zum Geschmack der gerösteten Zwiebel- und Knoblauchstücke. Auch der Salbei wird lustig knusprig und gibt dem ganzen Gericht ein wunderbares Aroma. Wem die Currybohnen zu gewagt waren, probiert gerne diese Variante aus :-)

Grüne Bohnen mit Zwiebeln und Salbei aus dem Ofen

Zutaten für 2-3 Portionen als Beilage:
500 g Grüne Bohnen (gerne gemischte Sorten)
1 rote Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
3 EL Olivenöl
5-8 Salbeiblätter

(1) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Ein kleineres Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Die Bohnen putzen, waschen, abtropfen lassen. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten. Die Zwiebel in achteln. Die Bohnen mit den Zwiebeln und ganzen Knoblauchzehen in eine Schüssel geben. Mit dem Olivenöl, Salz und Pfeffer gut vermischen. Auf das Backblech geben. Die Bohnen dürfen ruhig übereinander liegen. Zum Schluss den Salbei durch das restliche Fett in der Schüssel ziehen und auf den Bohnen verteilen.
(3) Die Bohnen auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und ca. 45 Minuten backen.

Genießen!

Quelle: Chili és vaníliaZsályás, lilahagymás, nyári sült zöldbab

Ungarische Zucchinifrikadellen – Cukkinifasírt

Na, immer noch Zucchinischwemme aus Euren Gärten? Gefühlt hört so eine Pflanze ja nicht auf zu produzieren, bis der Frost sie dahin rafft ;-) Und auch in der Biokiste kommen momentan regelmäßig Zucchini bei mir an. Auf Instagram sah ich dann den Post einer ungarischen Frau, die Zucchinifrikadellen zeigte, die es bei ihr zum Mittag gab. So richtige Klopse aus Zucchini oder anderem Sommerkürbis? Spannend! So richtig vegetarisch aus Ungarn? Ich war sehr interessiert und fragte Ildikó nach ihrem Rezept. Es waren ungefähre Angaben, so dass ich beim Nachbasteln erstmal Buch führte und jeden Esslöffel Paniermehl zählte. Neben Zucchini könnt ihr die Gemüsebouletten auch aus Patisson, also den lustig aussehenden Ufokürbissen, machen. Die erste Überraschung war die fertige Teigkonsistenz, sie ähnelte der von Fleischfrikadellen sehr. Der Teig muss nur zügig weiter verarbeitet werden, weil die Zucchini durch das Salz im Teig immer weiter Wasser ziehen und alles wieder weicher wird. Also schnell die Klopse formen, in Paniermehl wenden und heißem Fett ausbacken. Da ja in den Frikadellen kein Fett ist, brauchen sie ein bisschen was von außen, auch um knusprig zu werden. So einen halben Zentimeter hoch sollte das Öl schon in der Pfanne stehen. Und dann der Duft während des Ausbratens! Ich hatte voll den Flashback nach Ungarn, in die Küche meiner Tante, während sie ihre Frikadellen ausbrät. Das duftete soo unglaublich gut!

Also wer gerne mal eine Gemüsealternative zu Fleischfrikadellen möchte, ist hiermit sehr gut beraten und ich kann sie wirklich weiter empfehlen!

Ungarische Zucchinifrikadellen

Zutaten für 8-10 Stück
500 g Zucchini
Salz
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 Bund Petersilie
2 Eier
3 EL Mehl
6 EL + 3 EL Paniermehl
1 TL Paprikapulver
Pfeffer
Öl zum Ausbraten

(1) Die Zucchini waschen, trocknen. Die Enden abschneiden und die Zucchini grob reiben. Etwas salzen, in ein Sieb geben und 10-15 Minuten Wasser ziehen lassen. Portionsweise gut ausdrücken und in eine Schüssel geben.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Beides zu den Zucchiniraspeln geben. Die Petersilie waschen, trocknen und fein hacken. Dies ebenso wie die Eier, das Mehl und 6 EL Paniermehl in die Schüssel geben. Mit dem Pfeffer und Paprikapulver würzen. Gründlich zu einem Teig verkneten, der in der Konsistenz einem Frikadellenteig aus Fleisch ähneln sollte.
(3) Das Öl in einer Pfanne gießen, dass es ca. 0,5 cm hoch steht und bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen.
(4) Die restlichen 3 EL Paniermehl auf einen flachen Teller geben. Aus dem Teig 8-10 Bouletten formen, die in dem Paniermehl von beiden Seiten wälzen. Dann portionsweise bei mittlerer Hitze in der Pfanne ausbraten bis sie von beiden Seiten goldbraun sind. Dabei den Teig oder die fertig geformten Klopse nicht lange stehen lassen, da sie noch Wasser ziehen und weicher werden.

Auf einem Rost oder Küchenpapier das überschüssige Fett abtropfen lassen. Dazu passt einfacher Kartoffelbrei, Kartoffel- oder Nudelsalat.

Genießen!

Quelle: nach dem Rezept der Instagramnutzerin „csildigram

Das etwas andere Sommergericht – Schmorgurken-Pfifferlings-Pfanne

Wenn Ihr an typisches Sommergemüse denkt, was fällt Euch da als erstes ein? Bei mir, wie bei wahrscheinlich vielen anderen, sind es Tomaten, Paprika und Zucchini. Lauter Sachen, die ich jetzt ständig im Kühlschrank habe. Das sind ja alles eher südliche Sorten, aber auch hier aus Deutschland gibt es Gemüse, das typischerweise nur im Sommer reift und damit Saison hat. Dazu gehört die norddeutsche Schmorgurke und die Pfifferlinge. Klar, die Pilze gibt es auch in vielen anderen Ländern, aber ich musste erst lernen, dass Pfifferlinge im Sommer Saison haben, weil ich mit Pilzsuche doch eher den Wald im Herbst verbinde. Aber nein, die hellbraunen Köstlichkeiten sind, je nach Wetter natürlich, von Anfang Juli bis Ende September zu finden. Oder eben im Supermarkt käuflich zu erwerben. Und genau dann hat die Schmorgurke auch ihre Hoch-Zeit.

Was liegt da näher, als beides zu kombinieren. Ich hatte das Gefühl, dass das Erdige der Pilze gut mit dem milden Geschmack der Gurke passen würde. Dazu noch ein bisschen Speck und Zwiebeln, die ja auch zu beidem passen und dann Schmand, der noch eine angenehme Säure zur Cremigkeit bringt. Als Kräuter wollte ich Dill und Petersilie nehmen, hatte dann aber blöderweise doch keine mehr im Tiefkühler. Dann eben nur mit Dill, hat aber auch sehr gut geschmeckt. Wer vegetarisch unterwegs sein möchte, dem würde ich statt des Bacons empfehlen, eine aromatische Tomate zu entkernen, zu würfeln und mit den Gurken in die Pfanne zu geben. Sollte auch genug umami ans Gericht geben.

Es ist ein wirklich schönes, aromatisches Gericht für kühlere Sommertage, die es ja prinzipiell in Deutschland immer mal wieder gibt. Macht Euch ruhig auf die Suche nach beiden Zutaten auf Eurem Markt und probiert die Kombination aus! (Und berichtet auch gerne.)

Schmorgurken-Pfifferlings-Pfanne

Zutaten für 2-3 Portionen:
250 g Pfifferlinge, geputzt gewogen (ca. 300 g ungeputzt)
1,5 EL Mehl zum Reinigen der Pilze
Salz, Pfeffer
1 kleine bis mittlere Schmorgurke
1 Zwiebel
100 g Bacon
1 EL neutrales Öl
50 ml Wasser
4-6 EL Schmand
1 Bund Dill
gerne auch 1/2 Bund Petersilie

(1) Die Pfifferlinge putzen. Dafür das Ende vom Stiel und eventuell angetrocknete oder angematschte Teile des Pilzes abschneiden. Groben Schmutz entfernen. In einer großen Schüssel das Mehl mit ordentlich Wasser vermischen. Die Pilze dazu geben und unter ständigem Bewegen wirklich wenige Minuten waschen. Der Dreck wird im Wasser schwimmen. Ein sauberes Küchenhandtuch oder Küchenkrepp bereit legen und die sauberen Pilze aus dem Wasser heben, gut abtropfen lassen und darauf legen. Gut trocknen lassen.
(2) Von der Gurke die Enden abschneiden, schälen und halbieren. Aus den Hälften die Kerne mit Hilfe eines kleinen Löffels entfernen. Die Hälften längs dritteln und in etwa 1 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und in feine Würfel schneiden. Den Bacon ebenfalls würfeln.
(3) Eine große Pfanne (mit Deckel oder einer anderen Abdeckung z.B. Silikondeckel) auf hoher Hitze heiß werden lassen. Kein Öl hinein geben! Die Pilze in die Pfanne geben und bei hoher Hitze (Stufe 2,5 von 3) so 5-10 Minuten trocken anbraten. Wenn Wasser austritt, so lange weiter braten bis es verdampft ist. Aus der Pfanne nehmen, in eine Schale geben, leicht salzen und pfeffern. Zur Seite stellen.
(4) Den Herd zurück schalten auf mittlere Hitze. Den Bacon mit dem Öl in die Pfanne geben und ein wenig anbraten. Dann die Zwiebelwürfel dazu geben und in wenigen Minuten glasig dünsten. Jetzt die Gurkenwürfel in die Pfanne. Salzen, pfeffern und 1-2 Minuten andünsten. Das Wasser drauf und mit dem Deckel bedecken. Auf mittel-kleiner Hitze etwa 15 Minuten schmoren lassen bis die Gurken fast gar sind.
(5) Währenddessen den Dill waschen, trocknen und fein hacken.
(6) Nach der Schmorzeit die Pfifferlinge in die Pfanne geben. Den Schmand dazu und gründlich verrühren. Noch einige Minuten garen bis die Gurken gar und die Pfifferlinge warm sind. Den Dill unterrühren. Kosten, ob noch Salz oder Pfeffer fehlt.

Dazu passen Pellkartoffeln, aber ich kann mir auch Rösti oder Bratkartoffeln gut vorstellen.

Genießen!

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