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Sommerlicher Börek mit Zucchini und Feta

Börek kennen und lieben wir doch alle, oder? Gibt bei jeder türkischen Bäckerei und auch die Discounter haben sie entdeckt und bieten sie regelmäßig in Fertigversionen an. Dabei kommt das Gebäck in den unterschiedlichsten Formen mit den verschiedensten Füllungen daher: in Zigarrenform gerollt, als Schnecken-Variante in groß oder klein, beim Kiosk an der Uni in Kassel gab es schmale u-förmige. Standardmäßig kenne ich vier Füllungen: Feta, Spinat, Spinat-Feta oder mit Hack.

Durch das Ehepaar Tançgil von „Koch Dich türkisch“ und ihr fabelhaftes Buch „Türkei vegetarisch“ wurde ich mit einer weiteren Variante bekannt gemacht: die große vom Blech gefüllt mit geraspelten Zucchini und Feta. Aufgeschnitten wird das ganze dann wie ein Blechkuchen in handliche Stücke. Zuerst dachte ich, die Zubereitung sei voll kompliziert und aufwendig, aber nee, total einfach und fast schnell. So muss für die Füllung zum Beispiel nur die Zucchini gerieben werden und dann mit dem zerkrümelten Feta, gehacktem Dill und den Gewürzen vermischt werden. Vorher bereitet man die Sauce aus Butter, Milch, Eiern und Mineralwasser vor, damit die noch abkühlen kann, bevor es ans Zusammenstellen des Börek geht. Nach gut 30 Minuten sind die Vorbereitungen abgeschlossen und die große Auflaufform mit dem sommerlichen Börek kann in den Ofen.

Im Gegensatz zum Originalrezept waren meine Teigblätter nur etwa A4-Blatt groß, aber dann habe ich halt mehr benutzt und sowohl für den Boden als auch den Deckel überlappend gelegt. Hat auch funktioniert und die fertigen Börek sind als hübsche, handliche „Kuchen“-Stücke zusammen geblieben. Und göttlich lecker ist das Zeug! Ganz ernsthaft! Wunderbar saftig, mild und knusprig. Lauwarm schmecken sie am Besten, lassen sich aber auch bei Zimmertemperatur oder aufgewärmt (z.B. kurz in der Mikrowelle) ein, zwei Tage später essen. Hiermit bekommt ihr die dringende Nachkochempfehlung – besorgt Euch die Börekblätter im türkischen Supermarkt und holt die letzten jungen Zucchini aus dem Garten (oder Supermarkt) und dann ab in die Küche mit Euch! Hier wird es Börek in Zukunft jedenfalls regelmäßig geben in den unterschiedlichsten Varianten! Es gibt noch so viel zu entdecken!

Börek mit Zucchini und Feta

Zutaten für 1 große (24 x 38 cm) Auflaufform:
4 große Runde Börek-Blätter
oder
10 rechteckige Yufka oder Strudelblätter (ca. 250 g)

Für die Sauce:
100 ml Milch
125 g Butter
3 Eier
200 ml Mineralwasser mit Kohlensäure

Für die Füllung:
300 g junge Zucchini
200 g Feta
1 Bund Dill
1 Prise geriebene Muskatnuss
1 Prise Pfeffer
evtl. 1 Prise Salz

1,5 TL Schwarzkümmelsamen

(1) Die Milch und Butter in einem kleinen Topf auf dem Herd erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Aber nicht aufkochen lassen. Vom Herd nehmen und lauwarm abkühlen lassen.
(2) Ein Ei trennen. Die restlichen beiden ganzen Eier zum Eiweiß geben und gut verquirlen. Das Eigelb zum Bestreichen am Ende zur Seite stellen. Das restliche Ei gründlich nach und nach unter die Butter-Milch-Mischung rühren. Zum Schluss das Mineralwasser dazu geben und genau 1x umrühren.
(3) Jetzt geht es an die Füllung. Die Zucchini waschen, trocknen, Enden abschneiden und grob in eine größere Schüssel reiben. Den Feta hinein geben und mit einer Gabel zerkrümeln. Den Dill waschen, trocknen, fein schneiden und dazu geben. Mit Muskatnuss, Pfeffer und evtl. etwas Salz, wenn der Feta nicht so salzig ist. Alles gründlich miteinander vermischen.
(4) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Auflaufform gut einfetten oder mit Backpapier auslegen.
(5) Wenn ihr 4 große Blätter habt, dann 1 Blatt in die Form legen, so dass die Rändern überhängen. Wenn ihr die kleineren, rechteckigen habt 2 Blätter so reinlegen, dass ihre Ränder überhängen und sie in der Mitte etwas überlappen. Den Teig mit etwas von der Sauce bestreichen. Dann entweder 1 großes oder 3 rechteckige Blätter grob zerreißen und knittrig in die Form legen. Wieder mit der Sauce beträufeln. Dann die Zucchini-Feta-Mischung gleichmäßig darauf verteilen. Wieder 1 großes oder 3 kleinere Blätter zerrupfen und locker-knittrig auf die Zucchinifüllung legen und mit Sauce bestreichen. Dann das letzte große Blatt oder 2 kleine glatt auflegen. Mit Sauce beträufeln. Die überhängenden Ränder der ersten Schicht über die letzte Schicht klappen und am Rand einschlagen.
(6) Mit einem Sägemesser in Stücke schneiden und die restliche Sauce drüber gießen. Zum Schluss mit dem Eigelb bestreichen und dem Schwarzkümmel bestreuen.
(7) Die Auflaufform auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und in 35-45 Minuten goldbraun backen.
(8) Aus dem Ofen nehmen, mit einem Küchentuch bedeckt etwas abkühlen lassen. Noch warm servieren.

Dazu passt ein frischer Tomatensalat oder grüner Salat mit einer fruchtigen Vinaigrette. Reste schmecken auch bei Zimmertemperatur oder kurz in der Mikrowelle aufgewärmt.

Genießen!

Quelle: Tançgil O. und O., Seiser, K. (hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 106

Erfrischender deutscher Gurkensalat

Zwischendurch möchte ich Euch einen kleinen Beilagenklassiker vorstellen, den es, schätze ich, in jeder Länderküche in irgendeiner Form gibt. Heute mal eine deutsche Variante, die ziemlich einfach herzustellen ist. Und an heißen Sommertagen wie Anfang August ein wirklich erfrischendes Mittagessen sind. Dazu gibt es bei mir noch ein paar Kartoffeln, die mit dem Salat zusammen zermanscht werden und ein bisschen Rührei. Ein großartiges Essen, wenn man eigentlich schon was Warmes im Bauch haben will, aber draußen über 30°C herrschen. Auch als Beilage zu Gulasch, egal ob mit Fleisch oder vegetarisch, zu Braten oder Schnitzeln (auch hier wieder egal, ob aus Hähnchen, Schwein, Pilzen, Kürbis oder Blumenkohl) ist er ideal! In Ungarn gibt es Gurkensalat im Sommer eigentlich jede Woche. Also falls ihr mal wieder nicht wisst, was es geben könnte, dieser Gurkensalat passt immer und noch bekommt ihr wunderbar aromatische Gurke zu kaufen!

Deutscher Gurkensalat

Zutaten für 2-3 Portionen:
750 g Gurken
2 TL Salz
1 kleine Schalotte
Pfeffer
2 TL Zucker
2 EL Weißweinessig
250 g Joghurt
1/2 Bund Dill

(1) Von den Gurken die Enden abschneiden und die Gurken schälen. Dünn hobeln und in eine Schüssel geben. Mit dem Salz gut vermischen und mindestens 30 Minuten Flüssigkeit ziehen lassen.
(2) Nach der Zeit die Gurken gut mit den Händen ausdrücken und in eine Schüssel geben. Die Schalotte häuten, fein würfeln und zu den Gurken geben. Den Dill waschen, trocknen, fein hacken.
(3) Jetzt pfeffern, mit dem Zucker bestreuen, Weißweinessig und den Joghurt gründlich unterrühren. Zum Schluss den Dill unterheben und nochmals abschmecken und gegebenenfalls mit Salz, Pfeffer oder Zucker nachwürzen.

Der Salat passt wunderbar als Beilage zu Gulasch aus Fleisch oder Gemüse, diversen Braten oder als Hauptmahlzeit in der Sommerhitze mit Rührei und ein paar Kartoffeln, die mit dem Salat vermischt werden.

Genießen!

Idee nach German AbendbrotGurkensalat

Das perfekte Sommeressen: Zucchini in Olivenöl

Was verbindet ihr mit türkischer Küche? Ich hoffe nicht nur Döner und Fetaaufstriche vom Stand am Supermarkt. Seit ich in Kassel umme Ecke von einem türkischen Supermarkt wohnte, beschäftige ich mich mehr damit. Mittlerweile mache ich Großeinkäufe im türkischen Markt nicht weit weg vom Büro und probiere auch gerne neue Zutaten aus. Letztens wanderte eine Tüte getrocknete Fava-Bohnen in meinen Einkaufskorb, die ich demnächst zu hoffentlich leckeren Köstlichkeiten verarbeiten möchte.

Leider war ich noch nicht in der Türkei, habe aber schon viele Schwärmereien gehört. Vielleicht ändert sich das ja mal. Aber wenn ich schon nicht hinfahre, kann ich wenigstens versuchen türkische Gerichte zu kochen. Schließlich soll die türkische Küche eine der besten weltweit sein. Und steter Quell kulinarischer Inspiration sind Orkide und Orhan Tancgil von „Koch dich türkisch„. Mittlerweile habe ich auch einige ihrer Kochbücher und die Rezepte, die ich bisher ausprobierte, sind alle gelungen und sehr köstlich geworden.

Ich entschied mich für ein schön sommerliches Gericht mit Zucchini, das sowohl warm als auch kalt gegessen werden kann, unkompliziert und schnell in seiner Zubereitung ist. Diese Zeytinyağlı-Gerichte scheinen einem bestimmten Zubereitungsmuster zu folgen, nur die Hauptzutaten werden ausgetauscht, ähnlich wie beim ungarischen Gulasch, das ja neben Fleisch auch mit diversem Gemüse zubereitet werden kann. Zudem ist es noch ein One-Pot-Essen, da alle vorbereiteten Zutaten nur in den Kochtopf geschichtet werden und dann nicht allzu lange geschmort werden. Heraus kommt ein sehr köstlicher Eintopf, dessen Aromen wunderbar harmonieren. Und den ich bestimmt öfter machen werde. (Und wer darauf achtet, es ist auch noch ausversehen vegan.) Eine sehr große Nachkochempfehlung von mir!

Zucchini in Olivenöl – Zeytinyağlı kabak bastı

Zutaten für 3 Portionen:
1 Zwiebel
1,5 EL grober Bulgur
400 g zarte Zucchini
1 große Spitzpaprika
1 Knoblauchzehe
300 g Tomaten (wenn möglich große)
1 TL Salz
1 TL Zucker
1 Prise Chiliflocken (Pul biber)
1 Prise Muskatnuss
4 EL Olivenöl
50 ml Wasser
1/2 Bund Dill

(1) Einen mittelgroßen Topf mit Deckel bereit stellen. Die Zutaten wie gleich beschrieben vorbereiten und auch in dieser Reihenfolge in den Topf schichten. Die Zwiebel häuten, halbieren und in dünne Halbmonde schneiden. Den Bulgur in einem feinen Sieb gründlich waschen, gut abtropfen lassen und über die Zwiebeln streuen. Die Zucchini waschen, trocknen und die Enden abschneiden. Dann mit den Zinken einer Gabel längs Furchen in die Zucchinihaut ziehen. Danach in knapp 1 cm breite Scheiben schneiden. In den Topf geben. Die Spitzpaprika halbieren, Strunk und Kerne entfernen. Quer in dünne Streifen schneiden, auf den Zucchini verteilen. Die Knoblauchzehe häuten, in dünne Scheiben schneiden und im Topf verteilen. Wer mag kann die Tomaten häuten, wen Hautfitzelchen nicht stören, halbiert die Tomaten, entfernt den grünen Strunk und würfelt sie fein. Gleichmäßig über dem übrigen Gemüse verteilen. NICHT RÜHREN!
(2) Zum Schluss mit Salz, Zucker, Pul biber und Muskatnuss würzen. Mit dem Olivenöl und Wasser begießen. Deckel auflegen.
(3) Auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen, dann die Flamme auf niedrig stellen und 12-15 Minuten köcheln lassen. Dabei ab und an am Topf rütteln oder ihn ruckartig drehen, damit nichts anbrennt.
(4) Den Dill fein hacken und nach dem Ende der Kochzeit unterrühren. Alles noch mit geschlossenem Deckel 10-15 Minuten ruhen lassen.

Warm, bei Zimmertemperatur oder kalt mit frischem Weißbrot und (wer nicht vegan ist) mit einem Klecks Joghurt servieren.

Genießen!

Quelle: Tangcil O. und O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 97

Reis-Pilaw mit Zucchini, Tomaten und Feta

So mag ich Sommer: moderat-warme Temperaturen, kühle Nächte, Sonnenschein, trotzdem warm genug um fermentierte ungarische Sommergurken anzusetzen, aber nicht zu warm, um noch gekochte Gerichte zu essen. Und dann das ganze wunderbare Sommergemüse, das jetzt erst richtig gut schmeckt: Gurken, Tomaten, Auberginen, ungarische Spitzpaprika oder Zucchini. Gar kein Vergleich zu den Exemplaren, die man im Winter oder Frühjahr von weit hergekarrt, zu kaufen bekommt.

Jedenfalls jetzt lohnt es sich dieses Reisgericht, eigentlich ein Pilaw, zu machen. Es ist leicht, aber sättigt trotzdem. Mit den verschiedenen Texturen und unterschiedlich intensiven Aromen, ist das ein schön interessantes Essen, obwohl es ja eigentlich nur ’ne Reispfanne ist. In einer guten dreiviertel Stunde steht das Essen auf dem Tisch, wenn Ihr getrocknete Tomaten in Öl oder Soft-Tomaten nehmt noch fixer, weil die ja nicht eingeweicht werden müssen. Wer seine Essenszubereitung etwas entzerren möchte, das mach ich ja eigentlich fast immer, kann die Zucchini schon am Vortag braten, kühl stellen und dann eben abgekühlt unter den heißen Reis rühren. So seid Ihr noch schneller fertig, aber es geht natürlich auch in einem Rutsch :-)

Probiert es gerne aus und lasst mich wissen, wie es Euch geschmeckt hat!

Reis-Pilaw mit Zucchini, Tomaten und Feta

Zutaten für 2 Personen:
3 halbe getrocknete Tomaten
1 mittlere Zucchini
4-6 Cocktailtomaten
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
10 schwarze Oliven
Olivenöl
125 g Parboiled Langkornreis
1 TL getrockneter Oregano
Salz, Pfeffer
50 g Feta

(1) Die getrockneten Tomaten in eine Tasse geben, mit kochendem Wasser bedecken und etwa 30 Minuten einweichen lassen.
(2) In der Zwischenzeit das Gemüse vorbereiten. Von der Zucchini die Enden abschneiden, halbieren und in mittelgroße Würfel schneiden. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Oliven vierteln. Die Cocktailtomaten je nach Größe vierteln und sechsteln. Die eingeweichten Tomaten abgießen und fein würfeln.
(3) In einer Pfanne einen Schluck Olivenöl bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Zucchiniwürfel zugeben und unter Rühren anbraten bis sie goldbraun sind. Herausnehmen und salzen und pfeffern.
(4) In einem mittelgroßen Topf wieder einen Schluck Olivenöl bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen und die Zwiebeln zufügen. Wenn sie nach einigen Minuten glasig sind, den Knoblauch und Würfel der getrockneten Tomaten zufügen und kurz mitdünsten bis der Knoblauch duftet.
(5) Den Reis in den Topf geben und kurz mitbraten. Dann doppelt soviel Wasser wie Reis zufügen und die Hälfte der frischen Tomaten. Salzen, pfeffern und Oregano dazu. Umrühren. Deckel auflegen, alles aufkochen lassen und dann zugedeckt bei kleinster Hitze etwa 16-20 Minuten garen lassen bis der Reis alles Wasser aufgesogen hat. Zum Schluss die angebratenen Zucchiniwürfel, restlichen Cocktailtomaten und die Olivenstückchen unterrühren. Den Topf vom Herd nehmen und abgedeckt weitere 5 Minuten ruhen lassen.

Auf Tellern verteilen und mit den Feta bestreuen.

Genießen!

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