Schlagwort-Archive: Stachelbeeren

Süßsaure Kirsch- oder Stachelbeer-Pickles

Dieser Beitrag hat ein Jahr darauf gewartet, geschrieben und veröffentlicht zu werden! Denn bevor ich etwas online stelle, möchte ich es auch gekostet haben. Und diese Pickles brauchen 6-8 Wochen bevor sie das perfekte Aroma haben. Aber um was geht es genau?

Seit Mittwoch ist Sommer, es war der längste Tag des Jahres und endlich sind die Kirschen und Stachelbeeren in den Gärten reif. Ja, dieses Kirschjahr ist nicht besonders gut, der späte Frost im Mai hat viel der zukünftigen Ernte schon im frühsten Stadium vernichtet. Aber vielleicht tragen die Stachelbeersträucher ja mehr? Nun sind meine Gedärme ja ein bisschen fruktoseintolerant, heißt ich kann ein wenig Obst essen, aber nicht wirklich viel auf einmal. Und bei Pfirsichen, Kirschen und Aprikosen tut mir das auch unendlich leid. So ein Pfirsich am Tag geht, aber viel mehr sollte ich nicht essen… Aber manchmal kann ich nicht widerstehen und kaufe zu viel Obst wie eine Schale Stachelbeeren (wie ewig hatte ich keinen Stachelbeergeschmack mehr auf der Zunge) und Kirschen, die dann auch irgendwie verarbeitet werden muss. Was eignet sich da besser als die Früchte haltbar zu machen, aber nur Kompott wird auf Dauer auch langweilig und so suchte ich nach einer Variante, die zu herzhaften Gerichten passt. Fündig wurde ich im River Cottage Handbook No. 2, in dem es um Eingekochtes geht. Und es ist ein wirklich schönes Buch, dass auch viel erklärt und vielfältige Rezepte zu bieten hat, die gut nachzubauen sind. Wenn die geneigte Leserschaft am Haltbarmachen interessiert und der englischen Sprache mächtig ist, ist dieses Buch keine Fehlinvestition :)

Und es lohnt sich wirklich einen Teil der Stachelbeer- oder Kirschernte zu diese Pickles zu verarbeiten. Das Einkochen dauert nicht ewig und der Geschmack ist hervorragend – süß-sauer und trotzdem würzig. Sie passen hervorragend zu Käse oder Wild oder einem Hackbraten. Also schnell ein paar Gläser schnappen und ab in die Küche!

Süßsaure Kirsch-/Stachelbeer-Pickles

Zutaten für 2 Gläser à 500 ml:
300 ml Weißweinessig
1/2 Orange, Saft und Schale
6 Pimentkörner
2,5 cm Zimtstange
375 g Zucker
500 g Süßkirschen oder Stachelbeeren

2 x 500 ml Weckgläser + Deckel, Ringe und Klammern

(1) Die Schale fein von der Orange abreiben und zusammen mit dem ausgepressten Orangensaft, Essig, Piment und Zimtstange in einen Topf geben. Aufkochen lassen und etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze simmern lassen. Dann den Zucker zufügen, wieder aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze etwa 5-10 Minuten einreduzieren lassen. Zur Seite stellen.
(2) Die Gläser und Gläser mit heißem Spüliwasser abwaschen und gut mit heißem Wasser spülen. Die Gläser mit der Öffnung nach unten auf den Rost des Ofens stellen. Den Ofen auf 150°C Ober-/Unterhitze stellen und ab dem Zeitpunkt, wo die Temperatur erreicht ist 15 Minuten sterilisieren lassen. Die Deckel und Gummiringe mit heißem Wasser und einem Schluck Essig in einen kleinen Topf geben und ca. 5 Minuten kochen lassen. So lange im heißen Wasser belassen, bis sie gebraucht werden.
(3) Das Obst verlesen, nur die einwandfreien Früchte verwenden. Waschen. Von den Kirschen die Stiele etwas einkürzen. Von den Stachelbeeren die Stiele und Blütenansätze abknipsen und die einzelnen Früchte mit einem Holzstäbchen 2x durchstechen.
(4) Die Gläser aus dem Ofen holen und ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Die Früchte in das Glas geben. Den mittlerweile lauwarmen Sirup über die Früchte auf die Gläser verteilen. Die Deckel und Ringe aus dem Essigwasser holen. Die Ringe über die Deckel stülpen, dann auf die Gläser setzen und mit zwei gegenüberliegenden Klammern befestigen.
(5) Die Gläser in einen großen Topf setzen, dessen Boden mit zwei Lagen Küchenkrepp ausgelegt ist. Soviel lauwarmes Wasser zugießen, dass die Gläser zu mindestens 3/4 im Wasser stehen. Deckel auflegen und bei mittelhoher Hitze zum Kochen bringen. Wenn das Wasser siedet, nicht kocht (oder 80°C erreicht hat) die Temperatur auf mittelniedrig herunter stellen und 30 Minuten einkochen lassen.
(6) Gläser herausnehmen und bei Zimmertemperatur abkühlen lassen. Prüfen, ob das Einkochen erfolgreich war – Lasche zeigt nach unten. Wenn man das Glas am Deckel hochhebt, bleibt der Deckel drauf.

An einem möglichst kühlen und dunklen Ort lagern. Vor dem Öffnen die Gläser 6-8 Wochen ziehen lassen.

Genießen!

Quelle: nach Corbin, P. (2008). River Cottage Handbook No. 2 – Preserves. Bloomsbry. p 118

Rote Grütze aus Gartenbeute

Sogar im elterlichen Garten ist gerade alles reif geworden an Beeren: Stachelbeeren, Johannisbeeren schwarz und rot, Erdbeeren, Jochelbeeren. Alles in Hülle und Fülle da. Blöderweise war ich nur anderthalb Wochen in der Heimat und richtig reif war es an meinem letzten Wochenende … Ich konnte zwar nicht mehr an der großen Johannisbeersaft-Abfüll-Aktion meiner Eltern mithelfen, aber noch eine Schale voll gemischter Beeren für mich mitnehmen:

Die kleinen Lieblinge! Jetzt bin ich nicht unbedingt als weltgrößter Obstfan bekannt und wollte irgendwas anderes mit den Beeren anstellen als roh mit Zucker verzehren. Da brachte mich Claudia bei Facebook auf die Idee mit Roter Grütze! Hallo!?! Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen?!? Bei den Küchengöttern wurde ich nach einem Grundrezept fündig, ich hatte schon eine Vorstellung, aber mir fehlten das Verhältnis von Früchten zu Flüssigkeit zu Stärke. Weil ich auch keinen Fruchtsaft da habe, aber etliche Flaschen Sirup, wurde kurzerhand Wasser mit Himbeersirup gemischt und als Ersatz genommen, schmeckt auch gut :-) Der Rest ist einfach: Flüssigkeit aufkochen mit Vanille, angerührte Stärke rein, kurz aufkochen, Beeren dazu und noch 2 Minuten ziehen lassen. Fertig! Das aufwendigste war tatsächlich das Beerenputzen, aber ich habe festgestellt, dass das schon fast meditativen Charakter hat. Sehr entspannend!

Also ich bin begeistert von der Roten Grütze, ein wirklich schönes Sommer-Dessert: fruchtig, erfrischend, süß und säuerlich gleichzeitig. Toll!

Rote Grütze

500 g gemischte Beeren (Erdbeeren, Stachelbeeren, Jochelbeeren, rote und schwarze Johannisbeeren)
400 ml Wasser
3 EL Himbeersirup
alternativ: 400 ml Johannisbeer- oder Kirschsaft
1/2 Vanilleschote oder 1 TL Vanillepaste
2 EL Stärke
3 EL Zucker

(1) Die Beeren putzen. Große Erdbeeren eventuell halbieren oder vierteln. Die Johannisbeeren von den Stielen zupfen. Von den Jochel- und Stachelbeeren die Blütenreste und Stiele entfernen.
(2) Wenn benutzt das Vanillemark aus der Schote kratzen. Das Wasser mit dem Himbeersirup (oder den Saft) und dem Vanillepaste/Vanillemark  (mit der restlichen Schote zusammen) aufkochen. Zwischenzeitlich die Stärke mit ein wenig kaltem Wasser klumpenfrei verrühren. Unter den kochenden Saft rühren bis er angedickt ist.
(3) Die geputzten Beeren zugeben und warm werden lassen. Maximal 1-2 Minuten auf dem Herd lassen. Dann noch nach Bedarf den Zucker unterrühren.

Abkühlen lassen und zusammen mit Vanillesauce o.ä. servieren.

Genießen!

Quelle: KüchengötterRote Grütze

%d Bloggern gefällt das: