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Ersoffene Wurst – Utopenci

Ist die geneigte Leserschaft auch so ein Abendbrot-Fan wie ich? Das hat sich bei mir erst entwickelt, seit sich mein Immunsystem gegen mich verschworen hat. Irgendwie brauche ich nicht mehr so oft warmes Essen, morgens Müsli und abends das klassisch deutsche Abendbrot bekommen mir gut. Aber manchmal ist es sehr praktisch, wenn was im Kühlschrank, dass nur so pur auf eine Scheibe Brot gelegt werden kann, ohne extra zu schmieren.

Zu einer solchen Variante gehört das tschechische „Utopenci“, zu deutsch „Ersoffene“. Damit ist dünn aufgeschnittene Wurst gemeint, die abwechselnd mit Zwiebeln in ein Glas geschichtet und mit einem würzigen, süß-sauren Essigsud übergossen wird. Man hat also einen Wurstsalat auf Vorrat im Kühlschrank, der sich auch ein bisschen hält und kann sich bei Gelüsten einfach aus dem Glas bedienen. Sehr praktisch, wie ich finde!

Die Vorbereitungen sind schnell gemacht, nur dürfen die Wurst- und Zwiebelscheiben nicht zu dick sein. Die Zwiebel hab ich schnell über den Hobel gezogen, die Wurst in ca. Halbzentimeter dicke Scheiben. Dabei ist die Sorte der Wurst Euren Vorlieben überlassen. Ich hatte eine rumänische Fleischwurst, wie ich sie auch aus Ungarn kenne (Pariser Wurst), die hier als Lyoner durchgehen würde. Ich weiß aber auch, dass Bockwurst benutzt werden kann oder Bierschinken oder Bockwürste oder alles mischen :-) Das einzig negative ist die Warte von mindestens 4 Tagen, die das Utopenci erstmal im Kühlschrank rumlungern muss, damit sich die Aromen hübsch verbinden.

Ihr seht, vollkommen komplikationslos und so köstlich! Wirklich einen Versuch wert für Abendbrotliebhaber!

Utopenci – Ersoffene Wurst

Zutaten für 1 Glas 750 ml:

Für den Sud:
400 ml Wasser
4-6 EL Weißweinessig
1 TL Salz
1,5 TL Zucker
4 kleinere Lorbeerblätter
5-10 Pimentkörner
10 Pfefferkörner
1 Prise Chiliflocken (Pul Biber) (optional)

500 g Wurst (z.b: Fleischwurst, Bockwurst, Bierschinken etc.)
1-2 größere Zwiebeln

(1) Die Zutaten für den Sud in einen kleinen Topf geben und einmal aufkochen lassen. Zur Seite stellen. Der Sud sollte wie intensiv gewürzter Gewürzgurkensud schmecken.
(2) Die Wurst in etwa 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Die Zwiebeln häuten und in dünne Scheiben schneiden (oder hobeln. Aber auf die Finger achten!). Abwechselnd in das saubere Glas schichten. Mit dem warmen Sud übergießen. Abkühlen lassen.
(3) Im Kühlschrank 4-7 Tage ziehen lassen.

Zu frischem Brot servieren. Hält sich wohl so drei Wochen im Kühlschrank.

Genießen!

Quelle: Holla, die Kochfee!Utopenci

Wir retten … Palatschinken/Pfannkuchen: Böhmische Palatschinken

Die Retter sind mal wieder unterwegs! Und um ehrlich zu sein, eigentlich könnten wir jede Woche etwas anderes aus den Supermarkt-Regalen retten, so viel Gruselzeugs ist dort zu finden.

Für das Februar-Thema suchten wir uns Pfannkuchen/Palatschinken/Palacsinta/Crepes aus. Und was es da nicht alles zu finden gibt: komplett fertig gebackene Exemplare mit unterschiedlichen Namen im Kühlregal, Pulver in Flaschen, zu dem „nur noch“ Milch gegeben werden muss, schütteln und braten oder auch andere Pulver in Tüten der bekannten Marken. Wozu das alles? Mehl, Ei, Milch! Mehr ist an Grundzutaten nicht nötig. Hier habe ich der geneigten Leserschaft erklärt, wie es geht:

Und da man das Rad ja nicht andauernd neu erfinden muss und Wiederholungen auch nicht so unglaublich cool sind im Blog (ich irgendwie auch keine Zeit hatte), überlasse ich heute das Wort einem Gastredner. Susi bloggt schon seit einigen Jahren aus Wien als Turbohausfrau in ihrem Blog „Prostmahlzeit“ und hat für Euch wunderbarste Böhmische Palatschinken zubereitet:

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Es freut mich sehr, dass ich zum ersten Mal bei Anikó zu Gast sein darf. Noch dazu an so einem prominenten Termin, wie es die Rettungstermine mittlerweile geworden sind. Was ich euch zeige, sind böhmische Palatschinken. Wir Österreicher waren nämlich sehr emsig, was das Fladern (=Klauen) von Rezepten im gesamten Raum der ehemaligen K&K-Zeit, die auch Böhmen umfasste. In anderen Ländern haben wir uns genau so fleißig bedient, so geschehen beim Wiener Schnitzel (aus Italien), Szegediner Krautfleisch und Gulasch (aus Ungarn) oder eben die deftigen böhmischen Mehlspeisen, die mittlerweile als österreichische Mehlspeisen gelten.

Viel falsch machen kann man bei diesen Palatschinken nicht. Was nur sehr wichtig ist, ist guter Powidl, der immer schwerer zu bekommen ist. Das ist ganz dick eingekochtes Zwetschkenmus, das ohne Zucker so lange gekocht wird, bis man es schneiden kann. Meine Oma hat das auf einem Zusatzherd gemacht, der damals in jeder Küche stand, der mit Holz beheizt wurde und auf sehr kleiner Flamme betrieben werden konnte. Da hat sie immer einige Tage lang den Powidl einreduzieren lassen. Selber habe ich das noch nie geschafft, weil ich meinen Elektroherd nicht so niedrig drehen kann, wie es nötig wäre.

Beim Backen der Palatschinken ist eine Palatschinkenpfanne sehr hilfreich. Das sind relativ große Pfannen mit einem ganz niedrigen Rand. Meine ist noch dazu beschichtet, was es einfach macht, die Palatschinken zu wenden.

Bei der ersten Palatschinke muss die Pfanne sehr gut durch und durch erhitzt werden, dann wird ein Teelöffel Butter (je nach Größe der Pfanne auch 2) in der heißen Pfanne geschwenkt, bis der ganze Boden eingefettet ist. Da rein kommt ein Schöpfer voll Teig, den man ebenfalls durch Schwenken der Pfanne gleichmäßig verteilt. Gewendet wird, wenn sich die Palatschinke vom Rand löst.

Für 4 – 5 Palatschinken:
80 g glattes Mehl
200 ml Milch
1 Ei
30 g Zucker
Salz
4 TL Butter zum Backen
Staubzucker zum Bestreuen

Fülle:
4 EL Powidl (wenn es sehr fester Powidl ist, mit etwas Rum erwärmen und glatt rühren)

Sonstiges:
2 EL Sauerrahm, glatt gerührt
2 EL Mohn, frisch gequetscht

Aus den genannten Zutaten mit einem Schneebesen einen glatten Teig rühren, 20 min. quellen lassen. Backrohr auf 70 Grad vorheizen. Wie oben beschrieben die Palatschinken backen, im Rohr warm halten, bis die nächste Palatschinke fertig ist. Danach alle mit dem Powidl bestreichen und einrollen oder zusammenklappen. Mit Staubzucker anzuckern. Mit dem Mohn bestreuen, daneben den Sauerrahm auf den Teller geben, den man dann nach Lust und Laune zu den Palatschinken isst.

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Sehen die nicht wunderbar aus? Und mit Pflaumen und Mohn (Hallo?!? MOHN!!!) kann man bei mir überhaupt gar nichts falsch machen. Die werden defintiv nachgekocht! Danke, liebe Susi!

Und seid ihr auf den Geschmack gekommen? Hier im Blog gibt es noch jede Menge andere Pfannkuchen-Rezepte:

Und natürlich haben auch wieder viele andere mitgerettet. Schaut Euch mal bei den tollen Rezepten und Anleitungen um (Links werden ergänzt):

Giftige Blonde – Klassische Palatschinken mit hausgemachter Marillenmarmelade

Prostmahlzeit – Fleischpalatschinken

SweetPie – Gorgonzola-Pilz-Pfannkuchen

Summsis Hobbyküche – Buttermilchpfannkuchen

Obers trifft Sahne – Pancakes mit Apfel und Walnuss

Brittas Kochbuch – Herzhafte Pfannkuchen mit Rotkohlfüllung

kebo homing – Crespelle farcite

auchwas: Hauchdünne Pfannkuchen

magentratzerl – Buchweizengalettes mit Sauce Mornay

Sakriköstlich – Bulgur-Pfannkuchen

brotbackliebeundmehr – Kartoffel-Pfannkuchen

multikulinarisches – Eierkuchen mit Vogelbeer-Karamell

Food for Angels and Devils – Galettes

German Abendbrot – Herzhafter Palatschinken mit Boeuf Stroganoff

Anna Antonia – Banana Pecan Pancakes

Aus meinem Kochtopf – Blini mit Räucherlachs und Crème fraîche

Was du nicht kennst… – Blutorangenpfannkuchen

Fliederbaum – Böhmische Palatschinken

Unser Meating – Grünkohl-Pancakes

Pane-Bistecca – Vietnamesische Pfannkuchen mit Thai Fuellung

LanisLeckerEcke – Herzhafte Blinis mit Schafskäsedip

Zöldbabos kulajda – Saure Kartoffel-Pilz-Suppe mit Bohnen

Das Wetter läßt doch sehr zu wünschen übrig, zumindest für Sommer-, ja in der Tat Hochsommerliebhaber wie mich! So richtig wohl fühle ich mich erst ab 25°C, viel lieber hab ich so 30-32°C, ein Traum! Deswegen bin ich auch so überhaupt nicht einverstanden mit dem Herbsteinfall, heute sagen die Wetterfrösche nur 11°C Höchsttemperatur für Kassel an, mir graut’s …

Jedenfalls tut bei so einem Wetter eine Suppe sehr gut. Aber da ich mich bisher weigere die komplett winterlichen Suppe zu kochen, kam mir die (oder der?) Kulajda, die Zsófia vom ungarischen Blog Chili & Vanilia letztens veröffentlicht hatte gerade recht. Ich hatte ja eh noch Bohnen und Pilze da vom überaus köstlichen Bohnen-Pilz-Gemüse da und auch die restlichen Zutaten der Suppe fanden sich noch im Haushalt. Einzig die getrockneten Steinpilze mussten noch gefunden werden. Meinen Vorrat hatte ich gerade vorm Urlaub wegen einer akuten Lebensmittelmottenplage feierlich der Müllhalde übergeben *hmpf* Und dann gab es im Supermarkt keine getrockneten Steinpilze, nur getrocknete Mischpilze mit einem Minimalstanteil Steinpilz. (Notiz an mich: Beim nächsten Tagesbesuch in der Studienstadt, unbedingt beim Gewürzdealer des Vertrauens Steinpilze erstehen!)

Ein Kulajda scheint eine tschechische Suppenspezialität aus den Bergen (davon gibt es dort ja auch einige *g*) zu sein. Mehr Infos als, dass es eine saure Bohnen-Pilz-Suppe ist, habe ich irgendwie nicht gefunden, mein tschechisch ist dann doch zu schlecht ;-) Aber es ist eine verdammt leckere säuerliche Suppe, die mit einem großen Schuss Milch gekocht. In Zsófias Rezept werden noch das derzeitige Lieblingsgemüse, grüne Bohnen dazu gegeben, die ja gerade voll in Saison stehen.
Die Kulajda war wirklich köstlich, sehr interessante (im sehr positiven Sinne gemeint!) Geschmackskombination mit der Milch und dem Essig. Ernstlich so großartig, dass ich es bald wieder kochen werde. Halt das perfekte Essen für verregnete Tage!

Zöldbabos kulajda
Saure Kartoffel-Pilz-Suppe mit grünen Bohnen

Zutaten für 4 Portionen:
15 g getrocknete Steinpilze
400 ml kochendes Wasser
30 g Butter
4 Frühlingszwiebeln in feine Ringe geschrieben geschnitten
hier: 200 g braune Champignons, geputzt und in Scheiben geschnitten
400 ml Fleischbrühe (hier: Gemüsebrühe)
400 ml Milch
1 Lorbeerblatt
6 mittelgroße Kartoffeln, geschält und gewürfelt
250 g grüne Bohnen, geputzt und in Stücke geschnitten
Salz, Pfeffer
200 ml saure Sahne
1 EL Speisestärke
2 EL Weißweinessig, gute Qualität!
Prise Zucker
1 Bund frischen Dill, fein gehackt
4 Eier (hier: weggelassen)

(1) Die getrockneten Steinpilze mindestens 30 Minuten in dem heißen Wasser einweichen.
(2) Die Butter in einem großen Topf schmelzen lassen. Die Frühlingszwiebelringe zusammen mit den Champignonscheiben und einer Prise Salz unter dem Deckel anschmurgeln.
(3) Mit der Fleisch- oder Gemüsebrühe, der Milch und den eingeweichten Pilzen samt Einweichwasser auffüllen. Das Lorbeerblatt, die Kartoffelwürfel und die grünen Bohnen zugeben. Salzen und pfeffern. Circa 12-15 Minuten kochen lassen bis die Kartoffeln weich sind.
(4) Die Speisestärke klumpenfrei mit der sauren Sahne verrühren. Einige Esslöffel der Suppenflüssigkeit dazu geben und in die Suppe rühren. Den Essig und eine Prise Zucker in die Suppe geben zusammen mit dem Dill.
Nochmals abschmecken und

Genießen!

Quelle: Mautner Zsófia: Chili & VaniliaZöldbabos kulajda

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