Schlagwort-Archive: Ungarn

Multifunktionales ungarisches Salatdressing – Eingelegte Rote Bete

Hier gibt es nichts zu sehen heute, bitte weitergehen! Denn eigentlich ist dieses Rezept nichts für einen Blog. Es ist so alltäglich und altbacken, passt überhaupt nicht in die ganzen Rezepte von modernen und überaus gesunden Salaten/Bowls/etc., dass ich es nur für mich aufschreibe, damit ich es nicht vergesse. Weil: ich liebe eingelegte Rote Bete!

Als ich letzten Herbst von meinen Eltern ein großes Paket mit Bunter Bete (rot, weiß, gelb) aus dem Schrebergarten bekam, wusste ich erst nicht, was ich damit machen soll. Auf der Suche nach einem anderen Rezept, bin ich im ungarischen Standardkochbuch aus den 50ern (oder so) von Ilona Horváth über einen „Salatsaft“ gestolpert. Essig, Wasser, Salz und Zucker. Hey, kann ich ja mal mit der gegarten Bete ausm Garten ausprobieren. Schnell zusammen gerührt und weil es zu viel Bete für ein Glas war, habe ich zwei Gläser mit unterschiedlichen Würzungen gemacht.

Und du meine Güte! Das schmeckte so gut! Sowohl die Variante mit frischem Estragon und Korianderkörnern im Glas als auch die simple Version mit ganzen Kümmelkörnchen. Es hielt sich erstaunlich lange im Kühlschrank ohne ein bisschen Schimmel anzusetzen, auch nicht als ich nach 3 Monaten die letzten Reste aß. Klar, dafür ist es wichtig, dass immer nur mit sauberem Besteck die Bete rausgeholt wird, aber das kriege ich gut hin :-) Ansonsten kann dieser „Salatsaft“ auch gut als Grundlage für Krautsalat, eingelegte Paprika oder Gurkensalat genutzt werden. Mit weiteren Gewürzen und Kräutern kann ja immer noch verfeinert werden.

Also hier das Rezept als Erinnerungsstütze für mich und alle anderen dürfen weiter gehen (oder es ausprobieren) *g*:

Ungarisches Salatdressing (Salátalé) Eingelegte Rote Bete

Zutaten für 1 ca. 700 ml Glas:
750 g Rote Bete
Salz
etwas Öl

Gewürze und/oder Kräuter nach Wahl zum Beispiel:
ein Stück frischer Meerrettich
Kümmel
Korianderkörner, Senfsaat, Piment, Pfefferkörner
frische Minze, Estragon, Thymian, Rosmarin, Basilikum

Für das Salatdressing:
150 ml Weißweinessig (5%ig)
300 ml Wasser
2 TL Salz (nach Geschmack)
3 EL Zucker (nach Geschmack)

(1) Die Rote Bete garen. Dafür gibt es zwei Methoden: Die ganze Rote Bete in Salzwasser je nach Größe etwa 45 Minuten bei mittlerer Hitze kochen bis sie weich sind. Abgießen.
Oder den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze anstellen. Die Rote Bete in eine passende Auflaufform legen, mit etwas Öl begießen und salzen. Die Form mit Alufolie abdecken und auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. Je nach Größe der Beten 60-90 Minuten garen bis sie weich sind. Mit einem Messerchen oder Spieß testen.
Die fertig gegarten Rote Beten etwas abkühlen lassen, dann die Haut abziehen und in gefällige Stücke schneiden (Scheiben, Stifte, etc.).
(2) Während die Rote Bete gart das Glas mit Spüliwasser auswaschen und dem heißest möglichen Wasser gründlich ausspülen. Den Deckel ebenfalls. Beides auf einem sauberen Geschirrhandtuch abtropfen lassen.
(3) Die Rote Bete und die Gewürze/Kräuter der Wahl in das Glas schichten.
(4) Das Salatdressing zubereiten. Dafür alle Zutaten in einem Messbecher abmessen und gut verrühren, dass sich Salz und Zucker auflösen. Kosten, ob noch was fehlt und gegebenenfalls nachjustieren. Über die Rote Bete gießen, so dass diese komplett bedeckt ist. Deckel drauf, abkühlen lassen und im Kühlschrank lagern. Am nächsten Tag kann sie schon gegessen werden.

Genießen!

Quelle: Horváth, I.: Szakácskönyv. Ausgabe von 2015. Seite 224

Unbekannte ungarische Köstlichkeiten: Dödölle – Schupfnudeln mal anders

Ich bin ja nun halbe Ungarin und kenne etliche Gerichte der ungarischen Küche durch meine Tanten, die immer vorzüglich koch(t)en. Aber manchmal kommen doch noch Neuigkeiten auf meine Gabel, die ich so noch nicht kannte.

Als wir 2016 im Ferienhausdorf einer befreundeten Familie auf dem Patóberg urlaubten, erzählte Sándor (der Besitzer) sehr begeistert von sogenannten Dödölle, die dort eine sehr lokale Spezialität, die er aus unserer gemeinsamen ungarischen Heimatecke nicht kannte.

Dödölle – lustiges Wort! Beim ersten Restaurantbesuch bestellte ich ein Hirschgulasch mit eben den Dödölle. Und meine Güte, sind die lecker! Irgendwie wie Schupfnudeln, knusprig angebraten, aber von innen doch anders. Beim Besuch eines Buchladens entdeckte ich auch ein Kochbuch, in dem es nur um die Dödölle geht. Es wurde natürlich(!) sofort gekauft …

Aber selbst gemacht habe ich sie erst vor Kurzem, nachdem ich im ungarischen Fernsehen ein paar Mal gesehen habe, wie sie gemacht werden. So wie deutsche Schupfnudeln, die es in Ungarn übrigens auch unter dem Namen „Nudli“ gibt, werden sie tatsächlich nicht zubereitet. Die gekochten Kartoffeln werden nämlich zusammen mit ihrem Kochwasser gestampft und dann das Mehl untergerührt, während der Topf noch auf dem angeschalteten Herd steht, damit das Mehl mitgekocht wird. Der Teig muss dann so lange gerührt werden, bis er sich von der Topfwand löst und sehr zäh wird. Und das ist alles ziemlich beschwerlich und ernstlich anstrengend! (Auch für gesunde Personen…) Am besten verwendet ihr einen schweren Topf und habt eine zweite Person zur Hand, die wahlweise den Topf hält oder den Teig bearbeitet. Der zähe Teig wird auf einen gut gefetteten, großen Teller verteilt und dann mit einem Löffel die Dödölle abgestochen. Am besten können sie auf einem mit Backpapier belegten Blech zwischen gelagert werden. Es macht nichts, wenn sie ein bisschen vor sich hintrocknen, sie müssen nicht, aber könnten sofort gebraten werden. Beim Braten achtet bitte auf ausreichend Fett in der Pfanne, sonst pappen die auch gerne in beschichteten Pfannen an …

Und Du! Meine! Güte! Sind die Dödölle geil! Die sind noch besser als in meiner Erinnerung! Schön knusprig von außen und richtig fluffig-flauschig von innen! Herrgott! Wie sind die Leute damals nur auf diese geniale Idee gekommen?!? Klassischerweise werden sie als Hauptgericht nur mit angebratenen Zwiebeln und Schmand gegessen, wir hatten noch Pilze und Speck vom Silvester-Okonomiyaki übrig, die auch angebraten wurden. Herr Papa wollte erst den Schmand weglassen, überlegte es sich anders und war dann doch überrascht, dass der für den Geschmack des Gerichts wirklich notwendig ist, also bitte nicht weglassen! Ich kann sie mir auch gut zu Gemüseragouts vorstellen und natürlich zu diversen Gulaschen.

Also, auch wenn das einiges an Arbeit ist und nicht innerhalb von 20 Minuten fertig, der Aufwand lohnt sich sowas von! Probiert die Dödölle bitte dringend aus! (Und dann macht gleich mehr, um sie einzufrieren, damit sich die Arbeit auch lohnt!)

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Ungarn

Dödölle – Schupfnudeln anders

Zutaten für 4 Portionen als Hauptmahlzeit oder 6 als Beilage:
1 kg mehligkochende Kartoffeln, geschält
Salz
Wasser
8-12 EL doppelgriffiges Mehl
12-14 EL Sonnenblumenöl, weiches Butterschmalz oder Schmalz

Wenn es als Hauptspeise gewünscht wird, gibt es klassisch:
2 Zwiebeln
2 EL Fett
Salz

oder angebratene Pilze, Bacon, feingehobelter Kohl

Zum Servieren:
Schmand

(1) Die geschälten Kartoffeln in etwa gleichgroße Würfel schneiden. In einem großen, schweren Topf mit soviel Wasser auffüllen, dass die Kartoffeln bedeckt sind. Gut salzen. Aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze weich garen. Kosten, ob das Kochwasser genug salzig ist, wenn nicht, dann nachsalzen, weil es an einem späteren Zeitpunkt der Zubereitung nicht möglich ist.

(2) Einen wirklich großen Teller oder Servierplatte mit ca. 2 EL des Fetts einpinseln oder einschmieren.
(3) Die Kartoffeln auf der Herdplatte in ihrem Kochwasser zerstampfen. Dann nach und nach das Mehl zugeben. Den Topf auf der immer noch angeschalteten Platte lassen. Jetzt das Mehl gründlich unter die Kartoffelmasse rühren. Das ist sehr schwer und geht am Besten zu zweit, wenn einer den Topf fest hält und der andere (stärkere) den Teig rührt. Der Teig ist fertig, wenn er sich vom Topfrand löst, sich fester anfühlt, wenn man den Finger reindrückt und schwer reißend vom Holzlöffel fällt, den man in die Höhe hebt.

(4) Den fertigen, heißen Teig auf die eingefettete Servierplatte geben und mit dem eingefetteten Rücken eines Löffels glatt streichen. Zwei Bleche mit Backpapier belegen (nur zur schnelleren Reinigung der Bleche).

(5) Mit dem Löffel Nocken von der Masse abstechen. Es ist nicht schlimm, wenn sie unregelmäßig werden. Wenn der Teig beginnt am Löffel zu kleben, diesen wieder einfetten. Die Nocken auf dem Blech zwischenparken.

Jetzt entweder die Dödölle braten, wenn sie Beilage sein sollen oder fix das Topping zubereiten.
(6) Die Zwiebeln häuten, halbieren und in Streifen schneiden. In einer großen, beschichteten Pfanne 2 EL des Fetts erhitzen auf mittelhoher Hitze und die Zwiebeln darin braten bis sie goldbraun sind. Gleich von Anfang an etwas salzen. Wenn gewünscht auch jetzt andere Toppings zubereiten. In einer Schale zur Seite stellen.
(7) Die Hitze unter der Pfanne auf die zweithöchste Stufe stellen. 1,5 bis 2 EL Fett in die Pfanne geben und so viele Dödölle wie bequem hinein passen, in die Pfanne legen. So lange braten bis die Unterseite goldbraun ist. Vorsichtig wenden und von der anderen Seite goldbraun braten.

Herausnehmen. Mit den übrigen Dödölle genau so verfahren, dabei immer darauf achten, dass genug Fett in der Pfanne ist, sonst bleibt der angebratene Teil gerne mal am Pfannenboden hängen.

Entweder zu einem würzigen Ragout oder bestreut mit den Toppings und Schmand dazu als Hauptgericht essen. Ein frischer Salat ist auch nicht verkehrt.

Genießen!

Quelle: Duna TV „Borbás Marcsi szakácskönyve“ – Dödölle (Ausschnitt der Sendung auf YouTube)

Bei der kulinarischen Weltreise nach Ungarn haben auch noch viele andere mitgemacht und es ist eine vielfältige Auswahl zusammen gekommen:

Küchenlatein: Petersilienwurzel-Cremesuppe
Turbohausfrau: Suppe nach Paloczen-ArtL
SilverTravellers: Pörkölt – Ungarisches Gulasch mit Paprika
Küchenmomente: Ungarische Lángos
Backmaedchen 1967: Pogácsa ungarisches Gebäck
zimtkringel: Ungarischer Apfelkuchen Almás pite
Coffee2Stay: Scharfes Paprikahuhn nach ungarischem Vorbild
Fränkische Tapas: Ungarische Fischsuppe mit Aischgründer Karpfen
magentratzerl: Paprikás krumpli
Pane-Bistecca: Töltött Káposzta – Ungarische Kohlrouladen
Brittas Kochbuch: Székelygulyás aka Szegediner Gulasch
Brittas Kochbuch: Lángos aus der Heißluftfritteuse
magentratzerl: Ungarische Paprikapilze
slowcooker.de: Ungarische Mohnbuchteln mit Vanillesauce
Mein wunderbares Chaos: Ungarische Gundel-Palatschinken
Mein wunderbares Chaos: Lángos ganz einfach selber machen
Brittas Kochbuch: Lescó/Letscho
Brotwein: Szegediner Gulasch – Ungarisches Sauerkraut Gulasch
Brotwein: Ungarische Gulaschsuppe Rezept
Mein wunderbares Chaos: Somlauer Nockerl im Glas
Paprika meets Kardamom: Hausgemachte ungarische Kolbasz (Paprikawurst)
volkermampft: Ungarisches Schweinegulasch mit Paprika – Sertes Pörkölt
our food creations: Töltött Paprika – Gefüllte Paprika
our food creations: Túrós Csusza – Quarknudeln
Kaffeebohne: Diós és mákos beigli – Beigel
Möhreneck: Veganes Szegediner Gulasch
Chili und Ciabatta: Ungarische Kastanientorte – Gesztenyetorta
Chili und Ciabatta: Rinder-Pörkölt nach Károly Gundel mit Tarhonya und Gurkensalat
Chili und Ciabatta: Gefüllte Zwiebeln nach Makóer Art
Chili und Ciabatta: Korhelyleves

Hausgemachte ungarische Kolbász (Paprikawurst)

Nach langer Zeit mach ich mal wieder mit bei der Kulinarischen Weltreise von Volkermampft. Da es nach Ungarn geht, ist es für mich mit halbem ungarischen Gensatz Ehrensache mitzuspielen!
Diesmal möchte ich Euch ein Rezept zeigen, das wahrscheinlich nicht viele ausprobieren werden, aber Kolbász ist sozusagen die ungarische Nationalwurst! Es gibt sie jedem noch so kleinen Dorfladen zu kaufen und allgemein in mehreren Varianten, grob unterteilt in mild und scharf. Die berühmteste Version ist wahrscheinlich die aus der Stadt Gyula.

Ich liebe diese Wurst sehr, auch weil sie so vielseitig einsetzbar ist: einfach in dünnen Scheiben auf’s Brot legen, in kleinen Stücken anbraten, um Eier drüber zu schlagen, in siedendem Wasser kochen, in Rakott Krumpli (ungarischen Kartoffelauflauf), als Brösel verarbeitet zu saurem Kartoffelfözelék, als Einlage in Suppe. Und bestimmt gibt es noch mehr Möglichkeiten, die ich noch nicht gekostet habe. Mittlerweile gibt es sie auch relativ regelmäßig, z.B. bei Kaufland.

Und warum haben wir die ausgerechnet selbst gemacht, wenn es sie doch zu kaufen gibt? Die gekaufte ist schon lecker, aber die selbstgemachte von meinem Onkel ist noch besser. Nachdem Schwesterchen und ich uns darüber unterhalten haben, dass wir total gerne mal frische Bratwurst selber machen wollen, war Herr Papa gleich so begeistert von der Idee, dass er bei nächster Gelegenheit einen ordentlich großen Wurstfüller kaufte. Schwester und ich dachten so an 1 kg Bratwurst, Herrn Papa schwebte die Kolbász-Großproduktion vor. Unter 5 kg lohnt sich das doch nicht …

Im Ungarnurlaub letzten September bat ich meinen Onkel dann das Rezept aufzuschreiben. Aus dem Kopf flogen die Zutaten nur so auf’s Blatt und nachdem ich noch ein paar Zubereitungshinweise aus ihm herauskitzeln konnte, fühlten wir uns bereit Kolbász zu machen. Im Heimaturlaub im November war es dann soweit! Wir kauften alle Zutaten und Freitagnachmittag ging es los.

Zuerst habe ich das ganze Fleisch vorbereitet, Silberhäute aus dem Schulterbraten schneiden, das Bauchfleisch von Haut, Knorpeln und Knochen befreien und alles in längliche Streifen schneiden, damit die gut durch den Fleischwolf flutschen. Die Gewürze waren auch schnell abgewogen und vermischt. Wir haben uns an Onkels Anweisung gehalten, die Gewürze grammgenau abzuwiegen und nicht die Masse später noch probieren und eventuell nachjustieren wollen. „Die Angaben stimmen so, wie sie da stehen! Wiegt es genau ab und die Kolbász wird schmecken!“ Und so 5 kg Fleisch sind mal echt eine Hausnummer, wir mussten den Kessel nutzen, der sonst zum Kesselgulaschkochen genommen wird. Um die Gewürzmischung gleichmäßig im Fleisch verteilt zu kriegen, wird es mit lauwarmem Wasser zu einer geschmeidigen Paste verrührt. Und dann gründlichst unter die Fleischmasse geknetet. Das dauert und geht an die Muskeln, ist also gleichzeitig gutes Training *g*

Die fertige Masse in den Darm zu kriegen, gestaltete sich dann doch noch etwas frickeliger als es sonst in Videos aussieht, aber wir haben es mit ein bisschen Übung geschafft! (Fragt aber nicht wie …) Letztendlich war das gar nicht so schwierig und ich fand die ganze Prozedur oddly satisfying *g* Also ich kann mir tatsächlich vorstellen, Wurst, auch andere Sorten, öfter selbst herzustellen. Und ich habe mir zum Beispiel aus einem Schlachte-Kochbuch meiner Tante noch zwei Kolbász-Rezepte abgeschrieben, eine mit Honig, eine mit Dill, die mich sehr angelacht haben.

Herr Papa hat die Würste am nächsten Tag im Garten noch geräuchert und nach dem Kosten brach große Begeisterung aus! Die schmecken tatsächlich so wie von meinem Onkel! Würzig, paprikaig, wunderbar! Den Rest der Wurstmasse, die nicht in den Darm wollte, haben wir als Klopse so gebraten und auch das schmeckte saugeil, auch auf Brot mit Apfel und Käse überbacken. Sie waren einfach sooo gut, dass die 5 kg Wurst zu Weihnachten schon alle waren und Herr Papa und ich nach Weihnachten glatt noch eine Portion gemacht haben *g*

Also, wenn ihr Euch vorstellen könnt Wurst selbst zu machen oder es tatsächlich schon gemacht habt, probiert das Rezept ruhig mal aus, es lohnt sich wirklich sehr!

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Ungarn

Hausgemachte ungarische Kolbász (Paprikawurst)

Zutaten für ca. 5 kg Wurst:

Für die Gewürzmischung:
110-120 g Salz
100 g Paprikapulver edelsüß
10 g Paprikapulver rosenscharf
25 g gemahlener schwarzer Pfeffer
25 g Knoblauch
gemahlener Kümmel (nach Geschmack)

3 kg Schweineschulterbraten, fertig gewogen
500 g weißer Speck (ungeräuchert)
1,5 kg Schweinebauch (ungeräuchert), fertig gewogen

Schweinedarm Kaliber 30/32

(1) Zuerst die Gewürzmischung vorbereiten. Dafür Salz, Paprikapulver und Pfeffer in einer farbechten Schale abwiegen. Den Knoblauch putzen, wiegen und durch eine Presse dazu geben. Kümmel gebt ihr nach Belieben hinzu oder lasst ihn weg. So viel lauwarmes Wasser zufügen, dass eine geschmeidige Gewürzpaste entsteht.

(2) Dann das Fleisch putzen und klein schneiden. Dafür vom Schulterbraten die Silberhäute außen und innen weg und das Fleisch in längliche Streifen schneiden. Etwaige Knochen und Knorpel vom Bauchfleisch entfernen und ebenso wie den weißen Speck in Streifen schneiden. Abgewogen sollte alles 5 kg ergeben.
(3) Das Fleisch durch die mittelgroße Lochscheibe (6mm) des Fleischwolfes in eine wirklich große Schüssel wolfen. Dabei abwechselnd fette und magere Fleischstücke nehmen, damit es schon so grob durchmischt wird.
(4) Die Därme vorbereiten. Wenn sie in Salz eingelegt waren wie unsere, sie für etwa 30 Minuten in lauwarmem Wasser einlegen. Dabei das Wasser 1-2 mal wechseln. Den Wurstfüller vorbereiten und an einer sicheren Oberfläche befestigen. Eine große Schüssel oder Blech bereit stellen.
(5) An einem kühlen Ort (z.B. geschützter Balkon, kalter Wintergarten) eine relativ große saubere Oberfläche bereit machen oder einen sauberen Besenstiel aufhängen, um die Würste dort trocknen zu lassen, falls sie geräuchert werden sollen.
(5) Die Gewürzpaste zum Fleisch geben und alles gründlich von Hand durchkneten. Das dauert ein bisschen, nicht ungeduldig werden.

(6) Soviel Fleischmasse in den Wurstfüller geben, dass er gut gefüllt ist. Dafür eine handvoll der Masse mit Schmackes in Füller schmeißen, damit möglichst wenig Luft mit in die Därme kommt. Den gespülten Darm auf den passenden Trichter ziehen. Und dann durch angemessen langsames Kurbeln die Wurstmasse in den Darm drücken. Dieser muss von einer zweiten Person festgehalten und geführt werden, damit nicht zu wenig hinein kommt oder zu viel und die Würste dadurch platzen. Das erfordert ein klein bisschen Übung, aber den Dreh kriegt man ziemlich schnell raus. Aus der einen langen Kolbász Würste in gewünschter Länge abdrehen. Wie das geht, zeigt dieses Video sehr gut. Die Enden müssen auch nicht mit Schnur abgebunden werden, sie halten wirklich auch einfach durch 2-3faches drehen. So mit der gesamten Wurstmasse verfahren.

(7) Jetzt könnt ihr die Wurst schon essen, in dem ihr sie bei mittlerer Hitze von allen Seiten durchbratet oder auch in leicht siedendem Wasser kocht. Was zu viel ist, kann gut portionsweise eingefroren werden.
(8) Wer die Möglichkeit und die Lust zum Räuchern hat, lässt sie Würste über Nacht an dem vorbereiteten kühlen Ort liegend (dann 1x wenden) oder besser hängend trocknen.

(9) Dann am nächsten Tag über nicht zu heißem Buchenrauch ca. 3-4 Stunden räuchern. Bei Herrn Papa war der Rauch nur so warm, dass er noch sehr gut die Räucherkammer von außen anfassen konnte. Die Würste sind dann praktisch fertig und können an einem kühlen Ort (Kühlschrank, Balkon im Winter) gelagert werden, damit sie noch weiter trocknen und fester werden.

Genießen!

Rezept von meinem Onkel, der es so von meinem Opa, seinem Schwiegervater, gelernt hat.

Bei der kulinarischen Weltreise nach Ungarn haben auch noch viele andere mitgemacht und es ist eine vielfältige Auswahl zusammen gekommen:

Küchenlatein: Petersilienwurzel-Cremesuppe
Turbohausfrau: Suppe nach Paloczen-ArtL
SilverTravellers: Pörkölt – Ungarisches Gulasch mit Paprika
Küchenmomente: Ungarische Lángos
Backmaedchen 1967: Pogácsa ungarisches Gebäck
zimtkringel: Ungarischer Apfelkuchen Almás pite
Coffee2Stay: Scharfes Paprikahuhn nach ungarischem Vorbild
Fränkische Tapas: Ungarische Fischsuppe mit Aischgründer Karpfen
magentratzerl: Paprikás krumpli
Pane-Bistecca: Töltött Káposzta – Ungarische Kohlrouladen
Brittas Kochbuch: Székelygulyás aka Szegediner Gulasch
Brittas Kochbuch: Lángos aus der Heißluftfritteuse
magentratzerl: Ungarische Paprikapilze
slowcooker.de: Ungarische Mohnbuchteln mit Vanillesauce
Mein wunderbares Chaos: Ungarische Gundel-Palatschinken
Mein wunderbares Chaos: Lángos ganz einfach selber machen
Brittas Kochbuch: Lescó/Letscho
Brotwein: Szegediner Gulasch – Ungarisches Sauerkraut Gulasch
Brotwein: Ungarische Gulaschsuppe Rezept
Mein wunderbares Chaos: Somlauer Nockerl im Glas
Paprika meets Kardamom: Unbekannte ungarische Köstlichkeiten: Dödölle – Schupfnudeln mal anders
volkermampft: Ungarisches Schweinegulasch mit Paprika – Sertes Pörkölt
our food creations: Töltött Paprika – Gefüllte Paprika
our food creations: Túrós Csusza – Quarknudeln
Kaffeebohne: Diós és mákos beigli – Beigel
Möhreneck: Veganes Szegediner Gulasch
Chili und Ciabatta: Ungarische Kastanientorte – Gesztenyetorta
Chili und Ciabatta: Rinder-Pörkölt nach Károly Gundel mit Tarhonya und Gurkensalat
Chili und Ciabatta: Gefüllte Zwiebeln nach Makóer Art
Chili und Ciabatta: Korhelyleves

Einfachste Auberginencreme

Ich mag ja schon Auberginenaufstriche bzw. -dips. Der Odessa-Kaviar ist eine Konstante in meinem Sommerrepertoire und lange konnte ich mir einen Auberginencreme mit Mayo drin irgendwie nicht vorstellen, von denen ich Rezepte las. Bis meine Tante in Ungarn mal welche für uns gemacht hat und das ganze erstaunlich köstlich war.

Auch im Kochbuch meines Lieblingsrestaurants, dem „Rosenstein“ in Budapest war ein Rezept dafür drin, dass ich gerne mal ausprobieren wollte. Und zu meinem Geburtstagsessen bot sich die Gelegenheit. Wenn man Salz und Pfeffer nicht mitrechnet, besteht dieses Rezept aus nur 4 Zutaten. Und ich muss gestehen, ich war ein bisschen skeptisch! Direkt nach der Zubereitung schmeckte der Knoblauch sehr stark hervor und das war alles sehr unrund. Aber nachdem die Creme einige Zeit im Kühlschrank durchgezogen war, war das echt lecker! Schön cremig, nicht zu flüssig, der Knoblauch fügte sich wunderbar ein und war nicht zu penetrant scharf. Wunderbarst! Werde ich demnächst auch einfach so als Brotaufstrich zum Abendbrot oder so benutzen…

Geröstete Auberginencreme

Zutaten für 4-6 Portionen:
2 Auberginen
1-2 Knoblauchzehen
1 kleine Zwiebel
1 gestrichener TL Salz
Pfeffer nach Geschmack
1,5 EL Mayonnaise

(1) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Eine kleinere Auflaufform/Blech mit Backpapier auslegen.
(2) Die Auberginen waschen und trocknen. Mit einen Holzspießchen (Schaschlikspieß, Zahnstocher) jede Aubergine öfter einpieken, damit sie nicht explodieren im Ofen. Die Auberginen in die Auflaufform legen, in die Mitte des Ofens schieben und 50-60 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit die Auberginen einmal wenden.
(3) Wenn die Auberginen richtig schön weich sind, sie aus dem Ofen holen und in eine Schale geben. Diese Abdecken und die Auberginen soweit abkühlen lassen, dass man sie anfassen kann. Das Fruchtfleisch aus den Auberginen kratzen und in eine Schale geben.
(4) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und beides sehr fein würfeln. Zum Auberginenfleisch geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Dann mit einem Stabmixer fein pürieren. Die Mayonnaise unterrühren.
(5) In ein gut verschließbares Gefäß geben und mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank stellen zum Durchziehen. 20 Minuten vor dem Servieren aus der Kälte holen, nochmal kosten, ob Salz oder Pfeffer fehlt.

Zu frischem Brot und Gemüse servieren.

Genießen!

Quelle: Rosenstein, T., Rosenstein, R. (2014): Rosenstein szakácskönyv. Kossuth kiadó. p 138

Krumplipogácsa – Einfache ungarische Kartoffelpogatschen

Ich bin ja nicht so der große Geburtstagsfeierer, aber nachdem ich vorletztes Jahr so gar nichts gemacht habe, hatte ich letzten Dezember die Kolleginnen eingeladen zu einem Abend mit ungarischen Köstlichkeiten, die sie sich gewünscht haben. Gleichzeitig wollte nicht zu viel gegessen werden, weil man danach ja immer so schlecht schläft vor lauter Verdauerei. Wir werden alle nicht jünger ;-)

Also machte ich mir Gedanken, welche Köstlichkeiten der ungarischen Küche ich ihnen kochen könnte, von denen ich Euch ein paar Sachen die nächsten Tage vorstelle… Als Hauptgericht wollte ich gerne eine Gulaschsuppe machen und entschied mich dann für die in Deutschland doch weitgehend unbekannte Paloczensuppe mit Grünen Bohnen, Dill und etwas säuerlich abgeschmeckt. Sie war ein so großer Erfolg, dass von guten 3 l Suppe nur 0,6 l übrig blieben. Dabei waren wir nur zu viert *ähem* Probiert die Suppe wirklich gerne mal aus! Es lohnt sich richtig!

Also blieb noch die Vorspeise offen. Dips mit frischem Brot und etwas Gemüse wäre doch nett. Eine Auberginencreme nach dem Rezept aus dem Rosenstein-Kochbuch wollte ich schon länger ausprobieren (und wird gerne als nächstes vorgestellt) und dann noch die Kürbis-Frischkäse-Creme, die ich unglaublich gerne mag. Ein bisschen frisches Gemüse dazu, ein paar Kohlehydrate und fertig. Aber die Kohlehydrate in welcher Form? Pogácsa, also Pogatschen sind ja schon typisch für Ungarn und ich hätte auch mal wieder Lust welche zu backen. Aber auch da gibt es ja mannigfaltige Möglichkeiten: pur, mit Käse, mit Feta, mit Schweinegrieben, Kräutern oder Kartoffeln? Auf YouTube sah ich ein Video für eine Kartoffelvariante, die zum einen sehr köstlich und zum anderen einfach machbar aussahen. Keine übermäßig häufige und lange Gehzeiten, wenige und alltägliche Zutaten plus sie sahen echt fluffig aus! Also fix Zutaten abgeschrieben und besorgt und los ging es!

Die Kartoffeln können schon am Vorteig gekocht und zerquetscht werden, wenn die Arbeit getan ist, ist der Teig ziemlich fix zusammen geknetet und geht an einem zugfreien Ort bis er doppelt so groß geworden ist. Ohne viel Tamtam muss er nur noch relativ dick ausgerollt, eingeschnitten und zu Pogatschen geschnitten werden. Ich habe es mittlerweile aufgegeben runde Pogácsa auszustechen, weil ich die Reste irgendwie doof fand und eckige schmecken genau so gut! Noch kurz abgedeckt ruhen lassen, während ihr schon ein bisschen aufräumen könnt, fix mit einer Ei-Paprika-Mischung bestreichen und ab in den Ofen mit den Schätzen!

Und sie schmecken hervorragend! Schön fluffig, trotzdem ein bisschen knusprig. Ein wirklich großartiges Rezept, dass mit ins Repertoire kommt. Sie können auch gut eingefroren werden und schmecken aufgetaut wie frisch. Ein Träumchen! Die werde ich definitiv öfter machen!

Krumpli pogácsa – Einfache Kartoffelpogatschen

Zutaten für 2 Bleche:
250 g gleichgroße Kartoffeln
(möglichst vorwiegend festkochend oder mehligkochend)
Salz (zum Kochen der Kartoffeln)
500 g Weizenmehl
100 ml Milch
30 g frische Hefe
1 TL Zucker
150 g Butter
1 Ei
2 TL Salz

Zum Bestreichen:
1 Ei
1/2 TL Paprikapulver

(1) Die Kartoffeln als Pellkartoffeln in Salzwasser gar kochen. Wenn sie weich sind, pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken oder mit einer Gabel gründlich zerdrücken. 200 g abwiegen und abkühlen lassen.
(2) Das Mehl abwiegen und in eine Schüssel geben. Die Milch auf dem Herd oder in der Mikrowelle lauwarm (!) werden lassen. 50 ml in eine kleine Tasse geben. Die Hefe hinein krümeln, den Zucker und einen Teelöffel vom abgewogenen Mehl hinzu. Gut verrühren, mit etwas Mehl bestäuben und so lange stehen lassen bis die Hefe aufschäumt. Das dauert etwa 10 Minuten.
(3) Butter, Kartoffeln, Ei, restliche Milch und die aufgegangene Hefe zum Mehl geben. Alles in der Küchenmaschine 4-5 Minuten zu einem Teig verkneten, dann das Salz zufügen und nochmals 3 Minuten kneten. Es geht natürlich auch per Hand, dann die Knetzeit verdoppeln. Es sollte ein schön geschmeidiger Teig entstehen, nicht zu fest, aber auch nicht zu weich. Vielleicht müsst ihr noch mit etwas Mehl oder Milch justieren.
(4) Den Teig zu einer Kugel formen und abgedeckt an einen zugfreien Ort stellen und gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat. (Bei mir hat es so 45-60 Minuten gedauert, wenn Eure Kartoffeln z.B. noch warm waren, geht es wahrscheinlich schneller.)
(5) Nach der Zeit den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier belegen.
(6) Den Teig aus der Schüssel holen und auf einer leicht bemehlten Oberfläche versuchen rechteckig zu formen. Ihn dann vorsichtig rechteckig und daumendick ausrollen. Dies gelingt besser, wenn ihr in Richtung der Ecken rollte und nicht nur hoch-runter und seitwärts.
(7) Den Teig mit einem scharfen Messer eng diagonal wenige Millimeter tief einschneiden. Dann alles in etwa 5 cm große Vierecke schneiden. Auf den beiden Blechen verteilen. Mit Geschirrtüchern abdecken und nochmals 15 Minuten gehen lassen.
(8) Das Ei zum Bestreichen mit dem Paprikapulver gründlich verrühren. Jede Pogatsche damit bestreichen.
(9) Beide Bleche in den Ofen schieben (hier Schiene 2 und 4). Insgesamt 20-25 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit die Plätze der Bleche tauschen und einmal in sich drehen, so dass die Pogatschen die zuerst hinten waren, jetzt vorne liegen. Zu Ende backen lassen bis sie goldbraun sind und sich hohl anhören, wenn man auf ihre Unterseite klopft. Auf einem Gitter abkühlen lassen.

Sie passen wunderbar zu diversen Dips, herzhaften Eintöpfen oder feinere Cremesuppen, aber auch zu Ragouts wie Gulasch.

Genießen!

Quelle: Youtube-Kanal von TT konyhájaKrumplis pogácsa (Potato scones)

Vegetarisches Gulasch mit Grünen Bohnen oder Kürbis

Denkt ihr bei Gulasch auch automatisch an leckeres sämiges Rindergulasch, das stundenlang köchelt und das gesamte Haus mit wohligem Duft flutet? Oder an Szegediner Gulasch, das mit Sauerkraut verfeinert wird? Ja, ich auch und ich liebe es. Aber was ist mit den Vegetariern unter uns? Ist denen dieses ultimative Comfort Food verwehrt? Mitnichten! Denn der Ungar an sich paniert nicht nur alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, er verarbeitet auch viele unterschiedliche Gemüsesorten zu Gulasch :-)

Im Spätsommer und Frühherbst eignen sich besonders gut frische Grüne Bohnen und mein geliebter Patisson-Kürbis dazu. Falls ihr den Namen Patisson nicht kennt, das sind diese lustigen Ufo-Kürbisse, die es in weiß oder gelb gibt. Natürlich muss erst eine Grundlage für die Gulaschsauce gemacht werden. Beim Gulasch mit richtigem Schmorfleisch geschieht dies meist dadurch, dass eine große Menge Zwiebelwürfel sehr langsam bei kleiner Hitze angeschmort werden und dann das Fleisch ja auch noch lange schmort und so die Zwiebeln die sämige Sauce bildet.

Nun sind sowohl Bohnen als auch Kürbis in wesentlich weniger als 30 Minuten gar und so haben die Zwiebeln gar keine Chance zur Sauce zu zerfallen, also muss eine andere Methode her. Die besteht darin, dass man die Zwiebeln mindestens 2x mit etwas Wasser begießt (bei 1 Zwiebel etwa 50 ml) und dann einreduzieren lässt. Beim ersten Mal sind es nur die Zwiebeln oder Zwiebeln + sehr feine Paprikawürfelchen und man wartet bis das Gemüse im Fett wieder hörbar brutzelt. Bevor das zweite Mal Wasser dazu gegossen wird, kommen z.B. Tomaten, Knoblauch, Paprikapulver zu den Zwiebeln. Durch das Wasser wird auch verhindert, dass das Paprikapulver oder der Knoblauch verbrennt und dadurch bitter werden. Gleichzeitig werden eben die härteren Gemüse weich gedünstet, dass sich eine gute Grundlage für den Gulaschsaft bildet. Und auf den kommt es beim Gulasch schließlich an!

Die Bohnenvariante wird nicht gebunden, sondern wer mag, rührt einfach ein bisschen Schmand auf dem Teller unter. Das Kürbisgulasch habe ich mit einem leichten Schmand-Mehl-Gemisch gebunden, wodurch für mich der Wohlfühlfaktor nochmal um ein paar Punkte erhöht wird. Und 1 Teelöffel Mehl auf einen knappen Liter Gulasch finde ich nicht viel :-)

Und es lohnt sich wirklich mal so ein Gulasch mit Gemüse zu machen. Es ist einfach, geht (relativ) schnell und ist so köstlich! Schön würzig und gleichzeitig zart im Geschmack. Wer mag, kann natürlich auch ein bisschen scharfen Paprika dazu geben, aber zuviel würde schnell den feinen Eigengeschmack der Bohnen oder des Kürbis übertünchen. Probiert es ruhig mal aus und berichtet gerne!

Cremiges Gulasch aus Patisson

1 kleiner Patisson
1 Zwiebel
1 kleine Spitzpaprika
1 Knoblauchzehe
2 Tomaten, gerieben
2 EL Öl
1 Lorbeerblatt
3 TL Paprikapulver, edelsüß
Salz, Pfeffer
1 TL getrockneter Majoran
2 EL Schmand
1 TL Mehl

(1) Das Gemüse vorbereiten. Den Patisson halbieren und in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden, Kerne entfernen und die Stücke schälen. Die gewaschene und getrocknete Spitzpaprika halbieren und in ca. 1cm breite Streifen schneiden. Zwiebel und Knoblauch häuten, beides fein würfeln. Die Tomaten über die grobe Reibe reiben, übrig gebliebene Haut wegwerfen, das Fruchtfleisch zur Seite stellen.
(2) Das Öl in einem mittelgroßen Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Zwiebeln zugeben und glasig dünsten. Einen großzügigen Schluck Wasser und das Lorbeerblatt zugeben und bei mittlerer Hitze aufs Fett zurück reduzieren lassen, also bis das Wasser verdunstet ist und die Zwiebeln wieder zischen. Knoblauch und Paprikapulver zugeben, schnell verrühren und nochmals einen großen Schluck Wasser zugießen. Wie eben einreduzieren lassen bis das Wasser verdunstet ist.
(3) Dann das Tomatenfleisch, Paprikastreifen und den Kürbis zufügen. Salzen, pfeffern und Majoran hinein streuen. Gut verrühren. Mit soviel Wasser auffüllen, dass es den Kürbis etwa zur Hälfte bedeckt. Deckel drauf und ca. 20 Minuten bei mittelkleiner Hitze schmoren bis der Kürbis glasig und weich, aber nicht verkocht ist. Dabei öfter mal umrühren.
(4) Schmand mit Mehl in einer kleinen Schale klümpchenfrei verrühren. Wenn der Kürbis gar ist, mit etwas untergerührter Gulaschflüssigkeit die Temperatur des Schmand-Mehl-Geschmischs angleichen und alles dann in das Gulasch rühren. Wenige Minuten köcheln lassen bis die Sauce andickt. Kosten, ob noch Salz oder Pfeffer fehlt. Servieren.

Genießen!

Ungarischen Grüne Bohnen-Gulasch – Zöldbab pörkölt

Zutaten für 3-4 Portionen:
500 g Buschbohnen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 Spitzpaprika
1 kleinere Tomate
2 EL Öl
2-4 TL Paprikapulver edelsüß
Salz, Pfeffer
Schmand zum Servieren

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Von den Bohnen die Enden abschneiden und je nach Größe halbieren oder dritteln. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Paprikaschote in sehr feine Würfelchen schneiden. Die Tomate halbieren, entkernen und ebenfalls sehr fein würfeln.
(2) Um die Saucengrundlage zuzubereiten, das Öl in einem mittleren Topf bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Zwiebel hinein geben und glasig dünsten. Dann die Paprikawürfel dazu und mit etwa 50 ml Wasser aufgießen. Auf mittlere Hitze zurück schalten und so lange schmurgeln lassen bis das Wasser verdunstet und das Gemüse wieder brutzelt. Dann die Knoblauch- und Tomatenwürfel zufügen. Wenn der Knoblauch duftet das Paprikapulver drüber streuen und wiederum mit ca. 50 ml Wasser aufgießen und wie vorher aufs Fett zurück köcheln lassen.
(3) Die Bohnen hinein geben, salzen, pfeffern und mit soviel Wasser aufgießen, dass die Bohnen halb bedeckt sind. Abgedeckt ca. 15 Minuten schmoren lassen bei mittlerer Hitze bis die Bohnen gar sind. Abschmecken, ob noch Salz und/oder Pfeffer fehlt.

Mit Beilage der Wahl (siehe unten) servieren und zum Schluss den Schmand unterrühren.

Genießen!

Zu beiden Gulaschen passen Tarhonya (Eiergraupen), Nudeln, Spätzle/Knöpfle, Salzkartoffeln oder einfach nur frisches Brot. Auch eingelegtes Gemüse oder Gurken-/Weißkohlsalat machen sich als Beilage wunderbar!

Ungarische Zucchinifrikadellen – Cukkinifasírt

Na, immer noch Zucchinischwemme aus Euren Gärten? Gefühlt hört so eine Pflanze ja nicht auf zu produzieren, bis der Frost sie dahin rafft ;-) Und auch in der Biokiste kommen momentan regelmäßig Zucchini bei mir an. Auf Instagram sah ich dann den Post einer ungarischen Frau, die Zucchinifrikadellen zeigte, die es bei ihr zum Mittag gab. So richtige Klopse aus Zucchini oder anderem Sommerkürbis? Spannend! So richtig vegetarisch aus Ungarn? Ich war sehr interessiert und fragte Ildikó nach ihrem Rezept. Es waren ungefähre Angaben, so dass ich beim Nachbasteln erstmal Buch führte und jeden Esslöffel Paniermehl zählte. Neben Zucchini könnt ihr die Gemüsebouletten auch aus Patisson, also den lustig aussehenden Ufokürbissen, machen. Die erste Überraschung war die fertige Teigkonsistenz, sie ähnelte der von Fleischfrikadellen sehr. Der Teig muss nur zügig weiter verarbeitet werden, weil die Zucchini durch das Salz im Teig immer weiter Wasser ziehen und alles wieder weicher wird. Also schnell die Klopse formen, in Paniermehl wenden und heißem Fett ausbacken. Da ja in den Frikadellen kein Fett ist, brauchen sie ein bisschen was von außen, auch um knusprig zu werden. So einen halben Zentimeter hoch sollte das Öl schon in der Pfanne stehen. Und dann der Duft während des Ausbratens! Ich hatte voll den Flashback nach Ungarn, in die Küche meiner Tante, während sie ihre Frikadellen ausbrät. Das duftete soo unglaublich gut!

Also wer gerne mal eine Gemüsealternative zu Fleischfrikadellen möchte, ist hiermit sehr gut beraten und ich kann sie wirklich weiter empfehlen!

Ungarische Zucchinifrikadellen

Zutaten für 8-10 Stück
500 g Zucchini
Salz
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 Bund Petersilie
2 Eier
3 EL Mehl
6 EL + 3 EL Paniermehl
1 TL Paprikapulver
Pfeffer
Öl zum Ausbraten

(1) Die Zucchini waschen, trocknen. Die Enden abschneiden und die Zucchini grob reiben. Etwas salzen, in ein Sieb geben und 10-15 Minuten Wasser ziehen lassen. Portionsweise gut ausdrücken und in eine Schüssel geben.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Beides zu den Zucchiniraspeln geben. Die Petersilie waschen, trocknen und fein hacken. Dies ebenso wie die Eier, das Mehl und 6 EL Paniermehl in die Schüssel geben. Mit dem Pfeffer und Paprikapulver würzen. Gründlich zu einem Teig verkneten, der in der Konsistenz einem Frikadellenteig aus Fleisch ähneln sollte.
(3) Das Öl in einer Pfanne gießen, dass es ca. 0,5 cm hoch steht und bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen.
(4) Die restlichen 3 EL Paniermehl auf einen flachen Teller geben. Aus dem Teig 8-10 Bouletten formen, die in dem Paniermehl von beiden Seiten wälzen. Dann portionsweise bei mittlerer Hitze in der Pfanne ausbraten bis sie von beiden Seiten goldbraun sind. Dabei den Teig oder die fertig geformten Klopse nicht lange stehen lassen, da sie noch Wasser ziehen und weicher werden.

Auf einem Rost oder Küchenpapier das überschüssige Fett abtropfen lassen. Dazu passt einfacher Kartoffelbrei, Kartoffel- oder Nudelsalat.

Genießen!

Quelle: nach dem Rezept der Instagramnutzerin „csildigram

%d Bloggern gefällt das: