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Strasbourg 2019: Ein Spaziergang durch La petite France

Das schöne Wetter des Mittwochs nutzten wir, um das berühmte Strasbourger Viertel „La petite france“ anzugucken und dort ein bisschen zu spazieren. Praktischerweise begann es gleich eine Straße hinter unserer Ferienwohnung ;-)

Zuerst erkundeten wir es alleine, aber nachdem wir im Netz nach Free Walking Touren suchten und praktischerweise eine um 11 Uhr für La petite france startete, schlossen wir uns unserem Guide Matthias an. Wir waren eine kleine Gruppe von vier Leuten und schlenderten gemütlich (bzw. ziemlich schnell laut Matthias) durch das Viertel.

Am Ufer der Ill gelegen, ist dies ein typisches Fotomotiv Straßburgs – die typischen Fachwerkhäuser des Gerberviertels aus dem 16. Jahrhundert. Gut zu erkennen sind die Balkone an den Häusern, über die früher die zu bearbeitenden Tierhäute gehängt wurden, damit sie im Windhauch gut trocknen konnten. Gestunken haben sie trotzdem…

Andere Perspektive.

Weiter geht es am Fluss entlang mit den hübschen Häusern.

Wusstet ihr, dass Fachwerkhäuser die Fertigteilhäuser früherer Zeiten war? Vereinfacht gesagt, wenn jemand ein Haus bauen wollte, bestellt er sich einen Bausatz aus Bohlen beim Schreiner und stellte sie dann nach Anweisung am gewünschten (oder zugewiesenen?) Platz auf. Die Zwischenräume des Fachwerks wurde dann mit billigem Material wie Lehm, Stroh etc. aufgefüllt, so dass richtige Wände ergab. Wenn die Stadt nicht mehr genehm oder lukrativ war, wurde die Wandfüllung rausgeschlagen, die Bohlen abgebaut und man konnte weiter ziehen. In späteren Zeiten war es auch verpöhnt in Fachwerkhäusern zu leben und Leute, die etwas auf sich hielten, sich aber ein Haus aus Stein nicht leisten konnten, verputzten die Außenwände so, dass das Fachwerk nicht mehr zu erkennen war.

Aber nicht nur Gerber brauchten Wasser für ihr Handwerk, auch die Müller nutzten früher die Kraft des Flusses, um ihre Mühlen anzutreiben. Heute wird die Ill zur Energiegewinnung genutzt.

Auch durch diese schmalen Kanäle und unter den schmalen Brücken fährt das Ausflugsschiff.

Dann kamen wir an einer Grundschule, an der gerade große Pause war, vorbei, die zur wichtigsten protestantischen Kirche Strasbourgs gehört – St. Thomas:

Schon seit etwa 600 n. Chr. stand an diesem Platz ein Kloster mit Kirche. Nachdem das Kirchengebäude zweimal abgebrannt ist, wurde die aktuelle Version der Kirche 1196 begonnen zu bauen und 1521 fertig gestellt. Seit 1524 ist sie dem lutherischen Glauben zugewiesen.

Auch von innen wirkt die Kirche aufgeräumter.
Das Kirchenschiff – hübsch hell:

Natürlich darf ein Rosettenfenster nicht fehlen ;-) Hier der Blick zu ebensolchem und eine der Orgeln:

Die Thomaskirche ist tatsächlich sehr berühmt für ihre 1741 erbaute Orgel, auf der schon Mozart spielte und die nach Plänen von Albert Schweitzer (ja, tatsächlich der Arzt Albert Schweitzer war auch Organist) 1906 eingebaute Orgel.

Eine glaubenstechnische Kuriosität ist die Kirche Saint-Pierre-le_Vieux am anderen Ende von La petite france, denn sie ist gleichzeitig katholisches und protestantisches Gotteshaus. Auch wieder schön zu erkennen, welcher Teil zu französischen Zeiten (die roten) und welche zu deutscher Zeit (die hellgrauen Bereiche) gebaut wurden. Offiziell mögen zwar beide Glaubensrichtungen in dieser Kirche vereint sein, aber praktisch trennt beide Bereiche eine Wand mit einer immer verschlossenen Tür.

Eine weitere hübsche Besonderheit des Viertels ist diese Platane, die auch Konzertbaum genannt wird, weil früher dort tatsächlich Konzerte gespielt wurden und die Musiker im Baum saßen. Leider wird die Tradition nicht mehr gelebt.

Ein wirklich niedliches, lebendiges Viertel, das uns sehr gut gefallen hat und mit den Hintergrundinfos von Matthias Free Walking Tour noch ein ganz anderes Gefühl vermittelte. Macht sehr gerne so eine Free Walking Tour mit, es lohnt sich und ist amüsant!

12 von 12 im September – Urlaubsedition

Am Dienstag war wieder der zwölfte Tag des Monats, also wieder zwölf Bilder. Allerdings handelt es sich diesmal bei mir um eine Urlaubsedition und in dieser schaffte ich keine zwölf Bilder, weil es so unspektakulär entspannend war :-D

Der Tag begann früh, kühl und etwas grau.

Zum Wachwerden guckte ich bärtigen Hipstern beim Garnelenkochen zu. Wenn der Fernseher läuft dann hauptsächlich einer der drei Kochsender, weil ich andere Sender aus politischen Gründen nicht ertrage. Bei ungarischen Nachrichtensendungen kriege ich momentan SO EINEN HALS! Da sind Kochsendungen ungefährlicher für meinen Blutdruck *g*

Es hat sich angenehmerweise eingebürgert, dass ich mit Onkel und Tante zusammen frühstücke. Dienstag gab es geröstetes Brot mit Knoblauch abgerieben und Entenschmalz dazu. Das ist jetzt nix für den Gemeinen Cornflakesfrühstücker *g* Aber ich hab auch schon Härteres als erste Mahlzeit des Tages hier gegessen ;-)

Danach schrieb ein bisschen für den kleinen Blog …

… und half der Tante beim Verarbeiten der gefühlt Myriaden Miniäpfelchen.

Das Mittagessen war sehr schnell gemacht: Spinat mit Spiegelei und Brot. Vorneweg eine unfotografierte Milchsuppe.

Danach zog ich mich zum Nachmittagsnickerchen zurück, aus dem ich mit Bauchweh erwachte. Das bisschen Apfel, das ich beim Putzen aß, war offensichtlich zu viel für meine Gedärme. Hmpf.

Ein bisschen Aufheiterung brachte der hübsche doppelte Regenbogen, dessen Ende auf dem Weinberg Bodenberührung zu haben schien ;-) Wusstet ihr, dass die Farben des schwächer sichtbaren Regenbogens gespiegelt sind? Könnt ihr ja beim nächsten Mal, wenn ihr einen seht, drauf achten :-)

Und danach vergaß ich weitere Bilder zu machen. Der Abend war auch selten unspektakulär: zum Abendbrot gab es Butterbrot und danach pennte ich bei Kochsendungen weg *g*

Für weitere, wahrscheinlich spannendere Alltage guckt doch bitte bei „Draußen nur Kännchen“ vorbei :-)

Ungarn 2016: Ausflug nach Keszthely an den Balaton

Unser Ferienhaus lag zwar im schönsten und ruhigsten Nichts, aber trotzdem kann man mit relativ kurzer Fahrtzeit durch sommerliche Hügellandschaft einige hübsche Ausflugsziele erreichen. Eines möchte ich Euch heute vorstellen.

An einem angenehm warmen, aber nicht zu heißen Tag fuhren wir nach Keszthely, eine kleine Stadt am Westufer des Balatons, den größten See Mitteleuropas. Ich war schon wirklich ewig nicht am Plattensee und freute mich sehr auf den Ausflug!

Keszthely (ausgesprochen: Käßthäj) hat ca. 21.000 Einwohner. Der Ort ist seit der Römerzeit besiedelt und brachte seine eigene Kultur hervor, die sich besonders durch ihr Kunsthandwerk hervor tat.

Heutzutage ist es eines der Tourismuszentren am See und hat eine schick aufgehübschte Fußgängerzone in der barocken Innenstadt.

Der Hauptplatz ist schön hergerichtet mit einem Gymnasium

… und einem Brunnen vor dem Rathaus.

Es gibt einiges an Wasser in der Stadt, eben nicht nur den See, sondern auch als Brunnen.

Die Fußgängerzone ist angenehm breit, zumindest an dem Tag im Juli nicht zu voll. Und mit einigen interessanten Geschäften.

Ein interessantes, altes Haus (Renaissancezeit?):

Dieses verlassene Haus würde ich ja gerne kaufen, renovieren und eine coole Pension oder so daraus machen *seufz* *träum*

Von der Fußgängerzone jedenfalls kommt man direkt auf das Schloss der Grafenfamilie Feštetićs. Ein beeindruckendes Tor weist den Weg:

Das Schloss in seiner vollen Pracht!

Während die Eltern und ich uns draußen umsahen und ausruhten, stromerte Susi im Schloss rum…

… und kletterte auf den hohen Turm, von dem man einen grandiosen Ausblick hat: über die Dächer Keszthelys, …

… über den Park …

… bis zum See.

Vom schloss aus kommt man auch gut zu Fuß runter zum Balaton und kann dort entweder am Strand baden oder eine Bootsfahrt machen mit einem restaurierten Schiff.

Und genießt einfach den Blick auf Kestzhely …

… das Strandbad …

… und den Badacsony (ein Tafelberg am Balaton und vulkanischen Ursprungs).

Wir konnten Segler beobachten, die Wolken und Wellen. Total entspannend!

Wieder an Land angekommen wurden wir von Enten- und Schwanenfamilien begrüßt.

Und während Frau Mama und Susi sich noch umguckten, kauften Herr Papa und ich Eis bzw. einen Kürtöskalács (Baumstriezel, Chimney cake, Baumkuchen), der dann im Ferienhaus genüsslich verspeist wurde. Diese Dinger sind einfach göttlich!

Das war ein schöner, erholsamer Urlaub! Aber ich freue mich auch schon auf dieses Jahr, wenn ich wieder mehr Zeit bei und mit der Familie verbringen kann. Mal sehen, was ich Euch dann so berichten kann :-)

Ungarn 2016: Urlaub im Ferienhaus auf dem Weinberg Patóhegy

Den zweiten Teil unserer Ferien verbrachten wir in einer hügeligen Landschaft nahe der slowenischen und österreichischen Grenze. Auf einem Weinberg, dem Patóhegy, im kleinen Dorf Petrikereztúr haben Sándor und Silvia, ein deutsch-ungarisches Ehepaar und Freunde meiner Eltern alte, ungenutzte Weinkeller/-häuser aufgekauft und in wirklich niedliche, gemütliche Ferienhäuser umgebaut. Mittlerweile ist daraus ein kleines Feriendorf mit unterschiedlich großen Häusern entstanden. Jedes Haus ist in einer anderer Farbe gehalten und wirklich liebevoll eingerichtet.

Wir schliefen im blauen Haus, dem Hofhaus 1, das für vier Personen ausgelegt ist. Schon von außen finde ich es ausgesprochen niedlich! Und es gibt echte Fensterläden!

Das Schlafzimmer zum Weg hin, das Susi und ich bewohnten (ja, des TV-Geräts wegen *g*). Gemütlich, angenehm groß.

Das Schlafzimmer der Eltern, in dem sich auch noch ein hübscher Ofen befand, der im Winter bestimmt sehr angenehme Wärme verbreitet, wir im Hochsommer aber zum Glück nicht benötigten:

Der Essbereich, ebenfalls mit hübschem Ofen, an dem man sich bestimmt gut wärmen kann:

Und auch in der Küche ist alles blau: Kühlschrank, Fliesen, Gardinen. Funktional und ausreichend eingerichtet mit einer Mikrowelle, Kaffeemaschine, zwei Gasfeuerstellen und Spüle.

Das Badezimmer mit großer Dusche, in der Radio und automatische Feuchtigkeitsabsaugfunktion integriert ist. Fancy!

Mit Abstand am meisten hielten wir uns auf der Terrasse auf. Ausgestattet mit Hollywoodschaukel, Tisch und Bänken konnten wir dort wunderbar frühstücken oder einfach schaukelnd ein gutes Buch lesen. Sehr gemütlich! Durch die üppige Bepflanzung vorm Haus staute sich auch nicht die Wärme :-)

Auch das Gelände um die Ferienhäuser ist wunderschön! Sándor hält alles in Schuss und ist für alle Fragen und Wünsche offen. So können Gäste am Osterprogramm teilnehmen, im Herbst zur Hirschbrunft kommen oder im Dezember bei einer Hausschlachtung mithelfen und die produzierten Köstlichkeiten gleich probieren.

Sie bauten noch eine schöne, gut ausgestattete Sommerküche mit Außensitzplätzen am Teich, in der Sándor auf Wunsch auch Mahlzeiten zubereitet. Dort können große Feten stattfinden oder man guckt gemeinsam Fußball.

Außerdem bezogen sie alte Elemente der Weinhäuser wie diesen Brunnen oder abgestorbenen Baum mit in die Gestaltung ein.

Es ist einfach nur wunderschön da oben. Ruhig, entspannend!

Perfekt für Leute, die mal dringend eine Auszeit benötigen und goldenes Nichtstun suchen!

Aber auch Ausflüge kann man ganz wunderbar machen. Es gibt zum Beispiel Thermal- und Spaßbäder im ca. 25 km entfernten Lenti oder Zalaegerszeg. Oder kann diverse Museen und Abenteuerparks besuchen. Bis ins slowenische Maribor sind es 1,5 Stunden mit dem Auto oder an den Balaton in 1 Stunde. Auch die österreichische Grenze ist nicht weit. Ihr seht, man muss nicht dringend auf dem Berg bleiben, sondern kann sich auch umsehen und neue Abenteuer erleben!

So ganz alleine ist man da oben eh nicht. Oft laufen einem Bukfenc, Sándors Hund und …

Csoki, eine offensichtlich schokoladenbrauner Jagdhund über den Weg und freuen sich über jede Streicheleinheit. Und die haben sie von Susi und mir ausgiebigst bekommen *ggg*

Auch auf dem Patóhegy kann man wunderbar spazieren gehen und sich in der Natur erholen.

So sieht die Grundsubstanz der Ferienhäuser aus und wenn Sándor und Silvia sie nicht saniert hätten, wären sie wahrscheinlich auch in diesem erbärmlichen Zustand.

Beim Anblick dieser Früchte musste ich erstmal ein bisschen überlegen, was es sein könnte. Nach einer Weile kam mein Botanikerhirn doch auf Esskastanien (oder auch Maronen), aber ich hab die Bäume noch nie in echt gesehen, weil ich hier in Deutschland noch nie in Gegenden war, in denen sie natürlicherweise vorkommen.

Ich kann nur jedem empfehlen dort ein paar Tage auszuspannen, egal ob alleine, als Paar oder mit den Kindern. Die können dort ungestört spielen, da es kaum Autoverkehr gibt und wenn dann fahren diese langsam auf den Wegen. Es gibt viel zu entdecken und genug Ausflugsziele, um es nicht langweilig werden zu lassen. Wie cool fände ich es, ein ganzes Jahr dort zu leben, um die unterschiedlichen Jahreszeiten zu erleben, mich um Gäste kümmern, bei der Gartenarbeit helfen, die Gäste bekochen, Feste ausrichten :-)

Patóhegyi Borházfalu

Morgen nehme ich Euch dann mit zu einem Tagesausflug an den Balaton, der auch nur 1 Stunde mit dem Auto entfernt ist. Freut Euch auf ein schickes Schloss und viel Wasser!

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