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Siebenbürger Paprikasalat

Von meiner Liebe zu den ungarischen Spitzpaprika habe ich ja schon öfter berichtet. Und auch aus dem Urlaub im September habe ich mir 1,3 kg Paprikaschoten mitgebracht, von denen ich einen Teil für Brühen und Gulaschansätze eingefroren hab, der Rest wird zu Letscho mit Patisson und gebratene Paprika mit Ei verkocht, damit wäre die Saison für mich bis zum nächsten Jahr beendet.

Aber Euch möchte ich noch ein Rezept ans Herz legen, dass Ihr gut mit den letzten roten und gelben Paprikaschoten aus dem Supermarkt zubereiten könnt. Wie ich auf die Seite geraten bin, weiß ich nicht mehr, aber der Salat aus gebackenen Paprika sprach mich sofort an. Was daran jetzt speziell siebenbürgisch/transsylvanisch ist, keine Ahnung … Aber lecker ist es und eigentlich auch ziemlich einfach zuzubereiten. Das fissiligste daran ist das Häuten der Schoten. Aber mit ein paar Tipps geht das auch einfach. Was ja auch völlig nervig ist, ist das Reinigen des Backblechs, wenn der Saft der Paprika darauf festgebrannt ist, also das Blech mit Backpapier oder Alufolie belegen. Der Ofen muss ziemlich heiß sein, damit das Gemüse wirklich röstet. Die Paprikaschoten legt ihr allerdings als Ganzes drauf, es ist nicht nötig sie vorher zu putzen und halbieren. Innerhalb einer halben Stunde, mit einmal wenden zur Halbzeit, sind die Schoten schön weich und die Haut mäßig verbrannt mit schwarzen Flecken. Dann die Schoten in eine Schüssel mit Deckel geben und abgedeckt lauwarm abkühlen lassen bis man sie gut anfassen kann. Durch das Abdecken bleibt der Dampf, der noch aus dem Gemüse entweicht in der Schüssel und lässt die Haut sich vom Fruchtfleisch lösen. Mit den Händen, Eurem besten Werkzeug in der Küche, könnt ihr dann ganz leicht die Haut abziehen und die Kerne entfernen. Ta-daa! Fertig sind die enthäuteten Paprika!

Zuletzt nur noch die restlichen Zutaten dazu und etwas ziehen lassen, damit die Aromen sich gut verbinden. Die Süße der Paprika harmoniert wunderbar mit der Säure vom Essig und auch die leichte Schärfe des rohen Knoblauchs passt da gut rein! Heraus kommt eine aromatische Vorspeise, die sich gut für ein Buffet eignet oder als Beilage zu einem schönen Braten. Probiert es gerne aus! Es lohnt sich!

Siebenbürger Paprikasalat

Zutaten für 4 Portionen:
8 Spitzpaprikaschoten (rot und/oder gelb)
2 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
2-3 Knoblauchzehen
etwas Olivenöl

(1) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier oder Alufolie belegen.
(2) Die Paprikaschoten waschen und trocknen. Auf das Blech legen und auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. 15-20 Minuten backen, dann die Schoten wenden. Nach weiteren 10-15 Minuten die Schoten heraus holen, wenn die Haut etliche dunkle Flecken hat. In eine Schüssel geben. Die Schüssel mit einem Deckel oder Folie abdecken und lauwarm abkühlen lassen. Dann die Haut von den Schoten abziehen und das Kerngehäuse dabei entfernen. Die Schoten halbieren.
(3) Die Knoblauchzehen häuten und sehr fein würfeln. Aus Essig, Salz, Pfeffer
Alles in eine passende Schüssel oder Glas geben. Mit dem Essig, Salz und Pfeffer würzen. Dann ein bisschen Öl darüber geben. Einige Zeit im Kühlschrank durchziehen lassen. Wenn Ihr die Paprikaschoten mit sauberen Gabeln aus dem Glas holt, können sie sich auch einige Wochen im Kühlschrank halten.

Mindestens 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank holen.

Genießen!

Quelle: Lajos Mari konyhájaErdélyi sültpaprika

Im Ofen gebackener ganzer Blumenkohl

Meine Blumenkohlliebe ist ungebrochen! Gibt ja irgendwie Gemüse und Obst, das man sich überessen kann, in meinem Fall z.B. Erdbeeren, aber Blumenkohl könnte ich wöchentlich essen. Mich stört auch 3x ungarische Blumenkohlsuppe bei den unterschiedlichsten Verwandten in Ungarn überhaupt nicht *g*

Also, Blumenkohl geht offensichtlich immer! Und in jeder Variante! Im Winter schrieb mich Frau Kochschlampe ganz aufgeregt an, dass ich dringend den ganzen im Ofen gegarten Blumenkohl ausprobieren muss, der vorher noch mit Knoblauchbutter einreiben soll. Es dauere zwar, aber lohnte sich wohl, der Begeisterung nach zu urteilen. Auf Frau Kochschlampe höre ich gerne, also gesagt, getan! Anstatt Knoblauchbutter nahm ich Kräuterbutter, weil ich so starkes Knoblaucharoma nicht mag. Was soll ich sagen: der Hammer!

Und weil das so großartig war, habe ich es jetzt mit einem kleinen Kopf aus der Biokiste wiederholt und dabei mal aufgepasst, wie schwer der Blumenkohl war, bei welcher Temperatur und wie lange er im Ofen war. Der Kopf dieses mal war wirklich handlich und brauchte nur 45 Minuten im Ofen. Die Wintervariante mit einem mittelgroßen hat deutlich über eine Stunde gedauert. Was aber auch vollkommen okay ist, weil wir müssen ja nicht neben dem Ofen stehen und den eingepackten Blumenkohl bewachen. Während ich im Winter noch selbstgekaufte Kräuterbutter nahm, die von irgendwas anderem übrig blieb, hatte ich jetzt selbstgeklöppelte im Kühlschrank, da die Kräuter auf dem Balkon förmlich explodieren und in jeder Biokiste frische Kräuter mit bei sind. Ich habe Euch diese Kräuterbuttervariante mal mit aufgeschrieben, aber eigentlich seid Ihr in der Vielfalt nicht eingeschränkt. Ein bisschen fein geriebene Zitronenschale macht sich bestimmt auch gut oder eine Winzigkeit Senf? Probiert es aus, es schmeckt tatsächlich so viel besser als gekaufte. In meinen Varianten sind die Kräuter immer etwas gröber, weil ich einfach keine Geduld zum feinen kleinfitzeln habe, aber das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Und sie würzte meinen niedlichen Blumenkohl sehr hervorragend! Also besorgt Euch einen nicht zu riesigen Blumenkohl, hackt schnell eine Kräuterbutter zusammen und ab in den Ofen mit dem Schatz!

Ganzer im Ofen gebackener Blumenkohl

Zutaten für 1,5 Portionen:
1 kleiner Blumenkohl (300-350 g)
3-4 EL Kräuterbutter
Salz

(1) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein großes Stück Alufolie bereit legen.
(2) Vom Blumenkohl die äußeren Blätter entfernen. Den Strunk unten kreuzförmig einschneiden.
(2) Den Blumenkohl auf die Folie legen. Die Kräuterbutter mit den Händen gleichmäßig über dem Blumenkohl verteilen. Etwas salzen. Die Alufolie über dem Blumenkohl zusammen falten.
(3) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und ca. 45 Minuten backen lassen. Nach der Zeit die Grillfunktion im Ofen anschalten, die Folie über dem Blumenkohl öffnen und nochmal 5-15 Minuten bis zu Eurem gewünschten Bräunungsgrad backen.

Herausnehmen. Dazu passen gut Kartoffelbrei oder Pellkartoffeln und außerdem ein frischer Salat (z.B. Tomaten-, Gurken- oder Blattsalat).

Genießen!

Kräuterbutter

Zutaten für ca. 280 g:
250 g weiche Butter
1 Frühlingszwiebel
1/2 Bund glatte Petersilie
1/2 Bund Schnittlauch
1/2 Bund Dill
1 Zweiglein Estragon
1/4 – 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer

(1) Von der Frühlingszwiebel das Wurzelende und unschöne äußere Schichten entfernen. Sie längs halbieren und in dünne Halbringe schneiden. Die Kräuter waschen, trocknen, grobe Stengel entfernen. Die Kräuter so fein hacken, wie es die eigene Geduld zulässt.
(2) Die weiche Butter in eine passend große Schüssel geben, die gehackten Kräuter und Frühlingszwiebel zufügen. Ebenso den Kreuzkümmel, dann salzen und pfeffern. Alles wirklich gründlich miteinander verrühren.

Genießen!

Chutney aus unreifen, grünen Tomaten und Äpfeln

Geschrieben im August 2016 *ähem*:

Letztens war ich ja für ein paar Tage in der Ostseeheimat. Und den Sonntag haben wir es tatsächlich geschafft ganz gemütlich und ruhig im Schrebergarten zu verbringen. Frau Mama hat nach Jahren wieder einen Versuch mit Tomaten im Garten gestartet, eine Sorte, die wohl extra für Alaska gezüchtet wurde, mit seinen widrigen Tomatenbedingungen. Leider hat dann doch die Braunfäule bei uns zugeschlagen und die Pflanzen waren nicht zu retten. Wir haben offensichtlich schlechtere klimatische Bedingungen in unserem Schrebergarten als in Alaska ;-) Jedenfalls waren aber viele schöne Tomaten an den drei Pflanzen, nur eben noch grün. Aber ich wollte die jetzt nicht umkommen lassen. Schließlich habe ich schon mal unreife grüne Tomaten ausgebacken. Und das war sehr lecker und hat mich nicht umgebracht *g* Also flugs alle Tomaten geerntet, Restpflanzen im Müll entsorgt und die 2,2 kg Tomaten mit dem Zug nach Hause transportiert.

Dann ging die Recherche los. Was mache ich jetzt damit? Chutney wäre ja mal wieder was und ich würde fündig bei David Lebovitz, dessen Variante mit Äpfeln, Rosinen und Ingwer sich gut anhörte. Und auch einfach zu machen ist: Sachen klein schnippeln, mit restlichen Zutaten in einem Topf vermischen und kochen. Zum Schluss nur noch abfüllen. Da Mr. Lebovitz meinte, es hielte sich nur ca. 4 Wochen im Kühlschrank, habe ich es noch 30 Minuten eingeweckt. So schnell kriege ich 1,5 l doch nicht weg und meine Lieblingsmenschen, denen ich das gerne schenken möchte, wohnen zu weit weg für einen spontanen Chutneyschenkbesuch.

Was das tolle an grünen Tomaten ist, sie müssen nicht extra gehäutet werden. Die Haut löst sich auch beim Chutneykochen nicht ab und man hat somit keine Hautfetzen in dem superaromatischen Chutney. Allerdings ein Tipp noch, wenn ihr es an einem warmen Tag zubereitet, schließt alle Fenster und Türen, schmeißt sofort die Abfälle weg und wascht die benutzten Utensilien schnellstens ab, sonst habt ihr eine Fruchtfliegeninvasion der Extraklasse in Eurer Wohnung. Ich spreche aus Erfahrung *seufz*

Also, wenn Eure Tomaten vor dem kalten Herbst nicht mehr richtig reif werden, das hier ist eine wunderbare Verwendungsmöglichkeit!

Chutney aus Grünen Tomaten und Äpfeln

Zutaten für ca. 1,5 l:
850 g grüne Tomaten
2 feste Äpfel
100 g Schalotten
1/2 frische Chili (gerne auch mehr)
(oder 1-2 getrocknete Chilis, entkernt, zerkrümelt)
65 g kandierter Ingwer
250 ml Apfelessig
160 g goldene Rosinen
180 g brauner Zucker
1 EL Senfsaat
1 TL gemahlener Kardamom
1/2 TL gemahlener Piment
1 Bio-Orange, Schale

(1) Das Gemüse und Obst vorbereiten. Die Tomaten waschen, trocknen und in mittelgrobe Würfel schneiden. Die Äpfel wahlweise schälen oder nicht, Kerngehäuse entfernen und ebenso groß schneiden wie die Tomaten. Die Schalotten häuten, halbieren und in feine Streifen schneiden. Die Chili halbieren, Kerne und Häutchen entfernen und fein würfeln. Den kandierten Ingwer aus der Flüssigkeit nehmen und hacken. Die Schale von der Orange fein abreiben.
(2) Das vorbereitete Gemüse mit den restlichen Zutaten in einem großen Topf (hier 5l Inhalt) mischen. Auf dem Herd bei höherer Hitze zum Kochen bringen, auf mittlere Hitze runter schalten und offen etwa 45 Minuten kochen bis die Konsistenz an Marmelade erinnert. Dabei öfter mal umrühren, damit es nicht am Topfboden ansetzt.
(3) Die Gläser wie im Beitrag über das Einkochen beschrieben vorbereiten. Das Chutney entweder warm oder nach dem Abkühlen einfüllen. In einen großen Topf stellen, mit entsprechend kaltem oder warmem Wasser auffüllen (kaltes Chutney = kaltes Wasser) bis das größte Glas zu mindestens 3/4 im Wasser steht. Den Herd auf mittelhohe Hitze stellen, wenn das Wasser beginnt zu kochen, 30 Minuten einkochen lassen. Sobald die Zeit abgelaufen ist, die Gläser aus dem Wasser holen und auf einem Holzbrett o.ä. vollständig auskühlen lassen. (Nicht auf Glasunterlage o.ä. stellen, durch die Temperaturunterschiede könnten die Gläser springen) Die Klammern von den Weck-Gläsern abnehmen und Probe machen, ob die Deckel halten.

Eins sofort öffnen zum Kosten, die anderen an einem möglichst kühlen, dunklen Platz aufbewahren.

Genießen!

Quelle: David LebovitzGreen Tomato-Apple Chuntey

Süßsaure Kirsch- oder Stachelbeer-Pickles

Dieser Beitrag hat ein Jahr darauf gewartet, geschrieben und veröffentlicht zu werden! Denn bevor ich etwas online stelle, möchte ich es auch gekostet haben. Und diese Pickles brauchen 6-8 Wochen bevor sie das perfekte Aroma haben. Aber um was geht es genau?

Seit Mittwoch ist Sommer, es war der längste Tag des Jahres und endlich sind die Kirschen und Stachelbeeren in den Gärten reif. Ja, dieses Kirschjahr ist nicht besonders gut, der späte Frost im Mai hat viel der zukünftigen Ernte schon im frühsten Stadium vernichtet. Aber vielleicht tragen die Stachelbeersträucher ja mehr? Nun sind meine Gedärme ja ein bisschen fruktoseintolerant, heißt ich kann ein wenig Obst essen, aber nicht wirklich viel auf einmal. Und bei Pfirsichen, Kirschen und Aprikosen tut mir das auch unendlich leid. So ein Pfirsich am Tag geht, aber viel mehr sollte ich nicht essen… Aber manchmal kann ich nicht widerstehen und kaufe zu viel Obst wie eine Schale Stachelbeeren (wie ewig hatte ich keinen Stachelbeergeschmack mehr auf der Zunge) und Kirschen, die dann auch irgendwie verarbeitet werden muss. Was eignet sich da besser als die Früchte haltbar zu machen, aber nur Kompott wird auf Dauer auch langweilig und so suchte ich nach einer Variante, die zu herzhaften Gerichten passt. Fündig wurde ich im River Cottage Handbook No. 2, in dem es um Eingekochtes geht. Und es ist ein wirklich schönes Buch, dass auch viel erklärt und vielfältige Rezepte zu bieten hat, die gut nachzubauen sind. Wenn die geneigte Leserschaft am Haltbarmachen interessiert und der englischen Sprache mächtig ist, ist dieses Buch keine Fehlinvestition :)

Und es lohnt sich wirklich einen Teil der Stachelbeer- oder Kirschernte zu diese Pickles zu verarbeiten. Das Einkochen dauert nicht ewig und der Geschmack ist hervorragend – süß-sauer und trotzdem würzig. Sie passen hervorragend zu Käse oder Wild oder einem Hackbraten. Also schnell ein paar Gläser schnappen und ab in die Küche!

Süßsaure Kirsch-/Stachelbeer-Pickles

Zutaten für 2 Gläser à 500 ml:
300 ml Weißweinessig
1/2 Orange, Saft und Schale
6 Pimentkörner
2,5 cm Zimtstange
375 g Zucker
500 g Süßkirschen oder Stachelbeeren

2 x 500 ml Weckgläser + Deckel, Ringe und Klammern

(1) Die Schale fein von der Orange abreiben und zusammen mit dem ausgepressten Orangensaft, Essig, Piment und Zimtstange in einen Topf geben. Aufkochen lassen und etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze simmern lassen. Dann den Zucker zufügen, wieder aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze etwa 5-10 Minuten einreduzieren lassen. Zur Seite stellen.
(2) Die Gläser und Gläser mit heißem Spüliwasser abwaschen und gut mit heißem Wasser spülen. Die Gläser mit der Öffnung nach unten auf den Rost des Ofens stellen. Den Ofen auf 150°C Ober-/Unterhitze stellen und ab dem Zeitpunkt, wo die Temperatur erreicht ist 15 Minuten sterilisieren lassen. Die Deckel und Gummiringe mit heißem Wasser und einem Schluck Essig in einen kleinen Topf geben und ca. 5 Minuten kochen lassen. So lange im heißen Wasser belassen, bis sie gebraucht werden.
(3) Das Obst verlesen, nur die einwandfreien Früchte verwenden. Waschen. Von den Kirschen die Stiele etwas einkürzen. Von den Stachelbeeren die Stiele und Blütenansätze abknipsen und die einzelnen Früchte mit einem Holzstäbchen 2x durchstechen.
(4) Die Gläser aus dem Ofen holen und ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Die Früchte in das Glas geben. Den mittlerweile lauwarmen Sirup über die Früchte auf die Gläser verteilen. Die Deckel und Ringe aus dem Essigwasser holen. Die Ringe über die Deckel stülpen, dann auf die Gläser setzen und mit zwei gegenüberliegenden Klammern befestigen.
(5) Die Gläser in einen großen Topf setzen, dessen Boden mit zwei Lagen Küchenkrepp ausgelegt ist. Soviel lauwarmes Wasser zugießen, dass die Gläser zu mindestens 3/4 im Wasser stehen. Deckel auflegen und bei mittelhoher Hitze zum Kochen bringen. Wenn das Wasser siedet, nicht kocht (oder 80°C erreicht hat) die Temperatur auf mittelniedrig herunter stellen und 30 Minuten einkochen lassen.
(6) Gläser herausnehmen und bei Zimmertemperatur abkühlen lassen. Prüfen, ob das Einkochen erfolgreich war – Lasche zeigt nach unten. Wenn man das Glas am Deckel hochhebt, bleibt der Deckel drauf.

An einem möglichst kühlen und dunklen Ort lagern. Vor dem Öffnen die Gläser 6-8 Wochen ziehen lassen.

Genießen!

Quelle: nach Corbin, P. (2008). River Cottage Handbook No. 2 – Preserves. Bloomsbry. p 118

Schnell, einfach und rosa – Radieschen Pickles

Ist Euch schon aufgefallen, dass die Radieschen neuerdings irgendwie langweilig schmecken? Nicht mehr scharf, nur noch ein Hauch des von mir geliebten Retticharomas. Schade eigentlich. Und trotzdem baue ich jedes Jahr wieder Radieschen auf dem Balkon an. Es ist auch einfach zu spaßig und interessant: Samenband auf die Erde legen, noch Erde drauf, gießen und warten. Und zwischendurch immer mal wieder gießen. Dann zeigen sich erst die hübschen, herzförmigen Keimblätter und so nach und nach kommen die richtigen Blätter und es bildet sich ein kleiner, roter Radieschenknubbel als Wurzel. Nach einigen Woche, je nach Wetter, wohnen dann perfekte, verzehrfertige Radieschen im Balkonkasten:

Aber was jetzt damit anstellen? Klar, kann man einfach so essen, aber, um ehrlich zu sein, so viele Radieschen esse ich dann pur auch nicht. Wäre ja nett, wenn man sie irgendwie haltbar machen könnte. Also durchsuchte ich das weltweite Zwischennetz nach eingelegten Radieschen, denn irgendwo auf Facebook sah ich mal ein Glas mit schick rosaner Flüssigkeit und Radieschenscheibchen. Fündig wurde ich beim Blog „Cookie + Kate“ und das Rezept erinnerte mich frappierend an sonstige Pickles-Rezepte. Kann also gar nicht verkehrt sein!

Es ist wirklich schnell gemacht, sehr unaufwendig und die Wohnung riecht nur kurz nach dem aufgekochten Essig. (Jetzt das Fenster weit aufreißen und die Essigmoleküle nach draußen entschwinden lassen!) Dann heißt es sich allerdings ein wenig gedulden: erst müssen die Pickles auf Zimmertemperatur abkühlen und ich lasse sie dann gerne mindestens 1 Tag im Kühlschrank ziehen, früher sind sie mir zu essigscharf. Aber dann wirklich wunderbar: ein bisschen prickelig, ein bisschen scharf, perfekt auf’s Brot oder einen Burger.

Radieschen Pickles

Zutaten für 1 Glas mit 500 ml Inhalt:
1 Bund Radieschen
(oder einige Radieschen plus 1 größere Rettichkugel)
1 großzügige Prise Chiliflocken
180 ml Weißweinessig
180 ml Wasser
2 TL Salz
3 EL Honig
1 TL Senfsaat
1 TL Koriandersaat

(1) Das Glas mit Deckel (Weck oder mit Drehverschluss) mit heißem Spüliwasser waschen und gut ausspülen. Auf dem Kopf gedreht auf einem sauberen Handtuch bis es benutzt wird, stehen lassen.
(2) Die Radieschen waschen, Blätter und Wurzelenden abschneiden, in dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Eng in das Glas einschichten. Mit einer Prise Chiliflocken bestreuen.
(3) Den Essig, Wasser, Salz, Honig und Gewürze in einem Topf zum Kochen bringen, bis sich Honig und Salz aufgelöst haben. So kochend heiß vorsichtig über die Radieschen gießen (es wird wahrscheinlich ein klein bisschen übrig bleiben). Deckel drauf und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Mindestens einen Tag im Kühlschrank reifen lassen.

Passt wunderbar auf Burger, kaltem oder warmem Käsetoast

Genießen!

Quelle: Spicy Quick Pickled Radishes

Sommer für den Winter: Klassisches Pflaumenkompott

Noch findet man doch heimische Pflaumen/Zwetschgen, oder? Ich liebe ja Pflaumen und auch das klassische Pflaumenkompott. Am liebsten esse ich es zu Milchreis oder Grießbrei, aber es passt auch wunderbar zu Pancakes. Ja sicher, man kann es auch im Supermarkt kaufen, aber wenn man es selbst macht, kann man mit unterschiedlichen Gewürzen spielen. Du magst keine Nelken? Lass sie weg! Hast lieber ein wenig fruchtige Ingwerschärfe? Rein damit!  Und letztendlich auch wieder: ich weiß, was drin ist! Keine komischen Zusatzstoffe, keine künstlichen Aromen, keine Süßstoffe.

Und dieses Kompott ist, wie eigentlich alle klassischen Obstkompotte, wirklich einfach zu machen: geputzte, halbierte Pflaumen in das Glas schichten, Gewürze dazwischen, mit einem gekochten Wasser-Zucker-Sirup auffüllen, Deckel drauf und 30 Minuten einkochen. Voila! Schon ist wieder ein Stückchen Sommer in den Winter hinüber gerettet! Für die nächste Saison suche ich schon nach neuen, vielleicht etwas ausgefalleneren Varianten. Seid gespannt!

Klassisches Pflaumenkompott

Zutaten für 1,5 l:
1 kg Zwetschgen (die länglichen Pflaumen)
1 Nelke pro Glas
1 kleines Stück Zimtstange pro Glas
1 Stückchen Sternanis pro Glas
500 ml Wasser
250 g Zucker

3 Weck-Gläser à 500 ml samt Zubehör
oder 2 x 500 ml Gläser und 2 x 290 ml Weck-Gläser
großer Topf, in den alle Gläser reinpassen

(1) Die Pflaumen waschen, trocknen, längs halbieren und Stein entfernen. Das Wasser mit dem Zucker aufkochen und so lange kochen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Zur Seite stellen. Die Gewürze bereit legen.
(2) Jetzt die Gläser vorbereiten. Mit heißem Spüliwasser gut auswaschen, mit heißem, klarem Wasser gründlich ausspülen. Die Gläser in den Herd stellen, auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten sowohl trocknen als eben auch sterilisieren. Dann die Gläser aus dem Ofen holen und auf einem Holzbrett lauwarm abkühlen lassen. Die Deckel und Gummiringe in einem Topf mit Wasser bedecken, einen Schluck Essig hinzu und einige Minuten kochen lassen. So sterben auch dort die Bakterien ab.
(3) Die Pflaumen eng in die Gläser schichten, zwischendurch je 1 Stück der Gewürze pro Glas geben. Zum Schluss die Gläser zur Hälfte bis zwei Drittel mit dem Zucker-Wasser-Sirup auffüllen. Die Glasdeckel und Gummiringe aus dem Wasser holen. Die Gummiringe auf den Glasdeckel ziehen, auf die Gläser setzen mit mindestens zwei gegenüber liegenden Metallklammern befestigen.
(4) In den großen Topf ein altes Küchentuch oder zwei Lagen Küchenkrepp legen. Die Gläser hineinstellen. Wenn der Inhalt der Gläser kalt ist, kaltes Wasser zugießen, wenn er lauwarm ist, lauwarmes Wasser. So viel Wasser zugießen bis die Gläser zu mindestens 3/4 im Wasser stehen. Deckel aufsetzen. Den Herd auf Stufe 4 von 6 stellen und sobald das Wasser kocht, 30 Minuten einkochen lassen. Dabei den Herd auf Stufe 2 von 6 zurück stellen.
Im Einkochautomaten: Wasser wie oben beschrieben und dann bei 90°C 30 Minuten einkochen lassen.
(5) Wenn die Zeit um ist, die Gläser aus dem Wasser holen und auf einem Holzbrett an einem zugfreien Ort vollständig abkühlen lassen. Die Metallklammern entfernen und durch Anheben am Deckel prüfen, ob der Einkochvorgang erfolgreich war. Wenn ja, beschriften und ab damit ins Vorratsregal. Wenn ein Glas offen geblieben sein sollte, schnell verbrauchen und im Kühlschrank aufbewahren oder nochmals einkochen.

Genießen!

Und bei noch mehr Informationsbedarf zum Thema „Einkochen“ einfach hier klicken!

Sommer für den Winter: Gurkensalat im Glas

Gurken, meine große Liebe! Und Gurkensalat erst Recht! Als jemand mit halbem ungarischem Gensatz bin ich praktisch mit Gurkensalat aufgewachsen. Eigentlich gab es zu jedem Sonntagsessen in Ungarn Gurkensalat. Ihr merkt, der spielt eine große Rolle in meinem kulinarischen Leben *g*

Beim blauen, sozialen Netzwerk bin ich Mitglied in einer Gruppe, deren Thema Einkochen und anderweitiges Konservieren ist. Und in den dortigen Dateien blieb mein Blick auf einem Rezept zu Gurkensalat im Glas hängen. Die Idee hört sich ja nicht verkehrt an! Einmal Arbeit haben und dann nur schnell ein Glas öffnen, wenn man eine kleine Beilage braucht. Also fix vorbereitet und eingekocht. Letzten Samstag, nachdem mir noch ein anstrengend-schlaflose Nacht in den Knochen steckte und ich keine Lust zum aufwendigen Kochen hatte, bot sich die Gelegenheit zum Kosten, da es mittags nur schnelle Bratnudeln mit Ketchup und Ei gab. Und was soll ich sagen: tolles Zeug! Er ist natürlich anders als frischer Gurkensalat, aber aufgepimpt mit ein wenig Saurer Sahne und Paprikapulver oder so pur, richtig gut! Für gestresste oder leicht verpeilte Menschen eine sehr anständige Alternative!

Gurkensalat im Glas

Zutaten für knapp 2 l:
3 Salatgurken
1 Zwiebel
je Glas 1/2 Lorbeerblätter
je Glas 1/2 TL Senfkörner
gehackter Dill
200 g Zucker
200 ml Weißweinessig
3 EL Salz
1 l Wasser

Weck-Gläsern mit Gummiringen und Metallklammern
großer Topf oder Einkochautomat

(1) Die Gläser vorbereiten. Mit heißem Spüliwasser gut auswaschen, mit heißem, klarem Wasser gründlich ausspülen. Die Gläser in den Herd stellen, auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten sowohl trocknen als eben auch sterilisieren. Dann die Gläser aus dem Ofen holen und auf einem Holzbrett lauwarm abkühlen lassen. Die Deckel und Gummiringe in einem Topf mit Wasser bedecken, einen Schluck Essig hinzu und einige Minuten kochen lassen. So sterben auch dort die Bakterien ab. Bis sie gebraucht werden, im Topf lassen.
(2) Während die Gläser sterilisieren, den Salat vorbereiten. Die Gurken waschen, trocknen, Enden abschneiden und in dünne Scheiben hobeln (Die Küchenmaschine ist Dein Freund!). Die Zwiebel häuten und in dünne Halbringe schneiden. Lorbeerblätter, Senfkörner und Dill bereitstellen.
(3) Zucker, Weißweinessig, Salz und Wasser in einem Topf aufkochen lassen und so lange kochen bis Salz und Zucker aufgelöst sind.
(4) Die Gläser nach folgendem Prinzip befüllen: In die untere Hälfte eng die Gurkenscheiben einschichten, darauf ein paar Zwiebelstückchen, das halbe Lorbeerblatt, 1/2 TL Senfkörner und ca. 1 TL gehackter Dill. Den Rest des Glases dann wieder eng mit Gurkenscheiben auffüllen. Wenn alle Gläser befüllt sind, die Marinade in die Gläser gießen, dass sie zu ca. 3/4 gefüllt sind. Die Deckel samt Gummiringen mit zwei Metallklammern befestigen.
(5) Einen großen Topf, in den die Gläser passen mit einem alten Küchentuch oder zwei Lagen Küchenkrepp auslegen. Die Gläser hinein stellen und so viel lauwarmes Wasser zugießen, dass die Gläser mindestens zu 3/4 im Wasser stehen. (Wenn ihr Gläser stapelt, muss das oberste Glas mindestens 3/4 im Wasser stehen. Es macht nichts, wenn die Gläser komplett von Wasser bedeckt sind, weil kein Wasser eindringen kann.) Deckel auf den Topf und den Herd auf Stufe 4 von 6 stellen, wenn das Wasser kocht, die Temperatur auf Stufe 2 von 6 zurück stellen und 30 Minuten einkochen lassen. Nach der Zeit die Gläser heraus holen und auf einem Holzbrett stehend vollständig abkühlen lassen. Klammern entfernen und prüfen, ob der Einkochvorgang erfolgreich war, indem man die Gläser nur am Deckel hoch hebt. Noch eine Woche ziehen lassen und dann …

Genießen!

Quelle: Rezept aus einer Facebook-Gruppe

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