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Siebenbürger Paprikasalat

Von meiner Liebe zu den ungarischen Spitzpaprika habe ich ja schon öfter berichtet. Und auch aus dem Urlaub im September habe ich mir 1,3 kg Paprikaschoten mitgebracht, von denen ich einen Teil für Brühen und Gulaschansätze eingefroren hab, der Rest wird zu Letscho mit Patisson und gebratene Paprika mit Ei verkocht, damit wäre die Saison für mich bis zum nächsten Jahr beendet.

Aber Euch möchte ich noch ein Rezept ans Herz legen, dass Ihr gut mit den letzten roten und gelben Paprikaschoten aus dem Supermarkt zubereiten könnt. Wie ich auf die Seite geraten bin, weiß ich nicht mehr, aber der Salat aus gebackenen Paprika sprach mich sofort an. Was daran jetzt speziell siebenbürgisch/transsylvanisch ist, keine Ahnung … Aber lecker ist es und eigentlich auch ziemlich einfach zuzubereiten. Das fissiligste daran ist das Häuten der Schoten. Aber mit ein paar Tipps geht das auch einfach. Was ja auch völlig nervig ist, ist das Reinigen des Backblechs, wenn der Saft der Paprika darauf festgebrannt ist, also das Blech mit Backpapier oder Alufolie belegen. Der Ofen muss ziemlich heiß sein, damit das Gemüse wirklich röstet. Die Paprikaschoten legt ihr allerdings als Ganzes drauf, es ist nicht nötig sie vorher zu putzen und halbieren. Innerhalb einer halben Stunde, mit einmal wenden zur Halbzeit, sind die Schoten schön weich und die Haut mäßig verbrannt mit schwarzen Flecken. Dann die Schoten in eine Schüssel mit Deckel geben und abgedeckt lauwarm abkühlen lassen bis man sie gut anfassen kann. Durch das Abdecken bleibt der Dampf, der noch aus dem Gemüse entweicht in der Schüssel und lässt die Haut sich vom Fruchtfleisch lösen. Mit den Händen, Eurem besten Werkzeug in der Küche, könnt ihr dann ganz leicht die Haut abziehen und die Kerne entfernen. Ta-daa! Fertig sind die enthäuteten Paprika!

Zuletzt nur noch die restlichen Zutaten dazu und etwas ziehen lassen, damit die Aromen sich gut verbinden. Die Süße der Paprika harmoniert wunderbar mit der Säure vom Essig und auch die leichte Schärfe des rohen Knoblauchs passt da gut rein! Heraus kommt eine aromatische Vorspeise, die sich gut für ein Buffet eignet oder als Beilage zu einem schönen Braten. Probiert es gerne aus! Es lohnt sich!

Siebenbürger Paprikasalat

Zutaten für 4 Portionen:
8 Spitzpaprikaschoten (rot und/oder gelb)
2 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
2-3 Knoblauchzehen
etwas Olivenöl

(1) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier oder Alufolie belegen.
(2) Die Paprikaschoten waschen und trocknen. Auf das Blech legen und auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. 15-20 Minuten backen, dann die Schoten wenden. Nach weiteren 10-15 Minuten die Schoten heraus holen, wenn die Haut etliche dunkle Flecken hat. In eine Schüssel geben. Die Schüssel mit einem Deckel oder Folie abdecken und lauwarm abkühlen lassen. Dann die Haut von den Schoten abziehen und das Kerngehäuse dabei entfernen. Die Schoten halbieren.
(3) Die Knoblauchzehen häuten und sehr fein würfeln. Aus Essig, Salz, Pfeffer
Alles in eine passende Schüssel oder Glas geben. Mit dem Essig, Salz und Pfeffer würzen. Dann ein bisschen Öl darüber geben. Einige Zeit im Kühlschrank durchziehen lassen. Wenn Ihr die Paprikaschoten mit sauberen Gabeln aus dem Glas holt, können sie sich auch einige Wochen im Kühlschrank halten.

Mindestens 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank holen.

Genießen!

Quelle: Lajos Mari konyhájaErdélyi sültpaprika

Frühlingshafter Orient – Grüner Erbsen-Hummus

Ich muss gestehen, ich mag Dips sehr, aber bin kein großer Fan von Hummus. Ja, er ist gesund und schon seit Jahren voll der heiße Scheiß, aber irgendwie komme ich an die klassische Variante nicht ran. Meistens schmeckt es mir zu dumpf, zu erdig ohne frischen Kontrast. Oder ich habe bisher immer die falschen probiert…

Im wirklich schönen Buch „Veggiestan“ von Sally Butcher fiel mir eine Version mit grünen Erbsen auf. Hey, Erbsen magst Du ja. Also eigentlich liebeliebeliebe ich sie und könnte sie jeden Tag essen. Vielleicht machen die mir als Grundzutat ja einen Hummus schmackhaft. Nun musste ich noch Tahin, also die Sesampaste besorgen. Da akut kein türkischer Supermarkt in fußläufiger Entfernung war, versuchte ich es im Supermarkt nebenan. Da ich wenig Lust auf Suchen hatte (er wurde vor kurzem umgebaut) frug ich einen jungen Mitarbeiter. Es folgten große Augen, mehrmaliges Nachfragen, was ich denn bitte suche? Na, Tahin, so orientalische Sesampaste… Er führte mich zum Regal mit den Bio-Lebensmitteln, weil – Originalzitat – „Die komischen Sachen sind immer beim Biozeug zu finden.“ :-D Und war es dann tatsächlich auch *gg* (Für was kann ich Tahin eigentlich noch benutzen? Wäre ja schade, wenn das gute Biozeug ranzig würde…)

Mit vollständigen Zutaten (das meiste ist ja eh im Vorratsschrank) ging es nach Hause und schnell wurde der Hummus für einen bunten Snack-Teller zum Eurovision Song Contest gebastelt. Die Zubereitung benötigt wirklich kaum Zeit und diese Version schmeckt tatsächlich frischer als die klassische mit Kichererbsen. Ein wirklich köstlicher und farbenfroher Dip zu Rohkost. Allerdings würde ich ihn innerhalb von maximal 2 Tagen verbrauchen, weil der Geschmack im Kühlschrank nicht unbedingt besser wird. Also lieber für einen netten gemütlichen Abend mit Freunden zubereiten, wenn er auch verbraucht werden kann. Aber probiert den Dip wirklich mal aus :-)

Grüner Erbsen-Hummus

Zutaten für 3-4 Portionen:
250 g tiefgekühlte Erbsen
1 EL Tahin
Saft und Schale von 1/2-1 Zitrone
1 EL Olivenöl
1 größere Knoblauchzehe
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
einige Stengel Petersilie
Salz, Pfeffer

Zum Servieren:
etwas Olivenöl
eine Prise Cayennepfeffer

(1) Die Erbsen in einem Topf mit Wasser zum Kochen bringen und in etwa 5 Minuten garen bis sie weich sind. Abgießen, unter kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen.
(2) Die Schale einer halben Zitrone fein abreiben, Knoblauch häuten und würfeln, Petersilie waschen, trocknen und grob hacken.
(3) Erbsen, Tahin, Zitronensaft und -schale, Olivenöl, Knoblauch, Kreuzkümmel und Petersilie in einen Mixer geben und kurz pürieren. Wahrscheinlich ist die Masse noch zu fest, also so ca. 1 EL Wasser dazu geben und etwas weiter pürieren bis es den gewünschten Feinheitsgrad erreicht hat. Mit Salz und Pfeffer würzen, in eine Schüssel füllen. Mit Olivenöl und Cayennepfeffer vollenden und servieren.

Genießen!

Quelle: Butcher, S. (2012): Veggiestan. Der Zauber der orientalischen Küche. Christian Verlag. p 123

Einfache, gelingsichere Grießklößchen für die Sonntagssuppe

Wie die geneigte Leserschaft sicherlich weiß, liebeliebeliiiebe ich Suppen! Ich mag Suppen mit Stückchen, nicht so sehr cremige. Und am allerliebsten mag ich die schöne Sonntagsbrühe in Ungarn, die die Tanten jeden Sonntag frisch aufsetzen mit Fleisch und grob geschnittenem Gemüse. Stundenlang simmert sie dann vor sich hin in einem riesigen Pott und kann so ihr volles Aroma entfalten. Blöderweise lohnt sich das für mich alleine nicht, jedenfalls nicht regelmäßig. Aber wenn ich dann mal einen großen Topf Hühnerbrühe ansetze, um ihn einzukochen, wird mindestens eine Portion sofort gegessen.

Aber immer nur mit Suppennüdelchens (die richtigen gibt es eh nur in Ungarn und sind IMMER zu lang, um sie unfallfrei zu essen *g*) ist langweilig, also bin ich öfter auf der Suche nach anderen Varianten der Suppeneinlage. Im ungarischen Standardkochbuch wurde ich fündig und probierte die Grießklößchen aus. Ich hatte auch schon andere Rezepte mit Grieß ausprobiert, aber war damit irgendwie unzufrieden. Sie brauchten entweder Ruhezeit und waren mir von der Konsistenz zu fest. Aber die hier hörten sich gut an, wenn auch wiederum nicht mit ultragenauen Zutatenangaben (mein innerer Naturwissenschaftler zuckt dabei immer zusammen), aber die kann man bei dem Rezept gar nicht geben, weil Eier ja nie genau gleich groß sind und je nachdem wie fest ihr die Klößchen wollt, mehr oder weniger Grieß zugebt. Die Masse wird relativ weich verarbeitet, aber wenn ihr Euch unsicher seit, ob es hält, lasst einen Probekloß simmern. Weiterhin wichtig ist, dass die die übrigen Zutaten relativ vorsichtig unter den steifen Eischnee hebt, damit er nicht zusammenfällt und die Fluffigkeit verliert.

Aber das hört sich jetzt alles wilder als es in echt ist! Traut Euch einfach: sie sind einfach gemacht, brauchen nicht viel Zeit! Belohnt werdet ihr mit zart-fluffigen, aromatischen Grießklößchen, die perfekt in eine klare Sonntagsbrühe passen!

Grießklößchen zur Suppeneinlage

Zutaten für ca. 10 Klößchen:
1 Ei
1 Prise Salz
1 kleiner TL zimmerwarme, weiche Butter
1 Prise Backpulver
40-50 g Weichweizengrieß
einige Stengel glatte Petersilie, fein gehackt

Das Ei trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz in einer sehr sauberen, fettfreien Schüssel steif schlagen. Das Eigelb gründlich mit der Butter und dem Backpulver verrühren. Die Eigelbmasse vorsichtig unter das Eiweiß heben, ebenso den Grieß und die Petersilie bis eine nicht zu weiche, aber auch nicht feste Masse entsteht. Während man in einem weiten Topf Salzwasser zum Garen der Grießklößchen aufsetzt, kann der Grieß in der Masse ein wenig aufquellen.

Wenn das Wasser kocht, die Hitze herunter schalten auf mittelklein und warten bis das Wasser nur noch simmert. Mit der Hilfe von zwei Teelöffeln, die im Wasser befeuchtet werden kleine Nocken abstechen und 5-8 Minuten im simmernden Wasser ziehen lassen bis sie etwa das Dreifache ihrer Ursprungsgröße erreicht haben. Bei mir passen so 5 Klößchen auf einmal in den Topf. Mit Hilfe eines Schaumlöffels heraus nehmen und dann in der fertigen Brühe servieren.

Genießen!

Quelle: Horváth, I. (1955): Szakácskönyv. überarbeitete Ausgabe von 2015. Szalay könyvek.p 75

Lauwarmer Auberginen-Fenchel-Salat aus dem Slowcooker

Für den letzten Sonntag stand das Bepflanzen meiner Balkonkästen auf dem Plan. Endlich ist es warm genug, damit es Spießer-Geranien und Petunien und anderen hübschen Blümchen auf dem Balkon gut geht :-) Und weil mein Rücken nach so einer längeren Aktion nicht gerne noch stundenlang in der Küche steht, wollte ich was im Slowcooker machen. Da kam mir die Facebook-Seite von BBC Good Food gerade recht, die ihrer Gefolgschaft auf Facebook vegetarische Rezepte für den Slowcooker präsentierte. Und die Aubergine aus dem Slowcooker lachte mich sofort an!

Die Zutaten mag ich alle, in der Kombination hatte ich sie noch nicht und schon etwas sommerlich. Nun gibt es ja Leute, die der Aubergine sehr skeptisch gegenüber stehen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Menschen bisher einfach immer nur unzureichend gegarte Auberginen vorgesetzt bekommen haben. Wenn man der lila Eierfrucht wirklich Zeit gibt – sei es im Slowcooker oder im normalen Topf – wird sie cremig-zart mit wunderbarem Aroma. Ich kann nur jeden Auberginenskeptiker ermuntern, dem tollen Gemüse nochmal eine Chance zu geben.

Für diesen lauwarmen Salat wird das vorbereitete Gemüse roh in den Einsatz des Slowcookers geschichtet, gewürzt mit zusätzlich Korianderkörnchen und getrockneten Tomaten. Das gibt so ein richtig schönes Aroma zusätzlich zum Fenchel. Es duftet schon wunderbar aus dem Slowcooker, aber wenn die geneigte Leserschaft dann noch das frisch-würzige Dressing mit den Massen an Kräutern und Kapern darüber träufelt und mit dem salzigen Feta und knusprigen Mandeln bestreut – Ein Traum! Wirklich! Diesen lauwarmen Salat würde ich sofort als Vorspeise zu einem sommerlichen Menü servieren. Er macht wirklich was her, sowohl geschmacklich als auch optisch!

Lauwarmer Auberginen-Fenchel-Salat aus dem Slowcooker

Zutaten für 3 als Vorspeise (oder 2 als kleines Hauptgericht):
2 EL Olivenöl
1 kleine rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 kleine Aubergine (ca. 250 g)
1 kleine Fenchelknolle
150 g Kirschtomaten
3 halbe sonnengetrocknete Tomaten (ohne Öl)
1 TL Koriandersaat
Salz, Pfeffer

Für das Dressing:
1/2 kleines Bund Petersilie
1/2 kleines Bund Schnittlauch
2-4 Stengel Basilikum
1 TL Kapern
1/2 Zitrone, Saft
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zum Bestreuen:
50 g Feta
25 g gehobelte Mandeln

Slowcooker: 1,5 Liter
Zeit: 3-4 Stunden auf HIGH oder 6-8 Stunden auf LOW

(1) 1 El Olivenöl in den Slowcooker geben. Die Zwiebel und Knoblauch häuten. Die Zwiebel in dünne Halbringe schneiden, den Knoblauch durch die Presse geben. Beides zu unterst in den Keramikeinsatz geben und miteinander verrühren. Den grünen Teil der Aubergine entfernen und sie längs in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Mit dem restlichen Öl bestreichen. Von der Fenchelknolle die äußere Schicht abmachen, halbieren, Strunk heraus und in dünne Streifen schneiden. Die getrocknete Tomaten ebenfalls in kleine Stücke schneiden. Die Tomaten halbieren. Auf die Zwiebelmischung die Hälfte der Auberginenscheiben legen, die Hälfte des Fenchels, der frischen und getrockneten Tomaten verteilen. Mit Salz, Pfeffer und der Hälfte des Korianders würzen. Dann die zweite Hälfte der Zutaten genau so schichten. Deckel drauf und auf HIGH 3,5 bis 4 Stunden garen oder bis die Auberginen wirklich weich sind. (Wer mehr Zeit hat, kann gerne 6-8 Stunden LOW nehmen)
(2) Für das Dressing die Kräuter grob hacken und mit dem restlichen Dressing mit Hilfe eines Pürierstab oder Blitzhackers ein cremiges, würziges Dressing mixen.
(3) Die Mandelblättchen in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze unter öfterem Umrühren goldbraun rösten. Aufpassen, dass sie nicht verbrennen, das geht schneller als man denkt.
(4) Die Auberginen mit einem Schaumlöffel aus der Form holen (die Flüssigkeit aus der Form wäre zu viel für den Salat), nett auf einem großen oder mehreren kleinen Tellern anrichten. Das Dressing drüber träufeln, den Feta darüber zerkrümeln und mit den Mandelblättchen bestreuen. Servieren.

Genießen!

Quelle: BBC Good Food – Slow cooker aubergines

Für den 3,5 l Slowcooker einfach nur die Zutaten verdoppeln und die Kochzeit etwas verlängern.

Flottes Dreiländereck Menü – Feines Sommergurken-Süppchen

Im Kochtopf ist mal wieder Event-Zeit und Dorothée von „Bushcooks Kitchen“ wünscht sich einen „Flotten Dreier„, sprich ein Drei-Gänge-Menü. Jetzt nicht von einem alleine gekocht, sondern von drei Bloggern, die sich bittedankeschön auch absprechen dürfen :-) Mich fragten die liebe giftigblonde Sina und die Turbohausfrau Susi, ob ich bei ihnen mitspielen will. Aber sehr gerne doch, die Damen!

Blog-Event CX - Flotter Dreier (Einsendeschluss 15. Juli 2015)

Aufgrund unserer unterschiedlichen Herkünfte entschieden wir uns ein Dreiländermenü zu zaubern. Ich war für die Vorspeise mit ungarischem Einschlag zuständig, Susi für den österreichischen Hauptgang und Sina mit ihrer halbitalienischen Herkunft für das Dessert.

Ich finde ja fast nichts ist typischer für Sommer in Ungarn als Kovászos uborka, also jene in Salzwasser in der prallen Sommersonne gegorenen Einlegegurken, die dadurch diesen bestimmten, schwer zu beschreibenden Geschmack bekommen, den ich von keiner eingelegten deutschen Variante kenne. Jetzt lieben wir sie einfach so als Beilage zu diversen Essen, aber auch andere Sachen kann man damit machen. Vor einigen Jahren veröffentlichte Zsófi vom ungarischen Blog „Chili & Vanilia“ eine Cremesuppe aus den Sommergurken und endlich ergab sich die Gelegenheit, sie zuzubereiten. Ich muss gestehen, ich war etwas skeptisch beim Geschmack. Dieser spezielle Gurkengeschmack mit Joghurt gepaart? Und ich war sehr positiv überrascht! Es ist ein wirklich feines Süppchen, dass sich hervorragend als erfrischender Auftakt zu einem sommerlichen Menü macht. (Und ich behaupte mal gesund ist es dazu…) Was wirklich nicht vergessen oder gar weggelassen werden sollte, ist das Olivenöl und der ausgelassene Speck. Sie geben nochmal extra Aromen, die die ganze Cremesuppe perfekt abrunden!

Sommergurken-Cremesüppchen

Zutaten für 4 Personen als Vorspeise:
4-6 ungarische Sommergurken/Kovászos uborka
1/2 Knoblauchzehe
250 ml Gurkenflüssigkeit
300 ml Joghurt
200 ml kalte Gemüsebrühe30 g geräucherter Bacon
Olivenöl

Die Gurken grob würfeln. Den Knoblauch fein reiben. Mit ein wenig der Gurkenflüssigkeit mit Hilfe eines Stabimixers oder im Standmixer fein pürieren. Die restlichen Flüssigkeiten zugeben und weiter pürieren. Ein paar Stunden kalt stellen.

Zum Servieren den Bacon in etwas Olivenöl knusprig braten. Zusammen mit einigen Tropfen Olivenöl über die angerichtete Suppe geben.

Quelle: Chili & VaniliaKovászos uborka krémleves

Und was gab es bei den anderen beiden? Susi zauberte ein Lamm im Haselnussblatt:

und bei Sina gab es eine Himbeer-Panna cotta, bei der sie sich ärgerte nur so wenig gemacht zu haben:

Weihnachten 2014: Weihnachtsessen Teil I – Leberknödelsüppchen nach Plachutta

 1. Weihnachtsfeiertag! Ausschlafen, den Baum noch weiter bewundern, gemütlich mit dem Essen basteln beginnen. Weihnachtsessen sind bei uns eher unaufwendiges Comfort Food anstatt aufwendige Fünf-Gänge-Menüs. Es darf aber trotzdem was Besonderes, Festliches sein, eben sonntagsessenwürdig. Außerdem mögen wir es nicht, wenn wir noch eine Woche von den Resten essen müssten, also planen wir meist relativ genau. Der Plan für das diesjährige Weihnachtsessen beinhaltete:

  • Vorspeise: Hühnerbouillon mit Leberknödelchen nach Plachutta
  • Hauptgang: Brathähnchen mit ebenfalls nach Plachutta inspirierter Semmelknödelfüllung
  • Nachtisch (Dessert sieht anders aus *g*): Vanillepudding mit im Sommer selbsteingeweckten Gewürz-Heidelbeeren

Heute dann erst die Vor- und Nachspeise. Als meine Eltern zu meinem Geburtstag Mitte Dezember hier waren, entdeckte Frau Mama den Herrn Plachutta für sich, als ich ihr das Buch „Meine Wiener Küche“ von dem österreichischen Haubenkoch in die Hand drückte. Das Buch brachte mir der Coladieb von seinem Wien-Besuch im Sommer mit und wie ich jetzt erst sah, ist es sogar signiert. Huch. Jedenfalls lachte Frau Mama das Leberknödel-Rezept an und so wurde die geplante Brühe, um diese Einlage erweitert. Um den ersten Feiertag arbeitstechnisch zu entzerren, wurden die Nockerl schon am Sonntag vorher zubereitet und portionsweise eingefroren. Funktionierte 1a! Also keine Ausreden mehr, dass es so aufwendig sei schöne Suppeneinlagen zu basteln, einmal eine größere Menge herstellen, einfrieren und für die nächsten Süppchen perfekt vorbereitet sein!

Während ich mich um den vorweihnachtlichen Entenbraten mit Beilagen kümmerte, bastelte Frau Mama die Lebernockerl (hach, diese österreichischen Wörter immer *verzücktsei*). Nur sind sie etwas gröber geraten als eigentlich gedacht, weil ich schätze, dass Frau Mama ein paar kleine aber wichtige Worte überlas ;-) Aber nicht schlimm, sie waren auch soo unglaublich lecker, dass ich mich/wir echt zusammenreißen musste, nicht alle Knödelchen sofort zu essen. Und ich war nicht die einzige, der es so ging *g* Fluffig, würzig, süchtigmachend! Ich hoffe, ich werde sie öfter in klaren Suppen vorfinden!

Lebernockerl/Leberknödel

Zutaten für 4 Personen als Vorspeisensuppe-Einlage:
1/2 Zwiebel, feingehackt
1 EL Butter zum Anschwitzen
1/2 Brötchen/Semmel oder 25 g Weißbrot
100 g Hähnchenleber
30 g Butter
1 Ei
20 g Semmelbrösel
1/2 Knoblauchzehe, gepresst
1 EL Majoran
1 EL Petersilie, gehackt
Salz, Pfeffer

(1) Die Butter in einer kleinen Pfanne zerlassen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Etwas abkühlen lassen.
(2) Semmel/Weißbrot in kleinere Würfel schneiden und in etwas kaltem Wasser einweichen, gut ausdrücken. Leber in feine Würfel schneiden (oder auf dem Brett schaben). Mit den Zwiebeln, ausgedrücktem Brot und den restlichen Zutaten und Gewürzen gründlich verrühren. Im Kühlschrank ca. 30 Minuten quellen lassen.
(3) Salzwasser in einem breiten Topf aufkochen lassen, auf mittlerer Hitze zurück stellen. Das Wasser sollte nur leicht sieden.
(4) Je nachdem welche Größe die Nockerl haben sollen, mit Hilfe von zwei nassen Tee- oder Suppenlöffeln Nocken aus der Masse abstechen. Den Teig von Löffel zu Löffel schubsen, indem man immer wieder hinter die Masse auf dem Löffel schiebt. So wird die Luft aus der Masse gedrückt und sie damit kompakter. Die Chance, dass die Knödelchen zerfallen, sinkt. Probeweise ein Leberknödel in das Wasser geben und garen, um zu testen, ob sie auch zusammen halten.
(5) Portionsweise die Knödel in ca. 8 Minuten garen, je nachdem welche Größe sie haben.

Zum Servieren in hausgemachte, klare Hühner- oder Rinderbrühe geben. Göttlich!

Quelle: nach Plachutta E., Plachutta M. (2008): Meine Wiener Küche. Christian Brandstätter Verlag. 3. Auflage 2011. p 49

Und hier dann noch die Dokumentation des Nachtischs. Nein, Dessert kann man das nun wirklich nicht nennen, aber einen guten altmodischen Nachtisch. Nachdem Herr Papa und Zwerg erst skeptisch waren, ob der Heidelbeeren, waren sie nach dem Kosten umso begeisterter! Den kommenden Sommer müssen definitiv mehr Gewürz-Heidelbeeren nach diesem Rezept eingekocht werden!

Erbsen-Feta-Minz-Dip

Ich liebe Erbsen!

Das musste jetzt mal gesagt werden. Erbsen sind mit Abstand mein liebstes Gemüse, sobald es grüne Erbsen gibt, in welcher Form auch immer, lass ich alles andere stehen und liegen! Schon als kleines Kind mochte ich es total gerne bei meinen ungarischen Großeltern auf der Bank im Hof zu sitzen und die frischen Erbsen für die immer noch heißgeliebte ungarische Erbsensuppe aus ihren Schoten zu befreien.

Und es ist immer noch eine meiner liebsten Arbeiten. So herrlich meditativ. Die Hände tun ihre Arbeit ohne, dass man großartig drüber nachdenken muss. Ab und zu verschwindet mal eines der grünen Juwelen im Mund ;-) Leider haben Erbsen ja nur eine wirklich kurze Saison. Aber als ich die Packung mit frischen Erbsen im Supermarkt nebenan sah, mussten sie einfach mit nach Hause. Egal, wie die sonstigen Essenspläne aussahen. Aber was jetzt damit machen, außer sie gleich einfach alle frisch aus der Schote zu essen? Irgendwas, wo ihr Geschmack richtig gut zur Geltung kommt und sie nicht nur eine Nebenrolle spielen. Und es sollte zum Abendbrot passen, die Mittagessenspläne wollten so bestehen bleiben. Hmm, ein Dip, der gut zu Brot passt, wäre was. Minze ist doch ein Klassiker zu Erbsen und Feta passt bestimmt auch. Gedacht, getan. Die gepalten Erbsen brauchen wirklich nicht ewig zu kochen und richtig fein müssen sie auch nicht püriert werden, ein paar Stücke schaden nicht. Und der Dip ist wirklich lecker! Also ernsthaft! Passte wunderbar zu dem Landbrot, das ich noch käuflich erstand (an Sauerteigbrot traue ich mich immer noch nicht ran) und das gekochte Ei war das i-Tüpfelchen. Ein würdiges Wochenend-Abendbrot!

Erbsen-Feta-Minz-Dip

Zutaten für 2 Portionen:
500 g frische Erbsen in der Schote
(etwa 200-250 g gepalt, gern auch TK)
½ Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
50 g Feta
5-7 Blätter frische Minze
1 Spritzer Zitronensaft

(1) Die Erbsen palen. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Minze fein hacken.
(2) In einem Topf das Olivenöl erhitzen. Die Zwiebelwürfel bei mittelhoher Hitze glasig andünsten. Die Knoblauchwürfel dazu geben und kurz mit andünsten bis er duftet. Die Erbsen zugeben, etwas salzen. Deckel drauf geben und 3-5 Minuten dünsten. Wer etwas Angst davor hat, dass sie verbrennen, gibt einen wirklich winzigen Schluck Wasser dazu.
(3) Die Erbsen-Zwiebel-Mischung in ein hohes Gefäß geben (wenn noch etwas Wasser im Topf ist, das dort lassen). Mit einem Pürierstab grob pürieren, so dass einige Erbsen noch ganz sind, andere schon cremig. Den Feta und Minze drunter rühren. Mit Pfeffer, Salz und dem Zitronensaft abschmecken.

Genießen!

Passt wunderbar zu Landbrot oder geröstetem Weißbrot.

Und weil es eine so besondere Gelegenheit für mich ist, mit frischen Erbsen kochen zu können (ich rechne bei meinen eigenen jede Minute mit Blüten *g*) und es dann auch noch so lecker war, mache ich hiermit beim Garten-Koch-Event Juni „Erbsen“ mit. Danke an Sus für die Ausrichtung!

Garten-Koch-Event Juni: Erbsen [30.06.2014]

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