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Wärmende Wintersuppe: Ukrainischer Borschtsch

Diesen Monat gehe ich wieder auf kulinarische Weltreise mit Euch, die „Volker mampft“ organisiert. Wir bereisen kein spezielles Land, sondern zeigen der geneigten Leserschaft allerbestes Comfort Food aus verschiedenen Teilen der Welt.

Aber was ist Comfort Food überhaupt? Das ist für jeden was anderes, aber überlegt mal, was Ihr am liebsten esst, wenn es Euch nicht gut geht. Wenn Ihr Stress habt, bei Liebeskummer, Heimweh, wenn Euch Eure Lieben fehlen. Bei mir sind es die Geschmäcker der Kindheit, wenn etwas gut wärmt und wenn es mir richtig schlecht geht, sind es Gerichte, die gut runterrutschen, also Suppe oder Kartoffelbrei zum Beispiel.

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise von @volkermampft

Heute möchte ich Euch Borschtsch vorstellen. Eine Suppe, die wohl eigentlich aus der Ukraine kommt, aber auch in vielen anderen Ländern Osteuropas beliebt ist. Gemein ist vielen Varianten, dass eine nicht unerhebliche Menge Rote Bete und Kohl reinkommt. Und, dass etliches vom Gemüse in der Pfanne angebraten wird, bevor es in die schon köchelnde Suppe kommt. Im Studentenwohnheim lebte auch Andrej eine Zeit lang bei uns, der aus Sibirien kam (Er lief schon bei 15 °C Außentemperatur in kurzen Hosen und Tanktop rum…). Und weil wir von unserem Flur öfters zusammen kochten (dabei lernte ich auch chilenische Tortilla oder italienische Carbonara), kochte er uns irgendwann mal eine Borschtsch, wie seine Mutter ihn zubereitete und dort hat er auch die Rote Bete, Zwiebeln und Möhren vorher angebraten. Fand ich spannend damals, die Technik kannte ich auch noch nicht im Zusammenhang mit Suppe, aber das gibt dem Gemüse nochmal ein besonderes Aroma.

In Olia Hercules wunderbaren Buch „Mamushka“ ist dieser Borschtsch das allererste Rezept. Im Gegensatz zu sonstogen Rezepten kommen noch Kidneybohnen und Paprikaschote rein, was mir neu war, mich aber auch reizte. Ja, das ist kein Essen, dass in 30 Minuten fix und fertig auf dem Tisch steht. Die Suppe braucht ihre Zeit, immerhin wird erst eine Fleischbrühe gekocht, in der dann das Gemüse mitgegart wird. Aber ich wurde mit einem wunderbaren Ergebnis belohnt. Und ihr auch, wenn Ihr den Borschtsch nachkocht. Eine reichhaltige, wunderbar würzige Suppe, die gut sättigt. Die Aromen harmonieren wunderbar: das Umami des Fleisches mit der Erdigkeit der Wurzelgemüse, die fruchtige Säure der Tomaten und Paprika und als i-Tüpfelchen der frische Schmand mit dem Dill. Die sind wirklich essentiell! Und noch ist das Wetter ja so richtig winterlich, also ab in die Küche mit Euch und setzt einen großen Topf diesen leckeren Borschtschs an!

Ukrainischer Rote Bete-Eintopf – Borschtsch (борщ)

Zutaten für 6 Portionen:

500 g gut durchwachsenes Suppenfleisch vom Rind
1 Zwiebel
1 Lorbeerblatt
2,5 l Wasser
Salz

200 g Rote Bete
200 g Kartoffeln
1 Zwiebel
1 Möhre
1 rote Paprikaschote
1 EL Tomatenmark
1 große Tomate
1/2 mittlerer Kopf Spitzkohl
1 Dose Kidneybohnen (400 g)
2 EL Sonnenblumenöl
Pfeffer

Zum Servieren:
100 ml Schmand
1/2 Bund Dill
frisches Brot

(1) Als erstes die Brühe ansetzen. Dafür die Zwiebel häuten, aber ganz lassen. Zusammen mit dem kalten Wasser, Suppenfleisch, Lorbeerblatt und etwas Salz in einen großen Topf geben. Die Suppe abgedeckt bei mittelhoher Hitze zum Kochen bringen (das dauert ein bisschen länger) und dann bei kleiner Hitze leise simmernd 1 Stunde köcheln lassen.
(2) Währenddessen das Gemüse vorbereiten. Die Rote Bete schälen und in streichholzgroße Stückchen schneiden. Die Kartoffeln schälen und in ca. 1 cm große Stücke schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Karotte schälen und grob raspeln. Die Paprika waschen, halbieren, Kerngehäuse entfernen und in kleinere Würfel schneiden. Die Tomate auf der groben Seite der Reibe reiben und die Haut entsorgen. Den Spitzkohl in feine Streifen schneiden. Die Kidneybohnen aus der Dose in ein Sieb kippen und unter fließendem Wasser abspülen.
(3) Nach der Stunde Kochzeit die Rote Bete und Kartoffeln in die Suppe geben. Salzen und pfeffern. 30 Minuten mitkochen lassen.
(4) Währenddessen eine große Pfanne mit dem Öl erhitzen. Die Zwiebel und geriebene Möhre darin 5-7 Minuten unter Rühren bei mittelhoher Hitze anbraten bis die Karotte weich ist und beginnt zu karamellisieren. Paprikastücke und Tomatenmark zufügen, unterrühren und 1 Minuten mitbraten. Die geriebene frische Tomaten zufügen, mit allem vermischen und etwas reduzieren lassen. Dann das Gemüse in die Suppe geben. Etwas salzen und pfeffern.
(5) Zum Schluss den Kohl und die Kidneybohnen in den Eintopf geben und etwa 7 Minuten mitkochen lassen. Den Dill fein hacken.
(6) Das Fleisch sollte mittlerweile auch zart sein. Herausnehmen und klein würfeln. Zurück in die Suppe geben. Nochmal kosten, ob Salz und/oder Pfeffer fehlt, gegebenenfalls nachwürzen.

Mit etwas Schmand und Dill bestreut servieren. Dazu passt wunderbar frisches Brot!

Genießen!

Quelle: Hercules, O. (2015): Mamushka. Mitchell Beazley. p 12

Töltött káposzta – Gefülltes Kraut auf ungarische Art

Winterzeit ist traditionell die Zeit, in der in Ungarn (und wahrscheinlich auch in Deutschland) Schweine geschlachtet werden. Es ist praktisch, dass es kalt ist, wodurch Fleisch und Innereien nicht so schnell verderben und es sind auch nicht so viele Fliegen und andere Insekten unterwegs. Jedenfalls war so ein Schlachten im Dezember auch ganz praktisch, um frisches Fleisch zu Weihnachten haben und so auch noch Wurst und Schinken vorbereiten konnte, die man für die Festtagsgelage brauchte.

Ein typisches ungarisches Weihnachtsgericht ist „Töltött káposzta“, also gefülltes Kraut. Im Gegensatz zu den deutschen Kohlrouladen, wird die ungarische Variante (und ich glaube auch in vielen anderen Ländern des Balkans) mit Sauerkraut gemacht. Sowohl wird das Hackfleisch in die Blätter eines ganzen fermentierten Kohls gewickelt, als auch normales Sauerkraut zwischen die Schichten gelegt. Und weil es Winter ist und Weihnachten noch nicht allzu lange her, möchte ich Euch dieses Rezept ans Herz legen. Ja, es ist etwas aufwendiger und für wesentlich weniger Portionen lohnt sich der Aufwand auch nicht wirklich, aber es ist soo köstlich, dass Ihr das auch ruhig außerhalb der Feiertage nachkochen könnt :-) Wir lieben es sehr! Wer an keine ganzen gesäuerten Kohlblätter kommt, kann gerne dieses Rezept für ungarisches geschichtetes Kraut ausprobieren.

Töltött káposzta (Szárma) – Gefülltes Kraut auf ungarische Art

Zutaten für 8 Portionen:
1 ganzer Kopf fermentierter Weißkohl (ca. 1,3 kg)
200-300 g geräuchertes Kasslerfleisch
200 g ungarische Paprikawurst (Kolbász) (optional)
100 g fetter, geräucherter Speck
1-1,5 kg Sauerkraut
ca. 1 l Wasser

Für die Füllung:
750 g Hackfleisch
1-2 Zwiebeln (je nach Größe)
2 Eier
100 g Langkornreis, ungekocht
1 TL Paprikapulver edelsüß
Salz, Pfeffer

Für die Mehlschwitze:
5-6 EL Öl
1 Zwiebel
2-3 EL Mehl
2 EL Paprikapulver edelsüß
ca. 500 ml kaltes Wasser

Zum Servieren:
Schmand
frisches Weißbrot

(1) Von dem Kohlkopf die einzelnen Blätter vorsichtig ablösen. Aus jedem Blatt den harten Mittelteil heraus schneiden und falls es sehr groß ist, halbieren. Auf einem Teller zwischen lagern. Hier wurden es 22 halbe Blätter. Den restlichen Kohl erstmal ganz lassen, falls doch noch Einhüllblätter gebraucht werden.
(2) Die Paprikawurst dritteln. Das Kasslerfleisch in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Den Speck in größere, aber dünnere Stücke zerteilen. Den Speck schon einmal auf dem Boden eines sehr großen Topfes legen (mindestens 6 l).
(3) Für die Füllung das Hackfleisch in eine Schüssel geben. Die Zwiebeln fein würfeln und dazu geben. Ebenso die restlichen Zutaten. Alles gründlich verkneten, so dass die Gewürze gleichmäßig verteilt sind.
(4) Die Krautblätter füllen.

Dafür ein Blatt auf die flache Hand legen. Das dickere Ecke zu den Fingern, die dünnere Richtung Handgelenk zeigen. 1-1,5 EL des Hackfleischs mittig etwas vom oberen Rand entfernt drauf legen.

Dann die obere Seite über das Hack legen. Die beiden Seiten einklappen und dann so eng wie möglich aufrollen.

So viele Blätter auf diese Weise mit dem Hackfleisch füllen bis es aufgebraucht ist.
(5) Den Rest vom Sauerkrautkopf in feine Streifen schneiden. Zusammen mit dem Sauerkraut (erstmal nur 1 kg nutzen) waschen und gut ausdrücken, wenn es Euch zu sauer sein sollten.

(6) Jetzt geht es ans Schichten. Auf die Speckstreifen eine Schicht des Sauerkrauts geben. Dann die Hälfte der Sauerkrautröllchen eng legen und darauf die Hälfte des Kasslers und 1-2 Stücke der Paprikawurst. Auf alles wieder eine Schicht Sauerkraut geben. Die Hackröllchen, Kassler und Paprikawurst wie in der ersten Schicht verteilen. Darauf dann großzügig eine letzte Schicht Sauerkraut geben, damit alles bedeckt ist. Vielleicht ist es nötig, dass die letzten 500 g Sauerkraut angebrochen werden.

So viel kaltes Wasser drauf gießen, dass so etwa 1-1,5 cm unter der letzten Schicht Sauerkraut zu sehen ist. Hier war es ca. 1,5 l Wasser. Deckel aufsetzen.
(7) Bei höherer Hitze (Stufe 2,5 von 3) zum Kochen bringen und ab dem Zeitpunkt des Kochens die Hitze auf mittel-niedrige Stufe (Stufe 1 von 3) zurück schalten und 90 Minuten langsam schmoren lassen.
(8) Kurz vor Ende der Kochzeit die Mehlschwitze zubereiten. Dafür die Zwiebel häuten und fein würfeln. Das Öl in einem kleinen Topf bei höherer Hitze heiß werden lassen. Die Zwiebel darin glasig anschwitzen. Das Mehl zufügen und etwas anbraten bis leicht goldfarben ist. Das Paprikapulver zufügen und sofort mit einem großzügigen Schluck des kalten Wassers ablöschen. Mit einem Schneebesen enthusiastisch rühren und bei mittelhoher Hitze nach und nach alles Wasser zugeben. So lange unter Rühren erhitzen bis die Paprika-Mehlschwitze etwas gebunden ist.
(9) Alles vorsichtig unter die gegarten Sarma rühren und noch etwa 5 Minuten köcheln lassen.

Heiß mit etwas kühlem Schmand und frischem Weißbrot servieren.

Genießen!

Quelle: Borbás, M. (2018): Sürüje II. Stratcomm Kft. p 99

Ungarisches Gelbe Erbsen-Gemüse oder Einfach(er) guter Pamps

Man möchte es nicht glauben, aber auch ich kenne noch ganz viele ungarische Gerichte nicht. Das kommt zum einen daher, dass ich meistens im Sommer dort war. Und daran dass ich nie in Ungarn zur Schule gegangen bin, also auch keine typischen Mensa/Schulspeisungsgerichte kenne, vor denen sich viele heutzutage noch gruseln. Dafür kann ich Euch über DDR-Schulspeisungsessen was erzählen, aber das ist nicht nur gruselig. Eigentlich war das Essen da okay für mich, aber ich bin ja auch kein ultramäkeliger Esser ;-)

Zurück zur ungarischen Mensa. Dort gab es wohl öfter Fözelék, also diese monothematischen Gemüsegerichte z.B. nur aus Erbsen, Kartoffeln, Bohnen etc. plus einer Beilage wie Spiegelei, Gulaschreste, Klopse oder ähnlichem. Und die liebe ich ja sehr! Wie eingangs erwähnt kenne ich von der Familie eher die Sommer-Fözeléks und erarbeite mir die Wintervarianten eben selbst. Im Budapest-Urlaub letztes Jahr Februar nahm ich eine Packung geschälte gelbe Erbsen mit. Eigentlich mit dem festen Vorsatz noch in der kalten Jahreszeit dieses ungarischen Erbsen-Gemüse zu kochen. Dann kam der ganze Corona-Mist. Ich war zwar zu Hause (von wegen Risikogruppe), aber ich hatte keinen großartigen Nerv, um mich mit neuen Sachen zu beschäftigen. Ich hielt mich eher an mein altbekanntes Comfort Food, das beruhigt und nicht viel Hirnschmalz erfordert. Aber der Mensch ist anpassungsfähig und gewöhnt sich an Situationen. So probiere ich doch wieder gerne neue Sachen, auch wenn sie immer noch eher Alltagsküche sind und nicht so super aufwendig. Das super aufwendige überlasse ich gerne anderen ;-)

Und dieses Gelbe Erbsen-Gemüse ist erfreulich unaufwendig, die Erbsen brauchen nur ihre Zeit bis sie gar sind. Es sind nicht mal unglaublich viele Zutaten notwendig, es lässt sich alles im Vorratsschrank finden. Damit die Erbsen etwas schneller garen, können sie so 3 Stunden vor dem eigentlichen Kochen in Wasser eingeweicht werden. Dann wird schnell der Ansatz aus Zwiebel, Knoblauch und Gewürzen gemacht, Erbsen zugeben und etwa 1 Stunde köcheln. Dabei solltet ihr nur aufpassen, dass die Erbsen am Anfang nicht überkochen, wenn ihr das Gemüse zum Kochen bringt. Gibt eine Riesensauerei *eigeneErfahrung* Und gegen Ende der Kochzeit solltet ihr öfter umrühren, sonst brennt der Pamps leicht an. Und das will ja auch keiner, oder? Aber heraus kommt ein wirklich leckeres Gemüse, dass durch die angeschmorten Zwiebeln den richtigen Pfiff bekommt. Und wenn man nicht gerade eine Restbratwurst wie als Beilage brät, ist es sogar vegan. Wenn Ihr noch nie Gelbe Erbsen hattet, wie ich oder sie vielleicht sogar mögt, probiert dieses Gericht dringend diesen Winter noch aus!

Ungarisches Gelbe Erbsen-Gemüse – Sárgaborsófözelék

Zutaten für 2 Portionen:
250 g halbe Gelbe Erbsen
1 kleine Zwiebel
1-2 Knoblauchzehen
1,5 EL Öl
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
750 ml Wasser
Salz, Pfeffer

Zum Andicken:
1 gehäufter EL Mehl
50 ml Wasser

Einlage:
2 Zwiebeln
1 EL Öl
Paprikapulver zum Bestreuen
und/oder
Bratwurst

Einweichzeit: 2-3 Stunden
Kochzeit: ca. 1,5 Stunden insgesamt

(1) Etwa 2-3 Stunden vor dem geplanten Kochen, die Erbsen in eine Schüssel geben, mit Wasser bedecken, durchwirbeln und das Wasser abgießen, noch 2-3 mal wiederholen. Dann die Erbsen gut mit Wasser bedecken und zur Seite stellen.
(2) Wenn Ihr kochen wollt, die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und sehr fein würfeln. Das Öl in einem höheren Topf bei höherer Hitze erhitzen. Die Zwiebel bei mittelhoher Hitze darin glasig andünsten. Den Knoblauch hinein geben und so lange mitbraten bis er duftet (ca. 30-60 Sekunden). Das Paprikapulver hinein streuen und sofort etwa 50 ml vom abgemessenen Wasser zufügen (so wird das Paprikapulver nicht bitter) und gut verrühren. So lange köcheln lassen bis das Wasser verdunstet und ihr das Fett wieder zischen hört.
(3) Die Erbsen abgießen und zusammen mit dem restlichen Wasser in den Topf geben. Gut verrühren. Deckel auflegen und ab dem Zeitpunkt des Kochens ca. 60 Minuten bei mittelkleiner Hitze und halb geöffnetem Deckel köcheln lassen bis die Erbsen weich sind. Vorsicht! Bei geschlossenem Deckel kochen die Erbsen schnell über. Nach ca. 30 Minuten die Erbsen schon mal etwas salzen. Und gegen Ende der Kochzeit öfter umrühren, da die Masse gerne am Boden anbrennt.
(4) Während die Erbsen kochen, die Zwiebeleinlage vorbereiten. Dafür die Zwiebeln häuten, halbieren und längs in dünnere Streifen schneiden. Das Öl in einer kleineren Pfanne bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze so lange dünsten bis sie schön weich und süßlich und etwas braun sind. Herausnehmen und zur Seite stellen.
(5) Wenn die Erbsen weich sind – einige werden verkocht sein, andere noch etwas Biss haben – das Mehl mit dem kalten Wasser klümpchenfrei verrühren und unter die Erbsen rühren. Noch einige Minuten kochen lassen, damit der Mehlgeschmack vergeht. Den Topf vom Herd nehmen und mit geschlossenem Deckel noch so 10 Minuten ruhen lassen.

Mit den Zwiebeln und frischem Weißbrot servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös, Z. (2016): 83 kedvenc magyar receptem. Lunchbox kiado. p 90

Blog-Event CLXX: Vier Ideen für Raclettepfännchen

Dieser Beitrag enthält Werbung für Schweizer Käse

Mögt Ihr Käse? Vielleicht auch noch warm und zerlaufen? Dann mögt ihr auch Raclette, oder? Die dunkle Jahreszeit scheint ja prädestiniert zu sein für gemütliche Racletteabende. Neben dem Käsefondue ist Raclette eines der Schweizer Nationalgerichte, die eine lange Tradition haben. Ursprünglich wird die Oberfläche eines Käselaibs erhitzt und dann auf den Teller geschabt. Das wussten wir nur nicht als uns in den 90ern die Raclette-Welle in Norddeutschland erreichte und meine Eltern ein solches Gerät mit Pfännchen kauften. Wir warfen Fleisch und Würstchen auf die Platte obenauf und in die Pfännchen kamen diverse Gemüsesorten, die mit Käse einfach überbacken wurde. Nicht gerade original. Und der Käse war es definitiv auch nicht.

Aber endlich konnte ich mal Originalkäse kosten. Beim CLXX. Blogevent das Zorra in Zusammenarbeit mit Schweizer Käse veranstaltet, werden kreative Ideen für Pfännchen gesucht. Dafür wurden von Schweizer Käse Pakete mit einem großen Stück Raclette Suisse und einem Raclettegerät für zwei Personen zur Verfügung gestellt.

Blog-Event CLXX mit Schweizer Käse - Kreative Raclette Pfännchen (Einsendeschluss 15. Dezember 2020)

Aber warum ist der Schweizer Käse eigentlich so berühmt? Die unterschiedlichen Käsesorten wie Appenzeller, Le Gruyère AOP oder der Raclette Suisse werden in Handarbeit in kleinen Dorf- und Alpkäsereien in der Schweiz hergestellt, die tagesfrische Milch aus der Umgebung verwenden. Dabei wird wert darauf gelegt, dass keine seltsamen Zusatzstoffe benutzt werden Und diese Qualität wird nicht nur in der Schweiz geschätzt, sondern in der ganzen Welt.

Und der uns zur Verfügung gestellte Raclette Suisse kann wirklich was! Er riecht für mein empfindliches Näschen ziemlich intensiv, aber der Geschmack ist großartigst! Die dreimonatige Reife des Käses aus Kuhmilch macht sich wirklich bezahlt. Ich hoffe, ich finde den nochmal in einem Laden… Und was für Pfännchen habe ich jetzt für uns gemacht? Insgesamt vier verschiedene Versionen, zum einen natürlich unsere Familienvariante mit viel buntem Gemüse, dann eine Variante mit Spätzle, wie wäre es mit einem Hotdog-Pfännchen und dann eine klassische Variante mit gekochten Kartoffeln. Natürlich sind erstmal ein bisschen Vorbereitung und viele Schüsselchen nötig:

Zutaten für die vier Varianten für 3-4 Personen:
300-400 g Raclette Suisse
3-4 größere Kartoffeln
Salz
1/2 Portion Spätzle
(selbstgemacht oder aus der Kühlung)
3 Zwiebeln
1 EL Butter
neutrales Öl
250 g Champignons
Pfeffer
1-2 Möhren/Karotten/Wurzeln
30 g Speck
2 Frühlingszwiebeln
2 Wiener Würstchen
eingelegter Dänischer Gurkensalat (Glas)
1/2 Paprikaschote
1/2 Zucchini
1 kleine Dose Mais
einige Scheiben Weißbrot
Ketchup, Senf

(1) Den Käse versuchen in 4-5 mm dicke Scheiben zu schneiden. Auf einem Teller arrangieren.
(2) Die Kartoffeln schälen, in mundgerechte Stücke schneiden und in Salzwasser garen. Abgießen und in einem Schüsselchen zur Seite stellen.
(3) Die Spätzle nach dem hinterlegten Rezept schnell zubereiten. Das geht wirklich schnell, weil der Teig der ungarischen Version nicht ruhen muss, sondern grob zusammen gerührt wird, während das Wasser schon kocht. Oder Ihr befreit die im Supermarkt gekauften aus ihrer Verpackung.
(4) Für die karamellisierten Zwiebeln, die Zwiebeln häuten, halbieren und in dünne Streifen (nicht Halbmonde) schneiden. Die Butter und einen Schluck Öl in einer mittelgroßen Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln zufügen, etwas salzen und bei kleinerer Hitze (Stufe 1 von 3) ganz langsam schmoren bis die braun und weich geworden sind. Hier dauerte das etwa 30 Minuten. In einem Schälchen zur Seite stellen.
(5) Von den Champignons die Stielenden ab- und die Köpfe in dickere Scheiben schneiden. Eine größere Pfanne auf hoher Stufe heiß werden lassen und die Pilzscheiben trocken darin anbraten bis sie braun. Rausholen, mit Salz und Pfeffer würzen und zur Seite stellen.
(6) Die Möhren schälen, in Scheiben schneiden und in kochendem Salzwasser bissfest garen. Abgießen, gut abtropfen lassen und zur Seite stellen.
(7) Jetzt noch die restlichen kalten Zutaten vorbereiten und auf Schälchen verteilen. Den Speck in Würfel schneiden, die Frühlingszwiebeln putzen und in dünne Ringe schneiden. Die Würstchen in mitteldicke Scheiben schneiden. Einige Scheiben der eingelegte Gurken gut abtropfen lassen. Paprika und Zucchini waschen und trocknen. Die Paprika entkernen und in dünne Streifen schneiden, diese nochmals halbieren. Die Zucchini zu Halbmonden verarbeiten. Mais abtropfen lassen und das Brot in praktische Stücke schneiden.

Jetzt geht der gemütliche Teil los:

Kartoffel-Speck-Pfännchen

Zuerst die Kartoffeln auf der Plaate des Raclettegeräts von allen Seiten etwas anbraten. In das Pfännchen geben. Einige Stückchen Speck, vielleicht Champignonsscheiben und Frühlingszwiebelringe drauf streuen, mit Raclette Suisse-Scheiben belegen und unter die Heizspirale schieben. So lange backen bis der Käse zerlaufen sind und der Speck leicht knusprig wird.

Kässpätzle-Pfännchen

Die Spätzle in die Pfanne geben, gerne auch etwas Speck oder angebratene Champignonscheiben untermischen, dann mit den geschmorten Zwiebeln belegen. Raclette Suisse auf das Pfännchen legen und so lange backen lassen bis der Käse zerlaufen und leicht braun wird, wenn man das mag.

Hotdog-Pfännchen

Eine halbe Scheibe Brot auf der Platte des Raclettegeräts von beiden Seiten rösten. Währenddessen den Boden des Pfännchens mit Wiener Würstchen-Scheiben auslegen. Die eingelegten Gurken und geschmorten Zwiebeln darauf verteilen, mit Raclette Suisse belegen und in das Gerät schieben bis der Käse nach eigenem Geschmack zerlaufen ist. Das geröstete Brot mit Ketchup und/oder Senf bestreichen und den heißen Inhalt des Pfännchens darauf gleiten lassen.

Buntes Gemüse-Pfännchen

Die Gemüsezutaten nach Belieben im Pfännchen mischen, mit dem Raclette Suisse belegen und im Gerät so lange garen bis der Käse nach Eurem Geschmack geschmolzen und eventuell braun wird.

Genießen!

Natürlich könnt Ihr auch so die Zutaten auf der Platte garen, zum Beispiel den Speck knusprig braten und im ausgetretenen Fett die Kartoffelstückchen anbraten. Die Zucchinihalbmonde machen sich ebenfalls wunderbar. Oder röstet mehr Brotscheiben darauf. Und eigentlich könnt ihr alles kombinieren, wie es Euch schmeckt. Aber warmer, geschmolzener Raclette Suisse macht wirklich alles besser!

Und wenn was von den Zutaten übrig bleibt? Ich habe sie einfach am nächsten Tag in eine Auflaufform geschmissen, gut durch gemischt und ebenfalls mit dem Raclette Suisse belegt und für 30 Minuten in den 180°C heißen Ofen geschoben. Auch sehr geil!

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