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Ungarische Alltagsküche aus dem Vorratsschrank – Pásztortarhonya

Es gibt doch in jeder Nation so Gerichte, die man notfalls aus dem zusammen basteln kann, was so im Vorratsschrank ist. Diese Hirtengraupen scheinen eine ungarische Variante dessen zu sein. Aber das, was ich hier mit “Graupen“ übersetze, ist nicht das, was wir in Deutschland unter Graupen verstehen, sondern kleine Nüdelchens. Klassischerweise wird dafür ein sehr fester Nudelteig hergestellt, der dann über eine grobe Reibe gezogen, eben zu Tarhonya (gesprochen: Tarhonja) verarbeitet wird. Die Handarbeit macht sich in Ungarn heutzutage aber kaum noch jemand, sondern kauft sie im nächsten Supermarkt (Wer die hier in Deutschland mal kosten will, sucht sie bei Amazon und nimmt die der Firma „Gyermelyi“.). Ich mag sie mittlerweile sehr gerne und bringe sie von jedem Ungarnurlaub mit,obwohl sie in meiner Familie keine große Tradition haben. Wenn ich so überlege, habe ich sie noch nie von meinen Tanten gekocht gegessen…
Dieses Rezept sah ich in einem ungarischen Kochbuch (wo sonst 😉), dass, behaupte ich mal, eher für jüngere Leute geschrieben wurde, die vielleicht Sehnsucht nach Omas klassischer Küche haben.
Es ist ein recht einfaches Rezept, dass mit wenig Zutaten auskommt, die aber wunderbar miteinander harmonieren und ein schön herzhaftes Gericht ergeben. Und zwar so lecker, dass ich es schon mehrfach wiederholt habe. Auch die Eltern fanden es sehr köstlich :-)

Pásztortarhonya – Ungarische Hirtengraupen

Zutaten für 4 Portionen:
250 g Tarhonya
70 g geräucherter Speck
3 EL neutrales Öl
1 mittlere Zwiebel
1 gehäufter EL Tomatenmark
3 Knoblauchzehen
2 gehäufte TL Paprikapulver
800 ml heiße Brühe (oder Wasser), evtl. etwas mehr
Salz, Pfeffer
400 g Kartoffeln
100 g Kolbász

(1) Zuerst die Zutaten vorbereiten. Den Speck würfeln. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten. Die Zwiebel fein würfeln. Die Kartoffeln schälen und in ca. 1-1,5 cm große Würfel schneiden. Die Kolbász in dünne Scheiben schneiden.
(2) 2 EL Öl in einem größeren Topf erhitzen. Die Tarhonya darin bei hoher Hitze braun braten. Herausnehmen.
(3) Die Hitze kleiner stellen und in dem Topf das restliche Öl mit dem Speck zusammen geben. Beginnen, den Speck bei mittel-kleiner Hitze auszulassen und dabei anzubraten. DIe Zwiebelwürfel zufügen und glasig dünsten lassen. Das Tomatenmark zufügen und unter Rühren mit anbraten. Dann den Topf vom Herd nehmen, die Knoblauchzehen durch eine Presse gedrückt, und das Paprikapulver zufügen. Gut verrühren und sofort danach mit der heißen Brühe oder Wasser auffüllen. Mit Salz und Pfeffer würzen, aufkochen lassen. Die angebratenen Tarhonya wieder in den Topf geben mit abgedeckt bei mittlerer Hitze 8 Minuten kochen lassen.
(4) Nach der Zeit die Kartoffeln und Wurstscheiben zugeben. Gut verrühren. Deckel auflegen und ab dem Zeitpunkt des Kochens ca. 25 Minuten bei mittelkleiner Hitze köcheln lassen bis die Kartoffeln gar sind. Dabei öfters umrühren, weil das Essen gerne am Topfboden ansetzt.

Nochmal kosten, ob Salz fehlt und mit einem sauer eingelegten Gemüse oder Salat servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös, Z. (2016): 83 kedvenc magysr receptem. Lunchbox Kiadó. p48

Verwende die Reste! – Wurstgulasch

Es ist immer noch kräftesparende Comfort Food-Week hier angesagt. Und ich hatte noch eine Packung Schlesischer Bockwürste übrig, die ich eigentlich in das Kartoffelgulasch geben wollte, dass der Plan war für den elterlichen Besuch. Dann wurde der Plan aber zugunsten von ungarischer Hurka, die ich bestellt hatte, umgeschmissen und die Würste waren übrig. Hmm. Und da sich vorletztes Wochenende die Erkältung schon ankündigte, brauchte ich was schnelles, dass eben auch noch das übrig gebliebene Zeug im Kühlschrank reduziert. Zusätzlich zu den Würstchen fand auch noch eine Paprikaschote in den Weg ins Gulasch und Mais passte wunderbarst.

Die Zubereitung ist einfach und innerhalb von 45 Minuten kann das Essen auf dem Tisch stehen, wovon 20-30 Minuten unbeaufsichtigt sein können. Zum Paprikapulver im Gulaschansatz gab ich noch etwas Mehl, welches das Ganze leicht und angenehm gebunden hat.

Das Rezept ist an die DDR-Zubereitung angelehnt, die ich zu Kindergarten- und Schulspeisungszeiten wirklich geliebt habe (wie wahrscheinlich alle anderen Kinder auch) und deswegen gehören für mich Spirelli-Nudeln unbedingt dazu! Am Besten einen My zu lange gekocht *g* Also ist das wahrscheinlich auch gut für ein Familienmittagessen, weil meine Schärfetoleranz liegt ungefähr bei der eines Kleinkindes ;-) Alle andere dürfen gerne Schärfe nach Wahl zugeben :-)

Wurstgulasch

Zutaten für 4 Portionen:
500 g Würstchen (Schlesische, Jagdwurst, etc.)
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Paprikaschote
2 EL Öl
2 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Mehl
3 TL Tomatenmark
400 ml Wasser
1 Lorbeerblatt
1/2 Dose Mais (ca. 150 g)
Salz, Pfeffer, Zucker

(1) Die Würstchen je nach Größe in Scheiben, halbe Scheiben oder Würfel schneiden. Die Zwiebeln und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Paprikaschote waschen und in mittelgroße Würfel schneiden.
(2) Das Öl in einem größeren Topf erhitzen. Die Zwiebelwürfel hinein geben, leicht salzen und bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten andünsten, den Knoblauch zufügen und so lange andünsten bis er duftet. (3) Den Topf vom Herd nehmen, das Paprikapulver zufügen und rühren bis er duftet. Zurück auf den Herd stellen und das Mehl zugeben und gründlich verrühren. Das Tomatenmark zufügen und ebenfalls gut unterrühren. Schluckweise das Wasser zugeben und dabei gut rühren, damit keine Mehlklumpen bleiben.
(4) Jetzt die Wurststücke, Paprika und Lorbeerblatt hinein geben. Mit wenig Salz (die Wurst ist salzig), Pfeffer und etwas Zucker würzen. Deckel drauf und insgesamt 30 Minuten köcheln lassen. Die letzten 10 Minuten den abgetropften Mais zugeben. Nochmals kosten, fehlt Salz, Pfeffer oder Zucker?

So richtig gut schmeckt es nur mit Spirelli-Nudeln, aber es gehen bestimmt auch Kartoffeln.

Genießen!

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