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Auberginen mit karamellisierten Zwiebeln und Pinienkernen

Die Auberginen liegen in den letzten Zügen ihrer Saison! Also zeige ich Euch noch schnell ein leckeres und einfaches Rezept aus der italienischen Küche. Gefunden hatte ich es im schönen „La cucina verde“ von Carlo Bernasconi und Larissa Bertonasco, dass ich schon lange nicht mehr in der Hand hatte. Schande über mich!

Und da ich was einfaches ohne viele Zutaten oder Zubereitungsschritte wollte, entschied ich mich für ein Auberginenragout mit karamellisierten Zwiebeln und Pinienkernen. Und wenn ihr die Zutaten rausrechnet, die wir eh im Vorratsschrank haben (Öl, Salz, Pfeffer, Zucker), braucht ihr wirklich nur Auberginen, Rote Zwiebeln, Pinienkerne und Petersilie kaufen. Die Zubereitung ist wirklich einfach und in einer guten Dreiviertelstunde erledigt. Und Ihr bekommt ein wirklich cremiges Ragout, dessen Geschmack wunderbar ausgeglichen ist mit den süßlichen Zwiebeln, der frischen Petersilie und den nussigen Pinienkernen. Ihr dürft wirklich keine Zutat weglassen, sonst fehlt was! (Und es ist ausversehen vegan, wenn es für Euch wichtig ist.)

Melanzane con cipolla e pinoli – Auberginen mit Zwiebeln und Pinienkernen

Zutaten für 2 Portionen:
2 größere Auberginen
100 g rote Zwiebeln
1 handvoll Pinienkerne
1 EL Zucker
2 EL Wasser
1/2 Bund Petersilie
Olivenöl
Salz, Pfeffer

(1) Zuerst die Pinienkerne in einer trockenen Pfanne (die Ihr abdecken könnt) bei mittlerer Hitze rösten bis sie goldbraun sind. Sofort rausnehmen.
(2) Zwischenzeitlich die Zwiebeln vorbereiten. Diese häuten, halbieren und in feine Streifen schneiden. Etwas Olivenöl in der Pfanne, wo die Pinienkerne drin waren erhitzen. Zucker und Zwiebelstreifen hinzufügen und bei niedriger Hitze etwa 10 Minuten karamellisieren. Nach und nach das Wasser dazugeben und unterrühren, damit die Zwiebeln nicht anbrennen.
(3) Währenddessen die Auberginen waschen, trocknen, die Enden abschneiden und die Früchte in 1 cm große Würfel schneiden. Zu den Zwiebeln geben, gut umrühren und abgedeckt ca. 30 Minuten bei mittelniedriger Hitze köcheln lassen bis sie schön weich sind.
(4) Die Petersilie fein hacken und zusammen mit den Pinienkernen unter das fertige Auberginenragout rühren. Zum Schluss salzen und pfeffern.

Dazu passt frisches helles Brot, Grillkäse oder auch kurzgebratenes Fleisch. Auch zu Polenta (cremig und gebraten) kann ich es mir gut vorstellen.

Genießen!

Quelle: Bernasconi, C., Bertonasco, L. (2010): La cucina verde. Jacoby & Stuart. p 167

Das perfekte Sommeressen: Zucchini in Olivenöl

Was verbindet ihr mit türkischer Küche? Ich hoffe nicht nur Döner und Fetaaufstriche vom Stand am Supermarkt. Seit ich in Kassel umme Ecke von einem türkischen Supermarkt wohnte, beschäftige ich mich mehr damit. Mittlerweile mache ich Großeinkäufe im türkischen Markt nicht weit weg vom Büro und probiere auch gerne neue Zutaten aus. Letztens wanderte eine Tüte getrocknete Fava-Bohnen in meinen Einkaufskorb, die ich demnächst zu hoffentlich leckeren Köstlichkeiten verarbeiten möchte.

Leider war ich noch nicht in der Türkei, habe aber schon viele Schwärmereien gehört. Vielleicht ändert sich das ja mal. Aber wenn ich schon nicht hinfahre, kann ich wenigstens versuchen türkische Gerichte zu kochen. Schließlich soll die türkische Küche eine der besten weltweit sein. Und steter Quell kulinarischer Inspiration sind Orkide und Orhan Tancgil von „Koch dich türkisch„. Mittlerweile habe ich auch einige ihrer Kochbücher und die Rezepte, die ich bisher ausprobierte, sind alle gelungen und sehr köstlich geworden.

Ich entschied mich für ein schön sommerliches Gericht mit Zucchini, das sowohl warm als auch kalt gegessen werden kann, unkompliziert und schnell in seiner Zubereitung ist. Diese Zeytinyağlı-Gerichte scheinen einem bestimmten Zubereitungsmuster zu folgen, nur die Hauptzutaten werden ausgetauscht, ähnlich wie beim ungarischen Gulasch, das ja neben Fleisch auch mit diversem Gemüse zubereitet werden kann. Zudem ist es noch ein One-Pot-Essen, da alle vorbereiteten Zutaten nur in den Kochtopf geschichtet werden und dann nicht allzu lange geschmort werden. Heraus kommt ein sehr köstlicher Eintopf, dessen Aromen wunderbar harmonieren. Und den ich bestimmt öfter machen werde. (Und wer darauf achtet, es ist auch noch ausversehen vegan.) Eine sehr große Nachkochempfehlung von mir!

Zucchini in Olivenöl – Zeytinyağlı kabak bastı

Zutaten für 3 Portionen:
1 Zwiebel
1,5 EL grober Bulgur
400 g zarte Zucchini
1 große Spitzpaprika
1 Knoblauchzehe
300 g Tomaten (wenn möglich große)
1 TL Salz
1 TL Zucker
1 Prise Chiliflocken (Pul biber)
1 Prise Muskatnuss
4 EL Olivenöl
50 ml Wasser
1/2 Bund Dill

(1) Einen mittelgroßen Topf mit Deckel bereit stellen. Die Zutaten wie gleich beschrieben vorbereiten und auch in dieser Reihenfolge in den Topf schichten. Die Zwiebel häuten, halbieren und in dünne Halbmonde schneiden. Den Bulgur in einem feinen Sieb gründlich waschen, gut abtropfen lassen und über die Zwiebeln streuen. Die Zucchini waschen, trocknen und die Enden abschneiden. Dann mit den Zinken einer Gabel längs Furchen in die Zucchinihaut ziehen. Danach in knapp 1 cm breite Scheiben schneiden. In den Topf geben. Die Spitzpaprika halbieren, Strunk und Kerne entfernen. Quer in dünne Streifen schneiden, auf den Zucchini verteilen. Die Knoblauchzehe häuten, in dünne Scheiben schneiden und im Topf verteilen. Wer mag kann die Tomaten häuten, wen Hautfitzelchen nicht stören, halbiert die Tomaten, entfernt den grünen Strunk und würfelt sie fein. Gleichmäßig über dem übrigen Gemüse verteilen. NICHT RÜHREN!
(2) Zum Schluss mit Salz, Zucker, Pul biber und Muskatnuss würzen. Mit dem Olivenöl und Wasser begießen. Deckel auflegen.
(3) Auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen, dann die Flamme auf niedrig stellen und 12-15 Minuten köcheln lassen. Dabei ab und an am Topf rütteln oder ihn ruckartig drehen, damit nichts anbrennt.
(4) Den Dill fein hacken und nach dem Ende der Kochzeit unterrühren. Alles noch mit geschlossenem Deckel 10-15 Minuten ruhen lassen.

Warm, bei Zimmertemperatur oder kalt mit frischem Weißbrot und (wer nicht vegan ist) mit einem Klecks Joghurt servieren.

Genießen!

Quelle: Tangcil O. und O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 97

Multifunktionales ungarisches Salatdressing – Eingelegte Rote Bete

Hier gibt es nichts zu sehen heute, bitte weitergehen! Denn eigentlich ist dieses Rezept nichts für einen Blog. Es ist so alltäglich und altbacken, passt überhaupt nicht in die ganzen Rezepte von modernen und überaus gesunden Salaten/Bowls/etc., dass ich es nur für mich aufschreibe, damit ich es nicht vergesse. Weil: ich liebe eingelegte Rote Bete!

Als ich letzten Herbst von meinen Eltern ein großes Paket mit Bunter Bete (rot, weiß, gelb) aus dem Schrebergarten bekam, wusste ich erst nicht, was ich damit machen soll. Auf der Suche nach einem anderen Rezept, bin ich im ungarischen Standardkochbuch aus den 50ern (oder so) von Ilona Horváth über einen „Salatsaft“ gestolpert. Essig, Wasser, Salz und Zucker. Hey, kann ich ja mal mit der gegarten Bete ausm Garten ausprobieren. Schnell zusammen gerührt und weil es zu viel Bete für ein Glas war, habe ich zwei Gläser mit unterschiedlichen Würzungen gemacht.

Und du meine Güte! Das schmeckte so gut! Sowohl die Variante mit frischem Estragon und Korianderkörnern im Glas als auch die simple Version mit ganzen Kümmelkörnchen. Es hielt sich erstaunlich lange im Kühlschrank ohne ein bisschen Schimmel anzusetzen, auch nicht als ich nach 3 Monaten die letzten Reste aß. Klar, dafür ist es wichtig, dass immer nur mit sauberem Besteck die Bete rausgeholt wird, aber das kriege ich gut hin :-) Ansonsten kann dieser „Salatsaft“ auch gut als Grundlage für Krautsalat, eingelegte Paprika oder Gurkensalat genutzt werden. Mit weiteren Gewürzen und Kräutern kann ja immer noch verfeinert werden.

Also hier das Rezept als Erinnerungsstütze für mich und alle anderen dürfen weiter gehen (oder es ausprobieren) *g*:

Ungarisches Salatdressing (Salátalé) Eingelegte Rote Bete

Zutaten für 1 ca. 700 ml Glas:
750 g Rote Bete
Salz
etwas Öl

Gewürze und/oder Kräuter nach Wahl zum Beispiel:
ein Stück frischer Meerrettich
Kümmel
Korianderkörner, Senfsaat, Piment, Pfefferkörner
frische Minze, Estragon, Thymian, Rosmarin, Basilikum

Für das Salatdressing:
150 ml Weißweinessig (5%ig)
300 ml Wasser
2 TL Salz (nach Geschmack)
3 EL Zucker (nach Geschmack)

(1) Die Rote Bete garen. Dafür gibt es zwei Methoden: Die ganze Rote Bete in Salzwasser je nach Größe etwa 45 Minuten bei mittlerer Hitze kochen bis sie weich sind. Abgießen.
Oder den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze anstellen. Die Rote Bete in eine passende Auflaufform legen, mit etwas Öl begießen und salzen. Die Form mit Alufolie abdecken und auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. Je nach Größe der Beten 60-90 Minuten garen bis sie weich sind. Mit einem Messerchen oder Spieß testen.
Die fertig gegarten Rote Beten etwas abkühlen lassen, dann die Haut abziehen und in gefällige Stücke schneiden (Scheiben, Stifte, etc.).
(2) Während die Rote Bete gart das Glas mit Spüliwasser auswaschen und dem heißest möglichen Wasser gründlich ausspülen. Den Deckel ebenfalls. Beides auf einem sauberen Geschirrhandtuch abtropfen lassen.
(3) Die Rote Bete und die Gewürze/Kräuter der Wahl in das Glas schichten.
(4) Das Salatdressing zubereiten. Dafür alle Zutaten in einem Messbecher abmessen und gut verrühren, dass sich Salz und Zucker auflösen. Kosten, ob noch was fehlt und gegebenenfalls nachjustieren. Über die Rote Bete gießen, so dass diese komplett bedeckt ist. Deckel drauf, abkühlen lassen und im Kühlschrank lagern. Am nächsten Tag kann sie schon gegessen werden.

Genießen!

Quelle: Horváth, I.: Szakácskönyv. Ausgabe von 2015. Seite 224

Fermentierte Gelbe Bete und Fenchel

Na, seid ihr auch im Fermentier-Fieber? Das ist ja der heiße Scheiß in letzter Zeit! Dabei ist das eine uralte Technik, um Gemüse und Obst haltbar zu machen. Gemüse mit so viel Salz oder Salzlake vermischt, dass das es durch die guten Bakterien gesäuert wird und durch die entstehende Säure und Salzkonzentration böse Bakterien und Pilze abgetötet werden. So ganz grob gesagt, wer mag kann sich in der einschlägigen Literatur vom Noma oder Sandor Ellix Katz genauer informieren. Vielleicht mach ich das auch nochmal und kann Euch dann einen ausführlicheren Beitrag schreiben.

Und wenn ihr jetzt denkt: „Hä? Fermentiertes habe ich noch nie gegessen!“ vergesst ihr wahrscheinlich das gute, alte Sauerkraut, koreanisches Kimchi ist fermentiert, die ungarischen Sommergurken oder Bohnen ebenfalls, ja auch Sauerteigbrote sind durch Fermentation entstanden oder ganz simpel Joghurt. Neben dem wunderbaren Geschmack der eingelegten Gemüse sind sie auch noch unglaublich gesund durch die guten Bakterien und wirken sich positiv auf unsere Darmflora aus. Versucht es ruhig mal, weil nichts ist einfacher! Prinzipiell braucht Ihr nur Euer Gemüse, Salz und eventuell Wasser. Natürlich könnt Ihr auch noch Eure Lieblingsgewürze zugeben. Wichtig ist nur, dass die Menge Salz 2% dem fertig vorbereiteten Gemüsegewicht entspricht. Dann stellt sich die richtige Umgebung ein, in der die Lactobakterien gut arbeiten können.

Bestellt hatte ich Gelbe Bete und den Fenchel bei meiner Gemüsekiste mit. Und los ging es: Gemüse gründlich waschen und bürsten, hobeln, wiegen und dann 2% Salz hinzugeben. Kneten, kneten, kneten, Flüssigkeit ziehen lassen, ins Glas füllen und verschließen. Wichtig ist, dass das Gemüse von Flüssigkeit bedeckt ist. Wenn das nicht der Fall ist, gießt Ihr es einfach mit 2%iger Salzlake auf, sprich zum Beispiel 5 g Salz in 250 ml Wasser aufgelöst. Ab jetzt heißt es nur warten und gelegentlich übergelaufene Flüssigkeit wegwischen. Das ist aber nicht schlimm, sondern ein gutes Zeichen, dass die Bakterien ihren Job tun und das Gemüse fermentieren. Das sah schon spannend aus: Luftbläschen steigen im Glas auf, schaumige gelbe Flüssigkeit kommt aus dem Glas. Nach etwa 3,5 Wochen war es wesentlich ruhiger geworden im Glas und ich öffnete eins vorsichtig.

Ich wusste ja nicht, was mich geschmacklich erwartet und war sehr überrascht! Im sehr positiven Sinne: das Gemüse war knackig geblieben und sehr angenehm säuerlich geworden. Die Aromen der Gelben Bete und des Fenchels harmonieren unglaublich gut, keiner drängt sich unangenehm in den Vordergrund! Ich bin wirklich komplett begeistert und esse es momentan täglich! Hier ein bisschen zum Mittagessen, dort ein kleines Schälchen zum Abendbrot.

Was würdet ihr damit machen? Wozu würdet ihr es essen oder gar verkochen? Habt ihr Ideen, die mir noch gar nicht gekommen sind?

Probiert es dringend aus! Es ist ernsthaft großartig!

Fermentierte Gelbe Bete und Fenchel

Zutaten für 1 ca. 700 ml Glas:
600 g Gelbe Bete (Bio)
1 große Fenchelknolle (bio)
Salz (2% vom Gewicht des vorbereiteten Gemüses)

(1) Das Gemüse gut waschen und schrubben. Von den Beten das obere und untere Ende abschneiden. Vom Fenchel das Wurzelende entfernen und das Grün abschneiden. Alles fein hobeln und in eine große Schüssel geben
(2) Das vorbereitete Gemüse wiegen. 2% vom Gewicht des Gemüses berechnen (Formel: Salzgewicht = Gemüsegewicht/100*2) und das Salz abwiegen.
(3) Das Salz über das Gemüse geben und 10-15 Minuten einmassieren bis das Gemüse weicher wird und sich Saft bildet.

(4) Das Gemüse 1 Stunde ziehen lassen. Und in der Zeit das Glas vorbereiten. Dafür das Glas mit Spüliwasser auswaschen, mit heißem Wasser nachspülen und in den kalten Ofen stellen. Den Ofen auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen. Ab dem Zeitpunkt, wo die Temperatur erreicht ist, das Glas 15 Minuten drin lassen. Glas rausnehmen und abkühlen lassen. Den Deckel ebenfalls gründlich auswaschen und mit heißem Wasser nachspülen.
(5) Nach der Stunde Ruhezeit das Gemüse schön dicht in das Glas packen. Gerne mit der Faust oder einem Stößel festklopfen, damit nicht so viel Luft zwischen den einzelnen Lagen ist und sich noch mehr Flüssigkeit bildet. Nachdem die Hälfte vom Glas gefüllt ist, das übrig gebliebene Fenchelgrün drauf streuen. Das Gemüse möglichst bis zum Rand füllen. Wenn zwischen Deckel und Gemüse noch Platz ist das Gemüse mit sauberen Steinen/Murmeln/etc. beschweren, damit es immer unter der Flüssigkeit ist. Falls sich nicht genügend Flüssigkeit gebildet hat, eine 2%ige Salzlake herstellen und das Gemüse damit aufgießen.
(6) Das Glas verschließen und auf einen Teller in die Küche stellen. 3,5 bis 4 Wochen bei Zimmertemperatur reifen lassen. Es wird Flüssigkeit austreten, also immer den Teller kontrollieren, nicht das die Küche eingesaut wird.

Passt wunderbar als Beilage zum Abendbrot oder herzhafte Ragouts wie Gulasch.

Genießen!

Quelle: eine Sendung von „MDR Garten“ 2019

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