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Multifunktionales ungarisches Salatdressing – Eingelegte Rote Bete

Hier gibt es nichts zu sehen heute, bitte weitergehen! Denn eigentlich ist dieses Rezept nichts für einen Blog. Es ist so alltäglich und altbacken, passt überhaupt nicht in die ganzen Rezepte von modernen und überaus gesunden Salaten/Bowls/etc., dass ich es nur für mich aufschreibe, damit ich es nicht vergesse. Weil: ich liebe eingelegte Rote Bete!

Als ich letzten Herbst von meinen Eltern ein großes Paket mit Bunter Bete (rot, weiß, gelb) aus dem Schrebergarten bekam, wusste ich erst nicht, was ich damit machen soll. Auf der Suche nach einem anderen Rezept, bin ich im ungarischen Standardkochbuch aus den 50ern (oder so) von Ilona Horváth über einen „Salatsaft“ gestolpert. Essig, Wasser, Salz und Zucker. Hey, kann ich ja mal mit der gegarten Bete ausm Garten ausprobieren. Schnell zusammen gerührt und weil es zu viel Bete für ein Glas war, habe ich zwei Gläser mit unterschiedlichen Würzungen gemacht.

Und du meine Güte! Das schmeckte so gut! Sowohl die Variante mit frischem Estragon und Korianderkörnern im Glas als auch die simple Version mit ganzen Kümmelkörnchen. Es hielt sich erstaunlich lange im Kühlschrank ohne ein bisschen Schimmel anzusetzen, auch nicht als ich nach 3 Monaten die letzten Reste aß. Klar, dafür ist es wichtig, dass immer nur mit sauberem Besteck die Bete rausgeholt wird, aber das kriege ich gut hin :-) Ansonsten kann dieser „Salatsaft“ auch gut als Grundlage für Krautsalat, eingelegte Paprika oder Gurkensalat genutzt werden. Mit weiteren Gewürzen und Kräutern kann ja immer noch verfeinert werden.

Also hier das Rezept als Erinnerungsstütze für mich und alle anderen dürfen weiter gehen (oder es ausprobieren) *g*:

Ungarisches Salatdressing (Salátalé) Eingelegte Rote Bete

Zutaten für 1 ca. 700 ml Glas:
750 g Rote Bete
Salz
etwas Öl

Gewürze und/oder Kräuter nach Wahl zum Beispiel:
ein Stück frischer Meerrettich
Kümmel
Korianderkörner, Senfsaat, Piment, Pfefferkörner
frische Minze, Estragon, Thymian, Rosmarin, Basilikum

Für das Salatdressing:
150 ml Weißweinessig (5%ig)
300 ml Wasser
2 TL Salz (nach Geschmack)
3 EL Zucker (nach Geschmack)

(1) Die Rote Bete garen. Dafür gibt es zwei Methoden: Die ganze Rote Bete in Salzwasser je nach Größe etwa 45 Minuten bei mittlerer Hitze kochen bis sie weich sind. Abgießen.
Oder den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze anstellen. Die Rote Bete in eine passende Auflaufform legen, mit etwas Öl begießen und salzen. Die Form mit Alufolie abdecken und auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. Je nach Größe der Beten 60-90 Minuten garen bis sie weich sind. Mit einem Messerchen oder Spieß testen.
Die fertig gegarten Rote Beten etwas abkühlen lassen, dann die Haut abziehen und in gefällige Stücke schneiden (Scheiben, Stifte, etc.).
(2) Während die Rote Bete gart das Glas mit Spüliwasser auswaschen und dem heißest möglichen Wasser gründlich ausspülen. Den Deckel ebenfalls. Beides auf einem sauberen Geschirrhandtuch abtropfen lassen.
(3) Die Rote Bete und die Gewürze/Kräuter der Wahl in das Glas schichten.
(4) Das Salatdressing zubereiten. Dafür alle Zutaten in einem Messbecher abmessen und gut verrühren, dass sich Salz und Zucker auflösen. Kosten, ob noch was fehlt und gegebenenfalls nachjustieren. Über die Rote Bete gießen, so dass diese komplett bedeckt ist. Deckel drauf, abkühlen lassen und im Kühlschrank lagern. Am nächsten Tag kann sie schon gegessen werden.

Genießen!

Quelle: Horváth, I.: Szakácskönyv. Ausgabe von 2015. Seite 224

Fermentierte Gelbe Bete und Fenchel

Na, seid ihr auch im Fermentier-Fieber? Das ist ja der heiße Scheiß in letzter Zeit! Dabei ist das eine uralte Technik, um Gemüse und Obst haltbar zu machen. Gemüse mit so viel Salz oder Salzlake vermischt, dass das es durch die guten Bakterien gesäuert wird und durch die entstehende Säure und Salzkonzentration böse Bakterien und Pilze abgetötet werden. So ganz grob gesagt, wer mag kann sich in der einschlägigen Literatur vom Noma oder Sandor Ellix Katz genauer informieren. Vielleicht mach ich das auch nochmal und kann Euch dann einen ausführlicheren Beitrag schreiben.

Und wenn ihr jetzt denkt: „Hä? Fermentiertes habe ich noch nie gegessen!“ vergesst ihr wahrscheinlich das gute, alte Sauerkraut, koreanisches Kimchi ist fermentiert, die ungarischen Sommergurken oder Bohnen ebenfalls, ja auch Sauerteigbrote sind durch Fermentation entstanden oder ganz simpel Joghurt. Neben dem wunderbaren Geschmack der eingelegten Gemüse sind sie auch noch unglaublich gesund durch die guten Bakterien und wirken sich positiv auf unsere Darmflora aus. Versucht es ruhig mal, weil nichts ist einfacher! Prinzipiell braucht Ihr nur Euer Gemüse, Salz und eventuell Wasser. Natürlich könnt Ihr auch noch Eure Lieblingsgewürze zugeben. Wichtig ist nur, dass die Menge Salz 2% dem fertig vorbereiteten Gemüsegewicht entspricht. Dann stellt sich die richtige Umgebung ein, in der die Lactobakterien gut arbeiten können.

Bestellt hatte ich Gelbe Bete und den Fenchel bei meiner Gemüsekiste mit. Und los ging es: Gemüse gründlich waschen und bürsten, hobeln, wiegen und dann 2% Salz hinzugeben. Kneten, kneten, kneten, Flüssigkeit ziehen lassen, ins Glas füllen und verschließen. Wichtig ist, dass das Gemüse von Flüssigkeit bedeckt ist. Wenn das nicht der Fall ist, gießt Ihr es einfach mit 2%iger Salzlake auf, sprich zum Beispiel 5 g Salz in 250 ml Wasser aufgelöst. Ab jetzt heißt es nur warten und gelegentlich übergelaufene Flüssigkeit wegwischen. Das ist aber nicht schlimm, sondern ein gutes Zeichen, dass die Bakterien ihren Job tun und das Gemüse fermentieren. Das sah schon spannend aus: Luftbläschen steigen im Glas auf, schaumige gelbe Flüssigkeit kommt aus dem Glas. Nach etwa 3,5 Wochen war es wesentlich ruhiger geworden im Glas und ich öffnete eins vorsichtig.

Ich wusste ja nicht, was mich geschmacklich erwartet und war sehr überrascht! Im sehr positiven Sinne: das Gemüse war knackig geblieben und sehr angenehm säuerlich geworden. Die Aromen der Gelben Bete und des Fenchels harmonieren unglaublich gut, keiner drängt sich unangenehm in den Vordergrund! Ich bin wirklich komplett begeistert und esse es momentan täglich! Hier ein bisschen zum Mittagessen, dort ein kleines Schälchen zum Abendbrot.

Was würdet ihr damit machen? Wozu würdet ihr es essen oder gar verkochen? Habt ihr Ideen, die mir noch gar nicht gekommen sind?

Probiert es dringend aus! Es ist ernsthaft großartig!

Fermentierte Gelbe Bete und Fenchel

Zutaten für 1 ca. 700 ml Glas:
600 g Gelbe Bete (Bio)
1 große Fenchelknolle (bio)
Salz (2% vom Gewicht des vorbereiteten Gemüses)

(1) Das Gemüse gut waschen und schrubben. Von den Beten das obere und untere Ende abschneiden. Vom Fenchel das Wurzelende entfernen und das Grün abschneiden. Alles fein hobeln und in eine große Schüssel geben
(2) Das vorbereitete Gemüse wiegen. 2% vom Gewicht des Gemüses berechnen (Formel: Salzgewicht = Gemüsegewicht/100*2) und das Salz abwiegen.
(3) Das Salz über das Gemüse geben und 10-15 Minuten einmassieren bis das Gemüse weicher wird und sich Saft bildet.

(4) Das Gemüse 1 Stunde ziehen lassen. Und in der Zeit das Glas vorbereiten. Dafür das Glas mit Spüliwasser auswaschen, mit heißem Wasser nachspülen und in den kalten Ofen stellen. Den Ofen auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen. Ab dem Zeitpunkt, wo die Temperatur erreicht ist, das Glas 15 Minuten drin lassen. Glas rausnehmen und abkühlen lassen. Den Deckel ebenfalls gründlich auswaschen und mit heißem Wasser nachspülen.
(5) Nach der Stunde Ruhezeit das Gemüse schön dicht in das Glas packen. Gerne mit der Faust oder einem Stößel festklopfen, damit nicht so viel Luft zwischen den einzelnen Lagen ist und sich noch mehr Flüssigkeit bildet. Nachdem die Hälfte vom Glas gefüllt ist, das übrig gebliebene Fenchelgrün drauf streuen. Das Gemüse möglichst bis zum Rand füllen. Wenn zwischen Deckel und Gemüse noch Platz ist das Gemüse mit sauberen Steinen/Murmeln/etc. beschweren, damit es immer unter der Flüssigkeit ist. Falls sich nicht genügend Flüssigkeit gebildet hat, eine 2%ige Salzlake herstellen und das Gemüse damit aufgießen.
(6) Das Glas verschließen und auf einen Teller in die Küche stellen. 3,5 bis 4 Wochen bei Zimmertemperatur reifen lassen. Es wird Flüssigkeit austreten, also immer den Teller kontrollieren, nicht das die Küche eingesaut wird.

Passt wunderbar als Beilage zum Abendbrot oder herzhafte Ragouts wie Gulasch.

Genießen!

Quelle: eine Sendung von „MDR Garten“ 2019

Schneller Krautsalat mit Kürbiskernöl

Kennt ihr das Problem mit Kohlköpfen? Wenn man nicht gerade eine sechsköpfige Familie mit Teenagerkindern ist, die Unmengen essen, bleibt immer einiges übrig! Egal, ob es Weißkohl, Rotkohl, Wirsing ist, sogar der kleinste Spitzkohl im Supermarkt ist zu groß für mich *seufz* Also bin ich praktisch immer auf der Suche nach Kohlrezepten, die sich gut aus den Resten zaubern lassen.

In einem letzten September neu erworbenen Kochbuch einer ungarischen Fernsehmoderatorin (liebevoll von mir „die komische ungarische Frau“ genannt *g*), die sich sehr für Traditionen und damit natürlich auch der Küche im gesamten ungarischsprachigen Raum interessiert, sah ich ein Rezept für Krautsalat mit Kürbiskernöl. Oh, interessant! Kürbiskernöl liebe ich ja und benutze es im Sommer oft im schnellen Tomatensalat zum Abendbrot. Ich wusste bis vor Kurzem auch gar nicht, dass in Ungarn Ölkürbisse angebaut werden, deren kaltgepresstes Öl dann auch in der traditionellen Küche benutzt wird. Das Anbaugebiet ist eher im Südwesten Ungarns Richtung slowenisch-österreichischen Grenze zu finden, wohingegen meine Familie ja im Nordwesten nahe der slowakischen Grenze lebt. Und irgendwie scheint sich die Kunde des wirklich köstlichen Kürbiskernöls nicht bis zu uns in den Norden rumgesprochen zu haben.

Dabei kann Kürbiskernöl echt viel, neben des wunderbar nussigen Geschmacks und der großartigen dunkelgrünen Farbe, ist es auch noch unglaublich gesund! 80% des Öls sind einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die antientzündlich wirken (Nimm das MS!) und auch etliche Vitamine, Mineralien und Spurenelemente wie Magnesium, Calcium, Kalium, Phosphor, Kupfer, Selen, Zink, Mangan, Vitamine A, B (1;2;6), C, D und E sind enthalten. Es ist halt nur wichtig darauf zu achten, dass es kalt gepresst wurde, was man eben an der dunkelgrünen Farbe erkennt (heißgepresstes schimmert rötlich). Im kommenden Budapesturlaub werde ich mich mal auf die Suche nach ungarischem Kürbiskernöl machen, um es mit dem steirischen aus Österreich vergleichen.

Zurück zum Salat, der für einen Krautsalat wirklich schnell gemacht ist. Das Rezept ist für Weißkohl ausgelegt, aber wir hatte vom silvesterlichen Okonomiyaki-Braten noch einen halben Spitzkohl übrig, den ich dann hierfür verbraucht habe. Es werden wirklich nur wenige andere Zutaten gebraucht und die meisten anderen sind eh in Eurem Vorratsschrank. Dann muss nur noch der Kohl gehobelt, Zucker und Salz einmassiert werden und dann einfach ca. 1 Stunde stehen lassen bis sich etwas Flüssigkeit gebildet hat. In der Zeit könnt Ihr ja Staubsaugen oder Wäsche zusammen legen oder einfach auf dem Sofa entspannen. Zum Schluss wird noch Essig, das Kürbiskernöl und Kümmel wenn gewünscht unter gerührt und fertig.

Und der ist so unglaublich lecker, dass ich ihn in diesem Jahr schon drei Mal zubereitet habe. Das Rezept wird definitiv ins Standard-Repertoire aufgenommen und in Omas altes rosa Rezeptbuch übertragen :-)

Krautsalat mit Kürbiskernöl

Zutaten für 4 Portionen:
1/2 Spitzkohl (ca. 600 g)
1 TL Salz
1 gehäufter EL Zucker
Kürbiskerne
1 EL Essigesszenz (20%)
2 EL Wasser
3-4 EL Kürbiskernöl
Kümmel nach Geschmack

(1) Die unschönen Außenblätter vom Spitzkohl entfernen und den Strunk rausschneiden. Dann fein hobeln mit einem Küchengerät Eurer Wahl. Mit Salz und Zucker bestreuen und einmassieren bis der Kohl etwas zusammen fällt und beginnt Saft zu lassen. Etwa 1 Stunde stehen lassen. Ab und an umrühren.
(2) In der Zwischenzeit die Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett bei mittelhoher Hitze rösten bis sie duften und beginnen sich aufzublähen. Sofort in eine kleine Schale geben und abkühlen lassen.
(3) Nach der Ziehzeit die restlichen Zutaten zum Kraut geben und gut durchrühren. Mit den Kürbiskernen bestreut servieren.

Genießen!

Quelle: Borbás Marcsi (2015): A sürüje 2. StratComm Kft. Budapest. p 243

Geröstete Kichererbsen – Die gesunde Alternative zu Chips

Seid ihr beim abendlichen Snack eher die Süßen oder gehört ihr zur salzigen Fraktion? Oder kennt ihr solche Gelüste gar nicht? Wenn man meine Gelüste auf einer Waage darstellen würde, wären sie ziemlich ausgeglichen mit einer ganz leichten Tendenz Richtung „Salzig“. Nun kenne ich aber tatsächlich Leute, denen Schokolade, Kuchen, Kekse etc. herzlich egal sind. Erstaunlich, oder?

Einer dieser Menschen, eine liebe Kollegin war natürlich auch zu meinem kleinen Geburtstagsessen im Dezember eingeladen. Da ich für die anderen aber Christmas Crunch und Kekse nach der reichhaltigen Suppe als kleinen Abschluss geplant hatte, braucht ich für die Süßverschmäherin eine Alternative. Mir sind schon öfter gebackene Kichererbsen über den Weg gelaufen, aber ich habe mich nie getraut, die zu machen, weil: Was wenn die total doof schmecken? Dann müsste ich alles alleine essen. Aber mit noch einem anderen herzhaften Snack in der Hinterhand, machte ich sie fix.

Und es ist tatsächlich total einfach! Die Kichererbsen aus der Dose befreien, abspülen, gut abtropfen und abtrocknen. Wer mag kann noch die Häutchen wegzupfen, das macht sie noch feiner. Dann werden sie einfach so lange in den Ofen geschoben bis sie knusprig sind. Das dauert eher 50 Minuten als 10, aber es muss ja keiner pompomswedelnd daneben stehen. Zum Schluss werden sie noch mit Euren Lieblingsgewürzen vermischt und tadaa – fertig!

Und wirklich lecker! Und knusprig! Sie halten sich auch ein bisschen und sind nicht nach 2 Tagen ungenießbar! Wer also #TeamHerzhaft ist und gerne was gesundes neben dem Lieblingsfilm knabbern will, das hier ist Euer Rezept:

Geröstete Kichererbsen

Zutaten für 1-3 Portionen:
1 kleine Dose gekochte Kichererbsen (ca. 230 g Abtropfgewicht)
1 EL Olivenöl
2 große Prisen Salz
1 TL Paprikapulver (z.B. geräuchert und edelsüß gemischt)
(oder andere Gewürze nach Geschmack, z.B. Curry)

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Die Kichererbsen in ein Sieb gießen und gut mit kaltem Wasser abspülen. Abtropfen lassen. Dann auf ein Küchenhandtuch geben und gut abtrocknen, indem die untere Hälfte des Handtuchs über die Kichererbsen geschlagen und gut gerubbelt wird. Die sich dadurch ablösenden Häutchen wegsammeln. Je weniger Häutchen an den Kichererbsen haften, desto bekömmlicher sind sie.
(3) Die Kichererbsen mit dem Olivenöl vermischen und auf das Backblech geben. Dann auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 45-60 Minuten backen. Zwischendurch regelmäßig wenden. Ab 45 Minuten öfter mal kosten, ob sie schon knusprig sind.
(4) Sobald sie fertig sind mit dem Salz und dem Paprikapulver vermischen.

Genießen!

Quelle: KüchenchaotinGeröstete Kichererbsen

Wärmendes für kalte Tage: Indische Linsen aus dem Slowcooker

Warum habe ich meine Slowcooker eigentlich so ewig nicht benutzt? Es wird mal wieder Zeit! Weil praktisch sind die ja schon, nicht? Im besten Fall einfach alle Zutaten hinein geben, anstellen und für ein paar Stunden vergessen, während man das Aquarium putzt, die gesamte Wohnung wischt, im chaotischsten Regal der Wohnung Ordnung schafft, Klamotten aussortiert oder einfach auf dem Sofa entspannt :-)

Dass ich diese Linsen gekocht habe, ist zwar schon eine Weile her, aber ich werde sie sehr bald wieder machen, weil sie mir in wirklich guter Erinnerung geblieben sind und ernstlich lecker waren! Die Zubereitung ist denkbar einfach – alle Zutaten in den Keramiktopf werfen. Und der Clou ist das Tarka, eine Würzpaste, die zum Schluss über die Linsen geträufelt werden. Aber auch die ist innerhalb von 5 Minuten gebraten. Ihr seht, alles nicht kompliziert! Und wer mag, kann dann sogar noch das typische Naan-Brot selbst machen :-)

Und wenn ihr diesen Beitrag lest, wird mein kleiner Slowcooker diese Linsen schon geköchelt haben, während ich im Büro saß :-)

Linsen indischer Art mit Fladenbrot

Zutaten für 2-3 Portionen:
125 g Rote Linsen
1 kleine rote Zwiebel
1/4 TL Kurkuma
1/4 TL Kreuzkümmel, grob zerstoßen
100 g Tomaten, stückig aus der Dose
300 ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer

Für die Würzpaste:
1 cm Ingwer
1 Knoblauchzehe
1 TL Sonnenblumenöl
1 TL braune Senfsaat
1/4 TL Kreuzkümmel, grob gemahlen
1 Prise Kurkuma

Zum Servieren:
2-3 EL Joghurt
Koriander- oder Petersilienblätter
Naan (indisches Brot)

Slowcooker: 1,5 l
Zeit: LOW 6-8 Stunden, HIGH 4 Stunden

(1) Die Linsen waschen, abtropfen lassen, in den Einsatz des Slowcookers geben. Die Zwiebel häuten und sehr fein würfeln. Zusammen mit den Gewürzen, Tomaten und Gemüsebrühe zu den Linsen geben. Mit Salz und Pfeffer würzen.
(2) Den Deckel aufsetzen und 6-8 Stunden auf LOW garen, bis die Linsen weich sind.
(3) Kurz bevor die Linsen fertig das Tarke vorbereiten. Den Ingwer und Knoblauchzehe schälen und beides sehr fein würfeln. Das Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen, alle Zutaten zugeben und etwa 2 Minuten bei mittelhoher Hitze unter Rühren anbraten.
(4) Einen Teil der Linsen aus dem Slowcooker nehmen und pürieren. Wieder unter die anderen Linsen rühren. Dann alles in Suppenschüsseln mit dem Tarka und Joghurt servieren. Frisches Brot wie indisches Naan oder Pitabrote passen wunderbar!

Genießen!

Quelle: Frankemölle, G., Westphal, U. (2015): Slowcooker für 2. p

Ein Salat für die kalte Jahreszeit – Schwarzkohlsalat mit Roter Bete und Walnüssen

Kennt ihr Schwarzkohl, auch Cavolo nero genannt? Nee? Ich bislang auch nicht, aber dann sah ich ihn im Angebot meines Biokisten-Dealers „Lotta Karotta“ und konnte nicht umhin 400 g in meine folgende Kiste zu packen! Neue, unbekannte Gemüsesorten probiere ich immer noch zu gerne aus :-)

Gut, Schwarzkohl also! Aber was damit anstellen? Wie wäre es mit einem einfachen lauwarmen Salat zum Testen? Mit wenigen Zutaten, damit der Geschmack nicht verfälscht wird. Ich habe zwar schon öfter Rezepte gesehen, in denen, vornehmlich amerikanische Menschen Grünkohl und Konsorten als Rohkostsalate verarbeitet haben, das ist mir dann doch ’ne Nummer zu hart. Aber leicht angebraten mit ein wenig Knoblauch, Zitronensaft als Säure und ein paar Walnüsschen konnte ich es mir gut vorstellen. Und weil noch gekochte Ringelbete aus dem elterlichen Schrebergarten rumlag, wanderte die auch noch mit rein.

Der Salat war wirklich wunderbar! Und das sage ich, die eigentlich nicht der weltgrößte Salatliebhaber ist… Der Geschmack des Cavolo neros ist allerdings milder als der von deutschem Grünkohl, nicht so sehr kohlig. Und er muss auch nicht so lange gegart werden, so 10 Minuten braten in der Pfanne sind ausreichend. Die Erdigkeit und Süße der gekochten Roten Bete passt wunderbar dazu und auch der angebratene Knoblauch. Den richtigen Gegenspieler dazu bietet die spritzige, fruchtige Säure der Zitrone. Damit müsst ihr nicht geizen und wenn es doch zu viel geworden sein sollte, einfach eine Prise Zucker oder etwas Honig zufügen.

Es lohnt sich nach dem Schwarzkohl Ausschau zu halten, ich habe schon ein nächstes Rezept in petto und hoffe auf eine lange Saison, in der ich noch ein bisschen was ausprobieren kann!

Schwarzkohlsalat mit Roter Bete und Walnüssen

Zutaten für 2 Portionen:
400 g Schwarzkohl
2 Knoblauchzehen
2 + 2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1/2 Zitrone, Saft
evtl. Prise Zucker
1-2 gekochte Rote Bete
1 handvoll Walnüsse

(1) Den Schwarzkohl waschen und trocknen. Die großen Rippen rausschneiden und den Kohl längs in etwa 1cm breite Streifen. Die Knoblauchzehen häuten und fein würfeln.
(2) Eine Pfanne auf mittelhoher Hitze heiß werden lassen. 2 EL Öl darin erhitzen und die Schwarzkohlstreifen zufügen. Salzen, pfeffern. Unter regelmäßigem Rühren zusammen fallen lassen und noch so 5 min braten lassen. Dann die Knoblauchwürfel zufügen und kurz mitbraten lassen bis sie duften.
(3) Währenddessen die Rote Bete in gefällige Würfel oder Scheiben schneiden.
(4) Wenn der Knoblauch mit angedünstet ist, die Hitze unter der Pfanne ausstellen. Den Zitronensaft und das restliche Öl über den Kohl geben. Kosten, ob noch Salz und Pfeffer fehlen. Wenn es zu sauer ist, ruhig eine Prise Zucker dazu streuen. Die Rote Bete unterrühren, so dass sie noch von der Resthitze was abbekommt.

Auf Tellern anrichten und mit zerkrümelten Walnüssen bestreuen.

Genießen!

Siebenbürger Paprikasalat

Von meiner Liebe zu den ungarischen Spitzpaprika habe ich ja schon öfter berichtet. Und auch aus dem Urlaub im September habe ich mir 1,3 kg Paprikaschoten mitgebracht, von denen ich einen Teil für Brühen und Gulaschansätze eingefroren hab, der Rest wird zu Letscho mit Patisson und gebratene Paprika mit Ei verkocht, damit wäre die Saison für mich bis zum nächsten Jahr beendet.

Aber Euch möchte ich noch ein Rezept ans Herz legen, dass Ihr gut mit den letzten roten und gelben Paprikaschoten aus dem Supermarkt zubereiten könnt. Wie ich auf die Seite geraten bin, weiß ich nicht mehr, aber der Salat aus gebackenen Paprika sprach mich sofort an. Was daran jetzt speziell siebenbürgisch/transsylvanisch ist, keine Ahnung … Aber lecker ist es und eigentlich auch ziemlich einfach zuzubereiten. Das fissiligste daran ist das Häuten der Schoten. Aber mit ein paar Tipps geht das auch einfach. Was ja auch völlig nervig ist, ist das Reinigen des Backblechs, wenn der Saft der Paprika darauf festgebrannt ist, also das Blech mit Backpapier oder Alufolie belegen. Der Ofen muss ziemlich heiß sein, damit das Gemüse wirklich röstet. Die Paprikaschoten legt ihr allerdings als Ganzes drauf, es ist nicht nötig sie vorher zu putzen und halbieren. Innerhalb einer halben Stunde, mit einmal wenden zur Halbzeit, sind die Schoten schön weich und die Haut mäßig verbrannt mit schwarzen Flecken. Dann die Schoten in eine Schüssel mit Deckel geben und abgedeckt lauwarm abkühlen lassen bis man sie gut anfassen kann. Durch das Abdecken bleibt der Dampf, der noch aus dem Gemüse entweicht in der Schüssel und lässt die Haut sich vom Fruchtfleisch lösen. Mit den Händen, Eurem besten Werkzeug in der Küche, könnt ihr dann ganz leicht die Haut abziehen und die Kerne entfernen. Ta-daa! Fertig sind die enthäuteten Paprika!

Zuletzt nur noch die restlichen Zutaten dazu und etwas ziehen lassen, damit die Aromen sich gut verbinden. Die Süße der Paprika harmoniert wunderbar mit der Säure vom Essig und auch die leichte Schärfe des rohen Knoblauchs passt da gut rein! Heraus kommt eine aromatische Vorspeise, die sich gut für ein Buffet eignet oder als Beilage zu einem schönen Braten. Probiert es gerne aus! Es lohnt sich!

Siebenbürger Paprikasalat

Zutaten für 4 Portionen:
8 Spitzpaprikaschoten (rot und/oder gelb)
2 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
2-3 Knoblauchzehen
etwas Olivenöl

(1) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier oder Alufolie belegen.
(2) Die Paprikaschoten waschen und trocknen. Auf das Blech legen und auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. 15-20 Minuten backen, dann die Schoten wenden. Nach weiteren 10-15 Minuten die Schoten heraus holen, wenn die Haut etliche dunkle Flecken hat. In eine Schüssel geben. Die Schüssel mit einem Deckel oder Folie abdecken und lauwarm abkühlen lassen. Dann die Haut von den Schoten abziehen und das Kerngehäuse dabei entfernen. Die Schoten halbieren.
(3) Die Knoblauchzehen häuten und sehr fein würfeln. Aus Essig, Salz, Pfeffer
Alles in eine passende Schüssel oder Glas geben. Mit dem Essig, Salz und Pfeffer würzen. Dann ein bisschen Öl darüber geben. Einige Zeit im Kühlschrank durchziehen lassen. Wenn Ihr die Paprikaschoten mit sauberen Gabeln aus dem Glas holt, können sie sich auch einige Wochen im Kühlschrank halten.

Mindestens 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank holen.

Genießen!

Quelle: Lajos Mari konyhájaErdélyi sültpaprika

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