Budapest 2018: Besuch im Lieblingsrestaurant „Rosenstein“

Kommen wir endlich zu meinem neuen Lieblingsrestaurant – das „Rosenstein“! Seit es in einer Sendung auf arte vor sieben Jahren erwähnt wurde, wollte ich dort hin und endlich hat es geklappt. Es liegt in einer unscheinbaren Straße, nicht weit vom Keleti Bahnhof, also Ostbahnhof entfernt und war für uns in 20 Minuten zu Fuß von der Ferienwohnung aus zu erreichen.

Wir waren mit unserem ältesten Cousin und seiner Frau verabredet, die verkehrsbedingt ein bisschen später ankamen. So konnten Susi und ich noch die Atmosphäre im Lokal genießen. Wir haben uns sofort sehr willkommen gefühlt. Es war irgendwie ein bisschen wie nach Hause kommen. Der Kellner, der uns hauptsächlich für uns zuständig war, fragte nach Getränkewünschen, mit denen wir die Zeit bis zur Ankunft der anderen beiden überbrücken konnten.

Nachdem wir alle die Karte ausgiebig studiert hatten (ich auch schon die Tage vorher immer mal wieder online *g*) und uns nach langem hin und her entschieden, kamen die folgenden Vorspeisen an unseren Tisch:

Zsidó tojás, übersetzt jüdisches Ei, ist eine Eipastete und wirklich köstlich! Dafür wird in Gänseschmalz gebratene Gänseleber zerdrückt und mit hartgekochten Eiern und Gewürzen gemischt. Muss ich mal ausprobieren!

Außerdem wurde noch Gänseleberpastete serviert, die auch wahnsinnig lecker war. Cremig, sanft und würzig gleichzeitig, perfekt:

Susi und ich sind beide große Suppenliebhaber und bestellten uns ein Süppchen. Ich wollte schon immer mal Matzeknödel kosten und hatte die hausgemachte Rinderbrühe mit einem würzigen Matzeknödel, der eine angenehme Zitronennote hatte (links). Susi wollte eine Kraftbrühe mit Gänseleber (rechts) und war auch äußerst angetan.

Die Frau unseres Cousins wählte als Hauptgang Wildschweinragout mit Rotwein und hausgemachten Kroketten. Sie war sehr begeistert!

(Es tut mir leid, die folgenden beiden Bilder sind, warum auch immer, unscharf *doppelseufz*)

Z. wollte der Gänseleber nochmal eine Chance und wählte die gegrillte Gänseleber mit Tokajer-Sauce. Er war etwas skeptisch, ob des Gargrades (unsere Familie mag ihr Fleisch größtenteils 200%ig tot *g*), fand es aber doch sehr lecker!

Ich entschied mich für Wild, genauer gesagt für geschmorte Hirschkeule in einer pikant süß-säuerlich abgeschmeckten Gemüsesauce mit Semmelknödeln. Ich habe diese Vadas-Sauce schon selbst gemacht und öfters gegessen, aber sooo perfekt noch nie! Meine Güte, unglaublich köstlich!

Susi blieb traditionell und entschied sich für Wiener Schnitzel (richtig mit Kalbsfleisch, nicht Wiener Art) mit Petersilienkartoffeln, die unter dem Schnitzel versteckt waren und einem wirklich großartigen und schneeweißen Weißkohlsalat. Äußerste Zufriedenheit auch dort! Knuspriges, dünnes, gleichzeitig unglaublich zartes Fleisch!

Wir Frauen waren mehr als satt, aber mein Cousin wollte gerne noch eine süße Kleinigkeit. Nach meiner Beratung entschied er sich für ein Stück Flódni. Flódni ist ein jüdischer Schichtkuchen, der mit Apfel, Walnuss, Pflaumenmus und Mohn gefüllt ist und traditionell zu Purim gegessen wird. Vorausschauernderweise brachte der Kellner gleich vier Gabeln mit, damit wir anderen auch kosten konnten. Und das hat sich gelohnt! Eine perfekte Kombination aus fruchtig, nussig und mohnig. Schön saftig, genau richtig süß! Großartiger Kuchen! Ich werde mich mal auf Rezeptsuche begeben und versuchen ihn zu backen!

Meine Wenigkeit bei konzentrierter Foodbloggerarbeit *g*

Am Eingang des „Rosenstein“s ist ein Tresen aufgebaut, an dem man neben Pflaumenschnaps, Wein, hausgemachtem Sirup oder Nudeln auch das Kochbuch des Restaurants käuflich erwerben, das das Vater-Sohn-Gespann geschrieben hat. Die gibt es natürlich in ungarisch aber auch englisch.

Wir waren uns alle vier einig, dass dies ein wunderbarer Abend in einem wirklich großartigen Lokal war. Gemütliche Atmosphäre, sehr aufmerksamer, freundlicher Service und grandioses Essen! Traditionell, aber mit einem gewissen Etwas und hochwertigen Zutaten und immer auch jüdische Spezialitäten auf der Karte. Susi meinte sogar, sie würde am liebsten am nächsten Tag gleich wieder hin. Auch ich hätte nichts dagegen gehabt und kann nur wirklich jedem empfehlen, dort einen Tisch zu reservieren. Wenn wir das nächste Mal in Budapest sind, werden wir definitiv wieder hingehen!

Rosenstein Vendéglö
Mosonyi utca 3 (nahe des Ostbahnhofs)
1087 Budapest, Ungarn

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 12:00 – 23:00 Uhr

Budapest 2018: Besuch im Restaurantklassiker „Gundel“

Es gibt in Budapest ein Restaurant mit sehr langer Geschichte und einem schon fast legendären Ruf – das Gundel! Ich folge dem Restaurant schon länger auf Instagram und fand auch die Bilder der Gerichte sehr ansprechend. Wäre ja auch mal ein Erlebnis dort essen zu gehen. Susi und Steffi waren auch dabei, also schnell einen Tisch reserviert für Dienstagabend.

Glücklicherweise lag das Restaurant nur 20 Minuten zu Fuß von unserer Ferienwohnung entfernt im Stadtwäldchen, nur 5 Minuten vom Heldenplatz entfernt und direkt neben dem Eingang des Zoos. Passenderweise in der Karl-Gundel-Straße, die tatsächlich nach dem Besitzer des Restaurants benannt ist, der viele der ikonischen Gerichte kreierte. Das Restaurant gibt es schon seit 1894, zuerst als „Wampetich“, bis Karl Gundel es 1945 in „Gundel“ umbenannte. 1949 wurde es verstaatlicht, worunter die Qualität und der Ruf ziemlich litten. 1991 kauften zwei amerikanische Gastronomen es vom Staat zurück, mit der Intention es wieder zu alten Glanz zu führen. Ich bin ja sonst nicht so schnell zu beeindrucken mit Prominenten, aber wenn man sich die Galerie der Besucher anguckt – das ist nicht ohne! Queen Elizabeth II, Papst Johannes Paul II, Tony Curtis, die Clintons oder auch in unserer Generation bekanntere Schauspieler wie Jennifer Lawrence oder Daniel Brühl. Aber wie gesagt, ich wollte gerne mal selbst dort speisen.

Der erste Eindruck war ein wenig einschüchternd! Ich fühlte mich ein bisschen wie am ersten Schultag … Das Restaurant ist sehr beeindruckend! Wunderschöne Jugendstilgegenstände, ein bisschen Art Deco-Feeling, Livemusik, interessante Möbel, superschönes Geschirr und viele Leute, die dort rumwuseln und arbeiten. (Wir zählten zum Schluss sieben unterschiedliche Leute, die uns bedienten.)

Wir wurden an unseren Tisch geleitet und sofort gefragt, in welcher Sprache die Karte gebracht werden soll. Ich glaube, sämtliche Kellner waren ein wenig verwirrt, weil wir teilweise auf Englisch mit ihnen kommunizierten, wir untereinander deutsch redeten und ich dann eben auch auf ungarisch mit dem Personal. Wenn ich in Ungarn bin, kann ich nicht englisch mit einem Ungarn reden. Uns wurden Aperitifs angeboten, Steffi wählte Rosé-Sekt, Susi und ich alkoholfreien Sekt. Niedlicherweise bot mir der Kellner, der uns dann hauptsächlich bediente, die alkoholfreie Variante genauso an wie den mit Alkohol, also erst einen Schluck eingießen, kosten und entscheiden lassen. Da ich nicht genau wusste, wie man sich in solchen Situationen verhält, frug ich ihn, ob ich auch kosten soll und alles. Er meinte darauf augenzwinkernd: „Tun wir mal so als ob da Alkohol drin wäre.“ *ggg* Ab dem Punkt konnte ich mich immer weiter entspannen. Nach dem Studium der Speisekarte und unserer Bestellung ließen wir erstmal die ziemlich einmalige Atmosphäre des Restaurants auf uns wirken. Es war gut besucht, eine Mischung aus asiatischen Touristen und Geschäftsleuten. Gefühlt senkten wir den Altersdurchschnitt doch ein wenig *g*

Nach kurzer Wartezeit kam ein Gruß aus der Küche: warme Brötchen und Hörnchen (Kifli) …

… mit unterschiedlich aromatisierten Buttern. Es gab normale Butter, eine göttliche Zitronenbutter und die fast schwarze Schweinebutter. Und nein, ich weiß nicht, woraus die bestand, aber sie war lecker.

Als Vorspeise teilten Susi und ich uns das Gänseleberduo. Es bestand aus Gänseleberpastete und über Kirschholz geräucherte Gänseleber. Dazu gab es wunderbares Brioche in Butter geröstet und angeflämmte Pflaumen. Sehr schöne Kombination! Die Gänseleber wunderbar zart und würzig, die Pastete schön cremig und passend dazu die Säure der Pflaumen. Köstlich!

Steffi entschied sich für eine klassische ungarische Halászlé, also Fischsuppe, die sehr schön reichhaltig aussah und wohl auch lecker war.

Als Hauptspeise wählte Steffi das Signature Dish des momentanen Küchenchefs Zsolt Litauszki. Er möchte ein Hühnchen möglichst ganz verwerten und hat auf Grundlage des klassischen, ungarischen Paprikahühnchens, ein zweigängiges Gericht entwickelt.

Der erste Teil wird im Weckglas serviert. Die oberste Schicht ist eine Erbsen-Petersilien-Creme, die tatsächlich mit Petersilienwurzel gemacht wird. Danach folgt ein weiches Ei und die unterste Schicht war der Grund, warum Steffi arg skeptisch war und ich ihr versprechen musste, es aufzuessen. Diese bestand nämlich aus kurzgebratenem, superzartem Herz und Magen des Hähnchens in einer wunderbar würzigen Sauce. Da hat Steffi wirklich was verpasst! Sogar Susi, die außer Leber sonst auch sehr skeptisch anderen Innereien gegenüber ist, war begeistert.

Der zweite Gang war eben das klassische Paprikahähnchen mit Spätzle. Für die Sauce wurde ein stundenlang geköchelter Fond aus angerösteten Hähnchen- und Entenbeinen mit einem klassischen Gulaschansatz zu der würzigen Sauce geköchelt, in der das angebratenen Hähnchenkeulenfleisch schmorte. Es sah sehr köstlich aus!

Susi wählte Tagliatelle mit Steinpilzsauce und gegrillter Gänseleber. Die Leber wieder superzart und in die Sauce hätte sie sich reinlegen könne, so lecker war die!

Ich hatte mir zum Hauptgang Lamm mit angegrilltem, ganzen Blumenkohl bestellt, wozu noch Polenta gereicht wurde, die in Ungarn Puliszka heißt. Ich wurde natürlich gefragt, wie mein Lamm wünsche, verließ mich aber gerne auf den Küchenchef. Und wurde nicht enttäuscht – das Fleisch war unglaublich zart und saftig. Für mich perfekt!

Der Blumenkohl war genau richtig gegart, nicht zu roh und mit einem wunderbaren Raucharomen. Gefiel mir ausnehmend gut! Und auch die Polenta hatte genau die ideale Konsistenz zwischen fest und cremig und hatte diese netten angebratenen Aromen. Wirklich schöne Kombination!

Eigentlich waren wir auch schon mehr als satt, aber wenn ich schon mal im „Gundel“ bin, müssen auch die Gundel-Palatschinken sein! So bestellten Susi und ich für uns beide eine Portion. Netterweise dachte das Personal mit und hat die Portion gleich auch zwei Teller verteilt gebracht.

Und Oh! Mein! Gott! sind die Palatschinken göttlich! Die extra gereichte Schokoladensauce – ein Traum! Die Palatschinken sehr zart! Die Füllung herrlich nussig, ein bisschen frisch durch Zitrone! Großartigst! Völlig zurecht ein Klassiker!

Dieser Abend war für mich ein Erlebnis! In so einem ehrwürdigen Restaurant speisen, so aufmerksam umsorgt werden. Es gibt Leute, die bemängeln würden, dass der Azubi-Kellner ein bisschen verpeilt hat, auf welcher Seite unser Wasser stand, aber ich bin da nicht so pingelig und irgendwie müssen sie es ja lernen. Das Essen fand ich ausgesprochen lecker und auf der Karte eine nette Kombination aus traditionell ungarischer Küche und internationalen Speisen. Es gibt auch eine Mittagskarte mit schönen Gerichten und etwas preiswerter. Weil ins Geld geht so ein Besuch schon. Aber für mich hat sich dieses Erlebnis gelohnt!

Restaurant Gundel
Gundel Károly út 4
1146 Budapest, Ungarn

Öffnungszeiten: täglich von 12:00 – 23:00 Uhr

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nstagram: Gundel Restaurant

Budapest 2018: Besuch im immer noch hippen „Menza“

Letzten September war ich mal wieder in Ungarn und verbrachte die zweite Urlaubswoche mit der kleinen Schwester und einer guten Freundin in Budapest. Eine ganze Woche Budapest! In einer Ferienwohnung mitten auf der berühmtesten Prachtstraße der Stadt! Was hatte ich nicht alles vor!

Es kam aber ein bisschen anders, da sich mein Immunsystem entschloss einen MS-Schub zu produzieren und ich dementsprechend nicht wirklich fit war. War nix mit Sightseeing und im Thermalbad abhängen, stattdessen bekuschelte ich das Sofa der Ferienwohnung, schlief viel, ging eine Winzigkeit in der näheren Umgebung spazieren oder spielte mit der Katze im Innenhof.

Aber Restaurantbesuche ließ ich mir nicht nehmen! Insgesamt besuchten wir drei Stück, die ich Euch in dieser Woche vorstellen möchte, falls ihr demnächst ein verlängertes Wochenende in Budapest verbringt. Darunter ist ein neue Lieblingsrestaurant, eine richtige Institution der ungarischen Restaurantszene und das „Menza“, in dem wir schon vor 9 Jahren essen waren und das immer noch eine Empfehlung wert ist.

Wir gingen am Sonntagabend dorthin, nachdem wir unsere Unterkunft bezogen hatten. Es war praktischerweise nur 10 Minuten zu Fuß entfernt. Und es war gut gefüllt, so dass wir draußen an einem Vierertisch Platz nahmen. Die ungarisch-charmante Bedienung kam auch schnell und brachte uns die Speisekarten.

Zum Kühlen unserer durstigen Kehlen suchten wir uns die alkoholfreien hausgemachten Limos aus, die sehr erfrischend waren.

Als Vorspeise teilten wir drei uns einen Hortobágyi Palacsinta, also einen dünnen Pfannkuchen, der mit würzigem Fleisch gefüllt und cremiger Gulaschsauce überbacken wird. Ein Klassiker der ungarischen Küche! Steffi war positiv überrascht von der Kombination und auch Susi und ich fanden ihn sehr köstlich!

Wenn schon in Ungarn, dann sollte man auch Gulasch essen *g* Steffi wählte Rindsgulasch mit Nokedli (Knöpfle) und mochte es sehr!

Susi wollte einen Lángos probieren, auf dem noch fein gewürztes Schweinefilet und natürlich Schmand war.

Hier nochmal eine Nahaufnahme. Sie war sehr zufrieden – knuspriger Brotfladen, zartes Fleisch und dazu die kühle Säure vom Schmand.

Ich wählten einen anderen Gulaschklassiker: Kalbsgulasch verfeinert mit Schmand und dazu Eierknöpfle und fermentierte Sommergurken. Die Kombination kam mir zunächst ein bisschen seltsam vor, weil ich die Eierknöpfle nur als Hauptmahlzeit zusammen mit jungem grünen Salat im Frühling/Sommer kenne.

Aber die beiden Gerichte können was zusammen! Passt wirklich hervorragend und sollte ich hier zu Hause auch mal ausprobieren. Kann ja auch gut entzerrt werden, indem z.B. das Gulasch im Slowcooker schmurgelt, während ich die Nokedli zubereite… Interessieren Euch die Rezepte für solche Essen?

Auch nach meinem dritten Besuch kann ich Euch einen Besuch im „Menza“ empfehlen! Wenn ihr mal in Budapest seid, macht dort ruhig eine Pause und esst was. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, die ungarischen Gerichte schmecken gut und sie haben auch jeden Tag ein günstigeres Mittagsangebot. Die Bedienung ist schnell und angemessen aufmerksam. Ich mag es :-)

Menza Étterem
Liszt Ferenc tér 2
1061 Budapest
Ungarn

Öffnungszeiten: jeden Tag von 11:00 – 00:00

Instagram: Menza étterem és kávézó

Blog-Event CLIV: Salat satt – Nahöstlicher Brotsalat

Endlich Sommer! Ja, auch wenn ich die Wärme nicht gut vertrage, von Hitze sprechen wir erst gar nicht, mag ich das Licht, die lauen Abende, das die Natur geradezu übersprudelt und alles vor sich hin wächst und reift. Endlich können wir kulinarisch wieder aus dem Vollen schöpfen!

Und bei vielen Leuten gibt es zur Zeit fast ausschließlich Salate. Aber das kann ich nicht, da sind Susanne von „Magentratzerl“ und ich uns sehr ähnlich. Ich bin ein äußerst schlechter Salatesser und Blattsalate werden bei mir konsequent aus der Biokiste geschmissen, weil ich die einfach nicht verbraucht bekomme … Was geht sind so stückige Gemüsesalat wie z.B. Griechischer Hirtensalat. Ich liebe Tomaten, Paprika und Gurken und gegen Feta kann ich auch überhaupt nichts sagen. Die Variante gibt es öfter zum Abendbrot. Und diese Variante scheint bei den Völkern des östlichen Mittelmeers sehr verbreitet zu sein.

Letztens hatte ich noch ein Stück Fladenbrot übrig, dass ich dann schnell zu einem Brotsalat mit nahöstlichem Einschlag verarbeitete. Bei Brotsalaten gibt es ja zwei Lager, die einen mögen das Brot knusprig im Salat, die anderen eher weich. Ich glaube, ich gehöre zum Team „Knusprig“, wenn das Brot noch so ein paar Röstaromen abbekommt, ein Träumchen! Die üblichen Verdächtigen Tomate, Paprika und Gurke waren natürlich auch vertreten. Und was macht diese Variante jetzt nahöstlich? Das Brot briet in dem Öl zusätzlich mit etwas Kreuzkümmel an, es kam eine sportliche Portion gehackte Petersilie rein und über den fertigen Salat kamen noch eine Prise säuerlicher Sumach. So entstand ein sättigender, leicht säuerlicher, erfrischender Salat, der an heißen Tagen glücklich macht. Am nächsten Tag ist das Brot zwar durchgeweicht, das tut dem Geschmack aber keinen Abbruch, so dass Reste gut mit ins Büro genommen werden können.

Ich bin ja mal gespannt, was noch alles beim von Susanne veranstalteten Blogevent „Salat satt“ in Zorras „Kochtopf“ an Salaten zusammen kommt, die zum Nachmachen animieren und mich eventuell in eine Salatperson verwandeln? Wer weiß ;-)

Blog-Event CLIV - Salat satt (Einsendeschluss 15. Juli 2019)

Nahöstlicher Brotsalat

Zutaten für 1-2 Portionen:
50 g Brot (z.B. Fladenbrot von gestern)
2 + 6 EL Olivenöl
1/2 TL Kreuzkümmel gemörsert
1/2 Paprikaschote
1/3-1/2 Schlangengurke
2 handvoll Cherrytomaten
1 deutsches Bund Petersilie
1 Prise Sumach
Salz, Pfeffer
1/2 Zitrone Saft
100 g Feta

(1) Das Brot in grobe Würfel schneiden. 2 EL Olivenöl in einer Pfanne bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Den Kreuzkümmel und die Brotstücke zugeben und unter gelegentlichem Rühren so lange Braten, bis die Brotstücke braun sind. In eine Salatschüssel geben.
(2) Die Paprikaschote entkernen und die weißen Häutchen rausschneiden. Von der Gurke das Ende abschneiden. Beides in etwa 0,5 cm große Würfel schneiden. Die Cherrytomaten halbieren oder vierteln, je nach Vorliebe. Die Petersilie fein hacken. Alles zum Brot geben. Salzen, pfeffern und mit dem Sumach bestreuen.
(3) Zitronensaft und restliches Olivenöl drüber geben und alles gut verrühren. Zum Schluss den Feta drüber krümeln.

Genießen!

Ungarisches Letscho 2.0

Endlich ist die Saison der aromatischen Spitzpaprika aus Ungarn wieder angebrochen! Und eines meiner liebsten Gerichte damit ist immer noch Letscho/Lecsó, also jenes ungarische Paprika-Tomaten-Ragout, dass es in jeder Saison gefühlt alle zwei Wochen gibt :-) Die klassische Variante habe ich ja schon vor einer gefühlten Ewigkeit im Rahmen der „Heiligen Dreifaltigkeit der ungarischen Spitzpaprika“ vorgestellt. Und daran ist überhaupt nichts falsch, es ist wunderbar frisch gekocht, vielseitig wandelbar, lässt sich 1a einfrieren oder einwecken.

Aber letztens sah ich in einem Video vom ungarischen Kanal „Street Kitchen“ eine Variante mit Reis, die mich sehr ansprach. Die Paprikas werden viel gröber geschnitten und sehr scharf angebraten, so dass sie braune Flecken auf der Haut und damit Extra-Aroma bekommen. Dann kommen die üblichen Verdächtigen dazu und es wird noch eine Hand Reis pro Person unter gerührt. Die Vielfältigkeit bleibt aber dabei auch bestehen, packt noch Wiener Würstchen dazu oder scharfe Paprikawurst (Kolbász, Chorizo) oder lasst ein paar Eier im Lecsó stocken. Oder esst es einfach ganz pur vegan. So viel ist möglich! Und trotzdem steht das einfache, aber köstliche Essen immer noch innerhalb von 45 Minuten auf dem Tisch. Perfekt!

Letscho/Lecsó 2.0

Zutaten für 2 Portionen:
500 g Spitzpaprika
1 Zwiebel
250 g Tomaten
2 EL Öl
1/2 Kaffeetasse Langkornreis
1 Tasse Wasser
Salz, Pfeffer
wahlweise: 50 g Paprikawurst, 50 g Feta, 2 Wiener Würstchen oder 2 Eier

(1) Die Paprikaschoten waschen, trocknen. Die Schoten halbieren, Kerngehäuse und Scheidewände heraus schneiden. Die Hälften dann nochmals halbieren und je nach Größe dritteln oder vierteln. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Tomaten waschen, trocknen, halbieren, Strünke entfernen und die Hälften grob würfeln.
(2) Das Öl in einer mittelgroßen Pfanne (auf die ein Deckel passt) auf hoher Hitze heiß werden lassen. Die Paprikastücke zufügen und bei hoher Hitze so lange anbraten bis sie braune (nicht verbrannte) Stellen auf der Haut kriegen. Die Zwiebelwürfel zufügen und bei mittelhoher Hitze mitbraten bis sie glasig werden. Etwas salzen.
(3) Den Reis und die Tomatenstücke zufügen, salzen und pfeffern und alles gut verrühren. Mit dem Wasser begießen, Deckel auflegen und etwa 25-30 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen bis der Reis gar ist.

Wer mag, kann zusammen mit dem Reis in Scheiben geschnittene Paprikawurst (ungarische Kolbász) auf das Letscho legen, oder 5 Minuten vor Ende der Garzeit Feta drüber krümeln, klein geschnittene Würstchen mit erhitzen oder Eier darüber schlagen und unter dem Deckel stocken lassen.

Genießen!

Quelle: nach Street KitchenRizses lecsó virsivel felturózva

Einfacher Hummus aus Dicken Bohnen

Es gibt ja tatsächlich noch europäische Gemüsearten, die noch nie gekostet habe, z.B. Dicke Bohnen/Ackerbohnen/Saubohnen. Ich habe schon oft davon gelesen, sowohl deutsche Rezepte als auch englische, aber habe noch nie welche zu kaufen bekommen. Letzte Woche waren dann plötzlich welche in meiner abonnierten Biokiste und ich habe prompt die Menge erhöht und somit 1 Kilo der ganzen Bohnenschoten bekommen. Yay \o/

Aber was sind Dicke Bohnen überhaupt? Der Name ist etwas irreführend, weil sie nicht viel mit den sonstigen Bohnen, wie Buschbohnen oder Weißen Bohnen gemein hat. Diese kommen vom amerikanische Kontinent und sind klimatisch etwas empfindlicher, weswegen Bohnen hier in Deutschland erst nach den Eisheiligen Mitte Mai gelegt werden. Dicke Bohnen sind eine europäische Art, deren Nutzung schon seit der Steinzeit nachweisbar ist. Deshalb können ihre Samen auch schon im Februar oder März ins Beet gelegt werden. Auch in Ausgrabungen im Mittelmeerraum, die auf das 3. Jahrtausend vor Christus datiert wurden, wurden sie gefunden. Ihr seht, wir nutzen die schon sehr lange. Im Mittelalter war sie eines der Hauptnahrungsmittel, bevor ihr Anbau ab dem 17. Jahrhundert zurück ging, weil die aus Amerika mitgebrachten Bohnen bevorzugt wurden. Ackerbohnen gerieten etwas in Vergessenheit und wurden/werden hauptsächlich als Viehfutter genutzt.

Aber glücklicherweise erlebt die Art ein Revival und wird wieder stärker angebaut. Und endlich konnte ich sie auch mal essen. Klar, es ist schon ein bisschen Arbeit: erst die Kerne aus der Schale palen, dann in kochendem Salzwasser garen, dann nochmal die graue Schale von den einzelnen Kernen entfernen. Und die Ausbeute ist nicht soo groß, aus 1 kg Schoten habe ich so 200-250 g Kerne bekommen. Aber lecker sind die! Zart und herzhaft gleichzeitig, vielleicht eine Winzigkeit bitter, aber ich mag das!

Und um erstmal den möglichst puren Geschmack der Dicken Bohnen zu erfahren, hab ich mir ein Rezept mit möglichst wenigen Zutaten ausgesucht. Im Buch „Tender“ von Nigel Slater sind den Puffbohnen ein ganzes Kapitel gewidmet und er stellt einen grünen Hummus vor, der nur aus Dicken Bohnen, Olivenöl, Salz, Zitrone und Minze besteht. Und das Ergebnis kann sich wirklich schmecken lassen. Frisch und würzig, passt perfekt zu frischem oder geröstetem Brot, als Unterlage von Wurst und Käse oder einfach als Dip für Gemüsesticks. Tolles Zeug!

Und jetzt hoffe ich einfach, dass ich nochmal welche bestellen kann, denn eigentlich geht die Saison ja von Juni bis August! Seid gespannt, ob hier noch mehr Rezepte erscheinen :-)

Hummus aus Dicken Bohnen

Zutaten für ca. 4 Portionen:
1 kg Dicke Bohnen in Schale (ca. 200-250 g gepalt)
Salz
Olivenöl
1/2 Zitrone, Saft
4 Zweige Minze, Blätter
Pfeffer

(1) Die Bohnenkerne aus den Schoten lösen. In kochendem Salzwasser ca. 6-10 Minuten kochen, je nach Alter der Bohnen. In ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Die einzelnen Kerne dann aus der etwas gräulichen Hülle rausflitschen lassen. Jetzt können die Kerne weiter verarbeitet werden.
(2) Die Kerne in einen Mixer geben. Die Minzblätter von den Stengeln zupfen und hacken. Zu den Dicken Bohnen zusammen mit dem Zitronensaft, etwas Salz und Pfeffer geben. Einen guten Schluck Olivenöl zufügen.
(3) Den Mixer laufen lassen bis die Masse die Konsistenz von zähflüssigem Kuchenteig hat. Mit so viel Olivenöl nachjustieren bis das Hummus richtig ist. Kosten, ob noch Salz, Pfeffer oder Zitronensaft fehlt.

Mit frischem Brot (oder gerösteten Brotscheiben) oder Gemüsesticks servieren.

Genießen!

Quelle: Slater, N. (2009): Tender – Volume 1. Harper Collins. p 99

#synchronbacken Nr. 37: Speck-Käse-Oliven-Brot

Es gibt in Kleinbloggersdorf ja regelmäßig wiederkehrende Events, die ich mit Interesse verfolge, aber meist nicht schaffe teilzunehmen.

Letztes Wochenende war wieder ein Synchronbacken angesagt, initiiert von Zorra (1x umrühren bitte) und Sandra von „From snuggs kitchen„. Diesmal suchten sie sich ein herzhaftes Brot vom Plötzblog aus, in dem Käse, Speck und Oliven verarbeitet werden.
Das Brot las sich machbar, ich hatte das Wochenende noch nix vor und das Wetter sollte auch mitspielen. Also steht dem Vergnügen nichts im Wege.

Ein paar Zutaten mussten noch besorgt werden. So hatte ich Angst, dass das Reismehl zu einem größeren Problem werden könnte. Aber denkste Puppe! Im Studenten-Rewe beim Büro bin ich beim Wassermelonenkauf praktisch drüber gestolpert *g* Jetzt muss ich nur noch gucken, wie ich die restlichen 470 g verbraucht kriege ;-) Man kann das Reismehl aber auch durch im Mixer zerkleinerte Haferflocken oder Maismehl ersetzen. Daran soll es also nicht scheitern. Mit dem Mehl wird ein Mehlkochstück zubereitet, das ordentlich Flüssigkeit bindet, dann in den Teig geknetet wird und so das fertige Brot saftiger macht. Es ist wirklich kein Hexenwerk. Der restliche Teig ist eigentlich ganz einfach, braucht einfach nur viel Zeit beim Kneten. Gleich danach kommt er zum langsamen Gehen 12 Stunden in den Kühlschrank. Die Hefe hat also gar keine große Zeit anzuspringen und den Teig großartig aufgehen zu lassen. Am nächsten Tag ist der Teig also nur minimal aufgegangen, aber ziemlich fest geworden. Er wird dann geformt, in die Form gelegt und bei Zimmertemperatur 2,5 Stunden in Ruhe. Dabei geht er noch ein bisschen auf, keine Sorge. Dann noch einschneiden und backen.

Irgendwann duftet es wunderbar herzhaft aus dem Ofen und dann Brot wird braun und knusprig. Das Prachtstück ist sehr feinporig und wie gewünscht saftig. Es schmeckt großartig! Einfach so pur und dann vielleicht noch einen Salat dazu. Perfekt!

Speck-Käse-Oliven-Brot

Zutaten für 1 Kastenform 24 cm Länge:

Für das Mehlkochstück:
30 g Reisvollkornmehl
150 g Milch
12 g Salz

Einlagen für den Teig:
30 g Bacon
60 g Oliven
60 g Hartkäse (z.B. Pecorino, Parmesan…)

Für den Hauptteig:
Mehlkochstück
540 g Weizenmehl Type 550
30 g Roggenmehl Type 1150
240 g Wasser (kalt aus dem Hahn)
3 g Frischhefe
60 g Schmand
30 g Butter (kühlschrankkalt)

Zeit: 2 Tage
Reine Arbeitszeit: ca. 1 Stunde. Ruhezeiten des Teigs: 12 Stunden + 2,5 Stunden.
Tag 1: Mehlkochstück zubereiten, Hauptteig kneten (12 Stunden ruhen lassen)
Tag 2: Teig formen, 2,5 Stunden gehen lassen, ca. 1 Stunde backen

(1) Als erstes das Mehlkochstück vorbereiten. Dafür das Reismehl mit dem Salz und der Milch in einem kleinen Topf gut verrühren, so dass keine Klümpchen entstehen. Die Mischung bei mittelhoher Hitze aufkochen bis eine zähe, puddingähnliche Masse entstanden ist. In eine kleine Schale geben und sofort mit Frischhaltefolie abdecken, damit keine Haut entsteht. So lange bei Zimmertemperatur stehen lassen bis es gebraucht wird (max. 24 Stunden).
(2) Dann die festen Stücke für den Teig vorbereiten. Den Bacon in kleine Würfel schneiden. In eine kleine Pfanne geben und bei mittelhoher Hitze knusprig braten. Ohne das Fett in eine kleine Schale geben und abkühlen lassen. Die Oliven in Scheiben schneiden, den Käse in kleine Würfel.
(3) Für den Hauptteig die Hefe in etwas von den 240 g Wasser auflösen. Alle Zutaten bis auf die Butter und die Einlage in die Schüssel des Standmixers geben. Erst auf niedrigster Stufe 5 Minuten kneten, folgend von 6 Minuten auf der 2. Stufe. Dann die Butter auf 2. Stufe 1 Minute einkneten. Die Olivenscheiben, Speck und Käse zugeben und 1 Minute auf niedrigster Stufe unterkneten.
(4) Den fertigen, etwas klebrigen Teig in eine Schüssel mit Deckel geben und 12 Stunden im Kühlschrank gehen lassen.
(5) Eine Kastenform mit 22-25 cm Länge einfetten oder mit Backpapier auskleiden.
(6) Nach der Zeit im Kühlschrank ist der Teig nur ein bisschen aufgegangen und fest geworden. Den Teig aus der Schüssel holen und auf Länge der Kastenform formen. Mit dem Schluss nach unten in die Form legen und abdecken. 2,5 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
(7) Den Ofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Dabei ein Backblech unten im Herd mit heiß werden lassen.
(8) Den in der Form noch aufgegangenen Teig mit einer Schere kreuzweise im 45° Winkel einschneiden. Das Brot etwa ins untere Drittel des Ofens stellen. Eine halbe Tasse Wasser auf das heiße Backblech unten schütten, Ofen schnell schließen, damit der Dampf drin bleibt. Die Temperatur auf 230°C runter stellen. Jetzt das Brot 60-70 Minuten backen. Nach 15 Minuten das Blech für den Dampf aus dem Ofen nehmen.

Das hübsch braune Brot aus dem Ofen holen. Aus der Form nehmen und auf den Boden klopfen. Wenn es sich hohl anhört, ist es durchgebacken.
Abkühlen lassen.

Genießen!

Quelle: PlötzblogKäse-Speck-Oliven-Brot

Danke an Zorra und Sandra für`s Ausrichten des Events. Es haben noch weitere mitgemacht und ihre Brote verbloggt:

Sandra von From-Snuggs-Kitchen
Birgit von Birgit D – Kreativität in Küche, Haus & Garten
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum
Tina von Küchenmomente
Martha von Bunte Küchenabenteuer
Manuela von Vive la réduction!
Zorra von 1 x umrühren bitte
Birgit M. von Backen mit Leidenschaft
Tamara von Cakes, Cookies and more
Katrin von Summsis Hobbyküche
Volker von volkermampft
Britta von Brittas Kochbuch
Simone von zimtkringel
Conny von Mein wunderbares Chaos
Janina von Bei Freunden

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