#12von12 im Mai – Ein stinknormaler Donnerstag

 Wer neugierig auf anderer Leute Leben am 12. Mai ist, gucke bei hier bei Caro.

Gestern war ein stinknormaler Donnerstag. Aufwachen und einen Blick nach draußen riskieren.

Die klitzekleine Lieblingsuhr stellen und aufziehen.

Schnell Frühstück zusammenstellen. „Voll gesund“ für unterwegs ein selbstgebackenes Partybrötchen und zwei Stück Kuchen, die ich noch eingefroren hatte, zur Flüssigversorgung Wasser mit dem geliebten Rose’s Lemon Squash und für den Moment ein Müsli mit vier Himbeeren:

Kurz nach 7 ging es zur Arbeit, um mich halb acht erstmal in der persönlichen „Folterhölle“ von der Lieblingsphysiotherapeutin quälen und Defizite aufzeigen zu lassen ;-) Nein, jetzt ernsthaft: ich merke, dass mir die Therapien und was die Jungs und Mädels dort mit mir machen, wirklich gut tut und es schon Verbesserungen gibt. Yay!

Gleich danach hieß es arbeiten und konnte nach fünf Stunden unter blauem Himmel mit ein paar dekorativen Wölkchen nach Hause gehen.

Zu Hause wurde die Geschirrspülmaschine aus- und wieder eingeräumt …

… während die Teigtasch nach russischer Art aus Polen garten. Nein, die waren nicht selbstgemacht (selbstgekauft im russischen Supermarkt), aber ich wollte erstmal testen, ob mir sowas prinzipiell schmeckt, bevor ich mich ans Selbstmachen wage :-) Lecker sind sie, werde ich mal selbst machen *g*

Die Meisterin des gepflegten Rumdümpelns dümpelte mal wieder unter der braunen Kuscheldecke rum. (Um die Erschöpfung aus dem Kopf zu kriegen.)

Manchmal habe ich den Verdacht, dass ich einen grünen Daumen habe, bei dem Stiefmütterchen hat er leider nicht gewirkt, es starb aus mir unbekannten Gründen. Na gut, haben die Hornveilchen daneben (die unglaublich intensiv duften) mehr Platz, um sich auszubreiten. Ich habe den leisen Verdacht, dass sowohl Stiefmütterchen als auch Tausendschön auf der anderen Seite des Kastens von den Hornveilchen gemobbt wurden ;-) … Anderes wuchert dagegen wie doof, wie dieser Basilikum im Kindergartenalter.

Nach einigen Telefonaten konnte der Abend begonnen werden mit einer Lieblingsfolge der Lieblingsserie *düdüdüdüü* *düdüdüdüü*

Irgendwann am späteren Abend auch endlich Abendbrot:

Und nachdem ich auf dem Sofa wegpennte, wurde ich pünktlich zur Verkündigung der Gewinner des zweiten ESC-Halbfinals wach und wankte Richtung Bett, wo ich noch drei Wörter las und einschlief:

Kulinarisches Wochenende in Hamburg – We love Fish! Ein Kochkurs in Hensslers Küche

Am zweiten Tag unseres Hamburg-Wochenendes nahmen wir an einem Kochkurs in „Hensslers Küche“ teil, den ich dem Coladieb zum Geburtstag geschenkt hatte. Das ist eine Eventküche, betrieben von – Überraschung *g* – Steffen Henssler, die man buchen kann für Partys oder eben auch Kochkurse zu diversen Themen stattfinden.

Thema des Kurses war „We love Fish“ und es gab wirklich viel Fisch. Leider kamen wir verkehrs- und navibedingt prompt 30 Minuten zu spät, obwohl wir rechtzeitig aus dem Hotel losgefahren sind.

Wir wurden sehr nett von der Service-Dame begrüßt mit Sekt, den ich in Lavendellimo umwandeln ließ (Sorry, aber Alkohol in Getränkeform geht bei mir immer noch nicht…) und bekamen unsere Schürzen für den Kurs.

Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um die Vorführung für die gesamte Gruppe zu sehen, wie die Lachstranche, die unter Folie gegart, vorbereitet wird. Eigentlich ganz einfach: Lachstranche auf Teller, salzen, pfeffern, Limonenabrieb rauf, etwas Pernod und ein Stück Butter. Dann fest in Frischhaltefolie verpacken und im 80°C warmen Ofen etwa 10-12 Minuten garen.

Nun bin ich ja kein Fan von warmem Lachs und war dementsprechend skeptisch. Kalter Lachs (roh, graved, geräuchert) ist total geil, aber gebraten mag ich ihn nicht wirklich. Dementsprechend gespannt, war ich auf das Ergebnis:

Und es war echt großartig! Sehr zarter, lauwarmer Lachs mit wunderbaren Aromen. Das werde ich wohl auch zu Hause mal machen!

Als zweites wurde uns gezeigt, wie man einen Fisch richtig filetiert und daraus dann, ich nenne es mal, frittiertes Sashimi macht. Dafür wurde eine ganze Dorade benutzt…

… deren Filets ich erstmal von der Mittelgräte trennte.

Der Coladieb übernahm dann das herausschneiden der letzten Gräten vom Bauchlappen und aus der Mitte. Dann wurde das Filet in dünne Streifen geschnitten und in einen Teller gelegt. Die beiden zuständigen Köche kamen dann mit brüllend heißem Olivenöl rum und träufelten eine ordentliche Menge über die Fischstreifen, wodurch dieser sozusagen schockgegart wurde. Dann wurden noch ein paar andere Saucen darüber geträufelt und zum Schluss eine Tomatensalsa verteilt.

Und was soll ich sagen, ein Träumchen! So unglaublich zarter Fisch, der wunderbar mit den Aromen des Öls, der Ponzusauce und der Tomatensalsa harmoniert. Hätte ich nie erwartet! (Merkt man, dass ich wenig Fischerfahrung habe? *g*) Und der Coladieb hat gute Arbeit geleistet, nicht die kleinste Gräte zu finden! (Sobald eine Gräte im Fisch ist, bin ich ja sofort raus aus der Fischgeschichte!)

Als dritten Gang durften wir Thunfischtatar zubereiten. Dafür ist eine Hauptzutat eine selbstgemachte Mayonnaise, die einer von uns Teilnehmern, der noch nie eine Mayo rührte, selbst machen musste. Aber ihr wisst ja durch das aufmerksame Lesen dieses kleinen Blogs wie es geht, oder (Eifreie Mayo oder die klassische Variante)? Diese Mayo wurde noch durch Sriracha (diese extrem fies scharfe Sauce, die es öfter beim asiatischen Imbiss gibt) und Togarashi (japanische, scharfe Gewürzmischung) verfeinert und zusammen mit einigen anderen Zutaten wie Gurken- und Selleriewürfelchen zu dem feingewürfelten Thunfisch gegeben.

Jeder von uns bekam sein eigenes Stückchen Thunfisch in Sashimiqualität und durfte sich dann sein eigenes Tatar schneiden:

Ich finde so Sachen kleinwürfeln ja immer sehr entspannend, fast schon meditativ. Immer der gleiche Bewegungsablauf und großartig nachdenken, muss man dabei auch nicht:

Dadurch, dass jeder seine eigene Portion zubereitete, konnte auch unterschiedlich intensiv gewürzt werden. Und so sah mein Endergebnis aus: Würziges Thunfischtatar mit pochiertem Ei.

Ein unglaublich leckeres Gericht! Der zarte Fisch mit den frischen Gemüsewürfelchen und der leichten Schärfe der Mayo, dazu das weiche, pochierte Ei. Es passte wunderbarst! Leider machten sich dabei schon leichte Ermüdungserscheinungen bei meinem Magen bemerkbar, so dass ich nicht alles aufessen konnte. So viel Eiweiß auf einmal ist mein Körper einfach nicht gewohnt … Der Coladieb übernahm dann meinen Rest, der ihm aber zu lasch gewürzt war. Ich bin halt eher ein Purist, wenn es um das Würzen geht, der Coladieb braucht ein wenig mehr Wumms. Er war auch so begeistert von diesem Tatar, dass er es die Woche darauf sofort nachbastelte und immer noch von der scharfen Mayonnaise schwärmt.

Das waren bisher erst die Vorspeisen, jetzt folgte der Hauptgang! Dafür wurde als wir noch nicht da waren eine ganze Lachshälfte mit vielen Kräutern und Zitrone in Zeitung gewickelt und das Ganze dann im Ofen gegart. Dazu wurde ein Kartoffelbrei gereicht, der von einer jungen Teilnehmerin zubereitet wurde:

Verfeinert wurde es mit Avocados, deren Fruchtfleisch der Coladieb hier gewissenhaft aus der Schale befreit und klein würfelte:

Dann durften die Herren, die den Fisch zubereiteten, ihn auch auspacken und waren alle ziemlich gespannt und hochkonzentriert:

So sah der Hauptgang dann in aller Schönheit aus mit dem hellgrünen Kartoffel-Avocado-Brei im Hintergrund:

Und das war meine Portion. Ich konnte einfach nicht mehr essen … Schon lecker, frisch und kräuterig der Lachs, aber für mich schon zu durch, wobei das ist mein höchsteigenes Problem *g* Für Leute, die warmen Lachs mögen und mal für viele Gäste kochen möchten, kann ich das nur empfehlen. Gut vorzubereiten und köstlich!

Als Dessert wurde von den beiden Köchen Nico und Pierre eine Monsterportion karamellisierten Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster gekocht, während wir Teilnehmer so langsam ins Fresskoma fielen ;-) Ich nutzte die Zeit, um mich angenehm mit Pierre zu unterhalten.

Der Kaiserschmarrn war sehr lecker, besonders die knusprigen Ecken mit den karamellisierten Zucker *hachz*:

Aber auch das war zu viel und so verspeiste die Lieblingscousine, die mittlerweile gekommen war, um mich abzuholen (den Rest des Wochenendes verbrachte ich bei und mit ihr) den köstlichen Rest.

Nach vier Stunden war der Kochkurs beendet und ich kann ihn guten Gewissens weiterempfehlen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, ich habe einige neue Sachen gelernt und auch Sachen und Zubereitungsweisen gekostet, die ich als Fischskeptiker noch nicht kannte und die mich begeisterten. Die Köche wirklich nett und kompetent, der Service unglaublich aufmerksam. Der Coladieb und ich würden das glatt nochmal machen :-)

Hensslers Küche
Neumühlen 1
22767 Hamburg

Lieblingscousine und ich spazierten noch ein wenig am Museumshafen rum, auch damit ich nach den ganzen Informationen und Menschen und Gekoche den Kopf frei bekam. Und was dümpelte dort im Wasser rum? Der Eisbrecher Stettin, den ich im August schon auf der Hanse Sail in Rostock sah, als wir rüber nach Dänemark schipperten.

Auch der Blick zu den Kränen ist ein klein bisschen beeindruckend! ;-)

Kulinarisches Wochenende in Hamburg – Freitagabend im heißgeliebten Trific

Vor zwei Wochen gönnten der Coladieb und ich uns ein Wochenende in Hamburg. Nun ist Hamburg nicht die große Unbekannte für uns, der Coladieb hat dort öfter geschäftlich zu tun, von der Ostseeheimat aus ist es auch nur knapp 2 Stunden entfernt  und die Lieblingscousine lebt dort. Aber dieses Wochenende wollten wir des Coladiebs Geburtstagsgeschenk einlösen, worüber ihr im nächsten Bericht noch mehr erfahrt.

Wir fuhren also gemütlich am späten Freitagvormittag los. Ja, ein bisschen Stau und Wochenendverkehr gab es, aber nix gravierendes (außer, dass wir beinahe zu spät zur gebuchten Massage im Hotel gekommen wären *ähem*).

Bevor wir uns abends mit der Lieblingscousine am Trific, doch unser aller drei Lieblingsrestaurant, trafen, drehten wir noch eine kleine Runde durch die Innenstadt. Hamburg empfing uns an der Binnenalster irgendwie ziemlich monochrom.

Es war halt Mitte April und nicht Juli, deswegen sah das Rathaus auch ein wenig düster aus …

Obwohl Hamburg nicht am Meer liegt (nein, wirklich nicht, auch wenn die Stadt einen monströs großen Hafen hat), läuft auch in der Innenstadt das Wasser regelmäßig weg. Für mich als Muschelschubser von der Ostsee immer etwas befremdlich:

Zum Glück lag das Hotel fußläufig vom Trific, so dass wir gemütlich hinspazierten und die Lieblingscousine schon auf uns wartete.

Wir entschieden uns für das Dreigang-Menü, wobei die Lieblingscousine und ich uns eins teilten. Irgendwie kann ich nicht mehr so viel auf einmal essen, aber wollte trotzdem alles kosten *g*

So kam der Coladieb zu Vitello Heilbutto als Vorspeise. Zartestes Kalb mit einer Heilbuttcreme und knusprigen Kapern:

Der Coladieb war begeistert und ich mopste auch das letzte Stückchen Fleisch, meine Güte sooo gut!

Unsere Vorspeise bestand aus marinierter Roter Bete mit Fenchel, Ziegenkäse und karamellisierten Walnüssen:

Sehr sehr gut! Rote Bete liebe ich ja sowieso und mit dem Fenchel eine großartige Kombination! Mit dem frischen, etwas säuerlichen Ziegenkäse und den etwas süßen Nüsschen, ein Träumchen!

Cousinchen bekam vom aufmerksamen Service sogar ihren eigenen schicken Probierteller:

Als Hauptgang suchten wir uns alle das Backhendl mit Kartoffelsalat, Gurken-Dill-Salat, Coleslaw und Blattsalaten aus:

Als uns die Teller hingestellt wurden und mir der Duft des Hähnchens in die Nase stieg, war mir für einen Augenblick so, als säße ich am gedeckten Sonntagstisch meiner Tante in Ungarn, es duftete genauso gut! Ein Träumchen! Das Fleisch unglaublich zart und saftig dazu wahnsinnig knusprig, einfach perfekt! Die Salate als wundervolle Beilage dazu, die Lieblingscousine hätte am liebsten noch eine Tupperdose voll des Gurkensalats mitgenommen und der Coladieb vom Coleslaw. Ich mochte alle Salate gleich gern *g* Aber ich muss gestehen, dass ich da schon etwas schwächelte und das Hähnchen trotz aller Köstlichkeit nicht schaffte *seufz* Aber keine Angst, es wurde nichts verschwendet, ich saß ja nicht alleine am Tisch :-D

Als Dessert gönnte sich der Coladieb das Schokoladenmousse mit Blutorange. Sehr schokoladig, sehr fluffig:

Ich freute mich schon seit Wochen auf die von mir innig geliebten Topfenknödel und hoffte insgeheim auf eine Rhabarberkomposition als Begleitung. Zum Glück kam es auch so *g*

Wunderbar flaumige Knödelchen, etwas zitronig, nicht zu süß, die perfekt mit dem Rhabarber harmonierten. Die Lieblingscousine und ich teilten gerecht (geschwisterlich teilen geht ja anders *g*) und sie war genauso begeistert wie ich.

Es war ein wunderbarer Abend im Trific mit hervorragendem Essen! Wir lieben es dort einfach und würde ich näher dran wohnen, ich wäre öfter da und würde mich komplett durch die Karte essen *g*

Eine große Empfehlung für alle, die ehrliches, phantastisches Essen ohne großen Schnickschnack mögen und ihren nächsten Hamburgbesuch planen!

Trific
Holzbrücke 7
20459 Hamburg

Öffnungszeiten 
Montag — Freitag ab 11:00
Küche von 12:00 bis 15:00 und 18:00 bis 22:30
Samstag ab 18:00
Sonntag geschlossen

An allen gesetzlichen Feiertagen kein Mittagstisch.

10. Synchronbacken – Eine Bagel-Geschichte in Bildern

Schon zum 10. Mal organisierten Zorra vom „kochtopf“ und Sandra von „From Snuggs Kitchen“ das #synchronbacken, sprich an einem bestimmten Tag backen alle Mitbackwilligen nach einem bestimmten von Zorra und Sandra ausgesuchten Rezept. Natürlich sind dabei auch Abwandlungen erlaubt, je nachdem wieviel sich der einzelne zutraut :-)

Ich muss gestehen, die Ankündigung für dieses #synchronbacken hatte ich irgendwie verpeilt und nur zufällig Samstagmorgen mitbekommen, also wurde der Plan Kiflis zu backen, umgeschmissen und ich widmete mich dem Rezept. An Zutaten hatte ich auch alles da:

Homemade Bagels

Zutaten für ca. 6-8 Stück:

1 grosse Kartoffel (185-250 g), geschält und gewürfelt
250 ml Kartoffel-Kochwasser
7 g Trockenhefe (1 Tüte)
30 ml (1/8 cup) Sonnenblumenöl oder Oel nach Wahl
2 Eier (L), Raumtemperatur
~650 g Mehl
3/4 EL Salz

1 Ei (M), aufgeschlagen und verrührt
Sesam- und/oder Mohnsamen zum Bestreuen

Kartoffeln hatte ich schon Sonnabend zum Mittagessen gekocht, deren Wasser ich aufbewahrte. Und dann wollte ich noch testen, ob ein halber Würfel frische Hefe (entspricht 1 Tüte Trockenhefe), der drei Wochen über dem Mindesthaltbarkeitsdatum ist, noch brauchbar ist. Also habe ich die Hefe in das leicht erwärmte Kartoffelkochwasser gekrümelt und abgewartet…

… Leider stellte sich nach meinem Frühstück heraus, dass die Hefe wohl doch hopps gegangen ist. Nicht ein klitzekleines Blubberbläschen war nach 15 Minuten zu sehen.

Also nochmal komplett von vorne beginnen:

(1) Die Kartoffeln schälen, würfeln und in etwa 400 ml Wasser ohne Salz etwa 10 Minuten kochen bis die Kartoffeln gar sind. Die Kartoffeln abgießen und 250 ml des Wassers auffangen (bei wem es zu wenig ist, ergänzt einfach mit Wasser aus der Leitung).

(2) Das Kochwasser in die Schüssel der Küchenmaschine geben und auf 35-40°C abkühlen lassen. Denn wenn das Wasser zu heiß ist, sterben die kleinen Hefepilze den Hitzetod und der Teig geht nicht auf. Mit dem eigenen Finger testen, klappt natürlich auch. Und die Flüssigkeit wirklich lieber zu kalt als zu heiß haben.
Also warten. Und Märchen gucken.

(3) Die Trockenhefe zugeben und ca. 5 Minuten warten bis ein paar Bläschen (oder leichter Schaum) zu erkennen sind.

(4) 150 g vom Mehl, die beiden Eier, Öl und Salz zu geben und ein paar Minuten auf kleinster Stufe verkneten.
(5) Nach und nach das restliche Mehl zugeben. Bei mir (und auch bei (fast?) allen anderen) blieb einiges an Mehl übrig, also vorsichtig sein. Jetzt den Teig 5-7 Minuten auf kleinster Stufe kneten lassen …

… bis ein wunderschöner Teig enstanden ist. Weich wie ein Babypoppes *g*
(6) Abdecken (hier die allseits beliebte Mörderduschhaube) und an einem zugfreien Ort (z.B. kalten Ofen bei geschlossener Tür) 1-1,5 Stunden gehen lassen.

Wenn der Teig sich verdoppelt (oder wie hier verdreifacht hat) kann weiter gearbeitet werden.

(7) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Das Ei zum Bestreichen in einer kleinen Tasse verschlagen.
(8) Den Teig etwas flach drücken, aber nicht mehr kneten und in 6-8 gleich große Stücke teilen. (Freihändiges Teilen sollte ich noch üben oder beim nächsten Mal wieder die Waage benutzen. Und beim nächsten Mal tatsächlich 8 Stück, 6 sind zu groß) Die Teigportionen rundschleifen. Dann mit dem Stiel eines Holzkochlöffels ein Loch in die Mitte stechen und den Teigling auf dem Brett um den Löffelstiel schwingen, so dass das Loch größer wird.

(9) Die fertig geformten Bagel mit einem sauberen Küchentuch abdecken und ca. 15 Minuten ruhen lassen.
(10) In der Zwischenzeit einen großen Topf zu 3/4 mit Wasser füllen und aufkochen lassen. Die Hitze runterschalten, bis es nur noch simmert.
(11) Etwa drei Bagel vorsichtig in das Wasser geben und von jeder Seite 1 Minute baden. Auf das Backblech setzen.

(12) Mit Ei bestreichen, Sesam oder anderen Körnern nach Wahl bestreuen und in den Ofen geben.
(13) 25-30 Minuten backen bis sie goldbraun und schön aufgegangen sind.

Und fertig sind die schönen Bagel. Das Loch hat sich leider wieder geschlossen, aber hey, es gibt schlimmere Schicksale *g* Aber sie sind leider nicht 100%ig so, wie ich Bagel mag. Jetzt kommt Jammern auf hohem Niveau: die Bagel sind zu fluffig. Der Teig ist wirklich wunderbar: einfach zuzubereiten, schmeckt großartig, lässt sich gut verarbeiten, aber das nächste Mal backe ich Brötchen daraus :-)

Danke an Zorra und Sandra für die Organisation! ♥ Es hat wirklich Spaß gemacht und die Vorstellung, dass über Europa verteilt viele Leute zur selben Zeit das gleiche gemacht haben wie ich, ist irgendwie lustig :-D Ich hoffe, beim nächsten Mal schaffe ich es wieder dabei zu sein.

Wen es interessiert wer noch mitgebacken hat und wie die #synchronbagel bei ihnen geworden sind, guckt doch hier: (Links werden im Laufe des Tages ergänzt)

Birgit D von Birgit D – Kreativität in Küche, Haus & Garten
Anja von Anjandrozeitlos
Ingrid von auchwas
Franziska von nur mal kosten
Karin von Food for Angels and Devils
Christina von The Apricot Lady
Dagmar von Dagmars Brotecke
Sarah von Kinder, kommt essen!
Bernadette von www.verkocht.at
Zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf
Ina von Applethree
Birgit von Backen mit Leidenschaft
Sandra von From-Snuggs-Kitchen
S-Küche von S-Küche
Caro & Tobi von foodwerk.ch
Caro von Caro in the Kitchen
Tamara von Cakes, Cookies and more

#12von12 im April

Gestern war wieder der zwölfte Tag des Monats und da zeigen mittlerweile schon traditionell viele Blogger zwölf Bilder von ihrem Alltag. Wer noch mehr normale Tage aus Klein-Bloggersdorf erleben will, guckt gerne bei Draußen nur Kännchen nach. Dieses Mal ist es trotz des Dienstags eine Daheim-Ausgabe, weil mein Körper akut gegen ein paar Infektviren kämpft …

Nachdem ich relativ früh wach war, sah ich an den Wänden des Hauses gegenüber, dass gerade ein hübscher Sonnenaufgang sein müsste. Also schnell Fleecejacke über den Pyjama gezogen und hoch in den siebten Stock des Hauses. Ja, doch. Hat sich gelohnt!

Und wo ich schon mal wach war, konnte ich auch gleich 8 Uhr zur Apotheke nebenan, ein vorbestelltes Medikament abholen und schnell zum Bäcker und etwas zum Frühstück und Abendbrot kaufen (es gibt Tage, da fühlt sich es wieder wie Alltag vor der MS an *freu*).

Wieder zu Hause das Frühstück bestehend aus großem Becher Tee mit Milch und Honig, belegtes Brötchen und Joghurt mit Rhabarberkompott gegessen:

Saubere Wäsche im Schrank zu haben ist vorteilhaft, aber dafür muss auch was getan werden:

Danach war exzessives Ausruhen auf dem Sofa angesagt:

Zum Mittag Comfort Food, dass perfekt bei Krank ist: Hühnerbrühe mit Buchstabennüdelchens und Milchreis mit Rhabarber.

Ich muss irgendwie wissen, wie es in dem Buch weitergeht. Der Autor hat durchaus Talent mich in seine Welt zu ziehen ;-) Es schloss sich ein Nickerchen an *g*

Nach einer kleinen Runde auf dem Balkon bei dem die Blümchen, Kräuter und Baby-Pflanzen begutachtet wurden …

… kam tatsächlich noch die Sonne raus und ich konnte etwas Vitamin D tanken.

Trotz des Infekts wollten meine Beine, dass ich ein paar Dehnungs- und Stabilisierungsübungen mache, hier zu sehen: mein Oberschenkel im Kanadierstand.

Abendbrot bestehend aus dem Rest der indischen Linsen mit einer Laugenstange und Tee:

Den Abend ließ ich mit Miss Fisher und ihren mysteriösen Mordfällen ausklingen:

Zufällig tauglich zu Karfreitag – Fisch im Bierteig

Karfreitag – hoher christlicher Feieretag, an dem traditionell Fisch gegessen wird, bloß kein Fleisch, von wegen Jesus ist für unser aller Sünden gestorben. Nun bin ich ja nordostdeutscher Heide und dementsprechend sind mir (und dem Rest der Mischpoke) religiöse Essensvorschriften ziemlich egal. Aber Frau Mama hatte ausversehen 2,5 kg Dorschfilet gekauft, von denen ein Großteil noch den elterlichen Tiefkühlschrank blockierte. Und Fisch hatte ich schon lange nicht mehr und ist ja auch gesund, nicht? Also vorgeschlagen, ob wir nicht Dorsch im Ausbackteig machen wollten und dazu Kartoffelsalat. Nun hatte ich noch keine Idee, was in so einen Teig in welchem Verhältnis rein kommt, aber die Eltern haben das „Fish-Basics“ von Cornelia Schinharl und Sebastian Dickhaut und darin fand sich ein schön einfaches Rezept für Bierteig.

Der Teig ist schnell zusammen gerührt und während er vor sich hin quillt, kann bequem der Fisch vorbereitet werden. Dabei ist wirklich wichtig, ihn in mundgerechte Stücke zu schneiden und nicht versuchen ganze Fischfilets auszubacken, weil diese beim Umdrehen sehr leicht auseinander brechen. So kleine Happen sind ideal! Der Fisch wird ganz kurz vorher mit Zitrone mariniert und etwas gesalzen und dann in den Teig gegeben. Aus dem Teig dann die Fischstückchen fischen und portionsweise im tiefen Öl ausbacken. Und das geht mal richtig fix, maximal fünf Minuten mit einmal umdrehen und schon kann man sie auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Klassiker dazu sind ja Pommes, wie bei den britischen Fish & Chips, aber auf soviel Arbeit hatte ich keine Lust, also bastelten Frau Mama und ich entspannt den Schwäbischen Kartoffel-Gurken-Salat mit Schmorzwiebeln. Passte wunderbar, knusprig-zarter Fisch mit leicht säuerlich-süßlichem Kartoffelsalat. Wird es wohl öfter geben! :-)

Fisch im Bierteig

Zutaten für 4 Portionen:
200 g Mehl
1/4 l Bier
1-2 Eier (Größe M)
800 g festfleischige Fischfilets (z.B. Kabeljau/Dorsch, Seelachs)
Saft 1/2 kleinen Zitrone
Salz

einen tiefen Topf
neutrales, hocherhitzbares Öl zum Ausbacken

(1) Das Mehl mit dem Bier und den Eier in einer größeren Schüssel mit einem Schneebesen zu einem glatten Teig verrühren. 30 Minuten zur Seite stellen und quellen lassen.
(2) Die Fischfilets waschen, trocknen, eventuell letzte Gräten entfernen und in mundgerechte Stücke schneiden. Mit dem Zitronensaft und etwas Salz würzen. Alles in den gequollenen Teig geben. Einen Teller oder Schüssel mit Küchenkrepp auslegen. Ofen auf 50°C vorheizen.
(3) In einem tiefen Topf (Vorwarnung: es wird etwas spritzen.) das Öl (hier ca. 500 ml) erhitzen. Das Öl hat die richtige Temperatur, wenn an einem Holzstäbchen (oder Holzkochlöffel), der ins Öl gehalten wird, kleine Bläschen enthusiastisch aufsteigen. Portionsweise die Fischfiletstückchen in das heiße Öl geben und von einer Seite goldbraun braten, vorsichtig umdrehen und von der zweiten Seite ebenfalls goldbraun braten. Dabei die Temperatur auf mittel bis mittelhoch lassen. Die fertigen Stückchen mit einem Schaumlöffel aus dem Öl holen, gut abtropfen lassen und auf dem Küchenkrepp zwischenparken. Die Schüssel mit dem fertigen Fisch im Ofen warm halten. So nach und nach alle Fischstücken ausbacken. Dabei immer wieder neue Lagen Küchenkrepp benutzen.

Zusammen mit dem Kartoffelsalat oder Pommes servieren.

Genießen!

Quelle: Schinharl, C., Dickhaut, S. (2006): Fish-Basics. Gräfe und Unzer. München

Strudel zum Mittag – Ungarischer Krautstrudel mit Dillquark

Mit der Giftigen Blonden, der Turbohausfrau und Petra von „Obers trifft Sahne“ trage ich mal wieder eine Challenge aus: Strudel. Strudel sind ja sowohl hier in Süddeutschland als auch in Österreich und Ungarn beliebt. Für einen richtig guten Strudel würde ich sterben! Aber Strudel geht nicht nur in klassisch süß mit Apfel oder Quark, nein auch herzhaft kann die ungarische Küche in Form eines Krautstrudels. Die Oma meiner Cousins in Ungarn hat mal welchen gebacken (zusammen mit allen anderen möglichen Varianten) und seit ich den kostete, bin ich dieser Kombination verfallen! Leicht süßlicher Kohl in knusprigen Lagen Teig, ein Traum!

Und es ist ja alles nicht so schwer. Ich beschrieb ja schon mal ausführlicher, wie so ein Strudel gemacht wird und die Rezeptur für die wirklich einfache Füllung fand ich im sehr ausführlichen Kochbuch „Culinaria Ungarn„. Ungarische Küche, erst Recht die vom Lande ist ja schon sehr simpel und auch diese Füllung besteht eigentlich nur aus angebratenem Kohl, ein wenig Zucker, Salz und Pfeffer. Dabei ist das Verhältnis von Zucker und Pfeffer wichtig, damit es nicht zu süß wird, eher so herzhafte Süßlichkeit. Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist, dass das gehobelte (oder fein geschnittene) Kraut mit Salz ordentlich verknete und stehen gelassen wird, damit es Wasser zieht und die Füllung nicht zu feucht wird und beim Backen eventuell durchsuppt. Das wäre äußerst unangenehm. Also stehen lassen und das Kraut gut ausdrücken bevor es in die Pfanne zum leicht karamellisierten Zucker wandert. Der Rest ist das Übliche Strudelziehen und -rollen. Einfach. Das schafft meine geneigte Leserschaft doch mit links :-)

Ich wollte den Krautstrudel allerdings zum Mittag essen, also habe ich noch einen Kräuterquark dazu gemacht, der wunderbar passte. Ein Salat dazu oder ein nettes Süppchen vorher schaden aber auch nicht. Traut Euch ruhig, es schmeckt wunderbar!

Und jetzt ab mich Euch zu den anderen Damen dort warten ein Apfel-Walnuss-Strudel, herzhafter Spinat-Feta-Strudel und Nuss-Strudel auf Euch :-)

Ungarischer Krautstrudel mit Dillquark

Zutaten für 2 Portionen:
1/2 Portion Strudelteig
2-3 EL Butter
Mehl zum Bestäuben des Tuchs

Für die Füllung:
1/2 Spitzkohl
Salz
1 EL Öl
1 EL Zucker
Pfeffer

Für den Dillquark:
250 g Quark nach Wahl (hier in Magerstufe)
2 Frühlingszwiebeln
Salz, Pfeffer
1 Prise Zucker
2-3 TL gehackter Dill

(1) Als erstes die Füllung zubereiten, damit sie abkühlen kann. Dafür die Strunk vom halben Spitzkohl entfernen und den Kohl in feine Streifen schneiden. Mit etwas Salz gut kneten und ca. 30 Minuten stehen lassen, damit er Wasser zieht.
(2) Den Dillquark vorbereiten. Dafür die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Zusammen mit dem Quark und Dill verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Im Kühlschrank durchziehen lassen bis er gebraucht wird.
(3) Das Öl in einer Pfanne erhitzen und den Zucker einstreuen. Ohne Rühren bei mittelhoher Hitze in Ruhe schmelzen und etwas karamellisieren lassen. Brav dabei stehen bleiben, nicht weglaufen, wir wollen keinen verbrannten, bitteren Zucker. Den Kohl ausdrücken und in die Pfanne geben. Das zischt etwas, nicht erschrecken. Gut durchrühren, damit der Karamell sich gut im Kohl verteilt und dann bei weiterhin mittelhoher Hitze offen in ca. 20 Minuten golden anbraten. Zum Schluss pfeffern. Zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen.
(4) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Die Butter mit dem Gerät der Wahl schmelzen.
(5) Die Tischdecke auf den Tisch legen und leicht mit Mehl bestäuben. Den Strudel wie hier beschrieben vorsichtig mit dem Handrücken so dünn wie möglich zu einem Rechteck ausziehen. Die dicker gebliebenen Ränder mit einem Messerchen abschneiden. Den Teig dünn mit einem Teil der geschmolzenen Butter bestreichen. Den Kohl gleichmäßig auf einem Drittel der langen Seite verteilen. Die kurzen Seiten einschlagen und mit Hilfe der Tischdecke den Strudel vorsichtig aufrollen und auf das Blech bugsieren. Von außen mit der restlichen Butter bestreichen.
(6) Auf der mittleren Schiene im heißen Ofen 25-30 Minuten backen bis er goldbraun ist. Herausholen und ein bisschen abkühlen lassen. Zusammen mit dem Quark servieren.

Dazu passt wunderbar noch ein schöner Salat oder eine Süppchen vorneweg.

Genießen!

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