Schnelles Alltagsessen – Spinat mit herzhaftem Armen Ritter

Wie gut, dass ich noch ein paar Tage Ruhe hatte nach meinem Urlaub mit der Familie bei der Familie in Ungarn. Irgendwie brauche ich dieses Mal etwas länger, um wieder in den Alltag zu finden. Im Urlaub sorgte die Tante für unser leibliches Wohl, hatte genau durchgeplant, wann was gekocht und gegessen wird, damit auch ja alle Lieblingsgerichte vom kleinen Bruder (also meinem Herrn Papa) dabei sind *g* Und so wurden wir auf’s vorzüglichste verwöhnt und ich brauchte mir keine Gedanken machen, was es wann gibt. Natürlich habe ich auch geholfen, wo es ging und die Tante mich ließ (für Tante bin ich gefühlt immer noch 5 Jahre alt und darf kein scharfes Messer anfassen *g*).

Aber jetzt bin ich wieder hier und muss mir alleine Gedanken machen, was ich essen will, was ich dafür einkaufen muss und es dann auch noch selbst kochen. So viel Arbeit ;-) Da es in Ungarn ziemlich viel Fleisch gab, ist mir momentan eher nach vegetarischen Hauptgerichten, aber schon irgendwie ungarisch angehaucht. So wirklich ganz bin ich noch nicht wieder hier angekommen, ein Teil scheint noch in Ungarn zu weilen. Und noch habe ich keine Lust auf exzessiv langes Kochen, schnell und einfach sollte es gehen. Da kommt mir zupass, dass ich bei Eszter von „Füszer és Lélek“ einen Beitrag über Spinat las und dass sie, genauso wie ich, schon immer ein – wie es im Ungarischen heißt – komischer Käfer war, der Spinat schon als Kind gerne mochte. Aber ich glaube das ist im Blog nicht zu übersehen, wenn ihr mal nach Spinatrezepten sucht *g* Jedenfalls erzählte sie davon, dass es in ungarischen Schulkantinen Spinatgemüse immer zusammen mit Armen Rittern gab und ich fand die Idee ganz bezaubernd. Selbst stellte sie dann noch ihr eigenes Rezept vor, das unglaublich simpel und schnell geht. Gekauft! Schnell den TK-Spinat und Ziegenfrischkäse gekauft und tatsächlich steht das gesamte Essen in weniger als 30 Minuten auf dem Tisch und das ganz ohne Hektik. Allerdings kam ich mit den Mengenangaben nicht so ganz hin, Eszter nutzt für vier Portionen 450 g Spinat, ich brauchte schon 400 g Spinat für zwei Portionen und ich bin kein allzu guter Esser. Die Armen Ritter sind nicht süß, keine Angst! Statt Zucker habe ich Paprikapulver in die Eimischung gegeben, immerhin ist dies ein ungarisches Essen *g*

Diese Variante weicht von der deutschen Tradition von Spinat mit Kartoffeln und Ei ab, ist aber nicht minder lecker und der herzhafte Arme Ritter passt hervorragend zum Spinat! Wird es ab sofort öfter geben!

Spinat mit herzhaftem Armen Ritter

Zutaten für 2 Portionen:
400 g TK-Blattspinat, unaufgetaut
1 EL Butter
100 g Ziegenfrischkäse (gerne auch mehr)
1-2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
2 Eier

Für die Armen Ritter:
2 Scheiben Weißbrot vom Vortag
1 Ei
3 EL Milch
Salz, Pfeffer
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
1-2 TL Butterschmalz oder Öl

(1) Den Spinat in eine Pfanne geben und bei mittelhoher Hitze auftauen lassen. Öfter mal umrühren. Die Butter und Ziegenfrischkäse unterrühren. Nach Geschmack mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Einmal aufkochen lassen. Dann zwei Mulden in den Spinat machen und die Eier hinein schlagen. Einen passenden Deckel aufsetzen und das ganze bei mittlerer Hitze stocken lassen bis das Eiweiß gar ist.
(2) Zwischenzeitlich die herzhaften Armen Ritter zubereiten. Das Ei mit Milch und den Gewürzen in einem tiefen Teller verschlagen. Die Brotscheiben einlegen und sich von beiden Seiten mit der Mischun vollsaugen lassen. Das Butterschmalz oder Öl in einer Pfanne auf mittelhoher Flamme erhitzen. Die Brotscheiben einlegen und von beiden Seiten in einigen Minuten goldbraun braten.

Zusammen servieren.

Genießen!

Quelle: nach Füszer és LélekSpenótfözelék

#12von12 im Juli 2016

Für noch mehr Alltagsleben am 12. Juli einfach rüber zu Caro klicken.

Der 12. war ein Dienstag und genau mein Rückreisetag aus Ungarn. Er begann sehr sonnig und warm, für mich schon 5:15h.

Schnell noch den Reiseproviant fertig gemacht. Dazu gehörten zwei Pfirsiche von Onkels und Tantes Baum, bei denen ich inständig hoffte, dass sie die Reise überlebten (Spoiler: taten sie, aber die folgenden Tage nicht *g*):

Ich schmierte mir auch noch schnell drei Käse-Kifli auf die geräucherter Käse oder Salami kam:

Eine letzte Runde Verabschiedungsstreicheln beim besten Hund der Welt. Er ist nicht mehr der jüngste und ich hoffe, ich sehe ihn nächstes Jahr wieder!

Fertig und nur noch auf das eigene Taxi namens Lieblingscousin warten. Und dabei immer trauriger und wehmütiger werden…

Am Bahnhof in Tatabánya warteten der Cousin und ich dann auf meinen Zug…

Und im Zug ließen mich meine Nerven dann endlich eine Kleinigkeit essen:

Und dann hieß es sitzen und rausgucken und rausgucken und sitzen…

In München schnell zum nächsten Zug geeilt und weiter sitzen und rausgucken. Zum Glück kann man in leeren Zügen auch wunderbar ein Weilchen schlafen…

Nach insgesamt 12 Stunden unterwegs sein, kaufte ich am Bahnhof noch schnell etwas warmes zu essen und war dann endlich zu Hause.

Zur Entspannung gab es sexy Ewan McGregor im märchenhaften „Big Fish“ im TV:

Und weil ich dabei gepflegt auf dem Sofa weggepennt bin und nach einem kurzen Aufwachen nur ins Bett wankte, gibt es kein zwölftes Bild *g*

Gastbeitrag – Weizen-Roggen-Pizza mit Suho Miso und Ziegenkäse

Wie ihr sicher mitbekommen habt, urlaube ich derzeit in der ungarischen Heimat. Der zweite Teil des Urlaubs findet in einer sehr ruhigen Gegend Ungarns statt. Und damit wir uns richtig erholen können, gibt es hier nicht mal Internet – *kreischendundarmwedelndimKreisrenn* – nein, es ist alles in Ordnung. Ich werde mich noch gepflegter dem Nichtstun hingeben und einfach die Ruhe und Landschaft hier genießen :-)

Aber damit die geneigte Leserschaft nicht komplett ohne neue Kochideen auskommen muss, habe ich mir eine liebe Gästin ins Blog geholt: Sina vom „Giftige Blonde„-Blog. Und sie hat Euch eine wunderbare Pizza mitgebracht, ein bisschen anders, ein bisschen europäisch-exotisch, aber seht selbst!

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Die liebe Anikó urlaubt, was ich ihr auch von Herzen gönne!

Und da sie so lieb war, und mir während meines Urlaubs einen grandiosen Schokoladenkuchen auf den Blog Kaffeetisch gestellt hat, ist es nur recht und billig dass ich mich auch einbringe!

Pizza gibt’s andauernd, in jedem Blog (auch bei mir) tummeln sich Pizzen und Ähnliches. Allen gemeinsam ist, dass Pizza einfach ein unglaublich leckeres Essen ist, vielseitig einsetzbar, als kleiner Snack oder als vollständiges Abend- oder Mittagessen. Weiters gibt’s glaub ich kaum ein anderes Gericht, dass man so vielseitig abwandeln kann. Ich hab schon süße Pizzen gesehen, wobei das jetzt nicht meines wäre, aber das ist Geschmackssache. Naja Nudeln, Pasta sind auch so eine tolle Zutat die man in tausenden Variationen auftischen kann, von einfacher Pasta mit Olivenöl und Knoblauch, bis zu aufwendigen Saucen zb mit Ochsenschlepp Sugo,..ach das wisst Ihr eh selber.

Meine Pizza ist heute etwas anders, und zwar habe ich nicht nur Weizenmehl verwendet, sondern ca. ein Drittel mit Roggenmehl ersetzt. Schmeckt etwas herzhafter, was zu meinem Belag ganz hervorragend gepasst hast.

Aber hier kommt das Rezept, die Teigmenge ist ausreichend für ein Backblech, wenn der Teig eher dünn ausgerollt ist.

Weizen-Roggenpizza mit Suho Miso und Ziegenkäse

Zutaten:
400 g Mehl: 250 Weizenmehl – Rest Roggenmehl
8 g frische Germ (Hefe) oder die entsprechende Menge Trockenhefe
1 großzügiger Schuss guten Olivenöls
320 ml lauwarmes Wasser
Meersalz, wer mag gibt auch die obligatorische Prise Zucker hinzu, ich mache das nie

250 g ganze Tomaten aus der Dose (in der Saison frische verwenden)
2 Zehen geschälten Knoblauch
frisches Basilikum und Oregano (ersatzweise getrocknetes)
Frühlingszwiebel
Meersalz, etwas frisch gemahlener Pfeffer

Suho Miso ist Trockenfleisch, da gibt’s verschiedene Sorten, etwas durchzogenes oder ganz, ganz magerers, das kommt vom Filet. Ich kaufe das immer, wenn ich in irgendeinem ehemaligen Staat von Jugoslawien unterwegs bin, der Vorteil, das hält ewig lange, durch die lange Trocknung..wir lieben das sehr. Wenn Ihr mal die Möglichkeit habt, sowas zu kaufen, schlagt zu. Meines ist diesmal aus Slowenien gewesen.
eine Rolle Ziegenkäse
Oliven, ohne Kern
grob geriebener Emmentaler zum Bestreuen

Zubereitung:
Aus den Zutaten für den Teig einen geschmeidigen Hefeteig herstellen, das geht bei mir fix, ich werfe alle Zutaten zueinander und bearbeite das mit dem Knethaken vom Mixer, an manchen Tagen mach ich das auch händisch, je nach Stimmung.

Ich habe den Teig in der Früh gemacht und bis am Abend einfach in der Küche stehen gelassen, da war er super aufgegangen, ohne extra Wärmezufuhr.

Nun den Teig in Backblechgröße ausrollen, am besten auf einem Backpapier, damit man das dann gleich so aufs Blech packen kann.

Backofen auf 220° Grad Ober/Unterhitze vorheizen oder so wie bei mir möglich, einfach die Pizzabackstufe des Backofens wählen.

Die Tomaten mit den gehackten Kräutern und Knoblauch vermischen. Eventuell salzen und dann den Teig damit bestreichen.

Nun kommen die obigen Zutaten auf die Tomatensauce, abgeschlossen habe ich mit Emmentaler. Ich weiß schon dass Emmentaler nicht unbedingt zu den Käsesorten zählt die auf Pizza zu finden sind, aber ich mags..außerdem war da ja noch der Ziegenkäse…saugut sag ich Euch!

Jetzt in den Backofen mit der Pizza! Backzeit ist nicht so einfach genau zu sagen, der Teig braucht nur bissl dicker oder dünner ausgerollt werden, oder mehr Belag obendrauf, schon ändert sich diese. Faustregel: Der Teig sollte durch sein..gggg und der Käse schön knusprig.

Während unsere Pizza bäckt, mache ich immer Salat, wir lieben Salat zur Pizza (auch was ganz untypisches für eine halberte Italienerin,..aber was schmeckt wird gemacht), diesmal hatten wir Radieschensalat, die zweite Radieserlernte dieses Jahr vom Garten bekam so eine ihm zustehende Würdigung zu hausgemachter Pizza!

Wie immer bei Pizza gilt, wenn Euch mein Belag nicht zusagt, einfach das verwenden was man mag und daheim hat, und natürlich kann man Pizzateig auch ohne Roggenmehlzusatz machen.

Ich hoffe mein Rezept gefällt Euch!

Liebe Anikó, schöne Urlaubstage noch,..aja ich wäre im September wieder mal weg..solltest du Lust haben..du weißt schon..Gaaaaaaaastbeiträge ;-)

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Liebe Sina, vielen lieben Dank für dieses wunderbare Rezept! Die Idee mit dem Roggenmehl werde ich übernehmen und wenn ich Trockenfleisch bekomme, werde ich es testen :-) Ich hoffe, die geneigte Leserschaft wird dadurch animiert mal wieder eine Pizza selbst zu backen. Wie ihr seht, es ist überhaupt nicht schwierig und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, was schmeckt ist richtig :-)

Und gerne, schreibe ich Dir gerne was für Deinen Septemberurlaub, liebe Sina :-*

Kholodnyk – Kalte Rote Bete-Suppe aus der Ukraine

Wie offensichtlich zu schon einigen fußballerischen Großereignissen organisiert Peter aus seinem Kochtopf auch dieses Jahr ein Fußball-Kochfest der Blogs. Dort konnte man sich bewerben die Patenschaft für eine oder zwei Teilnehmernationen zu übernehmen und typische Alltagsküche zeigen.

Blogevent EuropaKochen 2016 - Wir kochen uns durch Europa

Auch wenn Ungarn dieses Jahr das erste Mal seit Jahrzehnten teilnahm, wollte ich nicht das offensichtliche nehmen, hatte aber sofort eine Idee für die Ukraine. Ich meine, wenn Osteuropa für eines während seiner heißen Sommer bekannt, dann doch wohl kalte Suppen! Und mit meinen halben ungarischen Genen liebe ich Suppen in allen Variationen … Im Buch „Mamoushka“ von Olia Hercules entdeckte ich eine herzhafte kalte Suppe mit Rote Bete. Sie las sich einfach, braucht aber ein bisschen Vorlaufzeit. Ich empfehle also den Wetterbericht im Auge zu behalten, damit ihr während der nächsten Hitzewelle des launigen mitteleuropäischen Sommers diese köstliche Suppe genießen könnt. Die Rote Bete muss vorher nämlich noch ein bisschen anfermentiert werden. Das hört sich jetzt wilder an, als es ist, es heißt nämlich nur, dass ihr die geschälte und halbierte frische Rote Bete zusammen mit Salz, Zucker und Wasser in eine Schüssel gebt und zwei Tage bei Zimmertemperatur stehen lasst. Der Rest der Suppe ist schnell in 20 Minuten gekocht und muss dann nur noch im Kühlschrank abkühlen. Ihr seht reichlich unaufwendig und perfekt bei Hitze …

Heraus kommt eine ernstlich köstliche, würzige und erfrischende Suppe! Ich befürchte, sie ist sogar ein bisschen gesund und wenn man Gemüsebrühe benutzt sogar vegetarisch bis vegan. Eine wirklich feine Suppe, die es mir angetan hat und die ich ins Sommerrepertoire aufnehmen werde!

Kholodnyk – Kalte Rote Bete-Suppe aus der Ukraine

Zutaten für 2-3 Portionen:
250 g rohe Rote Bete
750 ml Wasser
3/4 EL Salz
1/2 EL Zucker (oder Honig)

1/2 l Brühe (Gemüse- oder Huhn)
1 festkochende Kartoffel
Tafelmeerrettich aus dem Glas
(oder 10 g frischer)
Pfeffer

Zum Servieren:
1/4 Gurke
1-2 Frühlingszwiebel
50 g Radieschen (passen wunderbar)
einige Zweige Dill

Achtung: Zubereitung beginnt 2 Tage früher

(1) Die Rote Bete schälen und halbieren. In ein irdenes Gefäß geben, mit Salz und Zucker bestreuen, Wasser darüber gießen und 2 Tage bei Zimmertemperatur in der Küche leicht anfermentieren lassen.
(2) Die Rote Bete herausnehmen. 150 ml der Marinade abmessen und zusammen mit der Brühe in einen Topf geben. Die Rote Bete in dünne Scheiben schneiden und diese Scheiben dann in ca. 5 mm große Würfel. Zur der Brühe in den Topf geben, würzen und aufkochen lassen.
(3) Die Kartoffel schälen und in etwas größere Würfel schneiden als die Rote Bete. Wenn diese aufgekocht ist, die Kartoffel dazu geben und ca. 15 Minuten kochen bis die Kartoffeln und Rote Bete sind, die Bete aber noch etwas Biss hat. Vom Herd nehmen, abkühlen lassen und im Kühlschrank über Nacht durchkühlen lassen.
(4) Am nächsten Tag die Suppeneinlagen vorbereiten. Dafür Gurke, Radieschen und Frühlingszwiebeln putzen und in feine Würfel bzw. Ringe schneiden. Den Dill fein hacken.
(5) Den Meerrettich unter die kalte Suppe rühren mit den Einlagen bestreuen. Servieren.

Genießen!

Quelle: Hercules, O. (2015): Mamoushka – Recipes from Ukraine & beyond. Mitchell Beazley.

Ihr braucht noch mehr Abwechslung im Sommer? Bitte schön:

Ein deutscher Klassiker – Leipziger Allerlei

Hatte ich der geneigten Leserschaft schon erzählt, dass ich am Wochenende nach Pfingsten lieben Besuch hatte? Es war ein kleines Bloggertreffen geplant mit Noémi sammelhamster, mit Frau Evi aus der Kyche, der hochgeschätzten Frau Küchenlatein und meiner liebsten Kochschlampe. Es war soo schön! Die Damen waren auf dem Wochenmarkt, während ich ein wenig Energie tankte, Frau Evi und ich versuchten den Frittier-Angsthasen Noémi und Frau Kochschlampe durch in Teig umhüllte Gemüsesticks die Angst vor heißem Öl zu nehmen und wir aßen und redeten einfach nur unglaublich viel. Und machten irgendwie kaum Bilder … Schlechte Foodblogger wir *g*

Und wie sehr ich mich freute, Frau Kochschlampe mal wieder zu sehen, wieder etwas Zeit mit ihr in echt und nicht nur per Chat zu verbringen. Zum Sonntagsessen wünschte sie sich Leipziger Allerlei nach dem „Deutschland vegetarisch“. Aber gerne doch! Zwar gehörte auch ich bis dahin zu den Leuten, die es nur als Dosenversion kannten und auch vom Rezept im Buch ein bisschen abgeschreckt war, aber zu zweit sollte sich das doch basteln lassen.

Im Endeffekt ist es auch gar nicht so kompliziert zu machen, wenn man die im Buch vorgeschlagenen Beilagenkomponenten weglässt. Wir waren mit Pellkartoffeln zufrieden und brauchten nicht dringend Klößchen und Blätterteigdreiecke. Erst bereitet man die Sauce zu und stellt sie warm (Herdplatte auf die kleinste Stufe) und dann wird das extra gegarte Gemüse drunter gehoben. Für mich das Highlight waren die Morcheln. Ich hatte noch nie Morcheln gegessen, weil sie hier in Deutschland selbst im getrockneten Zustand exorbitant teuer sind, aber Frau Kochschlampe brachte welche aus der Schweiz, die dort offensichtlich günstiger zu erwerben sind. Und die sind echt gut! Jetzt habe ich noch einige hier und mal sehen, was ich aus den kleinen Schätzen so noch zaubere :-) Aber auch die gesamte Gemüsekombination im Allerlei ist ziemlich genial! Einzig der Noilly Prat stach in der Sauce etwas raus (aber ich bin ja eh kein Alkoholmaßstab) und auch Frau Kochschlampe würde eher einen Weißwein empfehlen. Ansonsten eine große Nachkochempfehlung für den nächsten Frühling!

Leipziger Allerlei

Zutaten für 3 großzügige Portionen:
Morcheln:
12 g getrocknete Morcheln
1 EL Butter

Gemüse:
6 Stangen Spargel
1/2 kleiner Blumenkohl
2-3 feine Bundmöhren
100 g Erbsen
Salz
Prise Zucker

Für die Sauce:
3-4 EL weiche Butter
2 EL Mehl
350 ml Gemüsebrühe
150 ml Sahne
Salz, Pfeffer
2 EL Noilly Prat (lieber Weißwein)
4-6 Zweige Kerbel

(1) Als erstes die Morcheln in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und so lange einweichen lassen bis sie gebraucht werden.
(2) Dann das Gemüse vorbereiten. Den Spargel schälen und je nach Größe dritteln oder vierteln. Die Blumenkohl in Röschen teilen. Die Möhren schälen und in schräge Scheiben schneiden.
(3) Dann die Sauce vorbereiten. Die Butter zerlassen und das Mehl darin anrösten. Das ganze mit dem Wein ablöschen und etwas einreduzieren lassen. Unter ständigem Rühren die Gemüsebrühe und Sahne dazu geben, so dass keine Klümpchen entstehen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Unter Rühren aufkochen lassen und dann warm stellen. Zwischendurch immer mal wieder rühren, während das Gemüse gart.
(4) 1/2 l Wasser mit Salz und Zucker aufkochen. Spargel in ca. 10-12 Minuten darin bissfest garen. Nach 3 Minuten alles weitere Gemüse dazu geben. Es sei denn, es wären frische Erbsen. Die erst 3 Minuten vor Schluss.
(5) Die Morcheln abgießen. In einer kleinen Pfanne die Butter schmelzen und die Morcheln darin bei mittlerer Hitze anbraten. Die Morcheln zusammen mit dem fertigen Gemüse unter die Sauce heben. Mit Kerbelblättchen bestreuen.

Genießen!

Quelle: nach Paul, S., Seiser, K. (Hrg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 22

Hier noch die kleinen Berichte von Frau Kochschlampe und Frau Küchenlatein, die sich noch in der Saline Luisenhall rumtrieb.

Wir retten … Brot: Einfaches, indisches Naan aus der Pfanne

Letztens musste ich im Supermarkt nebenan warten, darauf dass eine Wassermelone in für mich praktikablere Stücke geteilt wird. Und in diesem Supermarkt grenzt die Obst- und Gemüseabteilung an die Brotabteilung, so hatte ich Zeit mich dort ein wenig umzusehen. Es gab sowohl die „Frischgebacken“-Abteilung mit Brot und Brötchen als auch gefühlt Myriaden an in Plastik verschweissten, halbfertigen Backwaren, die der Käufer zu Hause nur noch fertig backen muss. Ja, ich gebe zu, am Anfang meines Studiums habe ich auch öfter so ein Sechserpack mit halbfertigen Brötchen gekauft, aber zufriedenstellend war der Geschmack schon damals nicht. Und ich befürchte, so sehr ins Positive wird sich die Rezeptur dieser Produkte nicht verändert, dass sie jetzt genießbarer sind.

Deswegen habe ich vor ein paar Jahren begonnen, ab und zu ein Brot oder Brötchen selbst zu backen. Aber ich verstehe auch, wenn sich gestresste Arbeitnehmer und/oder Eltern nicht noch andauernd in die Küche stellen wollen, um das selbst zu backen. Gute (wenn vielleicht auch nicht hervorragende Qualität) ist ja doch noch zu finden. Aber trotzdem wollte ich Euch zeigen, dass manche Brote doch sehr einfach zuzubereiten sind, ohne großen Aufwand, ohne allzu lange Wartezeiten oder Planerei, ja sogar ohne Ofen.

In der indischen Küche dient Brot oft als vollwertige Beilage zu den Gerichten. Dabei gibt es viele unterschiedliche Versionen, je nachdem in welcher Region dieses riesigen, unglaublich vielfältigen Landes man sich befindet. Heute möchte ich Euch ein Naan (indisch für Brot) vorstellen: dies ist ein Fladenbrot aus einem einfachen Hefeteig besteht, der mit Joghurt verfeinert wurde und in der Pfanne bei hoher Hitze gebacken wird. Ihr seht, es ist ganz einfach. Und nein, die geneigte Leserschaft muss keine Angst vor Hefe haben. Ein paar Grundregeln befolgen, die mir schon die beste Oma von allen predigte und schon läuft das:

  • Hefe mag es nicht zu heiß! Hefe sind kleine einzellige Pilze, die sich gerne bei Wärme vermehren, aber wenn es zu heiß ist, sprich über 42°C ist, sterben sie, weil ihre zellinternen Eiweiße verkleben (denaturieren), wie beim normalen gekochten oder gebratenen Hühnerei auch. Da also Obacht bei der Wärme der Flüssigkeit.
  • Hefe mag es gerne zugfrei! Ich lasse meine Teige immer in einer Schüssel gehen, die mit einer Mörder-Duschhaube abgedeckt ist, so bleibt Feuchtigkeit drin und gleichzeitig kommt kein Lufthauch dran. Wenn es in meiner Wohnung kühler ist, z.B. im Winter, dann stelle ich die Schüssel auch in die Mikrowelle oder in den ausgeschalteten Ofen bei geschlossener Tür. Nicht andauernd nachgucken, ob die Hefe ihre Arbeit macht. Oma hat immer gesagt, den Teig am Besten vergessen!
  • Gebt dem Teig und der Hefe Zeit! Klar viel Hefe lässt den Teig schnell aufgehen, aber das Gebäck schmeckt wesentlich besser und aromatischer, wenn ihr weniger der Pilzchen zugebt und den Teig einfach länger ruhen lasst. Das mag für Hefeteiganfänger befremdlich klingen, aber Teig aus 500 g Mehl und maximal 10 g frischer Hefe geht auch wunderbar über Nacht im Kühlschrank, so dass am Morgen frische Brötchen gebacken werden können. Es lässt sich auch Hefeteig auf Vorrat im Kühlschrank halten, so dass man schnell mal frische Brötchen oder Pizza backen kann, zeige ich Euch demnächst noch!
  • Hefeteig ist unglaublich vielseitig! Egal, ob süße Kakaoschnecken, leicht süße Rosinenbrötchen oder herzhafte Brote, wie dieses Kartoffelbrot, er ist ein Tausendsassa!

Aber zurück zum indischen Naan. Ich hatte es zu einem indischen Linsengericht aus dem Slowcooker gemacht, aber es passt auch zu anderen Suppen, zum Grillabend, es können lustige Sachen wie Gemüse, Käse, gebratene Fleisch (Reste vom Sonntagsbraten o.ä.) eingewickelt werden. Ihr seht, äußerst vielfältig verwendbar! Ich habe die komplette Menge gemacht, obwohl ich alleine gegessen habe, aber wenn man sie noch lauwarm einfriert, sind sie aufgetaut wie frisch gemacht. Großartig! Sie sollten tatsächlich relativ bald verzehrt werden und nicht schon 1 Tag im Voraus gebacken werden, aber bei großen Grillpartys kann man sich die Arbeit ja aufteilen oder eben einfrieren und zur Party auftauen :-)

Aber nun zum Rezept und ab mit Euch in die Küche!

Naan

Zutaten für ca. 12 Brote:
1/2 Würfel frische Hefe
(oder 1 Tüte Trockenhefe)
2 EL Milch
2 EL Joghurt
1 EL Zucker
540 g Weizenmehl (Type 405)
75 g Weizenvollkornmehl
(oder alles in Type 405)
1 Ei
2 TL Salz
350 ml Wasser

etwas neutrales Öl für die Schüssel

(1) Hefe mit der Milch, dem Joghurt und Zucker in einem Schüsselchen verrühren und zur Seite stellen.
(2) In der Schüssel der Küchenmaschine (oder normalen Rührschüssel) das Mehl mit Ei und dem Salz vermischen. Die Knethaken der Handrührers oder die Küchenmaschine anstellen und die Joghurt-Hefe-Mischung zufügen. Etwa 30 Sekunden rühren und dann nach und nach das Wasser hinein geben. So lange kneten bis der Teig einen Ball formt, der eine Winzigkeit klebt, wenn man ihn berührt. Wenn er zu trocken ist, noch teelöffelweise Wasser zugeben, wenn er zu feucht ist, noch eine Winzigkeit Mehl. Der Teig herausnehmen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche noch etwa 10 Sekunden per Hand kneten und der Teig zu einer Kugel formen.
(3) Die Schüssel dünn ausölen, den Teig hinein geben, Duschhaube drüber (oder Frischhaltefolie) und an einen zugfreien Ort stellen. 1-2 Stunden gehen lassen bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.
(4) Eine große Pfanne auf den Herd stellen. Die Arbeitsfläche (hier ein großes Holzbrett) bemehlen. Den Teig rausholen und die Luft etwas mit den Fäusten rausschlagen. Den Teig zu einer Schlange formen und in 12 gleichgroße Stücke teilen. Mit Frischhaltefolie oder einem feuchten Tuch bedeckt 10 Minuten ruhen lassen.
(5) Die Pfanne auf hoher Hitze heiß werden lassen. Fett wird keins benötigt. Die Teigstücke oval ausrollen (ja, ihr braucht immer mal wieder Mehl für die Arbeitsfläche, damit nichts an Brett oder Nudelholz kleben bleibt), ca. 15-20×10 cm. Ein Teigstück in die Pfanne geben und auf hoher Hitze (Stufe 2,5-2 von 3) und so lange backen bis der Teig auf der Oberseite solche Blasen wirft:

Dann umdrehen und von der zweiten Seite ebenfalls in einigen Minuten bräunen lassen:

(6) Nach und nach jedes Brot ausbacken. Die fertigen Brote auf einen Teller legen und im auf 50°C warmen Ofen warm halten.

Zu Gerichten der Wahl servieren: indische Currys oder Dhal, andere Schmorgerichte, zum Grillen oder Einwickeln von Köstlichkeiten.

Genießen!

Quelle: Bittman, M. (2008): How to cook everything. p 873

Ihr seid auf den Geschmack gekommen und wollt auch ein paar andere Brote backen? Wie wäre es mit:

Auch andere fleißige Blogger haben wieder mitgemacht bei #wirrettenwaszurettenist, klickt Euch mal durch die spannenden Beiträge:

giftige Blonde – Bierbrot

Brittas Kochbuch – Fast no-knead Sauerteigbrot aus dem Topf

magentratzerl – Pletzl

Summsis Hobbyküche – Baquette

Was du nicht kennst… – No Knead Bread

Dynamite Cakes – Focaccia mit roten Zwiebeln

brotbackliebeundmehr – Karottenbrot mit Kürbiskernen

Kochen mit Herzchen – Niederrheinischer Butterstuten

Anna Antonia – Pain au Chocolat

Sakriköstlich – Mittelalterliches Bauernbrot

Cuisine Violette – Vollkorntoast mit Emmer-Mehl

Prostmahlzeit – Hanfbrot

Unser Meating: 3-Minuten- Vielfaltbrot

Food for Angels and Devils – (ein)genetztes Brot

LanisLeckerEcke – Kartoffelbreibrot mit Möhrenraspel aus dem Topf

Feinschmeckerle.de – Kieler Semmeln

Das Mädel vom Land – Kammutbrot

Küchenliebelei – Ciabatta und daraus: Cheese-Steak-Sandwich

Auchwas – Croissants mit Urdinkelmehl

Meins! Mit Liebe selbstgemacht – Pide

Obers trifft Sahne – Walnuss-Bier-Brot

German Abendbrot – Toastbrot

Fliederbaum – Dinkel-Erdmandel-Brot

Genial lecker – Dinkelbrötchen mit Buttermilch

12 von 12 im Juni – Ein stressfreier Sonntag

Die Spielregeln zu 12von12 und wer mehr über anderer Leute Leben wissen im Juni, der möge doch bitte hier gucken.

Ein Sonntag war dieser 12. Juni also, traditionell ein ziemlich ruhiger Tag bei mir. Haushalt versuche ich meist sonnabends zu erledigen, dass ich Sonntag wirklich gepflegt rumdümpeln kann.

Beim Aufwachen zu diesem Ausblick bin ich meist noch nicht zu Vokalen fähig. „mrgn“ muss reichen:

Der Himmel versprach auch keine wettertechnische Offenbarung:

Beim Frühstückmachen fiel mir auf, dass ich wohl Kakao nachkaufen sollte. Mal sehen, wo ich diese Marke hier finde:

Frühstück (so ca. 2 Stunden nach Aufwachen) mit Kieler Stadthonig und Ostseesalz aus Kiel, dass tatsächlich schmeckt, wie es bei uns am Strand riecht. Danke an Frau Küchenlatein für die beiden tollen Geschenke!

Danach wollte ich eigentlich ein bisschen liegen und lesen (ja, ich hätte auch sinnvolles wie Staubsaugen machen können, aber keine Lust…), schlief aber prompt noch vor dem Mittagessen ein. Meine Kräfte sind momentan doch etwas weniger vorhanden aka urlaubsreif:

Zum Glück konnte das Mittagessen in 30 Minuten gemacht werden und brauchte nicht Stunden. Eines meiner liebsten Alltagsessen: Ungarisches Kohlrabigemüse mit Bratwurst:

Das Lesen wurde dann nach dem Essen nachgeholt. Und im „Türkei vegetarisch“ findet man viele schöne Rezept-Schätzchen:

Ein kurzes Lustwandeln durch meine grüne, hauptsächlich essbare, Oase *g*:

Einen Teil des Nachmittags verbrachte ich mit dem Ding am Ohr:

Und zappte mich von Fußball zu britischem Wohlfühlkrimi und zurück:

Irgendwann wurde es auch Zeit für Abendbrot. Angegriechter Salat mit einer Scheibe Brot sollte es werden. Nichtschönaberlecker!

Natürlich guckte auch ich das Spiel der deutschen Mannschaft, bin da aber äußerst unpatriotisch unterwegs (nein, ich bin auch nicht für Ungarn, mein Herz schlägt ganz anders), aber zur zweiten Halbzeit verschwand ich ins Bett, um dort per Livestream das Spiel weiter zu gucken und nebenbei ins Reich der Träume zu entgleiten:

Leider war die Nacht

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