Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Entspannter Sonntag

Sonntagmorgen: Ich öffne die Augen und mein Körper gibt mir eindringlich zu verstehen, dass er heute Ruhe braucht. Keine langen Spaziergänge am Strand, kein Shoppingstress bitte. Der Morgen begrüßte uns auch in steingrau.

Trotzdem brauchten Frau Kochschlampe und ich ja Brötchen zum Frühstück und so machten wir uns via Strand auf zum Bäcker. Und wenn man schon mal am Wasser ist, kann man auch gleich ein paar hübsche Sonnenaufgangsbilder mit Meer und Seebrücke machen:

Strandkörbe standen auch noch am Strand, um von den Besuchern später am Tag bevölkert zu werden:

Die Sonne macht sich auf den Weg:

Auf dem Rückweg noch ein Beweisbild der wirklich aparten und typischen Bäderarchitektur der Ostseebäder auf Rügen:

Frau Kochschlampe machte sich dann auf den Weg, um im Nationalpark Jasmund ein wenig die Kreideküste mit ihren UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwäldern zu erkunden, während ich ein Vormittagsnickerchen einlegte. Danach fühlte ich mich wesentlich fitter und ein wenig hungrig. Zum Glück gibt es in einem Ort, der seit 1885 offiziell Seebad ist und dementsprechend touristisch erschlossen, genug Auswahlmöglichkeiten. Und ich entschied mich für „Fritz Braugasthaus“ keine zwei Minuten zu Fuß von der Ferienwohnung entfernt. Die Speisekarte im Netz fand ich ganz ansprechend, bin ich also zum frühen Nachmittag hin, als der große Mittagsansturm vorbei war.

Das Innere ist rustikal-gemütlich eingerichtet mit viel Kupfer und hinten raus ist ein Außenbereich vorhanden, der auch noch gut frequentiert war. Aber zum Draußensitzen war es mir doch einen µ zu kühl.

Und weil ja Sonntag war, bestellte ich mir ein „richtig deutsches“ Sonntagsessen: Ofenfrischer Schweinebraten mit Rotkohl und Klößen:

Ich bestellte nur die kleine Portion, da ich die Aufnahmefähigkeit meines Magens kenne. Aber es war wirklich köstlich! Der Braten schön zart mit würziger Sauce dazu wirklich köstlicher Rotkohl (I ♥ Rotkohl!) und flaumige Knödel! Das Essen war einen Sonntag wirklich würdig! Was ich sehr lobenswert finde, ist dass das Restaurant mit einem Bio-Produzenten zusammen arbeitet und große Teile des angebotenen Rind- und Schweinefleischs vom Landwerthof Stahlbrode kommt, die seit 2008 ein vielfältiges Hofprojekt in Angriff genommen haben mit einem Schulgarten, eigener Tierhaltung und eben auch Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte. Über das Bier kann ich in Anbetracht meiner Alkoholabneigung nichts sagen, aber es gab auch lustige andere Sorten als den Standard.

Natürlich ist „Fritz Braugasthaus“ ein Franchise-Unternehmen, aber ich habe den Eindruck, eines von den besseren. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dort wieder Essen zu gehen und würde es Anderen auch empfehlen :-)

Den sonnigen Nachmittag nutzte ich dann, um auf dem Balkon noch ein wenig Vitamin D zu tanken und das emsigen Treiben auf der Straße zu beobachten. Ein gelungener, ruhiger Sonntag!

Fritz Braugasthaus
Schillerstraße 8
18609 Binz

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 11-0 Uhr

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Mein erstes Essen mit Stern im „freustil“

Wenn zwei sehr essensaffine Frauen unterwegs sind, gönnen wir uns natürlich auch was und probieren gerne aus. Im Vorfeld von gemeinsamen Urlauben recherchieren wir immer als erstes nach Essensmöglichkeiten und wurden schnell auf das „freustil“ aufmerksam. Kurz geguckt, für würdig befunden und Frau Kochschlampe reservierte uns einen Tisch für den Abend des ersten richtigen Urlaubstages.

Das Lokal lag nur 3 Minuten zu Fuß von unserer Ferienwohnung entfernt im Hotel „Vier Jahreszeiten“.

Im „freustil“ stehen dem Gast zwei Menüs zur Wahl – zum einen das „freustil“ Menü oder das „Naked nature“ Menü in vegetarisch. Je Menü sind sechs Gänge aufgeführt, deren Anzahl der Gast frei wählen kann. Und weil es mein erstes Mal Sternerestaurant war, ich aber die Begrenzung meines Magens kenne, entschieden wir uns für vier Gänge. Frau Kochschlampe wählte noch die passende Weinbegleitung, die für mich ja wegen lebenslangen Alkoholnichtmögens weg fällt. Wir wollten allerdings den Aperitif. Es wurde eine Reduktion aus Sanddornsaft (was sonst an der Ostseeküste *g*) gereicht, der mit etlichen Gewürzen gekocht und dann mit Prosecco oder alkoholfreiem Blubberwasser (ich weiß nicht genau, was da drin war) aufgegossen wurde. So wirklich richtig köstlich! Dabei machte ich auch mal wieder einen Versuch, Alkohol zu trinken. Ob das gleiche Grundgetränk mit einer alkoholischen Zutat sehr anders schmeckt als ohne? Tut es! Und mir nicht besser… Irgendwie betäubt Alkohol meine Geschmacksknospen auf der Zunge, so dass sich alles taub anfühlt. Nicht angenehm…

Aber kommen wir zum wichtigen Teil des Abends – das Essen! Als erstes bekamen wir frisches, helles Brot mit feinster Kräuterbutter und schwarzem Salz. Bei so einem Kohlehydratjunkie wie mir kann man damit ja überhaupt nichts falsch machen. Erst recht nicht, wenn es so gut schmeckt, wie diese Variante!

Dann brachten zwei der Köche einen Gruß aus der Küche. In dem Tablett fanden sich Quark mit einem knusprigen Brotchip und Schinken (links), mittig eine Blumenkohlvariation mit Huhn, bestehend aus ganzen Röschen, feinstem Püree und den Blättern, und rechts ein geräuchertes Wachtelei plus Brühe. Und diese Brühe! Oh! Mein! Gott! So unglaublich aromatisch! Das hat meinen Brühe-Horizont nochmal um einiges erweitert. Und ich habe noch nie so feines Püree gegessen, also von der Konsistenz her. Ein sehr gelungener Start ins Menü.

Als Vorspeise gab es für Frau Kochschlampe Rote Bete-Tatar umgeben von diversem Wurzelgemüse, das sehr großen Anklang fand.

Auf meinem Stein fand sich unter den Radieschenscheiben feinstes Rehtatar. War das Fleisch würzig-zart! Und passte hervorragend zur senfigen Schärfe der Radieschen und den bunten Saucekleckschen. Ich möchte in Zukunft mehr Wild essen. Ich mag den Geschmack sehr! Mir tat die Bedienung etwas leid, weil dieser Stein echt schwer war, aber macht natürlich auch schwer was her *g*

Frau Kochschlampes Zwischengang nannte sich „Waldillusion“. Am äußersten Rand des Brettes war eine Nocke Johannisbeersorbet zu finden, mittig ein Maronenfalafel, dazu etwas, dass wie Baumborke aussah, aber definitiv nicht so schmeckte (wir konnten beide den Geschmack nicht eindeutig zuordnen) und ein paar Scheibchen schwarze Walnüsse. Wie ihr seht, verstecken sich ein paar Pilzscheiben, um die Illusion eines Waldes samt seiner pflanzlichen Bewohner perfekt zu machen. Eine wirklich schöne Zusammenstellung der Aromen und unterschiedlichsten Konsistenzen. Wenn ich mich recht entsinne, war dies Frau Kochschlampes Lieblingsgang!

Mein Zwischengang war eine Kürbismilch, in der Teekanne serviert, die ich dann am Tisch über ein Kürbis-Dreierlei mit pochierter Landhuhnbrust goss. Das Kürbis-Dreierlei bestand aus dünnen, gebackenen Kürbisstreifen, gekochtem Kürbis und Kürbisperlen. Die Kürbismilch, eigentlich eine Kürbissuppe mit Kokosmilch verfeinert, war angenehm samtig und wohlig wärmend. Wunderbar!

Frau Kochschlampes vegetarischer Hauptgang bestand aus gegrillten Spitzkohlvierteln (auf dem Brett rechts) und marinierten Belugalinsen plus gebratenem Schafskäse. Zur weiteren Aromatisierung wurden wieder viele frische Kräuter verwendet, wie Euch bei den vorangegangenen Gängen vielleicht schon aufgefallen ist. Ich mag es, wenn so viele Kräuter benutzt werden und versuche das auch in meiner Küche umzusetzen. Jedenfalls war Frau Kochschlampe sehr angetan von dem Gericht!

Ich hatte den Ochsen gewählt, der mit supercremigem Kartoffelstampf, in Salz gegarten Bunten Beten und frittiertem Kartoffelstroh serviert wurde. Dazu gab es noch Grüne Sauce, die wunderbar kräuterig schmeckte. Das Fleisch war so unglaublich zart und schmeckte angenehm unneutral, aber nicht übermäßig stark. Genau richtig. Die Beten waren schön zart, aber mit Roter oder welcher Bete auch immer kann man bei mir ja nichts falsch machen. Die Salzgarmethode sollte ich auch definitiv ausprobieren. (*recherchieren wo ich große Mengen Salz bekomme*). Ich war sehr begeistert von diesem Gang!

Das „freustil“ fand ich sehr gemütlich eingerichtet. Eher wie ein Wohnzimmer im skandinavischen Stil denn ein Restaurant. Da kann man definitiv auch ein bisschen länger sitzen!

Nach dem Hauptgang schwächelte mein Magen schon ein bisschen und ich dachte „Wie gut, dass nur noch das Dessert kommt.“ Aber Pustekuchen! Leichte Verzweiflung machte sich bei mir breit, die Frau Kochschlampe hoch amüsant fand, als ein zweiter Gruß aus der Küche kam. Ein bisschen was, um unsere Geschmacksknospen auf das Dessert vorzubereiten. Es bestand aus dem Johannisbeersorbet, dass wir schon bei Frau Kochschlampes Zwischengang kennenlernten, einer Beerenlimonade im Gläschen rechts und einem Kaffeeschaum mit Himbeeren und Kaffeeschokokrümel, auf denen ein Bruchteil Aschebaiser war. Das Sorbet und die Limonade waren großartigst köstlich! Und die Creme auch handwerklich wirklich wunderbar, nur war da Kaffee drin. Und Kaffeegeschmack mag ich wirklich gar nicht. Noch vor Alkohol schmecke ich Kaffee aus Essen raus, z.B. Tiramisu. Ich weiß, ich bin seltsam in meinen Abneigungen (Alkohol, Kaffee, dunkle Schokolade, Kokos, Schwarzer Tee)…

Noch ein paar Worte zum Wein. Ich trinke zwar keinen Alkohol, aber rieche gerne dran. Und hier bot sich mir die Chance, mal wirklich die Unterschiede zwischen den Weinen zu erfahren, die zu den einzelnen Gängen ausgesucht wurden. Wir baten die Bedienung einfach, die Gläser auf dem Tisch zu lassen. Und es war hochspannend für mich! Einer duftete tatsächlich blumig, ein anderer eher herb und sogar vom Duft konnte ich sagen, dass die gut zu den einzelnen Gerichten gepasst haben, auch wenn Frau Kochschlampe meinte, dass sie doch noch ein bisschen anders schmeckten als sie rochen. Spannend! (Ich fände ja auch die Bewirtschaftung eines Weingutes total cool, nur probieren usw. könnte ich meine eigenen Erzeugnisse dann nicht *g*)

Dann kam unser letzter Gang. Frau Kochschlampes Dessert nannte sich „Sweet Herbs“. Dabei waren Kerbelperlen neben Petersilienschaum und Basilikumeis zu finden. Serviert wurde das ganze noch mit einem Kräutersponge, also Biskuitteig, der mit Kräutern verfeinert wurde. Wieder Begeisterung auf der anderen Tischseite!

Ich hatte „Fast einen Pflaumenkuchen“. Neben dem Schüsselchen mit marinierten Pflaumen und Vanillecreme auf denen sich Salzkaramell-Borke kringelte, fanden sich auf dem Teller roher Kuchen- und Streuselteig. Und mit rohem Kuchenteig hat man bei mir immer gewonnen! Dazu die etwas säuerlichen Pfläumchen mit der traumhaften Vanillecreme (zum Glück ohne Alkohol oder Kaffee drin *puh*), wirklich ein schönes Dessert! Irgendwie komme ich auf den Dessertgeschmack *g*

Ein wirklich wunderbarer Abend mit großartigem Essen! Es waren tatsächlich Kombinationen und Zubereitungsarten bei, die ich mir so nicht hätte vorstellen können. Die Produkte qualitativ hochwertig und dann handwerklich sehr gut umgesetzt. Die Bedienungen waren sehr freundlich, zuvorkommend und angemessen zurückhaltend. Nun habe ich nicht viel Erfahrung mit Sternelokalen, aber hier lohnte sich jeder Cent. Frau Kochschlampe und ich können dieses Restaurant aus tiefstem Herzen empfehlen! Ich war wirklich begeistert und habe Lust auf mehr gutes Essen.

Adresse:
freustil
Zeppelinstraße 8
18609 Binz

Telefon: 038393 – 50444
Internet: http://www.freustil.de/

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Meer und See in Binz

Nach einer erholsamen Nacht wachte ich relativ früh auf. Frau Kochschlampe schlief noch selig neben mir. Und um sie nicht Ausversehen zu wecken, schlich ich ins Wohnzimmer der Ferienwohnung und beobachte den Himmel. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, wenn der Körper zwar irgendwie wach ist, mein Hirn aber noch nicht. Nun habe ich ja mittlerweile einige Erfahrung bei Sonnenauf- und -untergängen, so dass ich ganz gut abschätzen kann, ob es dramatisch am Himmel wird oder nicht. Und dieser 1. Oktober versprach Drama! Also fix angezogen, Frau Kochschlampe kam auch mit und ab zum Strand!

Und tatsächlich! Drama!

Der Blick Richtung Sassnitz ist leicht rosa gefärbt.

Es wird golden!

Feinster Sandstrand mit ein paar kleinen Quallen.

Quallen sind nicht die einzigen Tiere dort, auch viele Möwen machten sich fein für den Tag und frühstückten.

Goldenes Morgenlicht.

Nach einer knappen Stunde am Strand besorgten wir noch schnell ein paar Brötchen zum Frühstück und guckten, was es in der engeren Umgebung unserer Ferienwohnung an Geschäften gibt.

Nicht weit weg, gab es einen Edeka, den wir natürlich genau inspizierten. Frau Kochschlampe fand meine absolute Lieblingsbrause: Vielanker Fassbrause ♥

Die Temperaturen waren noch so angenehm, dass wir es uns auf der Terrasse gemütlich machten:

An normalen Sonnabenden wäre ich zu Hause geblieben und hätte rumgedümpelt, aber es kristallisierte sich schon raus, dass dieser Rügenurlaub zum Grenzentesten bei mir genutzt wird (in den nächsten Beiträgen werdet ihr es besser verstehen). Also anstatt auf dem Sofa zu sitzen, machte ich mit Frau Kochschlampe noch einen langen Spaziergang ins Binz abseits von Ostsee und Strand.

Erstaunlicherweise gibt es in Binz einen ziemlich großen Süßwassersee, den Schmachtersee:

Wenn man mal einen Gedanken dran verschwendet, wiederum nicht überraschend, weil ja auch Rügen stark von den Eiszeiten geformt wurde und diese ganz gerne mal große Löcher hinterlassen haben, die sich mit Süßwasser füllten und gemeinhin „See“ genannt werden *g* (Teiche sind übrigens immer künstlich angelegt). Und das kann ebenfalls auf Inseln passieren…

Jedenfalls ist das Ufer des Schmachtersees ganz zauberhaft. Es stehen Skulpuren dort, es gibt Cafés, einen schönen Spielplatz, der auch zum Sporteln geeignet ist. Und auch wenn es regnet, kann man dort schön flanieren (Regenjacken ahoi!).

Auch der Blick auf die evangelische Kirche ist ganz hübsch, der wir auf dem Rückweg zur Ferienwohnung noch einen Besuch abstatteten. Sie wurden ab 1911 im neugotischen Stil gebaut und 1913 geweiht. Im Sommer finden dort Konzerte statt, am folgenden Tag sollte der Erntedankgottesdienst sein.

Um zur Kirche zu kommen, muss man einen Berg hoch. Ja genau, ein Berg! An der Ostseeküste. Und er ist nicht alleine. Es gibt eine Stadt auf Rügen, die Bergen heißt und ihren Namen zurecht trägt ;-)

Aber zumindest hat man von dort einen schönen Blick auf Binz zur touristischen Rush Hour *g*

Das war es aber noch nicht für den Tag. Morgen erzähle und zeige ich dann was zu unserem kulinarisch wundervollen Abend!

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Anreise

Es ist grau und kalt und ungemütlich. Ja, es ist Januar. Und da können wir doch alle ein bisschen Ablenkung gebrauchen, oder? Deswegen möchte ich Euch die nächste Woche mitnehmen auf die Insel Rügen, genauer gesagt Binz, wo Frau Kochschlampe und ich Anfang Oktober letzten Jahres ein paar schöne, erholsame Tage verbrachten.

Es ging los am Freitag, morgens noch von grauen Wolken begrüßt.

Ich zuckelte mit dem ICE nach Berlin, wo Frau Kochschlampe schon auf mich mit dem Mietwagen wartete. Kurz die wichtigsten Sachen für’s Frühstück kaufen und das Abendessen einsacken und los ging es!

Wir brauchten schon eine halbe Ewigkeit, um aus Berlin rauszukommen und auch der Berliner Ring nach Osten war nicht wesentlich leerer. Zum Glück musste ich ja nicht fahren ;-) Ein Hüngerchen meldete sich und so machten wir im letzten Licht des Tages …

… unsere Abendessenpause, bei der wir das leckere Sushi auf einem Rastplatz verspeisten:

Es dauerte dann doch ein bisschen bis wir auf Rügen und in Binz waren. Aber die gehen mit Frau Kochschlampe zusammen ja schnell um.

Gegen 21:30h waren wir endlich in der Unterkunft angekommen, die erfreulicherweise mitten in Binz‘ Zentrum war. Der Ausblick vom Balkon der Ferienwohnung:

Weil ich an dem Tag hauptsächlich in Zügen und Autos bräsig rumsaß, wollten meine Beine noch ein bisschen bewegt werden, also gingen wir noch eine kleine Runde zum Strand und zur Promenade:

Das Kurhaus ist besonders im Dunkeln beeindruckend:

Völlig müde fielen wir nach einem Tässchen Tee ins Bett …

Fremdessen im vorweihnachtlichen Warnemünde/Rostock

Aus Schulzeiten habe ich nur eine Freundin. Nein, kein Mitleid, das ist voll in Ordnung so. Ich weiß schon, warum ich mit dem Großteil meiner anderen ehemaligen Mitschülern keinen Kontakt habe. Aber die beste Steffi von allen ist halt einfach die beste Steffi von allen! Wir kennen uns seit der 5. Klasse, also lockerflockig 25 Jahre, haben uns aber erst nach der Schule richtig angefreundet. Sie ist die Art von Freundin, mit der man nicht ständig telefoniert, aber wir besuchen uns gegenseitig, sie ist immer da, wenn es mir schlecht geht (hat mich sogar vor vier Jahren am Arsch von Berlin besucht, als ich dort im Krankenhaus lag und mir Sushi gegen schlechtes Krankenhausessen mitgebracht) und es ist jedes mal als hätten wir uns erst gestern gesehen. Wenn wir dann beide gleichzeitig in der Ostseeheimat weilen, versuchen wir uns natürlich auch zu treffen.

Zu Weihnachten war es wieder soweit. Zum Glück. Wir trafen uns zufällig am letzten Tag auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt, wobei sie sehr überrascht war, mich dort zu sehen. (So langsam tut sich was bei mir und das Einkapseln hört langsam auf. Ich habe wieder Lust was zu unternehmen.) Und so verabredeten wir uns gleich für den 23. Dezember abends. Und da ich Lust auf Seeluft und Meeresrauschen hatte, sind wir nach Warnemünde gedüst. Ich hab ja echt damit gerechnet, dass es unangenehm voll wird, aber nix da. Sofort einen Parkplatz bekommen und auch die Straßen waren erstaunlich leer für einen frühen Abend in der Hochsaison.

Da die beste Steffi von allen ernstlich der Magen knurrte, sind wir auf die östliche Seite des Alten Stroms gegangen und haben uns dort die Karte des Restaurants „Casa Mia“ angeguckt. War in Ordnung, eine wilde Mischung aus Italienisch und Fischgerichten von der Küste. Halt das, was der gemeine Tourist an sich erwartet. Pizza für die Kinder, Fisch für die Eltern ;-) Aber wie gesagt, es hörte sich gut an und so gingen wir rein. Es war nicht voll, aber einige Gäste doch da, so dass der Service nicht gestresst war. Wir wurden sofort freundlich begrüßt, Karte gereicht und erstmal Getränke bestellt. Dann begann die Qual der Wahl. Zum Glück war die Karte nicht so riesig. Uns lachte sofort das Carpaccio der geräucherten Entenbrust mit Rotkrautsalat, Orangenfilet und Walnüssen an. Da ich die Aufnahmekapazität meines Magens kenne, teilten wir uns die Vorspeise. Eine klassische Kombination mit knackigem, würzigem Salat und mild geräucherter, saftiger Entenbrust. Wirklich sehr köstlich!

Zum Hauptgang wählten wir Fisch. Die beste Steffi von allen wollte die Trilogie von Lachs, Dorsch und Zander, die mit schönem Pesto, Rosmarinkartoffeln und Pfannengemüse kam. Sie fand es lecker! Der Fisch war saftig und knusprig zugleich, das Kräuterpesto sehr passend:

Ich bestellte eines der untypischen italienischen Gerichte, die wahrscheinlich nur für die Touristen angeboten werden „Warnemünder Dorschpfanne“. Zum Dorschfilet, das in Gewürzmehl gewendet wurde vor dem Braten wurden Bratkartoffeln, Senf-Speck-Sauce und Salat gereicht. Der Fisch war wirklich saftig und mit der Sauce zusammen sehr köstlich! Die Bratkartoffeln waren gute Bratkartoffeln, ich hatte ein wenig Angst, dass sie vor Fett triefen, wie es manchmal der Fall ist. Ich bin ja sonst nicht der riesengroße Fischfan, aber Dorsch mag ich sehr gerne und diese Variante fand ich äußerst schmackhaft!

Ja, das „Casa Mia“ ist sehr auf Touristen ausgelegt, was in Anbetracht der Lage im Zentrum Warnemündes auch kein Wunder ist, aber zumindest bei unserem Besuch wurden wir nicht enttäuscht. Netter, zuvorkommender, unaufdringlicher Service, das Essen köstlich und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt meiner Meinung nach.

Und ein Verdauungsspaziergang nach dem Essen ist doch obligatorisch, oder? Egal wie viel Uhr es ist ;-) So spazierten wir noch ein wenig durch das dunkle, vorweihnachtliche Warnemünde. Am Alten Strom entlang bis zur Westmole, dann abbiegen Richtung Teepott und Leuchtturm:

Am Hotel Neptun vorbei schlenderten wir Richtung Auto zurück und kamen direkt auf die Warnemünder Kirche zu, zu deren Füßen noch der Weihnachtsmarkt aufgebaut war und Livemusik gespielt wurde. Sehr stimmungsvoll!

So endete ein wunderbarer Abend und Weihnachten konnte kommen!

Adresse:
Casa Mia
Am Bahnhof 1c
18119 Warnemünde

Telefon: 0381 – 20 7 92 06
Internet: www.casamia-warnemuende.de

Perfektes Partymitbringsel – Pizzabrötchen ohne Hefe

So, übermorgen geht 2016 zu Ende. Wie sieht Eure Bilanz aus? Ich bin irgendwie unentschlossen dieses Jahr. Es sind so viele meiner Helden gestorben: David Bowie, Prince, Alan Rickman, Peter Lustig, Manfred Krug, George Michael. Und das ist irgendwie auch seltsam, weil es mir vor Augen führt, wie schnell es vorbei sein kann. George Michael und Prince waren jünger als meine Eltern … Mein eigenes Jahr dümpelte irgendwie so dahin. Arbeit, Schule, ein wenig Erholung und Urlaub, nichts besonderes. Aber ich hab das Gefühl, dass es 2017 einige Veränderungen geben wird. Sowohl in meinem Leben (ein Job, der Spaß macht und angemessen bezahlt wird, wäre toll!) als auch hier auf dem Blog. Irgendwie wird es Zeit …

Aber erstmal steht Silvester an. Seid ihr noch kurzfristig zu einer Party bei Freunden eingeladen und gebeten worden, etwas mitzubringen? Diese Pizzabrötchen sind ideal dafür. Kennengelernt habe ich sie durch eine Dame, die sehr oft in die Physiotherapiepraxis, wo ich mein Praktikum absolvierte, kam. Nicht freiwillig, sie hat auch andere Hobbys ;-) Als Dankeschön für uns alle brachte sie diese Brötchen mit, nachdem ein großer Behandlungsteil abgeschlossen war. Und Junge, waren die schnell verschwunden! Da musste man sich gleich eins sichern *g* Netterweise rückte sie das Rezept raus, das gleich von einigen abgeschrieben wurde :-)

Ich hab sie dann auch ziemlich schnell ausprobiert und war begeistert. Seitdem buk ich die Pizzabrötchen schon ein paar mal und auch die Mitumschüler konnten nicht ihre Finger davon lassen *g* Sie sind wirklich unaufwendig mit einfachen Zutaten herzustellen. Nicht einmal Hefe ist notwendig, falls da draußen der ein oder andere Hefe-Phobiker sein sollte *g* Die Basis ist ein Quark-Öl-Teig dessen Luftigkeit durch Backpulver kommt. Als Aromengeber habe ich bisher nur Schinken, geriebenen Käse und Röstzwiebeln genommen, kann es mir aber auch mit anderen Komponenten vorstellen: feingewürfelte Paprikaschote, Oliven, Salami, Sucuk, Feta, Frühlingszwiebeln. Wichtig ist nur drauf zu achten, dass die Menge an zusätzlichen Zutaten nicht die Menge im Originalrezept übersteigt, weil sonst das Verhältnis zwischen Grundteig und Zusätzen nicht mehr stimmt und sich der Teig so nicht mehr gut kneten lässt. Es ist ohnehin ein sehr fester Teig, von dem sich aber gut die Teigbällchen abteilen lassen, um daraus die fertigen Pizzabrötchen zu formen. Dabei könnt ihr sie rund formen oder unordentlich lassen, was ein bisschen mehr knusprige Oberfläche schafft. Die fertig gebackenen Brötchen lassen sich auch super einfrieren für einen Snack im Büro oder zum Picknick. Wirklich wunderbar vielseitig!

Pizzabrötchen ohne Hefe

Zutaten für 15-20 Stück:
250 g Quark
4 EL Milch
6 EL Öl
1 TL Salz
1 Prise Zucker
300 g Mehl
1/2 Packung Backpulver (8g)
200 g Schinken
200 g Käse, gewürfelt oder gerieben
100 g Röstzwiebeln

(1) Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Den Quark mit Milch und Öl gut verrühren. Das Mehl mit dem Backpulver, Salz und Zucker in einer großen Schüssel vermischen. Alles zusammen verkneten. Schinken, Käse und Röstzwiebeln unterkneten. Das ist eventuell etwas mühsam und der Teig ist fest.
(3) Etwa 1 EL große Stücke vom Teig abnehmen, kurz rund formen und auf das Blech setzen. Es werden etwa 15-20 Stück aus der Menge Teig.
(4) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und je nach Größe 20-30 Minuten backen.

Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und lauwarm oder bei Zimmertemperatur essen.

Genießen!

Quelle: Patientin meines Praktikumbetriebs

Dieses Jahr machen wir auch wieder ein kleines Buffet zum Silvesterabend, da dürfen natürlich nicht fehlen:

Welche Klassiker gibt es auf alle Fälle bei Eurem Buffet?

Partysuppe entspannt – Gulaschsuppe aus dem Slowcooker

Seid ihr Silvester-Partytiere oder lasst ihr es gemütlich angehen? Ich bin ja der totale Silvestermuffel und verbringe den Abend am liebsten mit meiner Familie zu Hause. Leckere Kleinigkeiten zum Essen, alberne Unterhaltungen und hoffentlich gutes TV-Programm. Wir sind da sehr genügsam :-)

Meine deutschen Großeltern allerdings! Die haben in 50er und 60ern aber offensichtlich wilde Silvesterfeiern geschmissen:

Meine Großeltern 1956:

Ha! Das Photographieren von Essen ist keine neumodische Erfindung:

Jungejungejunge! Leider kann ich die beste Oma von allen nicht mehr fragen, was es damals genau zu Essen gab, aber bestimmt waren Mitternachtssuppen schon beliebt. Ich meine, wer könnte einer schön herzhaften Suppe widerstehen, wenn er verfroren aus der Kälte kommt, nachdem alle Raketen und Böller abgeschossen sind. Und ich glaube, ein bisschen Alkohol im Körper kann den Schmacht auf so ein Gericht auch steigern ;-)

Aber wenn man schon eine Party schmeißt, ist man auch froh, wenn sich manche Sachen von selbst erledigen. Und da kommt der Slowcooker ins Spiel. Während ihr die Wohnung auf Vordermann bringt und dekoriert und andere Kleinigkeiten zubereitet, schmurgelt diese Gulaschsuppe langsam im Slowcooker vor sich hin und ihr müsst Euch nicht drum kümmern, außer maximal 20 Minuten in die Vorbereitungszeit investieren. Die nächsten 8-10 Stunden könnt ihr den Slowcooker getrost vergessen.

Und die Suppe ist wirklich lecker und schmeckt tatsächlich ungarisch. Ich habe Gabis Rezept nur durch die Zugabe der Petersilienwurzel geändert, weil die nunmal an ungarische Suppen gehört. Wenn ihr also zufällig Petersilienwurzeln seht, greift dringend zu! Sie sollten momentan auf jedem Wochenmarkt oder in osteuropäischen Supermärkten zu finden sein. Sie bringen ein angenehm Aroma in die Suppe wie sonst kein anderes Gemüse. Merkt man, dass ich so ein bisschen verliebt in die Petersilienwurzel bin? Ansonsten ist das Fleisch wunderbar zart, das Gemüse noch angenehm bissfest und nicht zerkocht. Der Sud wird schön würzig durch die lange Zeit im Slowcooker, so dass die Aromen sich richtig gut miteinander verbinden können. Ich war sehr begeistert! Wird es öfter geben!

Wer jetzt allerdings keinen Slowcooker sein eigen nennt, der kann trotzdem eine tolle Gulaschsuppe kochen. In diesem Beitrag zeige ich, wie es auch auf dem normalen Herd geht.

Gulaschsuppe aus dem Slowcooker

Zutaten für 4-6 Portionen:
250 g Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
250 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
250 g Möhren und Petersilienwurzel gemischt
2 Paprikaschoten
500 g Schweinegulasch
2,5 EL Butterschmalz oder Schmalz
1 Tl Paprikapulver rosenscharf
4 TL Paprikapulver edelsüß
2 EL Tomatenmark
750 – 900 ml Brühe (oder Wasser)
Salz, Pfeffer
1 TL Kümmel

Zum Servieren:
feingehackte Petersilie
Saure Sahne
frisches Brot

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Kartoffeln und Wurzelgemüse schälen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Aus den Paprikaschoten die Kerne entfernen und in ca. 1,5-2 cm große Würfel schneiden.
(2) 1 EL Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Die Würfel der Kartoffeln und Wurzelgemüse bei hoher Hitze anbraten.  In den Einsatz des Slowcookers geben, Deckel drauf und auf HIGH stellen.
(3) Einen weiteren EL des Butterschmalz‘ in der Pfanne erhitzen. Das Fleisch bei hoher Hitze von allen Seite braun anbraten. In den Einsatz geben.
(4) Den Rest Butterschmalz wieder in der Pfanne erhitzen, diesmal auf mittlerer Hitze. Die Zwiebelwürfel langsam anbraten bis sie leicht braun sind. Die Pfanne vom Herd nehmen und die beiden Sorten Paprikapulver unterrühren. Ebenso den Knoblauch. Wieder auf den Herd stellen. Das Tomatenmark gut hinein rühren und so lange braten bis das Paprikapulver duftet, aber nicht verbrennt, sonst wird es bitter. Mit einem großzügigen Schluck der Brühe ablöschen und alles in den Slowcookereinsatz geben.
(5) Die Paprikaschotenstückchen hinzufügen, mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen. Die restliche Brühe zugießen und umrühren. Deckel drauf und 8-9 Stunden auf LOW garen oder 4-5 Stunden auf HIGH. Oder bis die Kartoffeln und Möhren/Petersilienwurzeln gar sind.

Auf den Tellern dann mit der Petersilie und Saurer Sahne garnieren.

Genießen!

Quelle: Crocky-BlogGulaschsuppe ungarisch

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