Archiv der Kategorie: Süßes

Keks in Kuchenform – Heidelbeer-Mandel-Würfel

Es ist immer noch Beerenzeit! Juhuu! Die Erdbeeren sind zwar durch, genauso die Johannisbeeren, aber jetzt ist Saison für die Heidelbeeren, Brombeeren werden am Feldrand reif und wer mehrfach tragende Himbeersorten im Garten hat, kann sich auf die zweite Ernte freuen. Aber was damit anstellen, wenn man eine größere Menge im Supermarkt erstand, sie allerdings nicht so gut pur und in großen Dosen verträgt, weil der Darm meint intolerant gegenüber Fruktose reagieren zu müssen? Man versteckt sie im Kuchen…

Auf einer von mir hochgeschätzten, ungarischen Rezepteseite sah ich einen schnellen Kuchen mit Mürbeteig und Pfirsichen. So sehr ich Pfirsiche liebe – Ja, abgöttisch sogar! – so wenig vertrage ich sie in größeren Mengen. Aber für das Rezept brauchte man genau die Menge an Früchten, die in Heidelbeerform in meinem Kühlschrank rumlungerte. Und der Kuchen ist wirklich einfach und schnell gemacht: Mürbeteig kneten, in der Form verteilen und kurz vorbacken, aus den Früchten wird eine sirupartige Marmelade gekocht, die mit dem restlichen Teig in die Form kommt, Mandeln drüber und ab in den Ofen. Was dabei herauskommt ist ein wunderbarer, überdimensionierter Keks mit Marmeladenfüllung und etwas Mandelknusper in Kuchenform! Großartigst! Nicht nur mir schmeckte er vorzüglich, auch die Kollegen und die Kinder meiner Kollegin fanden ihn super!

Heidelbeer-Mandel-Würfel

Zutaten für eine Form von ca. 20×20 cm:

Für die Füllung:
400 g Heidelbeeren
50-70 g Zucker
3 Zweiglein Thymian

Für den Teig:
225 g kalte Butter
60 g Zucker
300 g Mehl Type 405
1 gute Prise Salz

Zum Bestreuen:
40 g gehobelte Mandeln

(1) Die Form mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(2) Die Füllung zubereiten. Dafür die verlesenen, gewaschenen und gut abgetropften Heidelbeeren mit dem Zucker in einen Topf geben. Die Thymianblättchen von den Zweigen streifen und dazu geben. Alles bei mittelhoher Hitze aufkochen lassen und ca. 20 Minuten köcheln lassen bis eine etwas marmeladen- bis sirupartige Konsistenz entstanden ist. Dabei mit irgendwas abdecken (z.B. Fettspritzschutzsieb plus Küchenkrepp obenauf), damit die farbechte Heidelbeerflüssigkeit nicht überall rumspritzt. Vom Herd nehmen und zur Seite stellen bis der Teig vorgebacken ist.
(3) Den Teig zubereiten. Dafür alle Zutaten in eine Schüssel geben. Die Butter mit den Fingerspitzen der Hände mit dem Mehl verreiben bis so Brotkrümel entstehen. Dann mit der ganzen Hand in die Schüssel und alles schnell zu einem Teig verkneten, der gerade so hält, aber aus dem sich eine Kugel formen lässt.
(4) 3/4 des Teiges in der vorbereiteten Form verteilen und festdrücken. Auf mittlerer Schiene in den Ofen geben und 7 Minuten vorbacken. Herausnehmen. Die Heidelbeerfüllung gleichmäßig darauf verteilen. Den restlichen Teig grob darauf verkrümeln. Mit den Mandeln bestreuen.
(5) Für weitere 25-30 Minuten in den Ofen geben und backen bis die Oberfläche goldbraun ist.

Herausnehmen, abkühlen lassen, in Würfel schneiden.

Genießen!

Quelle: abgewandelt nach Fördös Zé magazinmandulás barackos kocka

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Traumkombination im Frühling – Orangen-Rhabarber aus dem Ofen

Im Kochtopf wird das allmonatliche Blogevent ausgerichtet, schon das 130. und dieses Mal, um den Frühling zu feiern. Jeanette von Cuisine Violette möchte gerne wissen, was wir denn so im Frühling essen und legt dabei natürlich wert auf Saisonalität (wer mag schon Kürbissuppe im Mai) und Regionalität.
Blog-Event CXXX - Genuss des Fruehlings (Einsendeschluss 15. Mai 2017)

Was für mich wirklich zum Frühling gehört, wie das nervige Vogelgezwitscher am früher Morgen, ist Rhabarber. Meine Eltern haben eine anscheinend unverwüstliche Rhabarberpflanze im Garten, die wirklich sehr ertragreich ist und so hatten wir schon immer Unmengen an Rhabarberkompott im Kühlschrank stehen. Dabei bevorzugt Frau Mama die einfachste Form: Rhabarber, Zucker, Wasser. Ich bin ein wenig experimentierfreudiger ;-)

Nun habe ich schon einige Rhabarberrezepte, auch für Kompott auf dem kleinen Blog. Gar nicht so einfach, da noch etwas neues zu finden. Zum Glück habe ich das Buch „Wochenmarkt“ von Elisabeth Raether, in dem viele ihrer ZEIT Magazin Rezept-Kolumnen nach Jahreszeiten sortiert, vertreten sind. Auf Frau Raether brachte mich Frau Hafensonne, die immer von den Rezepten schwärmte und mir einige nachgekochte vorsetzte, die wunderbar schmeckten. Also besorgte ich mir das Buch ebenfalls und bin begeistert. Schöne, einfache Rezepte, mit denen man sich selbst und Gästen eine Freude machen kann. Und so findet sich auch dieses Rezept für Rhabarber mit Orange dort. Es ist nach Nigel Slater, einem weiteren von mir hochverehrten Kochbuchautor, der es ursprünglich mit Blutorangen zubereitete. Nun haben in meiner Einkaufswelt deutscher Rhabarber und Blutorangen nicht die kleinste Überschneidungszeit, also hab ich normale Orangen genommen. Und auch mit denen schmeckt es ganz hervorragend! Die Zubereitung ist denkbar einfach, die Zutatenliste sehr überschaubar. Ich esse solche Kompotte ja meist pur, aber auch in kleinen Gläschen serviert für Gäste, vielleicht auf Pudding oder Vanilleeis, stelle ich es mir sehr nett als Menue-Abschluss vor.

Orangen-Rhabarber aus dem Ofen

Zutaten für 4-6 Portionen:
750 g Rhabarber
1-3 EL Zucker
1 Vanilleschote
4 Orangen

(1) Den Ofen auf 200° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine große Auflaufform bereit stellen.
(2) Den Rhabarber waschen, trocknen. Enden ab- und die Stangen in etwa 3-5 cm lange Stücke schneiden. In die Auflaufform geben. Mit Zucker bestreuen. Die Vanilleschote längs aufschneiden, das Mark herauskratzen. Mark und Schote in die Auflaufform geben.
(3) Zwei der Orangen halbieren und den Saft auspressen. Zum Rhabarber gießen. Von den anderen beiden Orangen das obere und untere Ende abschneiden. Die Orange aufsetzen, so dass sie stabil steht und mit einem scharfen Messer der Fruchtform folgend, die komplette Schale (den orangen und weißen Teil) abschneiden. Die übrig gebliebene nackte Orange in Scheiben schneiden und auf dem Rhabarber verteilen.
(4) Die Auflaufform dicht mit Alufolie (matte Seite außen) verschließen und auf die mittlere Schiene des Ofens schieben. Nach ca. 20 Minuten sollte der Rhabarber weich sein.

Pur servieren oder mit Vanillesauce, Eis, Sahne?

Genießen!

Quelle: Raether, E. (2015): Wochenmarkt. Die frischen einfachen Rezepte aus dem ZEIT Magazin. Bloomsbury. Berlin. p 34

Und wer immer noch nicht genug vom Rhabarber hat (oder wessen Pflanze nicht aufhört zu wachsen *g*), hier sind noch ein paar köstliche Ideen:

Typisch ungarisch – Süßer Dill-Hefe-Kuchen

Wie die geneigte Leserschaft weiß, liebe ich eher die einfachen Kuchen vor der aufwendigen Motivtorte mit Fondant drumrum. Und ich habe ein Herz für komische Geschmackskombinationen, natürlich besonders, wenn sie aus Ungarn kommen. Eine typische, für den deutschen Gaumen aber befremdliche ist die Mischung aus Quark mit Dill in süßer Kuchenform. Einen Quark-Dill-Strudel stellte ich Euch ja schon ausführlich vor, aber nachdem ich letztes Jahr bei der Tante die Version mit Hefeteig aß, musste ich sie dringend nachbacken.

Dabei half mir, dass ich mir im Urlaub DAS ungarische Standardkochbuch angeschafft habe, ohne das ein (halb-)ungarischer Haushalt kein kompletter Haushalt ist. Da stehen alle wichtigen Rezepte drin, von Alltagsküche über Sonntags- bis Feiertagsküche. Ich mag es sehr und gucke gerne rein, gerade für Grundrezepte. Und da bin ich nicht die einzige, egal ob meine Tante, die Frau meines Cousins. Wenn es um urungarische Gerichte geht, wird das Rezept von dort genommen. Meine Tanten haben auch handgeschriebene Rezepte meiner ungarischen Oma, die offensichtlich aus dem Buch stammten (hatte mal nachgesehen, weil ich einige Wörter nicht lesen konnte):

Von der Schrift her hätte meine Oma auch einen prima Arzt abgegeben ;-)

Wie das mit so alten Kochbüchern nunmal ist, gibt es auch manche Ungenauigkeiten darin, so wird meist keine genaue Backtemperatur oder Zeit angegeben, ein „bei mittlerer Temperatur goldbraun backen“ reicht der erfahrenen Hausfrau (ja, für die wurde es ganz ursprünglich geschrieben). Also heißt es für Neulinge Erfahrungen sammeln und öfter mal zum Ofen eilen, um den Zustand des Gebäcks zu überprüfen. In dem Rezept für den Kuchen hab ich die Milch- und Eimenge reduziert. Prinzipiell ist der Kuchen auch zeitlich gut machbar, nur den deutschen Quark solltet ihr schon am Abend oder Morgen vorher in ein mit Küchenkrepp ausgelegtes Sieb geben, damit er gut abtropfen kann, weil der ungarische Quark sehr trocken und krümelig ist. Der Rest ist ganz einfach!

Und das Ergebnis einfach grandios köstlich! Saftig-würzige, leicht dillige Quarkfüllung, die nicht zu süß ist und der Hefeteig passt auch perfekt! Der wird öfter gemacht und die geneigte Leserschaft solltet ihn auch dringend ausprobieren!

Süßer ungarischer Dill-Quark-Kuchen

Zutaten für eine große Auflaufform (23 x 38 cm):

Für den Teig:
250 g Weizenmehl (Type 405)
20 g frische Hefe (1/2 Würfel)
10 g Zucker
1 Ei, getrennt
50 g weiche Butter
100-150 ml Milch, zimmerwarm
Prise Salz

Für die Füllung:
500 g Quark
3 EL Zucker
1 Ei, getrennt
1 EL Weichweizengrieß
1 Bund Dill
Prise Salz

3 TL Saure Sahne

(1) Als erstes den Quark in ein mit Küchenkrepp ausgelegtes Papier geben und abtropfen lassen. Am besten schon den Abend oder Morgen vor dem Backen.
(2) Den Teig zubereiten. Den Zucker mit etwa 50 ml der Milch verrühren und die Hefe hineinbröseln. Zur Seite stellen bis die Hefe aufgeht. Dies dauert etwa 10 Minuten. Die aufgegangene Hefemilch mit der Butter und Salz zum Mehl geben, ebenso das Eigelb (das Eiweiß wird für die Füllung benötigt). Mit einem Holzlöffel beginnen zu verrühren, dabei nach und nach die Milch zugeben. Es kann sein, dass ihr nicht alles benötigt. Wenn es mit dem Löffel zu beschwerlich wird, mit der Hand den Teig weiterkneten, ca. 5-8 Minuten bis ein glatter Teig entstanden ist. Zu einer Kugel formen, die Oberfläche leicht mit Mehl bestäuben und mit einem Küchenhandtuch (oder Mörderduschhaube) abdecken und an einen warmen, zugfreien stellen. Den Teig ca. 1-1,5 Stunden gehen lassen bis er sich verdoppelt hat.
(3) Wenn der Teig gegangen ist, die Auflaufform mit einem Bogen Backpapier auslegen. Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(4) Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz auf die rechteckige Größe der Auflaufform ausrollen. In die Auflaufform legen und abgedeckt an einem warmen Ort abstellen, damit der Teig noch etwas gehen kann.
(5) Jetzt die Füllung zubereiten. Dafür den Dill fein hacken. Zusammen mit dem Quark, Zucker, Grieß und dem Eigelb gründlich verrühren. Die beiden übrigen Eiweiß in einer wirklich sauberen Schüssel mit einer Prise Salz mit Hilfe der Handrührers zu einem steifen Schaum schlagen. Vorsichtig unter die Quarkmasse rühren, erst 1/3 des Schnees etwas gründlicher unterrühren, dann die letzten 2/3 sehr vorsichtig, damit möglichst wenig des Schnees zusammen fällt. Gleichmäßig auf dem Teig verteilen.
(6) Auf der mittleren Schiene 25-30 Minuten backen.
(7) Den Kuchen herausholen, die Temperatur auf 220°C hochstellen. Die Saure Sahne auf dem Kuchen mit einem Pinsel verstreichen und den Kuchen nochmals ca. 5 Minuten backen bis er goldbraun ist.

Den Kuchen lauwarm abkühlen lassen und aufteilen.

Genießen!

Quelle: nach Horváth, I. (1955). Szakácskönyv. überarbeitete Ausgabe von 2015. Szalay könyvek. p 276

Fruchtig nussige Müsliriegel

Mag die geneigte Leserschaft Müsliriegel? Ich schon, sie sind für mich der perfekte kleine Snack, wenn der Blutzuckerspiegel bedrohlich Richtung zittrige Hände abfällt. Aber die Varianten im Supermarkt finde ich irgendwie zu teuer für die Menge an Riegel. Das muss doch auch selbst herzustellen sein. Nach einigen Recherchen im weltweiten Zwischennetz wurde ich im Blog „Cookie and Kate“ fündig. Dort werden sie als „gesund“ angepriesen, ich bin da so ein bisschen skeptisch bei der Menge an Honig und Erdnussbutter da drin. Aber die Haferflocken und Nüsschen gehen als gesund durch. Und natürlich das getrocknete Obst ;-) Zufälligerweise hatte ich kurz vorher grobe Erdnussbutter gekauft. Wofür weiß ich gar nicht mehr, weil eigentlich mag ich keine Erdnussbutter. Aber dies hier war eine gute Gelegenheit, es nochmal zu testen. Und was soll ich sagen, ich bin bekehrt und eine komplett neue Welt mit Erdnussbutter hat sich mir eröffnet. Ich befürchte, da werde ich noch ein paar Sachen ausprobieren müssen :-D

Zurück zu den Müsliriegeln. Sie lassen sich wirklich schnell zubereiten und müssen nicht mal gebacken werden. Einzig Honig und Erdnussbutter erhitze ich, damit sie flüssiger sind und sich besser mit den trockenen Zutaten verbinden. Das hat den Nachteil, dass der Großteil der Schokotropfen schmilzt, aber so verteilt sich die Schokolade wenigstens schön gleichmäßig. Bei der Wahl der getrockneten Früchte und Nüsschen geht ruhig nach Vorratslage und Vorlieben (oder gar Allergien?) vor.

Ich war überrascht und sehr begeistert vom Geschmack. Süß-säuerlich und knackig. Richtig gut! Im Kühlschrank halten sie gute anderthalb Wochen, aber wer weiß, dass sie nicht so schnell verbraucht werden, sollte sie einzeln verpackt einfrieren. Ich werde demnächst definitiv noch ein paar Müsliriegel machen und mal ein bisschen abwandeln.

Fruchtig-nussige Müsliriegel

Zutaten für 14-16 Stück:
170 g feine Haferflocken
100 g gehackte Mandeln
70 g getrocknete Sauerkirschen, gehackt
75 g Schokotropfen
1 TL Zimt
1/2 TL Salz
250 g Erdnussbutter (fein oder grob)
175 g Honig
1 TL Vanillepaste (oder Vanilleextrakt oder 1 ausgekratzte Schote)

(1) Eine kleine quadratische Auflaufform (ca. 20 x 20 cm) mit Backpapier auslegen.
(2) Die trockenen Zutaten in einer Schüssel gründlich vermischen.
(3) Erdnussbutter, Honig und Vanille in einem kleinen Topf auf dem Herd bei mittlerer Hitze erhitzen bis es flüssiger ist und sich gut über die trockenen Zutaten gießen lässt.
(4) Die flüssige Mischung über die Haferflockenmischung geben und gut verrühren. Erst mit einem Löffel, dann einen Gummihandschuh anziehen und mit der Hand verkneten bis keine trockenen Flocken mehr zu sehen sind. Der Großteil der Schokolade wird schmelzen, ein paar Schokotropfen bleiben erhalten.
(5) Abdecken und mindestens 1 Stunde oder über Nacht im Kühlschrank kühl stellen.

Herausholen und aufschneiden. Sie halten so ein paar Tage im Kühlschrank oder einzeln eingewickelt im Tiefkühler aufbewahren.

Genießen!

Quelle: leicht abgewandelt nach Cookie and KateHealthy Chocolate Chip Granola Bars

Mohnkuchen mit Zitronencreme

Ein Kuchen zum Wochenende muss ein, oder? Und was hätte ich Lust auf eine einfache, aber saftige Erdbeertorte oder Johannisbeer-Baiser-Torte, jetzt wo der Frühling wirklich da ist und es draußen jeden Tag grüner wird. Aber da müssen wir uns hier in Deutschland noch gedulden, wenn wir die saisonale Früchtchen essen wollen und nicht Importe aus Spanien, Nordafrika oder gar Übersee. Mir wird immer ganz anders, wenn ich auf Instagram die ganzen Leute sehe, die sich jeden Tag Unmengen an Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Himbeeren in die Müslischüsseln oder zum Nachmittagssnack packen. Oder gar Wassermelone! Es ist doch nicht mal annähernd warm genug, um Gelüste nach Wassermelone zu entwickeln! Nochmal eine kurze Liste, wann die Früchte bei uns Saison haben (Referenz: Nord- und Mitteldeutschland, Schrebergarten, freie Natur, ohne Gewächshaus):

  • Rhabarber: ab Ende März/April, Hochsaison ab Mai
  • Erdbeeren: frühe Sorten ab Ende Mai
  • Johannisbeeren: wie Name sagt ab Johanni, also Ende Juni.
  • Himbeeren: frühe Sorten ab Mitte/Ende Juni
  • Aprikosen: französische Sorte ab Juni
  • Pfirsiche/Nektarinen: ab Ende Juni aus Südeuropa.
  • Heidelbeeren: im Freiland an Südhängen ab Anfang Juli
  • Brombeeren: ab August bis September
  • Wassermelone: aus dem südeuropäischen Ausland (Frankreich, Italien, Ungarn, Spanien, Türkei) ab Juli

Ich weiß, es ist obsttechnisch momentan mau, außer den lagernden Äpfeln, aber so ist das nunmal Ende des Winters, Anfang des Frühjahrs. Die Pflanzen müssen ja erstmal blühen, von den Bienchen bestäubt werden und ihre Früchte bilden und reifen lassen. Das dauert alles ein bisschen … Und wenn wir sie dann im Sommer frisch vom Feld, oder jedenfalls nicht ganz so weit transportiert, essen können, schmecken sie um sooo vieles aromatischer! Vielleicht wollt ihr auch ein paar Erdbeerpflanzen auf dem Balkon oder Eurem kleinen Garten anbauen, das ist ganz einfach, braucht keinen explizit grünen Daumen und ihr habt dann zur richtigen Zeit die vollreifen Früchtchen :-)

Kommen wir zum Wesentlichen zurück! Auch jetzt zur obstarmen Zeit kann man schöne Kuchen backen. Diesen Mohnkuchen mit Zitronencreme sah ich auf der ungarischen Seite „Streetkitchen„, deren Videos und Rezepte ich sehr schätze und schon einiges nachgebastelt habe. Mohn scheint eine typisch osteuropäische Sache zu sein. Ich sehe oft Rezepte mit ihm in polnischen Kochbüchern und auch aus der ungarischen Küche kenne ich ihn zur Genüge: zu Schupfnudeln, Brotauflauf mit Mohn, im Kuchen, zu Pflaumenknödeln. Dann kann er auch die Hauptzutaten in einem Rührkuchen sein, der dazu noch ohne Mehl auskommt und somit glutenfrei ist. Sowas passiert bisweilen auch hier *g* Zum Schluss wird der fertige Kuchen mit Lemon Curd bestrichen, was nochmal den richtigen Kick gibt. Das Gesamtkunst, dass sich sehr einfach backen lässt, ist nämlich wirklich wunderbar! Zarter, saftiger Kuchen mit angenehmen Mohngeschmack plus die zitronige Frische des Lemon Curd (macht es gerne nach Frau Kochschlampes Rezept, die funktionieren immer). Großartigst! Probiert es unbedingt aus, wenn ihr Mohn mögt!

Mohnkuchen mit Zitronencreme

Zutaten für Springform (Ø 24 cm):
5 Eier
150 g Zucker
150 g Butter, zimmerwarm
200 g gemahlener Mohn
15 g Backpulver
1 Bio-Zitrone, Schale
50 ml Milch
1 Prise Salz
4 El Lemon Curd (selbstgemacht oder aus dem Glas)

Butter zum Einfetten der Form

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier belegen und die Seiten mit Butter einfetten.
(2) Die Eier trennen. Butter und Zucker mit Hilfe der Küchenmaschine oder Handrührer schaumig schlagen. Nacheinander die 5 Eigelb zugeben und gut unterrühren. Den Mohn mit dem Backpulver und Zitronenschale unter die Buttermischung rühren. Zum Schluss die Milch unterrühren.
(3) Die Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Zuerst 1/3 des Eiweißes vorsichtig unter den Mohnteig rühren, dann die restlichen 2/3 wirklich vorsichtig mit Hilfe es Spatel unterheben. Dies geht am Besten, wenn der Teig richtig vorsichtig von außen nach innen unter den Eischnee gehoben wird. So bleibt besonders viel, der ins Eiweiß geschlagenen Luft erhalten und der Kuchen nachher luftig.
(4) Den Teig in die vorbereitete Springform geben, glatt streichen und auf mittlerer Schiene 25-35 Minuten backen. Stäbchenprobe machen, ob er gar ist. Dabei mit einem Zahnstocher oder Schaschlikspieß in die Mitte des Kuchens stechen, wenn das Stäbchen sauber, ohne anhaftenden Teig wieder rauskommt, ist er durch. Den fertigen Kuchen herausholen und komplett abkühlen lassen.
(5) Die Zitronencreme gleichmäßig auf den abgekühlten Kuchen streichen. Noch mit ein bisschen des gemahlenen Mohns zur Dekoration bestreuen.

Genießen!

Quelle: StreetkitchenCitromkrémes máktorta

Last Minute Lebkuchen vom Blech

Whoop whoop! Ich habe es ja fast selbst nicht mehr geglaubt, aber ich habe tatsächlich noch weihnachtlich gebacken in diesem Jahr! Und sogar Lebkuchen, die richtig echt weihnachtlich duften und schmecken und dekoriert wurden! Meine Güte!

Natürlich sind es nicht die traditionellen Lebkuchen, deren Teig man schon im September ansetzt, damit er in Ruhe bis zur Adventszeit reifen kann. Im Gegenteil es sind ratzfatz gemachte Last Minute-Lebkuchen, die wirklich innerhalb von 45 Minuten komplett fertig gebacken sind. Ihr braucht nicht mal eine Küchenmaschine bemühen – eine große Schüssel, Holzlöffel und kleiner Topf reichen vollkommen aus an Utensilien. Auch die Zutaten sind nicht sonderlich schwer zu besorgen und kriegt man ab November in jedem Supermarkt, wenn sie nicht ausverkauft sind. Bei der Zubereitung lasst Euch nicht von der Konsistenz des Teiges verunsichern, er kann zwischen cremig und fast ausrollbar schwanken. Er lässt sich wirklich einfach auf einem Backblech verteilen, je nach Konsistenz entweder mit den eigenen Händen oder einem Spatel. Ihr werdet Euch schon für das richtige Werkzeug entscheiden :-)

Leider war mein Blech eine Winzigkeit zu lange im Ofen, so dass der Lebkuchen einen µ trocken ist, aber er schmeckt köstlich! Würzig, leicht schokoladig, einfach echt nach Lebkuchen :-) Und wer mag, kann sich (oder die Kinder) an der Dekoration austoben. Ich verteilte nur schwungvoll sowohl dunkle als auch Vollmilchkuvertüre und streute auf die feuchten Schokolade blau-weiße Zuckerperlen und Schneeflöckchen. Hach!

Ein wirklich guter Last Minute-Kuchen, wenn ihr bisher nicht zum großen Weihnachtsbacken gekommen seid :-)

Lebkuchen vom Blech

Zutaten für 1 großes Kuchenblech:
250 g Butter
250 g Honig
4 Eier
150 g gemahlene Haselnüsse oder Mandeln
125 g Zucker
2 EL Kakaopulver
1 Packung Lebkuchengewürz (15-30 g)
oder
3 TL Zimt
je 1 TL gemahlener Anis, Kardamom, Nelke, Ingwer
1/2 TL geriebene Muskatnuss
750 g Mehl
1 Packung Hirschhornsalz (25 g)
2 EL Wasser

Butter zum Einfetten des Blechs

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech dünn mit Butter einfetten.
(2) In einem kleinen Topf die Butter und den Honig erhitzen. Die Mischung muss nur flüssig werden, nicht kochen.
(3) Alle trockenen Zutaten bis auf das Hirschhornsalz in eine große Schüssel geben und miteinander verrühren. Dann eine Mulde in die Mitte machen und das Butter-Honig-Gemisch sowie die Eier hinein geben. Schon grob verrühren. Das Hirschhornsalz mit dem Wasser in einer kleinen Schüssel verrühren. Zu den restlichen Zutaten in die große Schüssel geben und gut verrühren bis alles Mehl untergearbeitet ist. Das kann ein bisschen anstrengend sein.
(4) Den Teig auf dem gefetteten Blech geben und gleichmäßig mit den Händen bis in die Ecken des Blechs verteilen. Auf mittlerer Stufe in den Herd geben und 15-20 Minuten backen. Die Stäbchenprobe (Schaschlikspieß in die dickste Stelle des Lebkuchens stecken und wenn er sauber wieder heraus kommt, ist er gar) machen.
(5) Aus dem Ofen nehmen und nach Lust und Laune mit Schokolade und Dekoflitterkrams verzieren.

In Vierecke geschnitten halten sich die Lebkuchen in einer Blechdose einige Wochen.

Genießen!

Quelle: verändert und angepasst nach SugarprincessLebkuchen kinderleicht gemacht

Das schönere Wort für Aprikose – Marillen in Kuchenform

Marille – ach, ich liebe Euch Österreicher für Eure anderen Worte! Wie schnöde klingt dagegen „Aprikose“. Und wir stecken im Höhepunkt der Marillensaison! Im Ungarnurlaub konnte ich schon die frühen Sorten frisch vom Baum gegessen und auch hier in Göttingen sind die reifen, aromatischen Sorten im Supermarkt (egal ob deutsch oder russisch) angekommen. Es wäre ein Träumchen, wenn da die vermaledeite Fruktoseintoleranz nicht wäre. Aber manchmal kann man keine Rücksicht nehmen und ich muss einfach Marillen (und Pfirsiche und Kirschen und Melonen und Nektarinen …) essen. So sammelten sich letzte Woche in meinem Kühlschrank insgesamt über 2,5 kg Aprikosen. Das wäre sogar für jemanden, dessen Darm Fruktose toleriert eine Herausforderung. Aber ich hatte einen Plan!

Zum einen sollte Marillenröster entstehen, den ich für die kalte Jahreszeit eingeweckt habe. Und dann gelüstete mich nach Kuchen mit Marillen. Aber es sollte einfach sein, nicht zu komplziert, nicht aufwendig, kein Mürbeteig. Mürbeteig ist immer noch irgendwie mein kulinarischer Erzfeind. Fragt nicht. Die persönliche Kuchenfee Frau Kochschlampe konnte mir adhoc nicht weiterhelfen und so guckte ich bei der giftigeblonden, die regelmäßig backt und meist unkomplizierte Rezepte unters Volk bringt. Und natürlich wurde ich fündig, ein Marillenkuchen mit Mandelstreuseln sollte es werden. Denn im Vorratsschrank dümpelten noch 40 g gemahlene Mandeln rum, die sonst zu nix zu gebrauchen waren. Für die Streusel wurden nur 30 g benötigt, also habe ich die restlichen 10 g zum normalen Teig gegeben und dafür 10 g vom Mehl weggelassen (aber im Rezept der einfachheithalber nicht angegeben, weil es keinen Unterschied macht.)

Der Kuchen ist tatsächlich unkompliziert zuzubereiten: 2 Schüsseln, wenige, einfache Zutaten, eine Kuchenform. Streusel und Teig sind schnell zusammen gerührt, die Aprikosen vorzubereiten dauert auch nicht ewig. Und der Kuchen ist soo unglaublich köstlich! Mürbeste, knusprige Streusel unter denen schon fast marmeladeartig zerbackene Aprikosen auf einer angenehmen Teigschicht. Ein Träumchen von Kuchen! Unbedingt nachbacken, so lange es noch Aprikosen gibt!

Marillenkuchen mit Mandelstreuseln

Zutaten für eine 26er oder 28er Springform:

Für die Streusel:
75 g sehr weiche Butter
90 g Mehl
30 g geschälte, gemahlene Mandeln
60 g Zucker
1 TL Vanillezucker (hier selbstgemachter)

Für den Teig:
150 g Mehl
1 TL Backpulver
150 g weiche Butter
60 g Zucker
3 TL Vanillezucker
1 Prise Salz
2 Eier
Abrieb einer Bio-Zitrone
4 Esslöffel Milch

ca. 700 g Aprikosen

Butter für die Form

(1) Die Zutaten für die Streusel in eine Schüssel geben und zuerst mit einer Gabel, dann den Händen zu Streuseln verarbeiten. Die Schüssel im Kühlschrank lagern bis sie gebraucht werden und damit die Masse fester wird.
(2) Die Aprikosen waschen, trocken. Dann mit einem Messer halbieren, den Kern entfernen und je nach Größe eventuell die Hälften nochmal halbieren.
(3) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen (überstehendes Papier abschneiden) und den Rand dünn buttern.
(4) Das Mehl abwiegen in einem Schüsselchen und mit dem Backpulver gut vermischen.
(5) Die Butter mit den beiden Zuckersorten und Salz gut schaumig rühren. Nacheinander die beiden Eier unterrühren. Den Zitronenabrieb unterrühren. Abwechselnd die Mehlmischung und Milch portionsweise unterrühren bis ein homogener Teig entstanden ist. Nicht zu lange rühren, sonst wird der Kuchen zäh.
(6) Den Teig glatt in der Springform verstreichen. Die Aprikosen gleichmäßig darauf verteilen. Die Streusel drüber streuen.
(7) Den Kuchen auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und ca. 50 Minuten backen bis die Streusel goldbraun sind. Stäbchenprobe machen. In der Form abkühlen lassen.

Pur oder mit Sahne servieren.

Genießen!

Quelle: giftigeblondeMarillenkuchen mit Mandelstreuseln

Die Aprikose gehört zu den Rosengewächsen, wie auch die Erdbeere, aber im Gegensatz zur Sammelnussfrucht Erdbeere, sind Marillen Steinfrüchte, sprich ihr Samen ist von einem verholzten Kern umgeben. Und deswegen darf dieser Kuchen auch beim CXXII Blog-Event „Steinobst“ im Kochtopf mitspielen, der dieses Mal von der Apricot Lady Christina ausgetragen wird.

Blog-Event CXXII - Steinobst (Einsendeschluss 15. August 2016)

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Instagram is awesome! Probably my favourite social media tool! You can sneak into so many different lives and see how life works in other countries. I don’t just follow people from Germany, Austria or Hungary but also from across the big pond. And one lovely lady from Canada really liked my picture of this apricot cake with almond crumbles. So here, please, the recipe :-) I hope you like it! I really loved it: mellow but crunchy crumble and almost jamlike apricots.

Simple apricot cake with almond crumbles

Ingredients for one 26er oder 28er cm spring form:

For the crumbles:
75 g very soft butter
90 g all purpose flour
30 g blanched, grinded almonds
60 g granulated sugar
1 tsp vanilla sugar (here homemade)

For the dough:
150 g all purpose flour
1 tsp baking powder
150 g soft butter
60 g granulated sugar
3 tsp vanilla sugar
1 pinch of salt
2 eggs
zest of 1 lemon
4 tbsp milk

ca. 700 g apricots

butter for the spring form

(1) First make the crumbles. Put all ingredients in one bowl and knead them first with a fork then by hand to crumbs. Place in the fridge to firm them up.
(2) Wash and dry your apricots. Half and pit them. Set aside.
(3) Pre heat the oven to 180°C. Line the bottom of the spring form with parchment paper and butter the sides thinly.
(4) Mix flour and baking powder. Beat the butter with both sugars and salt fluffy. Beat in the eggs, one at a time and the lemon zest. Alternate mix in the flour and milk until the batter is homogenic. Don’t beat too much, the cake might get tough.
(5) Put the batter into the spring form and flatten. Put the halved apricots on top with skinside in the batter. Scatter the crumbles on top.
(6) Put it in the oven and let it bake for about 50 minutes until the crumbles are golden and the apricots bubbly.

Serve pure or with whipped cream.

Enjoy!

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Tudom, tudom! Magyarországon már vége ért a sárgabarack szezon. Sajnos, de ez a lehetetlen könnyű és fincsi sütit még meg kell mutatnom nektek. Omladozó és ropogós morzsák, a sárgabarackok majdnem lekváros. Ki kell próbálni nektek!

Egyszerű sárgabarack sütemény mandulás morzsával

Hozzávalók egy 26 vagy 28 cm nyitható süteményforma:

A morzsákra:
75 g nagyon puha vaj
90 g liszt
30 g őrölt mandula
60 g cukor
1 ek vaníliás cukor

A tésztához:
150 g liszt
1 tk sütőpor
150 g puha vaj
60 g cukor
3 tk vaniliás cukor
1 csipet só
2 tojás
1 citrom héja
4 ek tej

kb. 700 g sárgabarack

vaj a forma kikennezéshez

(1) A hozzávalók a mórzsákhoz egy villa segitségével össze dolgozuk. Hütöben tesszünk hogy keményebb legyen.
(2) A sárgabarackok mossuk, száritjuk és kettében vagjuk. A magok kiszedve férre tesszünk.
(3) A sütöt 180°C elö melegitünk. A forma aljában teszünk sütöpapírt és a vékonyan kennünk a szélék vajjal.
(4) A lisztet a sütöporral összekeverünk. A vajat a cukor és sóval habósra keverünk. A citromhéját alá keverünk. Egymás után jöhetnek a tojások. Felváltva a lisztkeverék és a tejet bele keverünk a meddigre sima tészta lesz belöle.
(5) A tésztát a formaban öntünk és simára kennünk. A felezett sárgabarackok héja lefelé beleteszünk. A morzsák átszóruk.
(7) A süteményt a közepére tesszünk a sütöben és kb. 50 percek sütünk meddigre a morzsák pirosarany szinü lesznek és a barackok motyognak.

Hagyunk lehülni és tálalunk igy ahogyvan vagy habos tejszinnel.

Jó étvágyatok!

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