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Vegetarischer Kaviar aus Odessa – Baklazhannaya Ikra

Ich habe ja bekanntermaßen eine Vorliebe für die osteuropäische Küche (je nachdem wie eng oder weit man „Europa“ definiert). Natürlich ist mir die ungarische am nächsten, aber auch polnische, rumänische Gerichte, die der Balkanländer und der ehemals sowjetischen Staaten wie die Ukraine, Georgien und Konsorten haben einen großen Platz in meinem Herzen respektive Magen. Irgendwie mag ich ihre Zusammenstellung von Aromen, mag die Verwendung von Roter Bete, Pilzen, Dill, Schmorgerichte, Paprika (wie ginge es ohne bei mir!), Auberginen, Tomaten (!!!), Quark und noch so viel mehr!

Frau Kochschlampe war letztens in ihrem Heim Gastgeberin eines osteuropäischen Abends. Wie gerne wäre ich dabei gewesen! Natürlich unterhielten wir uns vorher über die Speisen. Neben Rote Bete-Brühe mit Klößchen und Quarkkuchen mit kandierten Orangenschalen, einem monströsen Schweinebraten und Pampushky (kleine Brötchen mit intensiver Knoblauchbutter) sollte es Kaviar „Odessa Art“ geben. Nein, jetzt nicht was ihr denkt! Für diesen Kaviar wurden keine Fische operiert oder gar getötet, hierfür wurde nur eine Aubergine richtig weich gebacken und dann mit wenigen anderen Zutaten vermischt.

Und was soll ich sagen! Ein Traum! So großartig das Zeug! Ich habe es einige Tage in Folge auf mein getoastetes Weißbrot zum Frühstück und Abendessen gehabt. Wirklich wichtig ist nur, dass ihr es tatsächlich mindestens ein paar Stunden durchziehen lasst im Kühlschrank. Frisch gemacht schmeckt man jede Zutat sehr stark, zu stark heraus, der Essig ist zu sauer, die Zwiebel zu kneifend, der Knoblauch zu intensiv. Wenn ihr ihm allerdings ein paar Stunden Zeit gebt, verbinden sich die Aromen und alles wird harmonisch.

Baklazhannaya Ikra – Auberginen-Kaviar

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 mittelgroße Aubergine
1 kleine Zwiebel
1-2 KnoblauchzehenBrotaufstrich
1 mittelgroße Tomate
1-2 EL Rotweinessig
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Petersilie, gehackt

1 Tag vorher beginnen!

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen. Die Aubergine mit einem Messer von allen Seiten mehrmals anstechen, so explodiert sie nicht. In einer kleinen Auflaufform in den Ofen geben und ca. 1 Stunde backen bis sie ganz weich ist. Herausnehmen und abkühlen lassen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und sehr fein hacken. Die Tomate vierteln, den grünen Strunk und Kerne entfernen, sehr fein würfeln.
(3) Von der Aubergine den Strunk abschneiden, die Haut entfernen und das Fruchtfleisch mit der Hilfe von zwei Gabeln fein zerteilen. Gut mit den restlichen Zutaten vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Behältnis abdecken und einige Stunden in den Kühlschrank stellen zum Durchziehen.

Zum Servieren noch die Petersilie drüber streuen.

Dazu passt am Besten wunderbar frisches Weizenbrot z.B. Sesamkringel oder Pide.

Genießen!

Quelle: Recipeland.comBaklazhannaya Ikra

Und weil ich so wahnsinnig begeistert von dem Odessa-Kaviar bin und es ein wunderbarer Brotaufstrich ist, darf es beim CXXVI. Event im „Kochtopf“ zum Thema „Brotaufstriche aller Art“ mitmachen. Diesmal wird es ausgerichtet von „Kochen mit Diana„. Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, den Käse oder die Wurst vom Brot zu verbannen und dementsprechend gespannt, was die anderen sich so überlegt haben *hibbel*

Blog-Event CXXVIV – Was aufs Brot! Brotaufstriche (Einsendeschluss 15. April 2017)

Gesundes für den Kater – Gemüsetaler à la Petterson & Findus

Kennt ihr den etwas mürrischen Petterson, der in Schweden auf einem kleinen Hof mit seinem sprechenden Kater Findus lebt? Bestimmt! Es sind mit meine Lieblingsfiguren in der bunten Welt der Kinderbücher. Kennengelernt hab ich sie als Zwerg (also meine kleine Schwester) die Bücher geschenkt bekam. Und ich verliebte mich in die kleinen Figürchen, die Sven Nordqvist auf jeder Seite versteckte. Und natürlich auch in den frechen Kater, der am liebsten jeden Tag Pfannkuchentorte essen würde oder Fleischklößchen. Und da war es ja nur logisch, dass irgendwann ein Kochbuch mit den liebsten Rezepten der beiden nach Jahreszeiten aufgeteilt herauskommen würde.

Nun bin ich in einem Alter, in dem man nicht mehr dringend Petterson & Findus-Bücher kauft (sich aber trotzdem noch gerne die Zeichentrickserie anguckt *g*) und habe auch keine Kinder. Aber Frau Kochschlampe hat Nifften, denen sie das Buch gerne als Geschenk von unserem Rügen-Urlaub mitbringen wollte. Leider war es in dem Teil der Familie schon vorhanden. Aber ich hatte es durchgeguckt und war sehr angetan, sowohl von den Rezepten als auch den kleinen, versteckten Figürchen und habe es ihr abgekauft. Und endlich bin ich mal dazu gekommen, etwas daraus zu kochen.

Es wurden die Gemüsetaler, natürlich ein Frühlingsgericht. Ich schätze, das Essen ist eher Petterson zuzuordnen als Findus, weil der Kater doch eher einen Hang zu Pfannkuchen und nicht Gemüse hat *g* Aber ich war schon lange auf der Suche nach einem Rezept für Gemüseburger mit Kartoffeln, dass dieses Rezept sich geradezu anbot. Und tatsächlich! Die Dinger schmecken zu 90% so, wie die Lieblingsvariante aus der Tiefkühltruhe, nur der Mais fehlt (nächste Mal dann *g*). Allerdings sollte man das Rezept vorher richtig lesen. Ich wunderte mich schon wie 750 g gekochte Brokkoli-und-Möhren-Würfelchen mit 300 g Kartoffeln, nur 2 Eiern und bisschen Mehl halten sollten. Aber nee, es kommt nur ein Drittel der Gemüsemischung in den Talerteig und dann passt es auch. Ich konnte zwar keine Taler mit der Hand formen, aber mit einem Esslöffel wunderbar den Teig abstechen, der sich dann auch 1a braten ließ. und der Geschmack ist wirklich großartig! Jetzt fragt sich die geneigte Leserschaft sicherlich, was mit dem restlichen Brokkoli und Möhren passiert. Das hat sich die Rezeptautorin raffiniert ausgedacht, der Teil wird nämlich angebraten und zu den Gemüsetalern serviert. Vielleicht ein Versuch mehr Gemüse in Kinder zu kriegen?

Jedenfalls kann ich jedem, egal ob groß oder klein, diese Gemüsetaler ans Herz legen. Probiert sie aus! Die Erwachsenen können ja noch ein wenig pikantere Gewürze wie Chiliflocken oder Curry mit in den Talerteig geben.

Gemüsetaler à la Petterson

Zutaten für 2-3 Portionen (Erwachsene):

Für den Dip:
2 EL Mayonnaise
150 g Naturjoghurt
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
2 EL gehackte Petersilie
1 EL gehackter Schnittlauch

Für die Gemüsetaler:
350 g Kartoffeln
400 g Brokkoli
250 g Möhren
Salz, Pfeffer
2 Eier
2-3 EL Mehl
4 EL Öl
Muskatnuss

(1) Als erstes den Dip zubereiten, damit er Zeit zum Ziehen hat. Dafür alle Zutaten gründlich miteinander vermengen. Abschmecken. Abgedeckt zur Seite stellen bis alles serviert wird.
(2) Für die Taler das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln schälen, in mittelgroße Stücke schneiden und als Salzkartoffeln in ca. 15 Minuten gar kochen. Abgießen und ausdampfen lassen. In einer größeren Schüssel zerstampfen.
(3) Von den Karotten die Enden abschneiden, schälen und ebenso wie den Brokkoli in kleine Würfel schneiden. Wasser in einem mittelgroßen Topf aufsetzen, gut salzen und zum Kochen bringen. Die Gemüsewürfel zusammen in das kochende Salzwasser geben und sobald das Wasser kocht, 5 Minuten kochen lassen. In ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen.
(4) Eine große Pfanne auf den Herd stellen und 2 EL Öl darin bei mittelhoher Hitze erwärmen. Ein Drittel des gekochten Gemüses zu den gestampften Kartoffeln geben. Eier und Mehl zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, alles zu einem geschmeidigen Teig mit Hilfe eines Holzlöffels verrühren.
(5) Wenn das Öl in der Pfanne heiß ist je 1 Esslöffel des Teiges hinein geben, es kommen ca. 12 Gemüsetaler raus. Die Gemüsetaler einige Minuten bei mittelhoher Hitze von jeder Seite braten bis sie goldbraun sind. Herausnehmen und auf Küchenkrepp lagern, um das überschüssige Öl aufzusaugen. Den Rest des Talerteiges ebenso ausbraten. Dann die restlichen zwei Drittel der Brokkoli-Möhren-Mischung in die Pfanne  geben und bei hoher Hitze anbraten. Mit ein wenig Salz und Muskatnuss würzen.

Das angebratene Gemüse zusammen mit den Talern und dem Dip servieren.

Genießen!

Quelle: Tüllmann, A. (Rezepte), Nordqvist, S. (Bilder) (2004): Kochen mit Petterson und Findus. Verlag Friedrich Oetinger. Hamburg. p 15

Fruchtig nussige Müsliriegel

Mag die geneigte Leserschaft Müsliriegel? Ich schon, sie sind für mich der perfekte kleine Snack, wenn der Blutzuckerspiegel bedrohlich Richtung zittrige Hände abfällt. Aber die Varianten im Supermarkt finde ich irgendwie zu teuer für die Menge an Riegel. Das muss doch auch selbst herzustellen sein. Nach einigen Recherchen im weltweiten Zwischennetz wurde ich im Blog „Cookie and Kate“ fündig. Dort werden sie als „gesund“ angepriesen, ich bin da so ein bisschen skeptisch bei der Menge an Honig und Erdnussbutter da drin. Aber die Haferflocken und Nüsschen gehen als gesund durch. Und natürlich das getrocknete Obst ;-) Zufälligerweise hatte ich kurz vorher grobe Erdnussbutter gekauft. Wofür weiß ich gar nicht mehr, weil eigentlich mag ich keine Erdnussbutter. Aber dies hier war eine gute Gelegenheit, es nochmal zu testen. Und was soll ich sagen, ich bin bekehrt und eine komplett neue Welt mit Erdnussbutter hat sich mir eröffnet. Ich befürchte, da werde ich noch ein paar Sachen ausprobieren müssen :-D

Zurück zu den Müsliriegeln. Sie lassen sich wirklich schnell zubereiten und müssen nicht mal gebacken werden. Einzig Honig und Erdnussbutter erhitze ich, damit sie flüssiger sind und sich besser mit den trockenen Zutaten verbinden. Das hat den Nachteil, dass der Großteil der Schokotropfen schmilzt, aber so verteilt sich die Schokolade wenigstens schön gleichmäßig. Bei der Wahl der getrockneten Früchte und Nüsschen geht ruhig nach Vorratslage und Vorlieben (oder gar Allergien?) vor.

Ich war überrascht und sehr begeistert vom Geschmack. Süß-säuerlich und knackig. Richtig gut! Im Kühlschrank halten sie gute anderthalb Wochen, aber wer weiß, dass sie nicht so schnell verbraucht werden, sollte sie einzeln verpackt einfrieren. Ich werde demnächst definitiv noch ein paar Müsliriegel machen und mal ein bisschen abwandeln.

Fruchtig-nussige Müsliriegel

Zutaten für 14-16 Stück:
170 g feine Haferflocken
100 g gehackte Mandeln
70 g getrocknete Sauerkirschen, gehackt
75 g Schokotropfen
1 TL Zimt
1/2 TL Salz
250 g Erdnussbutter (fein oder grob)
175 g Honig
1 TL Vanillepaste (oder Vanilleextrakt oder 1 ausgekratzte Schote)

(1) Eine kleine quadratische Auflaufform (ca. 20 x 20 cm) mit Backpapier auslegen.
(2) Die trockenen Zutaten in einer Schüssel gründlich vermischen.
(3) Erdnussbutter, Honig und Vanille in einem kleinen Topf auf dem Herd bei mittlerer Hitze erhitzen bis es flüssiger ist und sich gut über die trockenen Zutaten gießen lässt.
(4) Die flüssige Mischung über die Haferflockenmischung geben und gut verrühren. Erst mit einem Löffel, dann einen Gummihandschuh anziehen und mit der Hand verkneten bis keine trockenen Flocken mehr zu sehen sind. Der Großteil der Schokolade wird schmelzen, ein paar Schokotropfen bleiben erhalten.
(5) Abdecken und mindestens 1 Stunde oder über Nacht im Kühlschrank kühl stellen.

Herausholen und aufschneiden. Sie halten so ein paar Tage im Kühlschrank oder einzeln eingewickelt im Tiefkühler aufbewahren.

Genießen!

Quelle: leicht abgewandelt nach Cookie and KateHealthy Chocolate Chip Granola Bars

Französischer Salat zu Heiligabend oder jede andere Party

Wir haben zwar schon Februar, aber weiter geht es jetzt mit der Festtagsberichterstattung, weil da doch einige Gerichte bei waren, die ich der geneigten Leserschaft vorstellen möchte.

Frau Mama beschloss, dass es Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen geben soll, weil das so schön unaufwendig ist. Nun gut, mir ist es etwas zu wenig feierlich, aber wer bin ich Frau Mama zu widersprechen ;-) Aber damit wenigstens ein bisschen blogbares Material rumkommt, einigten wir uns auf unseren Familienkartoffelsalat und Französischen Salat, den ich nur von ungarischen Feierlichkeiten wie Geburtstags- oder Schulabschlussfesten im Familienkreis kenne. Früher fand ich ihn nicht so prickelnd, mir war es immer zu viel Mayonnaise, die den Geschmack von den ganzen anderen, einfachen aber durchaus köstlichen Zutaten überdeckt hat. Aber seit ich mich so ein bisschen an Mayo gewöhnte, meine eigene gelingsichere, eifreie Version mache und die Zutaten alle frisch vorbereite, mag ich den auch sehr gerne. Nur die Familie musste noch mit einem Praxistest überzeugt werden …

Das Rezept habe ich ein wenig abgewandelt nach dem überaus geschätzten „Österreich vegetarisch“, indem ich noch ein bisschen Apfel ergänzte (ja, ist in der Variante meiner Cousine tatsächlich drin) und ein bisschen an den Mengen der Zutaten schraubte. Sie erschienen mir doch ein bisschen zu wenig für vier Portionen … Es ist einfach und schnell zubereitet, die geneigte Leserschaft sollte nur ein wenig Zeit zum Durchziehen einplanen. Dann schmeckt der französische Salat einfach besser! Frau Mama und ich waren begeistert, der Rest der Mischpoke hielt sich lieber an den Familienkartoffelsalat *g*

Und so sah ein Ausschnitt der Realität an Heiligabend bei uns aus: Schüssel mit Rest Französischem Salat und einer großen Schüssel von Herrn Papa ausgebackenen Schnitzelchen :-)

Französischer Salat

Zutaten für 4 Portionen:

Für das Dressing:
1 Portion eifreie Mayonnaise
Spritzer Worcestersauce
1 EL Schmand
Salz, Pfeffer

Für den Salat:
ca. 250 g gekochtes Gemüse in Würfel geschnitten
(z.B. Karotten, Petersilienwurzeln, Sellerie)
ca. 200 g festkochende Kartoffeln, gekocht, gepellt, in Würfel
1/2 Apfel, gewürfelt
4 EL TK-Erbsen, kurz gekocht
Salz, Pfeffer
Spritzer Zitrone

Zum Garnieren:
Cocktailtomaten
Kresse

(1) Die Mayonnaise zubereiten. Dann die Mayo mit dem Schmand und der Worcestersauce vermischen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.
(2) Das Gemüse mit den Kartoffeln, Apfelwürfeln und Erbsen vermischen, die Salatsauce unterrühren. Eventuell mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitrone abschmecken.
(3) Etwas ziehen lassen. Mit Kresse und Tomätchen garnieren.

Dazu passen Frikadellen jeglicher Couleur, Paniertes aus Fleisch oder Gemüse.

Genießen!

Quelle: Seiser, K., Neunkirchner, M. (2012): Österreich vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p222

Den Rest des Abends verbrachten wir gemütlich: neben dem obligatorischen Weihnachtsmärchen, probierten wir Zwergs Geschenk aus *g* Ein spaßiges Spiel, dass wir als Kinder in Ungarn schon liebten :-)

Typische Winterbeilage – Rosenkohl in Meerrettichsauce

Ich scheine in letzter Zeit meine Vitaminzufuhr etwas vernachlässigt zu haben. Jedenfalls schreit momentan jede Faser meines Körpers nach Gemüse, sei es roh oder gekocht. Ich habe sogar Blattsalat gegessen… Das passiert mir sonst nie! Aber trotzdem möchte ich in meiner Küche gerne saisonal bleiben.

Im Supermarkt neben an sprangen mir direkt Rosenkohlköpfchen in den Korb. Ich liebeliebeliebe Rosenkohl! Ich weiß, daran scheiden sich die Geister, aber Zwerg und ich mochten den schon immer! Und auch in jeder Variante: simpel gekocht mit Butter und Muskatnuss, in der Rindfleischsuppe, im Ofen geröstet, als Gratin mit Rosmarin, zusammen mit Möhren als Gemüsebeilage oder im Auflauf mit Spätzle. Ihr seht vielfältige Möglichkeiten, die auch schon hier im Blog vertreten sind. Und jetzt stelle ich Euch noch eine Version vor, die ich mir auch gut als Beilage zum Weihnachtsessen vorstellen kann.

Im russischen Supermarkt sind mir letztens frische Meerrettichwurzeln aufgefallen, die ich sofort mitnahm. Ich liebe Meerrettichschärfe! Auch wenn ich Chilischärfe nicht ertrage, so rein körperlich, funktioniert die Schärfe von Senfölen, wie sie im Meerrettich (und natürlich Senf) reichlich enthalten sind sehr gut. Und gesund sind sie noch dazu, da sie antibiotisch wirken. Und da sind noch etliche andere gute Inhaltsstoffe in diesen Wurzeln: Unmengen an Vitamin C, Vitamin B1, B2 und B6, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Ihr seht, es spricht nichts dagegen sich öfter ein bisschen Schärfe aus dem Meerrettich zu gönnen! Bis Pfeffer nämlich allgemein erschwinglich war, war das eine der wenigen Quellen für Schärfe und wurde daher oft verwendet. Und das praktische ist, dass er auch verwildert in der freien Natur wächst. Also prinzipiell könnt ich auch selbst welchen jagen und erlegen gehen. Wozu bin ich Botanikerin *g* Traditionell wird Meerrettich zu Gerichten wie Räucherfisch, Sauerfleisch, Tafelspitz oder auch Roastbeef gereicht. Aber auch verschiedene Gemüsearten lassen sich hervorragend damit kombinieren, man denke nur an Rote Bete und eben Rosenkohl.

Und diese Kombination kam mir in den Sinn, als die Rosenköhlchen in meinen Einkaufskorb hüpften. Schnell recherchiert und mich für eine Meerrettichsauce entschieden, in die der vorgekochte Rosenkohl kommt. Die Sauce ist auf Mehlbasis, aber erfreulicherweise wird keine Sahne als Flüssigkeit verwand, sondern das Kochwasser des Rosenkohls und Schmand, der auch noch eine angenehme Säure bringt. Die Zubereitung ist wirklich denkbar einfach und kann sich für Weihnachten entzerren lassen – einfach den Rosenkohl schon putzen, vorkochen und im Kühlschrank parken bis ihr dann kurz vorm Essen die Sauce macht und den Kohl einfach nur darin aufwärmt. Tadaa! Eine wunderbare Beilage zu festlich Kurzgebratenem wie Steak oder Roastbeef, funktioniert aber auch tadellos zu Frikadellen oder Bratwurst. Oder einfach ganz ohne Tier und nur Kartoffelbrei dazu. So wurde aus mir am Sonntagmittag eine glückliche Anikó!

Rosenkohl in Meerrettichsauce

Zutaten für 2-4 Portionen:
500 g Rosenkohl
1 Zwiebel
1 EL Butter
1 gehäüfter TL Mehl
2 gehäufte EL Schmand
1 EL frisch geriebener Meerrettich (auch aus dem Glas möglich)
Salz, Pfeffer
Spritzer Zitronensaft

(1) Den Rosenkohl putzen: Enden abschneiden, unschöne äußere Blätter entfernen. Je nach Größe die Köpfe halbieren oder ganz lassen und dann das Stielende kreuzweise einschneiden.
(2) In einem weiten Topf ca. 1,5 l Wasser aufkochen und salzen. Den Rosenkohl zugeben und in 10-12 Minuten bissfest garen. 125 ml (1/8 l) vom Kochwasser auffangen und den Rosenkohl abgießen.
(3) Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Butter im Topf, in dem Rosenkohlköpfchen gekocht wurden, bei mittlerer Hitze zerlassen. Die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Das Mehl darüber streuen und gut einrühren. Schluckweise unter Rühren das Rosenkohlkochwasser zugießen und den Schmand zugeben. Alles klümpchenfrei verrühren. Deckel auflegen und 5-8 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Dabei öfter umrühren, damit nichts am Topfboden ansetzt. Den Meerrettich unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen. Den vorgekochten Rosenkohl hinein geben und kurz wieder warm werden lassen.

Entweder pur zu Kartoffelbrei oder als Beilage zu Kurzgebratenem servieren.

Genießen!

Quelle: KüchengötterRosenkohl in Meerrettichsauce

Lasagne aus geröstetem Butternutkürbis

Gefühlt komme ich erst langsam im Winter und der Weihnachtszeit an. Und irgendwie habe ich den Herbst übersprungen. Die warmen Tage im September waren da auch nicht sonderlich hilfreich. Geht das noch jemandem so? Jedenfalls habe ich kaum Kürbis gegessen bis jetzt und so lungern immer noch ein paar in meiner Wohnung rum und harren ihrer Verwendung. Oder gibt es eine Regel, dass ab Dezember kein Kürbis mehr gegessen werden darf? ;-)

Mein Lieblingskürbis ist eindeutig der Butternut, noch vor dem Hokkaido, der mir manchmal zu mehlig wird. Und so wird jede Chance genutzt, solch einen Kürbis käuflich zu erstehen. Aber was damit anstellen? Geröstet sind Kürbisse ja schon ein Träumchen und irgendwie von dort weiter kommen. Sättigend soll es sein, also schnell nach Nudelvarianten mit geröstetem Kürbis gesucht. Die von der BBC Good Food-Seite sprach mich sehr an. Mit Salbei. Ein Klassiker zum Kürbis. Okay, der Großteil der Zutaten war nicht da, weder Creme fraiche noch Ricotta, aber ich bin ja meist andersweitig ausgestattet und so wurden die beiden Zutaten durch Frischkäse und Hüttenkäse ersetzt. Funktionierte tadellos!

Ja, das ist kein Schnell-ich-habe-JETZT-Hunger-Essen, sondern eher was für den gemütlichen Sonntag, aber es lohnt sich wirklich! Cremige Lasagne mit einer netten süß-würzigen Note durch den Kürbis und den Salbei. Sie lässt sich auch hervorragend portionsweise einfrieren und wieder aufwärmen, falls man mal vergessen haben sollte einzukaufen :-)

Lasagne aus geröstetem Butternutkürbis

Zutaten für 2-3 Portionen:
500 g Butternutkürbis mit Schale
100 g Frischkäse (oder Creme fraiche)
2 EL Milch
4 EL geriebener Parmesan
200 g Hüttenkäse (oder Ricotta)
8-10 Blätter Salbei
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
1 Prise Pul Biber (Chiliflocken)
6 Lasagneblätter
Schluck Olivenöl

(1) Als erstes den Butternutkürbis in Viertel schneiden und in eine Auflaufform setzen. In den kalten Ofen geben, auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen und etwa 50 Minuten rösten lasen bis das Kürbisfleisch weich ist.
(2) Den Frischkäse mit der Hälfte vom Parmesan und der Milch mischen und zur Seite stellen. Den Salbei bis auf 4 Blätter fein hacken. In einer größeren Schüssel den Hüttenkäse mit dem übrigen Parmesan und feingehacktem Salbei mischen.
(3) Einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und salzen. Die Lasagneblätter portionsweise ca. 5 Minuten vorkochen und auf einem sauberen Küchenhandtuch lagern.
(4) Eine Auflaufform dünn mit Olivenöl ausfetten.
(5) Den Kürbis aus dem Ofen holen. Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze hochstellen. Den Kürbis vorsichtig unter die Ricotta-Mischung mischen. Es muss keine glatte Masse sein, es dürfen ruhig noch Stückchen drin sein. Mit Salz, Pfeffer, Pul biber und Muskatnuss würzen.
(6) Nun die Lasagne zusammen stellen. Eine dünne Schicht der Frischkäsecreme auf dem Boden der Auflaufform verteilen. Darauf 2-3 Lasagneblätter und ein Drittel der Kürbis-Hüttenkäse-Mischung verteilen. In der Reihenfolge weiter gehen bis die Hüttenkäse-Kürbis-Mischung verbraucht ist, aber unbedingt noch einen Rest der Frischkäsecreme aufbewahren, der auf die oberste Lasagneschicht gestrichen wird. Die ganzen Salbeiblätter darauf legen mit ein wenig Olivenöl besprenkeln.
(7) Auf der mittleren Schiene in den Ofen geben und ca. 25 Minuten backen bis es am Rand blubbert und goldbraun ist.

Etwas abkühlen lassen und mit frischem Salat servieren.

Genießen!

Quelle: abgewandelt nach „Squash, ricotta and sage pasta bake“ von BBC Good Food

Zum Bekehren gut – Brokkolifrikadellen mit Cacik

 

Es gibt wenig Gemüse, das ich nicht mag. Frau Mama hingegen ist überhaupt kein Fan von Blumenkohl oder Brokkoli. Ich verstehe gar nicht wieso, die sind lecker und gesund. Blumenkohl könnte ich in jeder Variante jederzeit essen! Tolles Zeug! Und vielleicht wäre diese Variante als Frikadelle ein Versuch wert, um Brokkoliverweigerer zu bekehren?

Gesehen hatte ich das Rezept schon, als es eine gute Bekannte bei Facebook postete und dann vor wenigen Wochen nochmal. Ha! Jetzt werden die gemacht! Ich habe den Radieschen-Dip weggelassen und dafür die türkische Variante des Tzazikis nach dem Buch „Türkei vegetarisch“ gebastelt. Die Frikadellen sind einfach gemacht, aber der Teig war ein wenig weich, so dass ich ihn lieber mit Esslöffeln in die Pfanne gegeben und nicht Frikadellen vorgeformt habe.

Und geschmacklich sind die wirklich weit vorne! Mit etwas Salat, Dip und frischem Brot eine Köstlichkeit. Sie können auch noch sehr gut am nächsten Tag im Büro gegessen werden. Probiert es ruhig aus, auch wenn ihr Brokkoli etwas skeptisch gegenüber steht ;-)

Brokkolifrikadellen

Zutaten für ca. 12 Stück:
500 g Brokkoli
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
Salz, Pfeffer
2 Eier
100 g Mehl
60 g gemahlene Nüsse (Mandeln oder Haselnüsse)
3 EL Olivenöl

(1) Den Brokkoli in kleinere Röschen teilen. In kochendem Salzwasser in 5-8 Minuten weich garen. Abgießen und gut abtropfen lassen. In eine Schüssel geben und mit einem Kartoffelstampfer  zerstampfen.
(2) Die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Zusammen mit den Eiern, Mehl und Nüssen zum Brokkoli geben. Mit Salz und Pfeffer würzen und zu einem homogenen Teig vermengen.
(3) In einer großen Pfanne erstmal 1,5 EL Öl erhitzen. Mit Hilfe von Esslöffeln 6 Frikadellen in die Pfanne setzen und von jeder Seite in ca. 3-5 Minuten bei mittelhoher Hitze goldbraun braten. Herausnehmen. Das übrige Öl erhitzen und mit dem restlichen Teig genau so verfahren.

Zusammen mit Gurken-Joghurt oder anderem Dip nach Wahl plus Salat servieren.

Genießen!

Quelle: nach „Lecker“ – Gemüsefrikadellen mit Radieschensalsa

Und weil man nicht genug Rezepte für Joghurt-Dips haben kann, hier noch das für eine türkische Variante:

Cacik – Türkischer Gurken-Joghurt

Zutaten für 4 Portionen:
1/2 Salatgurke
1-2 Knoblauchzehen
1 Spritzer Zitronensaft
250 g Joghurt (gerne 10%iger, geht auch 3,5%iger)
Salz, Pfeffer
1/2 TL getrocknete Minze
3 TL gehackter Dill

(1) Die Salatgurke schälen, längs vierteln und die Kerne herausschneiden. Die Viertel in feine Würfelchen schneiden (nicht raspeln, das verletzt mehr Zellwände und es tritt umso mehr Wasser aus) und mit etwas Salz vermischt, in einem Sieb ca. 30 Minuten abtropfen lassen. Dann die Gurkenstückchen gut ausdrücken.
(2) Die Knoblauchzehe pressen mit dem Joghurt, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Minze und Dill verrühren. Die ausgedrückten Gurkenstückchen zugeben und gut verrühren.
(3) Im Kühlschrank lagern bis der Cacik gegessen wird.

Genießen!

Quelle: nach Tancgil, O., Tancgil, O., Seiser, K. (Hrg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p 18

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