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Einfache, gelingsichere Grießklößchen für die Sonntagssuppe

Wie die geneigte Leserschaft sicherlich weiß, liebeliebeliiiebe ich Suppen! Ich mag Suppen mit Stückchen, nicht so sehr cremige. Und am allerliebsten mag ich die schöne Sonntagsbrühe in Ungarn, die die Tanten jeden Sonntag frisch aufsetzen mit Fleisch und grob geschnittenem Gemüse. Stundenlang simmert sie dann vor sich hin in einem riesigen Pott und kann so ihr volles Aroma entfalten. Blöderweise lohnt sich das für mich alleine nicht, jedenfalls nicht regelmäßig. Aber wenn ich dann mal einen großen Topf Hühnerbrühe ansetze, um ihn einzukochen, wird mindestens eine Portion sofort gegessen.

Aber immer nur mit Suppennüdelchens (die richtigen gibt es eh nur in Ungarn und sind IMMER zu lang, um sie unfallfrei zu essen *g*) ist langweilig, also bin ich öfter auf der Suche nach anderen Varianten der Suppeneinlage. Im ungarischen Standardkochbuch wurde ich fündig und probierte die Grießklößchen aus. Ich hatte auch schon andere Rezepte mit Grieß ausprobiert, aber war damit irgendwie unzufrieden. Sie brauchten entweder Ruhezeit und waren mir von der Konsistenz zu fest. Aber die hier hörten sich gut an, wenn auch wiederum nicht mit ultragenauen Zutatenangaben (mein innerer Naturwissenschaftler zuckt dabei immer zusammen), aber die kann man bei dem Rezept gar nicht geben, weil Eier ja nie genau gleich groß sind und je nachdem wie fest ihr die Klößchen wollt, mehr oder weniger Grieß zugebt. Die Masse wird relativ weich verarbeitet, aber wenn ihr Euch unsicher seit, ob es hält, lasst einen Probekloß simmern. Weiterhin wichtig ist, dass die die übrigen Zutaten relativ vorsichtig unter den steifen Eischnee hebt, damit er nicht zusammenfällt und die Fluffigkeit verliert.

Aber das hört sich jetzt alles wilder als es in echt ist! Traut Euch einfach: sie sind einfach gemacht, brauchen nicht viel Zeit! Belohnt werdet ihr mit zart-fluffigen, aromatischen Grießklößchen, die perfekt in eine klare Sonntagsbrühe passen!

Grießklößchen zur Suppeneinlage

Zutaten für ca. 10 Klößchen:
1 Ei
1 Prise Salz
1 kleiner TL zimmerwarme, weiche Butter
1 Prise Backpulver
40-50 g Weichweizengrieß
einige Stengel glatte Petersilie, fein gehackt

Das Ei trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz in einer sehr sauberen, fettfreien Schüssel steif schlagen. Das Eigelb gründlich mit der Butter und dem Backpulver verrühren. Die Eigelbmasse vorsichtig unter das Eiweiß heben, ebenso den Grieß und die Petersilie bis eine nicht zu weiche, aber auch nicht feste Masse entsteht. Während man in einem weiten Topf Salzwasser zum Garen der Grießklößchen aufsetzt, kann der Grieß in der Masse ein wenig aufquellen.

Wenn das Wasser kocht, die Hitze herunter schalten auf mittelklein und warten bis das Wasser nur noch simmert. Mit der Hilfe von zwei Teelöffeln, die im Wasser befeuchtet werden kleine Nocken abstechen und 5-8 Minuten im simmernden Wasser ziehen lassen bis sie etwa das Dreifache ihrer Ursprungsgröße erreicht haben. Bei mir passen so 5 Klößchen auf einmal in den Topf. Mit Hilfe eines Schaumlöffels heraus nehmen und dann in der fertigen Brühe servieren.

Genießen!

Quelle: Horváth, I. (1955): Szakácskönyv. überarbeitete Ausgabe von 2015. Szalay könyvek.p 75

Lauwarmer Auberginen-Fenchel-Salat aus dem Slowcooker

Für den letzten Sonntag stand das Bepflanzen meiner Balkonkästen auf dem Plan. Endlich ist es warm genug, damit es Spießer-Geranien und Petunien und anderen hübschen Blümchen auf dem Balkon gut geht :-) Und weil mein Rücken nach so einer längeren Aktion nicht gerne noch stundenlang in der Küche steht, wollte ich was im Slowcooker machen. Da kam mir die Facebook-Seite von BBC Good Food gerade recht, die ihrer Gefolgschaft auf Facebook vegetarische Rezepte für den Slowcooker präsentierte. Und die Aubergine aus dem Slowcooker lachte mich sofort an!

Die Zutaten mag ich alle, in der Kombination hatte ich sie noch nicht und schon etwas sommerlich. Nun gibt es ja Leute, die der Aubergine sehr skeptisch gegenüber stehen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Menschen bisher einfach immer nur unzureichend gegarte Auberginen vorgesetzt bekommen haben. Wenn man der lila Eierfrucht wirklich Zeit gibt – sei es im Slowcooker oder im normalen Topf – wird sie cremig-zart mit wunderbarem Aroma. Ich kann nur jeden Auberginenskeptiker ermuntern, dem tollen Gemüse nochmal eine Chance zu geben.

Für diesen lauwarmen Salat wird das vorbereitete Gemüse roh in den Einsatz des Slowcookers geschichtet, gewürzt mit zusätzlich Korianderkörnchen und getrockneten Tomaten. Das gibt so ein richtig schönes Aroma zusätzlich zum Fenchel. Es duftet schon wunderbar aus dem Slowcooker, aber wenn die geneigte Leserschaft dann noch das frisch-würzige Dressing mit den Massen an Kräutern und Kapern darüber träufelt und mit dem salzigen Feta und knusprigen Mandeln bestreut – Ein Traum! Wirklich! Diesen lauwarmen Salat würde ich sofort als Vorspeise zu einem sommerlichen Menü servieren. Er macht wirklich was her, sowohl geschmacklich als auch optisch!

Lauwarmer Auberginen-Fenchel-Salat aus dem Slowcooker

Zutaten für 3 als Vorspeise (oder 2 als kleines Hauptgericht):
2 EL Olivenöl
1 kleine rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 kleine Aubergine (ca. 250 g)
1 kleine Fenchelknolle
150 g Kirschtomaten
3 halbe sonnengetrocknete Tomaten (ohne Öl)
1 TL Koriandersaat
Salz, Pfeffer

Für das Dressing:
1/2 kleines Bund Petersilie
1/2 kleines Bund Schnittlauch
2-4 Stengel Basilikum
1 TL Kapern
1/2 Zitrone, Saft
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zum Bestreuen:
50 g Feta
25 g gehobelte Mandeln

Slowcooker: 1,5 Liter
Zeit: 3-4 Stunden auf HIGH oder 6-8 Stunden auf LOW

(1) 1 El Olivenöl in den Slowcooker geben. Die Zwiebel und Knoblauch häuten. Die Zwiebel in dünne Halbringe schneiden, den Knoblauch durch die Presse geben. Beides zu unterst in den Keramikeinsatz geben und miteinander verrühren. Den grünen Teil der Aubergine entfernen und sie längs in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Mit dem restlichen Öl bestreichen. Von der Fenchelknolle die äußere Schicht abmachen, halbieren, Strunk heraus und in dünne Streifen schneiden. Die getrocknete Tomaten ebenfalls in kleine Stücke schneiden. Die Tomaten halbieren. Auf die Zwiebelmischung die Hälfte der Auberginenscheiben legen, die Hälfte des Fenchels, der frischen und getrockneten Tomaten verteilen. Mit Salz, Pfeffer und der Hälfte des Korianders würzen. Dann die zweite Hälfte der Zutaten genau so schichten. Deckel drauf und auf HIGH 3,5 bis 4 Stunden garen oder bis die Auberginen wirklich weich sind. (Wer mehr Zeit hat, kann gerne 6-8 Stunden LOW nehmen)
(2) Für das Dressing die Kräuter grob hacken und mit dem restlichen Dressing mit Hilfe eines Pürierstab oder Blitzhackers ein cremiges, würziges Dressing mixen.
(3) Die Mandelblättchen in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze unter öfterem Umrühren goldbraun rösten. Aufpassen, dass sie nicht verbrennen, das geht schneller als man denkt.
(4) Die Auberginen mit einem Schaumlöffel aus der Form holen (die Flüssigkeit aus der Form wäre zu viel für den Salat), nett auf einem großen oder mehreren kleinen Tellern anrichten. Das Dressing drüber träufeln, den Feta darüber zerkrümeln und mit den Mandelblättchen bestreuen. Servieren.

Genießen!

Quelle: BBC Good Food – Slow cooker aubergines

Für den 3,5 l Slowcooker einfach nur die Zutaten verdoppeln und die Kochzeit etwas verlängern.

Traumkombination im Frühling – Orangen-Rhabarber aus dem Ofen

Im Kochtopf wird das allmonatliche Blogevent ausgerichtet, schon das 130. und dieses Mal, um den Frühling zu feiern. Jeanette von Cuisine Violette möchte gerne wissen, was wir denn so im Frühling essen und legt dabei natürlich wert auf Saisonalität (wer mag schon Kürbissuppe im Mai) und Regionalität.
Blog-Event CXXX - Genuss des Fruehlings (Einsendeschluss 15. Mai 2017)

Was für mich wirklich zum Frühling gehört, wie das nervige Vogelgezwitscher am früher Morgen, ist Rhabarber. Meine Eltern haben eine anscheinend unverwüstliche Rhabarberpflanze im Garten, die wirklich sehr ertragreich ist und so hatten wir schon immer Unmengen an Rhabarberkompott im Kühlschrank stehen. Dabei bevorzugt Frau Mama die einfachste Form: Rhabarber, Zucker, Wasser. Ich bin ein wenig experimentierfreudiger ;-)

Nun habe ich schon einige Rhabarberrezepte, auch für Kompott auf dem kleinen Blog. Gar nicht so einfach, da noch etwas neues zu finden. Zum Glück habe ich das Buch „Wochenmarkt“ von Elisabeth Raether, in dem viele ihrer ZEIT Magazin Rezept-Kolumnen nach Jahreszeiten sortiert, vertreten sind. Auf Frau Raether brachte mich Frau Hafensonne, die immer von den Rezepten schwärmte und mir einige nachgekochte vorsetzte, die wunderbar schmeckten. Also besorgte ich mir das Buch ebenfalls und bin begeistert. Schöne, einfache Rezepte, mit denen man sich selbst und Gästen eine Freude machen kann. Und so findet sich auch dieses Rezept für Rhabarber mit Orange dort. Es ist nach Nigel Slater, einem weiteren von mir hochverehrten Kochbuchautor, der es ursprünglich mit Blutorangen zubereitete. Nun haben in meiner Einkaufswelt deutscher Rhabarber und Blutorangen nicht die kleinste Überschneidungszeit, also hab ich normale Orangen genommen. Und auch mit denen schmeckt es ganz hervorragend! Die Zubereitung ist denkbar einfach, die Zutatenliste sehr überschaubar. Ich esse solche Kompotte ja meist pur, aber auch in kleinen Gläschen serviert für Gäste, vielleicht auf Pudding oder Vanilleeis, stelle ich es mir sehr nett als Menue-Abschluss vor.

Orangen-Rhabarber aus dem Ofen

Zutaten für 4-6 Portionen:
750 g Rhabarber
1-3 EL Zucker
1 Vanilleschote
4 Orangen

(1) Den Ofen auf 200° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine große Auflaufform bereit stellen.
(2) Den Rhabarber waschen, trocknen. Enden ab- und die Stangen in etwa 3-5 cm lange Stücke schneiden. In die Auflaufform geben. Mit Zucker bestreuen. Die Vanilleschote längs aufschneiden, das Mark herauskratzen. Mark und Schote in die Auflaufform geben.
(3) Zwei der Orangen halbieren und den Saft auspressen. Zum Rhabarber gießen. Von den anderen beiden Orangen das obere und untere Ende abschneiden. Die Orange aufsetzen, so dass sie stabil steht und mit einem scharfen Messer der Fruchtform folgend, die komplette Schale (den orangen und weißen Teil) abschneiden. Die übrig gebliebene nackte Orange in Scheiben schneiden und auf dem Rhabarber verteilen.
(4) Die Auflaufform dicht mit Alufolie (matte Seite außen) verschließen und auf die mittlere Schiene des Ofens schieben. Nach ca. 20 Minuten sollte der Rhabarber weich sein.

Pur servieren oder mit Vanillesauce, Eis, Sahne?

Genießen!

Quelle: Raether, E. (2015): Wochenmarkt. Die frischen einfachen Rezepte aus dem ZEIT Magazin. Bloomsbury. Berlin. p 34

Und wer immer noch nicht genug vom Rhabarber hat (oder wessen Pflanze nicht aufhört zu wachsen *g*), hier sind noch ein paar köstliche Ideen:

Vegetarischer Kaviar aus Odessa – Baklazhannaya Ikra

Ich habe ja bekanntermaßen eine Vorliebe für die osteuropäische Küche (je nachdem wie eng oder weit man „Europa“ definiert). Natürlich ist mir die ungarische am nächsten, aber auch polnische, rumänische Gerichte, die der Balkanländer und der ehemals sowjetischen Staaten wie die Ukraine, Georgien und Konsorten haben einen großen Platz in meinem Herzen respektive Magen. Irgendwie mag ich ihre Zusammenstellung von Aromen, mag die Verwendung von Roter Bete, Pilzen, Dill, Schmorgerichte, Paprika (wie ginge es ohne bei mir!), Auberginen, Tomaten (!!!), Quark und noch so viel mehr!

Frau Kochschlampe war letztens in ihrem Heim Gastgeberin eines osteuropäischen Abends. Wie gerne wäre ich dabei gewesen! Natürlich unterhielten wir uns vorher über die Speisen. Neben Rote Bete-Brühe mit Klößchen und Quarkkuchen mit kandierten Orangenschalen, einem monströsen Schweinebraten und Pampushky (kleine Brötchen mit intensiver Knoblauchbutter) sollte es Kaviar „Odessa Art“ geben. Nein, jetzt nicht was ihr denkt! Für diesen Kaviar wurden keine Fische operiert oder gar getötet, hierfür wurde nur eine Aubergine richtig weich gebacken und dann mit wenigen anderen Zutaten vermischt.

Und was soll ich sagen! Ein Traum! So großartig das Zeug! Ich habe es einige Tage in Folge auf mein getoastetes Weißbrot zum Frühstück und Abendessen gehabt. Wirklich wichtig ist nur, dass ihr es tatsächlich mindestens ein paar Stunden durchziehen lasst im Kühlschrank. Frisch gemacht schmeckt man jede Zutat sehr stark, zu stark heraus, der Essig ist zu sauer, die Zwiebel zu kneifend, der Knoblauch zu intensiv. Wenn ihr ihm allerdings ein paar Stunden Zeit gebt, verbinden sich die Aromen und alles wird harmonisch.

Baklazhannaya Ikra – Auberginen-Kaviar

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 mittelgroße Aubergine
1 kleine Zwiebel
1-2 KnoblauchzehenBrotaufstrich
1 mittelgroße Tomate
1-2 EL Rotweinessig
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Petersilie, gehackt

1 Tag vorher beginnen!

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen. Die Aubergine mit einem Messer von allen Seiten mehrmals anstechen, so explodiert sie nicht. In einer kleinen Auflaufform in den Ofen geben und ca. 1 Stunde backen bis sie ganz weich ist. Herausnehmen und abkühlen lassen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und sehr fein hacken. Die Tomate vierteln, den grünen Strunk und Kerne entfernen, sehr fein würfeln.
(3) Von der Aubergine den Strunk abschneiden, die Haut entfernen und das Fruchtfleisch mit der Hilfe von zwei Gabeln fein zerteilen. Gut mit den restlichen Zutaten vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Behältnis abdecken und einige Stunden in den Kühlschrank stellen zum Durchziehen.

Zum Servieren noch die Petersilie drüber streuen.

Dazu passt am Besten wunderbar frisches Weizenbrot z.B. Sesamkringel oder Pide.

Genießen!

Quelle: Recipeland.comBaklazhannaya Ikra

Und weil ich so wahnsinnig begeistert von dem Odessa-Kaviar bin und es ein wunderbarer Brotaufstrich ist, darf es beim CXXVI. Event im „Kochtopf“ zum Thema „Brotaufstriche aller Art“ mitmachen. Diesmal wird es ausgerichtet von „Kochen mit Diana„. Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, den Käse oder die Wurst vom Brot zu verbannen und dementsprechend gespannt, was die anderen sich so überlegt haben *hibbel*

Blog-Event CXXVIV – Was aufs Brot! Brotaufstriche (Einsendeschluss 15. April 2017)

Gesundes für den Kater – Gemüsetaler à la Petterson & Findus

Kennt ihr den etwas mürrischen Petterson, der in Schweden auf einem kleinen Hof mit seinem sprechenden Kater Findus lebt? Bestimmt! Es sind mit meine Lieblingsfiguren in der bunten Welt der Kinderbücher. Kennengelernt hab ich sie als Zwerg (also meine kleine Schwester) die Bücher geschenkt bekam. Und ich verliebte mich in die kleinen Figürchen, die Sven Nordqvist auf jeder Seite versteckte. Und natürlich auch in den frechen Kater, der am liebsten jeden Tag Pfannkuchentorte essen würde oder Fleischklößchen. Und da war es ja nur logisch, dass irgendwann ein Kochbuch mit den liebsten Rezepten der beiden nach Jahreszeiten aufgeteilt herauskommen würde.

Nun bin ich in einem Alter, in dem man nicht mehr dringend Petterson & Findus-Bücher kauft (sich aber trotzdem noch gerne die Zeichentrickserie anguckt *g*) und habe auch keine Kinder. Aber Frau Kochschlampe hat Nifften, denen sie das Buch gerne als Geschenk von unserem Rügen-Urlaub mitbringen wollte. Leider war es in dem Teil der Familie schon vorhanden. Aber ich hatte es durchgeguckt und war sehr angetan, sowohl von den Rezepten als auch den kleinen, versteckten Figürchen und habe es ihr abgekauft. Und endlich bin ich mal dazu gekommen, etwas daraus zu kochen.

Es wurden die Gemüsetaler, natürlich ein Frühlingsgericht. Ich schätze, das Essen ist eher Petterson zuzuordnen als Findus, weil der Kater doch eher einen Hang zu Pfannkuchen und nicht Gemüse hat *g* Aber ich war schon lange auf der Suche nach einem Rezept für Gemüseburger mit Kartoffeln, dass dieses Rezept sich geradezu anbot. Und tatsächlich! Die Dinger schmecken zu 90% so, wie die Lieblingsvariante aus der Tiefkühltruhe, nur der Mais fehlt (nächste Mal dann *g*). Allerdings sollte man das Rezept vorher richtig lesen. Ich wunderte mich schon wie 750 g gekochte Brokkoli-und-Möhren-Würfelchen mit 300 g Kartoffeln, nur 2 Eiern und bisschen Mehl halten sollten. Aber nee, es kommt nur ein Drittel der Gemüsemischung in den Talerteig und dann passt es auch. Ich konnte zwar keine Taler mit der Hand formen, aber mit einem Esslöffel wunderbar den Teig abstechen, der sich dann auch 1a braten ließ. und der Geschmack ist wirklich großartig! Jetzt fragt sich die geneigte Leserschaft sicherlich, was mit dem restlichen Brokkoli und Möhren passiert. Das hat sich die Rezeptautorin raffiniert ausgedacht, der Teil wird nämlich angebraten und zu den Gemüsetalern serviert. Vielleicht ein Versuch mehr Gemüse in Kinder zu kriegen?

Jedenfalls kann ich jedem, egal ob groß oder klein, diese Gemüsetaler ans Herz legen. Probiert sie aus! Die Erwachsenen können ja noch ein wenig pikantere Gewürze wie Chiliflocken oder Curry mit in den Talerteig geben.

Gemüsetaler à la Petterson

Zutaten für 2-3 Portionen (Erwachsene):

Für den Dip:
2 EL Mayonnaise
150 g Naturjoghurt
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
2 EL gehackte Petersilie
1 EL gehackter Schnittlauch

Für die Gemüsetaler:
350 g Kartoffeln
400 g Brokkoli
250 g Möhren
Salz, Pfeffer
2 Eier
2-3 EL Mehl
4 EL Öl
Muskatnuss

(1) Als erstes den Dip zubereiten, damit er Zeit zum Ziehen hat. Dafür alle Zutaten gründlich miteinander vermengen. Abschmecken. Abgedeckt zur Seite stellen bis alles serviert wird.
(2) Für die Taler das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln schälen, in mittelgroße Stücke schneiden und als Salzkartoffeln in ca. 15 Minuten gar kochen. Abgießen und ausdampfen lassen. In einer größeren Schüssel zerstampfen.
(3) Von den Karotten die Enden abschneiden, schälen und ebenso wie den Brokkoli in kleine Würfel schneiden. Wasser in einem mittelgroßen Topf aufsetzen, gut salzen und zum Kochen bringen. Die Gemüsewürfel zusammen in das kochende Salzwasser geben und sobald das Wasser kocht, 5 Minuten kochen lassen. In ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen.
(4) Eine große Pfanne auf den Herd stellen und 2 EL Öl darin bei mittelhoher Hitze erwärmen. Ein Drittel des gekochten Gemüses zu den gestampften Kartoffeln geben. Eier und Mehl zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, alles zu einem geschmeidigen Teig mit Hilfe eines Holzlöffels verrühren.
(5) Wenn das Öl in der Pfanne heiß ist je 1 Esslöffel des Teiges hinein geben, es kommen ca. 12 Gemüsetaler raus. Die Gemüsetaler einige Minuten bei mittelhoher Hitze von jeder Seite braten bis sie goldbraun sind. Herausnehmen und auf Küchenkrepp lagern, um das überschüssige Öl aufzusaugen. Den Rest des Talerteiges ebenso ausbraten. Dann die restlichen zwei Drittel der Brokkoli-Möhren-Mischung in die Pfanne  geben und bei hoher Hitze anbraten. Mit ein wenig Salz und Muskatnuss würzen.

Das angebratene Gemüse zusammen mit den Talern und dem Dip servieren.

Genießen!

Quelle: Tüllmann, A. (Rezepte), Nordqvist, S. (Bilder) (2004): Kochen mit Petterson und Findus. Verlag Friedrich Oetinger. Hamburg. p 15

Fruchtig nussige Müsliriegel

Mag die geneigte Leserschaft Müsliriegel? Ich schon, sie sind für mich der perfekte kleine Snack, wenn der Blutzuckerspiegel bedrohlich Richtung zittrige Hände abfällt. Aber die Varianten im Supermarkt finde ich irgendwie zu teuer für die Menge an Riegel. Das muss doch auch selbst herzustellen sein. Nach einigen Recherchen im weltweiten Zwischennetz wurde ich im Blog „Cookie and Kate“ fündig. Dort werden sie als „gesund“ angepriesen, ich bin da so ein bisschen skeptisch bei der Menge an Honig und Erdnussbutter da drin. Aber die Haferflocken und Nüsschen gehen als gesund durch. Und natürlich das getrocknete Obst ;-) Zufälligerweise hatte ich kurz vorher grobe Erdnussbutter gekauft. Wofür weiß ich gar nicht mehr, weil eigentlich mag ich keine Erdnussbutter. Aber dies hier war eine gute Gelegenheit, es nochmal zu testen. Und was soll ich sagen, ich bin bekehrt und eine komplett neue Welt mit Erdnussbutter hat sich mir eröffnet. Ich befürchte, da werde ich noch ein paar Sachen ausprobieren müssen :-D

Zurück zu den Müsliriegeln. Sie lassen sich wirklich schnell zubereiten und müssen nicht mal gebacken werden. Einzig Honig und Erdnussbutter erhitze ich, damit sie flüssiger sind und sich besser mit den trockenen Zutaten verbinden. Das hat den Nachteil, dass der Großteil der Schokotropfen schmilzt, aber so verteilt sich die Schokolade wenigstens schön gleichmäßig. Bei der Wahl der getrockneten Früchte und Nüsschen geht ruhig nach Vorratslage und Vorlieben (oder gar Allergien?) vor.

Ich war überrascht und sehr begeistert vom Geschmack. Süß-säuerlich und knackig. Richtig gut! Im Kühlschrank halten sie gute anderthalb Wochen, aber wer weiß, dass sie nicht so schnell verbraucht werden, sollte sie einzeln verpackt einfrieren. Ich werde demnächst definitiv noch ein paar Müsliriegel machen und mal ein bisschen abwandeln.

Fruchtig-nussige Müsliriegel

Zutaten für 14-16 Stück:
170 g feine Haferflocken
100 g gehackte Mandeln
70 g getrocknete Sauerkirschen, gehackt
75 g Schokotropfen
1 TL Zimt
1/2 TL Salz
250 g Erdnussbutter (fein oder grob)
175 g Honig
1 TL Vanillepaste (oder Vanilleextrakt oder 1 ausgekratzte Schote)

(1) Eine kleine quadratische Auflaufform (ca. 20 x 20 cm) mit Backpapier auslegen.
(2) Die trockenen Zutaten in einer Schüssel gründlich vermischen.
(3) Erdnussbutter, Honig und Vanille in einem kleinen Topf auf dem Herd bei mittlerer Hitze erhitzen bis es flüssiger ist und sich gut über die trockenen Zutaten gießen lässt.
(4) Die flüssige Mischung über die Haferflockenmischung geben und gut verrühren. Erst mit einem Löffel, dann einen Gummihandschuh anziehen und mit der Hand verkneten bis keine trockenen Flocken mehr zu sehen sind. Der Großteil der Schokolade wird schmelzen, ein paar Schokotropfen bleiben erhalten.
(5) Abdecken und mindestens 1 Stunde oder über Nacht im Kühlschrank kühl stellen.

Herausholen und aufschneiden. Sie halten so ein paar Tage im Kühlschrank oder einzeln eingewickelt im Tiefkühler aufbewahren.

Genießen!

Quelle: leicht abgewandelt nach Cookie and KateHealthy Chocolate Chip Granola Bars

Französischer Salat zu Heiligabend oder jede andere Party

Wir haben zwar schon Februar, aber weiter geht es jetzt mit der Festtagsberichterstattung, weil da doch einige Gerichte bei waren, die ich der geneigten Leserschaft vorstellen möchte.

Frau Mama beschloss, dass es Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen geben soll, weil das so schön unaufwendig ist. Nun gut, mir ist es etwas zu wenig feierlich, aber wer bin ich Frau Mama zu widersprechen ;-) Aber damit wenigstens ein bisschen blogbares Material rumkommt, einigten wir uns auf unseren Familienkartoffelsalat und Französischen Salat, den ich nur von ungarischen Feierlichkeiten wie Geburtstags- oder Schulabschlussfesten im Familienkreis kenne. Früher fand ich ihn nicht so prickelnd, mir war es immer zu viel Mayonnaise, die den Geschmack von den ganzen anderen, einfachen aber durchaus köstlichen Zutaten überdeckt hat. Aber seit ich mich so ein bisschen an Mayo gewöhnte, meine eigene gelingsichere, eifreie Version mache und die Zutaten alle frisch vorbereite, mag ich den auch sehr gerne. Nur die Familie musste noch mit einem Praxistest überzeugt werden …

Das Rezept habe ich ein wenig abgewandelt nach dem überaus geschätzten „Österreich vegetarisch“, indem ich noch ein bisschen Apfel ergänzte (ja, ist in der Variante meiner Cousine tatsächlich drin) und ein bisschen an den Mengen der Zutaten schraubte. Sie erschienen mir doch ein bisschen zu wenig für vier Portionen … Es ist einfach und schnell zubereitet, die geneigte Leserschaft sollte nur ein wenig Zeit zum Durchziehen einplanen. Dann schmeckt der französische Salat einfach besser! Frau Mama und ich waren begeistert, der Rest der Mischpoke hielt sich lieber an den Familienkartoffelsalat *g*

Und so sah ein Ausschnitt der Realität an Heiligabend bei uns aus: Schüssel mit Rest Französischem Salat und einer großen Schüssel von Herrn Papa ausgebackenen Schnitzelchen :-)

Französischer Salat

Zutaten für 4 Portionen:

Für das Dressing:
1 Portion eifreie Mayonnaise
Spritzer Worcestersauce
1 EL Schmand
Salz, Pfeffer

Für den Salat:
ca. 250 g gekochtes Gemüse in Würfel geschnitten
(z.B. Karotten, Petersilienwurzeln, Sellerie)
ca. 200 g festkochende Kartoffeln, gekocht, gepellt, in Würfel
1/2 Apfel, gewürfelt
4 EL TK-Erbsen, kurz gekocht
Salz, Pfeffer
Spritzer Zitrone

Zum Garnieren:
Cocktailtomaten
Kresse

(1) Die Mayonnaise zubereiten. Dann die Mayo mit dem Schmand und der Worcestersauce vermischen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.
(2) Das Gemüse mit den Kartoffeln, Apfelwürfeln und Erbsen vermischen, die Salatsauce unterrühren. Eventuell mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitrone abschmecken.
(3) Etwas ziehen lassen. Mit Kresse und Tomätchen garnieren.

Dazu passen Frikadellen jeglicher Couleur, Paniertes aus Fleisch oder Gemüse.

Genießen!

Quelle: Seiser, K., Neunkirchner, M. (2012): Österreich vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p222

Den Rest des Abends verbrachten wir gemütlich: neben dem obligatorischen Weihnachtsmärchen, probierten wir Zwergs Geschenk aus *g* Ein spaßiges Spiel, dass wir als Kinder in Ungarn schon liebten :-)

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