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Kampf den Käseresten – Mangold-Quiche mit Ricotta und Feta

Diese elendigen Spontankäufe immer! Da hat man, also ich, sich einen schönen, saisonalen Essensplan für’s Wochenende überlegt, will die fehlenden Zutaten im Supermarkt des Vertrauens kaufen und auf einmal liegt bei denen ein wunderhübsches Bund Mangold im Gemüseregal, mit dem ich überhaupt nicht rechnete. Und schneller als die geneigte Leserschaft „Bob ist mein Onkel!“ sagen kann (Na, in welchem Film kam das vor? *g*), war der Mangold in meinem Korb, obwohl überhaupt kein Mangoldgericht vorgesehen war. Immer dasselbe mit mir!

Jedenfalls war der Mangold jetzt da und wird auch nicht besser, je länger er rumliegt. Aber was damit machen? Zu Nudeln passt er wunderbar, aber da war es zu viel für. Aber in Quiches kann man wunderbar eine große Menge Gemüse versenken, also begab ich mich auf die Suche und wurde bei “ Moey’s Kitchen“ fündig. Ein bisschen wurde der Guss abgewandelt, so dass ich noch den Kampf gegen seltsame Käsereste im Kühlschrank gewinnen konnte.

Maja benutzte auch einen für mich neuen Teig als Boden, auch mit Quark aber eben Butter als Fett und nicht Öl, wie in meinem sonst üblichen schnellen Quiche-Teig. Ich war skeptisch, aber der Teig ließ sich ohne Probleme kneten und ausrollen. Toll! Mir ist nur ein kleines Malheur beim Vorbacken passiert:

Ich hatte den Rand der Springform eingefettet, wodurch der auch nicht richtig stark festgedrückte Rand nicht hielt und beim Vorbacken nach innen kippte und keine feste Begrenzung für die Füllung mehr bot. Aber man muss sich nur zu helfen wissen. Ich hab die umgekippten Stücke vorsichtig mit einem Löffel hochgehalten und dann Teile der Mangoldfüllung drunter gestopft. So stand der Rand wieder aufrecht und der Guss blieb in der Form. Puh! Schwein gehabt!

Und der Geschmack ist wirklich wunderbar! Knuspriger Boden mit einer großartigen Füllung, nicht zu mild, aber auch nicht zu würzig. Genau richtig für ein sommerliches Mittagessen! Lauwarm schmeckt diese Quiche am Besten, lässt sich aber auch gut bei Zimmertemperatur am nächsten Tag im Büro genießen oder einfrieren für später!

Also, wenn Euch der Mangold aus dem Garten überrollt, lohnt es sich diese herzhafte Torte zu backen!

Mangold-Quiche mit Ricotta und Feta

Zutaten für eine 24-26 cm Springform:

Für den Boden:
100 g kalte Butter, in Flöckchen geschnitten
100 g Magerquark
1/2 TL Salz
200 g Mehl

Für die Füllung:
800 g Mangold
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
1 TL Butter

Für den Guß:
200 g Ricotta
3 Eier
150 g Feta
Salz, Pfeffer
1/2 TL getrockneter Thymian

30 g Pinienkerne

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze anstellen. Eine 24-26 cm Springform, einen Bogen Backpapier und das Nudelholz bereit legen. Den Rand der Springform nicht einfetten, da der Teig sonst dort nicht hält und beim Vorbacken einsinkt.
(2) Für den Boden die Zutaten für den Teig entweder per Hand oder mit Hilfe einer Küchenmaschine verkneten bis er die Kugelform behält. Den Teig sofort auf dem Bogen Backpapier ausrollen, so dass er in die Springform passt und einen Rand bildet. Den ausgerollten Teig mitsamt dem Backpapier in die Springform legen und den Rand gleichmäßig hochziehen/verteilen. Die Form auf der mittleren Schiene in den Ofen geben und 15 Minuten vorbacken.
(3) Währenddessen die Füllung vorbereiten, Vom Mangold die Stiele abschneiden, in dünne Scheibchen schneiden, waschen und gut abtropfen lassen. Die Blätter ebenfalls waschen, gut trocknen und in gröbere Streifen schneiden. Die Schalotten häuten und fein würfeln. Die Knoblauchzehen häuten und durch die Presse drücken oder sehr fein würfeln. Die Butter in einer großen Pfanne bei mittelhoher Hitze schmelzen. Die Schalotten, Mangoldstielscheibchen und Knoblauch darin einige Minuten dünsten. Die Mangoldblätter in die Pfanne geben, vorsichtig alles durchrühren und die Mangoldblätter zusammenfallen lassen.
(4) Zwischenzeitlich den Guss machen. Dafür den Ricotta mit den Eiern und dem zerkrümelten Feta gut verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen.
(5) Den Mangold auf dem vorgebackenen Boden verteilen, mit dem Guss gleichmäßig begießen. Die Pinienkerne darauf streuen.
(6) Die Quiche auf mittlerer Schiene ca. 40-45 Minuten backen, bis die Füllung gestockt und die Oberfläche leicht goldbraun ist.

Abkühlen lassen bis sie lauwarm ist.

Genießen!

Quelle: nach Moey’s KitchenMangold-Quiche mit Feta

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Nach der erfolgreichen Jagd – Schnelle Pilzpfanne

So langsam beginnt die Pilzzeit wieder! Und wer sich mit Pilzen auskennt und ein Auge für sie hat, der wird jetzt schon fündig, denn es ist warm und ausreichend feucht, so dass alle Pilze eigentlich wilde Partys feiern müssten auf Wiesen und in Wäldern. Nur leider ohne mich, denn so viel ich theoretisch als Botanikerin über sie und ihre Lebensweise weiß, in der Praxis bin ich ein lausiger Pilzfinder und -erkenner. Schade eigentlich, weil doch so viele von denen so köstlich sind. So muss ich mich leider mit gekauften Exemplaren begnügen.

Und jetzt haben die frischen Pfifferlinge ihre Saison und sind damit auch im Supermarkt neben den üblichen Champignons und Co. zu erwerben. Und Pfifferlinge sind so unglaublich lecker! Aber leider auch ziemlich aufwendig zu putzen, wenn man jeden per Hand und Messerchen säubert. Denn es funktioniert noch keine Methode, um sie zu züchten. Was vielleicht auch nicht so verkehrt ist… Aber wie kriegt man die kleinen Pilzchen jetzt am effizientesten sauber, ohne stundenlang über jeden einzelnen Pilz gebeugt zu sitzen? Ich benutze die Mehl-Wasser-Methode, die einwandfrei funktioniert. Dafür in einer großen Schüssel 1-2 Esslöffel Mehl mit kalten Wasser verrühren und die Pilze dann portionsweise kurz, aber beherzt mit Hilfe Eurer Hände gegeneinander reiben und durch das Wasser wirbeln, damit der Dreck abgeht. Dann in ein Sieb oder auf ein Küchenhandtuch zum Abtropfen geben. Es hat nur den kleinen Nachteil, dass die Pilze ein bisschen Wasser aufsaugen, das dann beim Braten austritt und eventuell abgeschüttet werden muss.

Und wofür hab ich die Pfifferlinge benutzt? Klar hätte ich sie in eine Sahnesauce zu Pasta packen können, aber ich wollte was leichteres und auch traditionelleres. Fündig wurde ich im hochgeschätzten „Deutschland vegetarisch“ von Stevan Paul. Die Pilzpfanne sollte es also werden. Und weil noch ein paar Gramm Pilze fehlten, wurden braune Champignons dazu gekauft. Das Essen ist wirklich schnell gebrutzelt, am längsten dauert tatsächlich das Pilzeputzen. Als Pilze könnt ihr alles nehmen: Champignons, Pfifferlinge, Kräuterseitlinge, Steinpilze, Maronenröhrlinge oder was ihr sonst noch im Wald findet und guten Gewissens essen könnt. Und so wahnsinnig viel mehr außer ein paar Gewürze und eine kleine Stange Porree/Lauch braucht ihr auch nicht. Also schnell ab zu Euren besten, geheimen Pilzecken oder in den nächsten Supermarkt und der Köstlichkeit steht nichts mehr im Weg.

Schnelle Pilzpfanne

Zutaten für 3 Portionen:
700-750 g Pilze (gemischt)
hier waren es 400 g Pfifferlinge und 300 g braune Champigons
1-2 EL Mehl + viel Wasser zum Waschen der Pfifferlinge
2 EL getrocknete, gemahlene Steinpilze
100 ml Wasser
1 Prise Gemüsebrühpulver
1 kleine, dünne Stange Porree/Lauch
2-3 Stengel glatte Petersilie
2 EL neutrales Öl
1/2 TL getrockneter Majoran
Salz, Pfeffer
20 g Butter
2-3 EL Schmand

(1) Die Pilze putzen und in mundgerechte Stücke teilen. Wenn sie sehr dreckig sind, das Mehl mit kaltem Wasser in einer großen Schüssel vermischen und die Pilze darin kurz und enthusiastisch mit den Händen durcheinander wirbeln bis der Dreck ab ist. In einem Sieb oder auf einem Küchenhandtuch gut abtropfen lassen.
(2) Die gemahlenen Steinpilze mit dem Gemüsebrühpulver in einen Messbecher geben, mit 100 ml kochendem Wasser begießen. Gut verrühren und zur Seite stellen.
(3) Vom Lauch das Wurzelende und den unschönen oberen Teil der Blätter abschneiden. Längs halbieren und die Hälften gründlich unter fließendem Wasser waschen. In dünne Halbringe schneiden. Die Petersilie waschen, trocknen und grob hacken, zur Seite legen.
(4) Das Öl auf sehr hoher Hitze in einer großen, beschichteten Pfanne sehr heiß werden lassen. Die Pilze zugeben und ohne zu rühren etwa 2 Minuten braten. Dann durchrühren. Wenn viel Wasser aus den Pilze austreten sollte, es vorsichtig über einem Sieb abgießen und den Rest so lange verkochen lassen bis ihr Bratgeräusche hört und die Pilze Farbe kriegen. (Bei wenig austretendem Wasser einfach nur verkochen und Farbe annehmen lassen.) Die Pilze sollten noch ihre Form haben, aber trotzdem gar sein. Den Majoran und Porree zugeben und 2 Minuten unter Rühren und bei höherer Hitze braten. Salzen und pfeffern. Die Steinpilz-Gemüsebrühe und Butter zugeben und aufkochen lassen bis sich ein Sößchen gebildet hat.
(5) Den Schmand über der Pilzpfanne verteilen und mit der Petersilie bestreuen.

Dazu passen Semmelknödel, einfache Salzkartoffeln oder Spätzle oder auch nur frisches Brot.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p 145

Ungarn 2016: Essen abseits des Klischees von Gulasch

Natürlich müssen wir in Ungarn auch was essen und nein, es gibt nicht jeden Tag Gulasch *g* Ja, es wird tatsächlich öfter Pörkölt (der ungarische Name vom Gulasch) gegessen, aber auch oft gemüselastige Alltagsgerichte.

Einen nicht zu unterschätzenden Teil der ungarichen Küche machen Suppen aus. Traditionell besteht jedes Mittagessen, die Hauptmahlzeit des Tages, aus zwei Gängen: erst eine Suppe, dann einen zweiten Gang, der auch gerne mal süß ist.

Beginnen wir mit etwas, was schon das Klischee erfüllt: Gulaschsuppe (Gulyás auf ungarisch). Sehr reichhaltig, sehr zartes Fleisch, das beste Wurzelgemüse von Welt, nämlich aus Tantes Garten. Erwähnte ich schon mal meine Liebe zu Petersilienwurzeln? ;-)

Was ich ja immer essen könnte – Borsófözelék, also eigentlich Erbsengemüse, das eine komplette Mahlzeit darstellt. Dieses Mal mit geschmorter Ente als Beilage. Meine Variante findet ihr auch im Blog unter „Ungarisches Erbsengemüse„.

Den Abend als ich ankam, gab es eine weiße Bohnensuppe mit pikanter Wurst als Einlage. Und dazu diesmal kein Brot sondern Kartoffelplätzchen. War ich begeistert! Wieso hab ich die Dinger bisher immer nur süß gegessen?

Wirklich sehr beliebt, aber in Deutschland weitgehend unbekannt, ist die Vorliebe der Ungarn für kalte Obstsuppen, besonders wenn der Sommer heiß ist. Frau Kochschlampe kam bei unserem gemeinsamen Urlaub vor sieben Jahren sehr auf den Geschmack und auch ich liebe sie, am meisten die Sauerkirschsuppe. Aber es können auch Pfirsiche, Äpfel, Aprikosen benutzt werden. Richtig wichtig ist nur die Zugabe von Saurer Sahne. Denn noch vor Paprika ist eigentlich Saure Sahne die alles beherrschende Zutat in der ungarischen Küche *g*

Natürlich wird in Ungarn auch viel Süßes gegessen. Und dort wird ebenfalls in Alltagskuchen und Feiertagskuchen unterschieden. Alltagskuchen sind solche, wie dieser einfache Hefe-Kirsch-Kuchen oder der von mir heiß verehrte süße Dillkuchen:

Und wenn Besuch kommt, wird schon mal ein aufwendiger Biskuitkuchen mit Buttercremefüllung und Walnüsschen obenauf gebastelt. Ich bin ja sonst kein Fan von so Cremekuchen, aber dieser war extremst lecker!

Zu besonderen Anlässen wird besonders groß aufgetafelt. Aber auch da gibt es traditionelle Gerichte, die nur in Feinheiten variieren.

Der erste Gang ist immer eine klare Fleischbrühe! Zwerg und ich bevorzugen sie mit ziemlich vielen feinen Nüdelchens und Gemüse. Besonders die Möhren – was gibt es immer Diskussionen und böse Blicke um die Möhren zwischen uns! :-D Ganz ehrlich? Wenn ich nicht alleine leben würde, es gäbe jeden Sonntag Brühe bei mir als Vorspeise!

Zu dem großen Familientreffen, dessen Gerichte ich Euch gerade zeige, hatte meine mittlerer Tante insgesamt drei Hauptgerichte gekocht. Hier seht ihr den gefüllten Schweinebauch, etwas gebratene Hähnchenbrust, den ich mit Reis und buntem Salat aß. Die Ungarn haben es nicht so mit Sauce, es sei denn es gibt Gulasch, das meine Tante auch noch gezaubert hat und das ganz wunderbar würzig schmeckte. Mein Bild ist nur leider extrem unansehnlich geworden *seufz*

Gegartes Gemüse ist nicht so wahnsinnig üblich als Beilage, zumindest in meiner Familie. Stattdessen werden Weißkohlsalat, Gurkensalat oder eingelegte Gurken, im Sommer Kovászos uborka serviert. Mir ist das ja so ins Blut übergegangen, dass ich z.B. fast nie auf die Idee komme, mir einen grünen Salat als Beilage zu machen, dafür aber immer irgendwelche eingelegten Gemüse in meinem Kühlschrank zu finden sind.

Kommen wir zur nächsten Kategorie: Sonntagsessen. Auch da setzt die ungarische Hausfrau normalerweise sonntagmorgens einen riesigen Topf mit Hühnerbrühe auf, der dann stundenlang simmert und durchs Haus duftet, aber es dürfen auch andere feine Sachen serviert werden, wie diese Hähnchenragoutsuppe. Habe ich das erste Mal gekostet und mochte es sehr!

Weil wir eine größere Runde waren (Cousin plus Familie, Onkel + Tante, meinereiner samt Sippe) hat die Tante zwei Hauptgerichte gekocht. Zum einen das Unaufhörbare Hühnchen vom Blech, mit Pommes. Ein Rezept, das meine Tante aus dem Internet hatte. Dafür werden Hähnchenstücke gewürzt, mit Zwiebel und Saurer Sahne belegt und dann in den Ofen geschoben, die Pommes passten gut dazu. Das Photo lässt es nicht vermuten, aber es ist tatsächlich köstlich und sehr zart.

Als zweites Gericht gab das andere Nationalgericht Ungarns: Paprikás csirke, also Hähnchenpaprikasch, das traditionell zu ungarischen Nokeldi (Knöpfle) serviert wird:

Dafür sollte ich auch mal das Rezept veröffentlichen, oder? *grübel* Wollt ihr das Rezept haben?

Frühstück ist normalerweise eher spartanisch in Ungarn, aber wenn besonderer Besuch da ist, wie der kleine Bruder aus Deutschland (sprich mein Vater) oder der Sohn, der am südlichsten Ende Deutschlands lebt, dann werden auch besondere Frühstücksvarianten aufgetischt. Besonders beliebt ist bei uns mit Paprika gebratenes Entenblut. Hört sich für den ein oder anderen vielleicht komisch an, aber schmeckt wunderbar würzig. Denn wenn so ein Tier schon für unser Essen sterben muss, ist es unsere verdammte Pflicht so viel wie möglich zu verwerten!

Für unseren Besuch wird auch immer selbstgemachte Hurka, also Blut- und Leberwurst vom Schlachten im Winter, im Tiefkühler aufgehoben. Und ganz ehrlich? Die Varianten von meinem Onkel sind einfach die allerbesten! Sooo unglaublich lecker! Die Blutwurst mit Reis und ein wenig süßlich, die Leberwurst pikant, aber nicht zu scharf.

Von meiner zweitältesten Cousine wurden wir zu ihrem alljährlichen Kesselkochen eingeladen, was sehr gemütlich war. Draußen sitzen, quatschen, nebenbei köchelt die Bohnensuppe mit Eisbein …

… die Schwiegermutter meiner Cousine (die gelernte Konditorin ist) buk noch Quark- und Sauerkirschstrudel (grooooße Strudelliebe hier!) und …

die kleinen Käsepogatschen, die wunderbar als Brotbeilage zur Suppe passten.

Ich vermisse das Essen dort sehr und freue mich jetzt schon auf September, wenn ich die Kochkünste meiner Tanten, Cousinen und Co. genießen kann. Als Bonus gibt es dieses Jahr noch den Besuch einer Hochzeit, auf den ich sehr gespannt bin und Euch auf alle Fälle berichten werde.

Für morgen verspreche ich Euch einen Beitrag über ein wahrlich ruhiges und niedliches Ferienhausdorf, in dem wir eine weitere Woche verbrachten. Und da ist es so unglaublich schön, dass ich mir glatt vorstellen könnte, mal ein ganzes Jahr dort zu leben, um alle Jahreszeiten zu erleben…

Pabuçaki – Gefüllte Zucchini mit Käsekruste auf türkische Art

Wer hat einen Garten sein Eigen nennt und auch nur eine Zucchinipflanze setzte, kennt das Problem der Zucchinischwemme. Erst kommt lange Zeit nichts, leichte Ungeduld macht sich breit, dann die ersten männlichen Blüten, bei denen man etwas genervt denkt „Das wird ja nie was!“ und plötzlich wirft die eine Pflanzen Früchte en masse ab. Und wenn man mal 12 Stunden nicht hingeguckt hat, entwickelt sich eine unsichtbar kleine Zucchini zu einer wahren Herkuleskeule. Und damit Eure Zucchiniernte ein bisschen besser verwertet wird, eignet sich dieses Rezept wunderbar!

Gefunden hatte ich es im Buch „Türkei vegetarisch„, über das ich bei anderer Gelegenheit nochmal ein paar Worte verlieren sollte. Einfach weil es ein so tolles Buch ist! Aber zurück zum Rezept, die Zubereitung ist denkbar einfach und unaufwendig. Ihr braucht auch nicht viele Zutaten: Käse, Kräuter und ein paar Nüsschen. Die Füllung ist innerhalb einer Viertelstunde fertig und in den Zucchinihälften verteilt, den Rest erledigt der Ofen.

Und es ist eine verdammt gute Kombination, die die türkische Küche da hervorgebracht hat! Milde Zucchini mit würzig-cremiger Füllung, die durch die Walnüsse reichhaltig ist. Und der Käse oben drauf! Warmer, zerlaufener Käse macht doch alles besser, oder? :-D Ich mochte die Zucchini wirklich sehr und kann nur jedem raten, sie dringend nachzumachen!

Gefüllte Zucchini mit Käsekruste auf türkische Art

Zutaten für 2 Portionen:
2 runde Zucchini
100-125 g Feta
2 Stengel Petersilie
4 Stengel Dill
1  Stengel Minze
1 handvoll Walnüsse
1 Prise Muskatnuss
Pfeffer
1-1,5 EL Olivenöl
1 handvoll geriebener Käse (z.B. Emmentaler)

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine flache Auflaufform bereit stellen.
(2) Die Zucchini waschen, trocken. Die Zucchini quer halbieren, von runden Seiten ein bisschen was abschneiden, damit die Hälften sicher stehen. Mit einem Teelöffel das Fruchtfleisch bis auf 1 cm Rand aushöhlen. Die Hälfte des Fruchtfleisches klein hacken.
(3) Für die Füllung die Kräuter waschen, trocknen und fein hacken. Die Walnüsse grob hacken. Den Feta mit einer Gabel in einer Schüssel zerdrücken. Kräuter, Fruchtfleisch und Walnüsse dazu geben, gut verrühren. Mit Muskatnuss und Pfeffer würzen.
(4) Die Zucchinihälften mit der Kräuter-Käse-Mischung füllen, in die Auflaufform setzen und dem Olivenöl beträufeln. 35-40 Minuten auf mittlerer Schiene garen.
(5) Nach der Zeit die Form kurz rausholen, den geriebenen Käse über die Zucchini streuen und nochmals 10 Minuten im Ofen backen bis die Oberfläche goldbraun ist und die Zucchini weich sind.

Zu frischem Weißbrot/Pide/Fladenbrot servieren.

Genießen!

Quelle: Tançgil, O., Tançgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 135

Perfektes Wohlfühlessen – Mac’n’Cheese mit Blumenkohl

Ich hinke ein bisschen hinterher mit meinen Rezepten. Dieses zum Beispiel kochte ich schon Ende Januar als mich große Gelüste nach Blumenkohl überfielen, ich aber nicht die übliche ungarische Blumenkohlsuppe kochen wollte. Ach, ein Auflauf wäre auch nett, aber pures Cauliflower Cheese gab es auch schon öfter. Wie wäre es denn, wenn man die beiden Klassiker der Käseaufläufe der englischen Küche – Mac’n’Cheese und Cauliflower Cheese – kombiniert? Auf der BBC Good Food-Seite wurde ich fündig. Für die Sauce wird das schöne Englische Senfpulver benutzt, dass einen schönen Geschmack, aber wer das nicht hat, kann auch einfach vor dem Käse einen scharfen Senf unterrühren. Ansonsten ist es ein eher milder, aber aromatischer Auflauf, der sich auch wunderbar noch nach der Arbeit zubereiten lässt. Oder ihr kocht die Nudeln und Blumenkohl vor, so dass ihr nach der Arbeit nur die Sauce köcheln und den Auflauf in den Ofen schieben müsst. Und weil es ja auch im Sommer kühlere Tage gibt und Blumenkohl aus Deutschland gerade Saison hat, könnt ihr den eigentlich auch jetzt zubereiten ;-)

Mac’n’Cheese mit Blumenkohl

Zutaten für 2-3 Portionen:
1 mittlerer Kopf Blumenkohl
250 g Nudeln (Penne, Fussili, kurze Makkaroni)
Salz
1,5 El Butter
2 EL Mehl
2 TL Englisches Senfpulver
450 ml Milch
100 g geriebener Käse (Cheddar, Emmentaler)
Pfeffer

Butter zum Einfetten der Auflaufform

(1) Den Blumenkohl putzen und in kleinere Röschen teilen.
(2) Salzwasser für die Nudeln aufsetzen und die nach Packungsanweisung kochen. Die letzten 4 Minuten der Kochzeit den Blumenkohl zufügen.
(3) Eine mittlere Auflaufform mit etwas Butter einfetten. Den Grill des Ofens vorheizen.
(4) Während die Nudeln und Blumenkohl kochen die Käsesauce zubereiten. In einem kleinen Topf die Butter schmelzen lassen. Mit einem Schneebesen das Mehl und Senfpulver unterrühren und 2 Minuten mitdünsten lassen. Den Topf vom Herd nehmen und portionsweise die Milch unterrühren, so dass keine Klumpen entstehen. Den Topf wieder auf den Herd stellen und unter Rühren so lange bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis die Sauce etwas andickt. 3/4 des Käses unterrühren und schmelzen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
(5) Die Nudeln und Blumenkohl abgießen. Zusammen mit der Käsesauce in der Auflaufform gründlich mischen. Den restlichen Käse drüber streuen. Unter den Grill in den Ofen schieben und so lange backen bis die Oberfläche goldbraun ist und der Auflauf am Rand blubbert (10-20 Minuten).

Mit frischem Salat oder eingelegtem Gemüse servieren.

Genießen!

Quelle: nach BBC Good FoodCauliflower & macaroni cheese

Spaghetti-Auflauf aus dem Slowcooker

Die Garten- und Ausflugssaison ist ja in vollem Gange! Wer hat bei schönem Wetter schon Lust und, seien die Gartenbesitzer mal ehrlich, Zeit lange in der Küche zu stehen. Die gleißende Sonne, die zwitschernden Vögel, der wispernde Wald, das plätschernde Wasser oder einfach das Unkraut im Garten ziehen einen nach draußen, aber trotzdem möchte zumindest ich eine vernünftige Mahlzeit am Tag haben. Und da kommt wieder mein geliebtes kleines Schmormonster zum Einsatz! Das alte zeit- und energiesparende Prinzip: morgens alles fix in den Slowcooker schichten, anstellen und mittags bzw. abends dann das fertige Essen genießen ohne, dass man weiter einen Gedanken dran verschwenden muss. Für mich unglaublich praktisch!

Nun hab ich Euch ja schon etliche Suppen- und Schmorgerichte, sowohl in vegetarisch als auch mit Fleisch vorgestellt, aber von im Slowcooker gegarten Nudeln hielt ich mich bisher immer fern, weil die ganz gerne verkochen in der langen Zeit. Aber Gabi und Ulrike haben so ein Rezept in ihrem Kochbuch „Slowcooker für 2“ und ihren Rezepten vertraue ich (fast) blind. Und was soll ich sagen: es funktioniert tadellos. Die knapp al dente vorgekochten Spaghetti werden nicht matschig und mit den weiteren würzigen und gemüsigen Zutaten ergibt das einen wirklich schönen Alltagsauflauf, den man gut nach einem Vormittag im Gemüsebeet vertragen kann.

Italienischer Spaghetti-Auflauf

Zutaten für 2-3 Portionen:
125 g Spaghetti
50 g Paprika
2 Frühlingszwiebeln
50 g Erbsen (TK)
50-100 g Wurst- oder Schinken (hier: Schinken)
6-8 Cocktailtomaten

Für den Guss:
2 Eier
150 ml Sahne
75 g geriebener Käse
Salz, Pfeffer
Paprikapulver, getrockneter Oregano

etwas Öl zum Einfetten des Einsatzes

Slowcooker: 1,5 l
Zeit: 3,5-4 Stunden
Stufe: LOW

(1) Den Einsatz des Slowcookers dünn mit Öl einfetten.
(2) Dann das Gemüse vorbereiten. Die Paprika in mittelgroße Würfel schneiden, die Frühlingszwiebeln in Ringe. Die Wurst oder Schinken in kleine Würfel schneiden. Die Cocktailtomaten halbieren.
(3) Die Spaghetti in Salzwasser 1 Minute weniger als angegeben knapp al dente kochen. Die letzten 2 Minuten das Gemüse zugeben. Alles in ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen. Die Spaghetti und Gemüse in den Einsatz des Slowcookers geben, die Schinkenwürfel untermischen und mit den Tomaten belegen.
(4) Alle Zutaten für den Guss gründlich miteinander verrühren. Wenn die Wurst/Schinken sehr salzig ist, weniger Salz verwenden. Die Menge an Paprikapulver und Oregano ganz nach Geschmack, meine ungarischen Gene lassen mich immer ein bisschen mehr davon nehmen. Den Guss auf die Nudeln gießen. Deckel drauf.
(5) 3,5-4 Stunden auf LOW garen lassen bis die Eimasse gestockt und der Käse geschmolzen ist.

Zusammen mit frischem Salat servieren.

Genießen!

Quelle: Frankemölle G., Westphal, U. (2015): Slowcooker für 2. p 48

Herzhaft mit ungarischen Aromen gefüllte Pfannkuchen

Meine beiden kulinarischen Kernkompetenzen sind eindeutig Gulasch und Palacsinta. Meine Gulaschgene lassen mich nie im Stich und irgendwie gelingt es immer *aufHolzklopf*, egal aus was ich Gulasch zubereite, sei es Fleisch, Pilze, Leber, Kartoffeln oder Kürbis. Auch Palacsinta (oder Pfann- oder Eierkuchen genannt) gelingen seltsamerweise immer. Ich meine okay, so wahnsinnig schwer sind beide Sachen nicht zu kochen, ein paar Tricks und Kniffe sollte man kennen und beherzigen. Dann gelingt es aber wirklich immer!

Und warum dann nicht mal diese beiden Kernkompetenzen in einem Gericht vereinigen? Kann man natürlich auch perfekt von Resten machen, aber ich hatte mit Absicht mehr Palacsinta ausgebacken und grübelte an einer Füllung rum. Nur süß wollte ich nicht (immer das gleiche Problem danach, mir wäre den gesamten Nachmittag übel), aber Reste eines herzhaften Essens, die da reingepasst hätten, fanden sich nicht im Kühlschrank. Es gibt ja in der ungarischen Küche den Klassiker „Hortóbágyi palacsinta“, das sind mit einer Gulaschfarce gefüllte Palacsinta, die dann in einer Sauce aus dem Gulaschsaft und etwas Saurer Sahne überbacken wird. So zeitaufwendig wollte ich es dann doch nicht und habe einfach aus Hackfleisch eine trockenere Gulaschmasse gekocht. Schnell gefüllt und zum Überbacken mit Käse in den Ofen geschoben. Fertig!

Ein einfaches, aber trotzdem sehr köstliches Gericht, das gut sättigt und wunderbar die ungarischen Aromen von Paprika und Saurer Sahne kombiniert. Dazu macht ihr Euch am Besten einen frischen Salat oder, wie es in Ungarn wahrscheinlich serviert werden würde, esst eingelegtes Gemüse wie die mit Weißkohl gefüllte Paprika, dazu.

Herzhaft gefüllte Pfannkuchen ungarische Art

Zutaten für 2 Portionen:
5 Pfannkuchen (am Besten aus neutralem Teig)
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/4 Paprikaschote
1 EL Öl
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
2 TL Paprikapulver edelsüß
350 g Hackfleisch, gemischt
1 TL Majoran
1 EL Tomatenmark
100 ml Wasser
ca. 100 g Schmand
ca. 50 g geriebener Käse

Öl zum Einfetten der Auflaufform

(1) Erst kommt die gulaschartige Füllung dran. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und beides fein würfeln. Das Stück Paprikaschote ebenfalls mittelfein würfeln.
(2) Das Öl bei mittlerer Hitze in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebelwürfel zugeben und etwa 5 Minuten anschwitzen. Die Knoblauchwürfel zugeben und 1 Minute mitdünsten bis sie duften. Die Pfanne vom Herd nehmen und die beiden Paprikapulver unterrühren. Die Pfanne wieder auf den Herd stellen und das Hackfleisch hinein geben und krümelig braten bis es die rote Farbe verloren hat. Das Tomatenmark und Paprikawürfel einrühren, mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen. Mit Wasser begießen und etwa 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis eine relativ trockene Hackgulaschmasse entstanden ist.
(3) Während die Füllung köchelt, den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und eine kleinere Auflaufform einfetten.
(4) 1/5 der Hackmasse und ein bisschen des Schmands auf dem unteren Drittel eines Pfannkuchens verteilen. Die linke und rechte Seite um etwa 1 cm einschlagen, dann den Pfannkuchen von unten aufrollen und mit der Naht nach unten in die Auflaufform setzen. So mit den restlichen Pfannkuchen verfahren. Zum Schluss mit dem Käse bestreuen.
(5) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 15-20 Minuten backen bis der Käse zerlaufen und die Palacsinta goldbraun sind von oben.

Zu frischem Salat oder eingelegtem Gemüse servieren.

Genießen!

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