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Wir retten … sauer eingelegtes Gemüse auf türkische Art: Karışık Turşu

Meine osteuropäischen Wurzeln lassen sich nicht verleugnen. Ich mag Fleisch, es ist immer Saure Sahne im Kühlschrank und ich habe eine große Vorliebe für eingelegtes Gemüse, egal ob die Essigvariante oder in Salzlake. Noch bevor mir einfällt einen Salat als Beilage zu reichen, sind schon eingelegte Rote Bete, Gurke oder Kürbis auf einem Tellerchen gelandet. Ich liebe das Zeug einfach und in den letzten Jahren begann ich auch, die Lieblingsgemüse selbst einzulegen. Ihr fragt Euch jetzt sicherlich, warum ich mir diese Arbeit mache, wenn es Gewürzgurken, süßsauren Kürbis und Rote Bete auch in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Aber habt ihr mal auf die Zutatenliste geguckt? Bei den konventionellen, deutschen Produkten sind kaum noch unverarbeitete Zutaten drin außer Wasser und Salz, stattdessen findet man diverse Aromen statt Gewürzen wie Senf oder Piment, statt Zucker werden unterschiedliche Abarten wie Fruktose-Glucose-Sirup und Konsorten benutzt. Wo ist denn bitte schön das Problem, da echte Senfkörner reinzuschmeißen und einfach nur Salz und Zucker zu benutzen, anstatt drei unterschiedlich benannter Zuckervarianten? Ich will das alles nicht! Ich will die ganzen E-Stoffe nicht in meinem Körper haben. Ich will die Zutaten eindeutig zuordnen können. Und genau deswegen mache ich mein eigenes Gemüse ein oder wenn ich es kaufe, achte ich genau darauf, was drin ist!

Und zum Glück bin ich nicht die einzige, sondern die Damen (und Herren) von der Rettungstruppe liegen mit mir auf einer Wellenlänge, weswegen wir heute sauer eingelegtes Gemüse und Obst retten. Natürlich habe ich auch die anderen Teilnehmer nach dem Rezept wieder aufgezählt, so dass sich die geneigte Leserschaft wieder viel Inspiration holen kann.

Dieses Mal zeige ich Euch allerdings kein ungarisches oder deutsches Rezept, sondern wende mich der türkische Küche zu, die ich ebenfalls sehr liebe! Türkische Küche ist so viel mehr als Döner und wird zu Recht als eine der besten der Welt genannt. Seit ich im Klein-Ankara Kassels gelebt habe, weiß ich die türkischen Zutaten sehr zu schätzen. Sie kochen sehr gemüselastig, sehr vielfältig und würzig, aber nicht zu abgehoben in den Geschmackskombinationen. Und sie scheinen eingelegtes Gemüse zu mögen, was mir bis dato unbekannt war. Aber beim Durchblättern des großartigen Kochbuchs „Türkei vegetarisch“ von Orhan und Orkide Tançgil fiel mir ihr Rezept für in Essig und Salzlake eingelegtes Gemüse auf, dass sich super für meine damaligen Gemüsereste und die übrig gebliebenen unreifen Tomaten aus dem elterlichen Schrebergarten eignete. Also schnell noch zwei 1,5 l-Gläser besorgt und ab ging es. Was ich etwas amüsant fand, war die Zugabe der einzelnen getrockneten Kichererbsen, aber sie unterstützen wohl die Fermentation. Für dieses Gemüse könnt ihr wirklich viel unterschiedliches Gemüse verwenden, auch wenn ihr Reste habt. Die letzten Bohnen aus dem Garten lohnen sich nicht mehr für eine Suppe, dann rein damit? Es hängen noch vereinzelt grüne Tomaten am Strauch, aber es ist zu kalt zum Reifen? Ihr werdet nicht an einer Solaninvergiftung sterben, wenn ihr sie auch mit reinpackt. Und es ist so einfach zubereitet, braucht nur ein bisschen Zeit zum Reifen. Während der Wartezeit hab ich ein paar Mal wirklich vorsichtig den Deckel geöffnet, da sich doch Gase entwickeln, die auch raus wollen, ich aber keine Lust auf großes Sprudeln in der Küche hatte. Das hat sich bewährt. Und wenn ihr genug gewartet habt,…

… dann kommt großes Geschmacksglück! Noch knackiges Gemüse, leicht säuerlich und salzig. Wirklich sehr angenehm! Ihr müsst nur ernsthaft auf Sauberkeit achten, sowohl bei der Zubereitung als auch beim Herausnehmen des Gemüses. Das Glas gründlich reinigen vor dem Einschichten des Gemüses und zum Herausnehmen nur sauberes Besteck nehmen und die Gabel nicht zwischendurch ablecken, wenn ihr mehrmals ins Glas geht. Dann könnt ihr lange Freude an Eurem eingelegten Gemüse haben, wenn es nicht schon schnell in Euren Mägen verschwindet, weil es so köstlich ist!

Karışık Turşu – Eingelegtes Gemüse auf türkische Art

Zutaten für ein 1,5l Glas:

1 l Wasser
100 ml Apfelessig
80 g grobes Steinsalz (kein Meersalz)
1 kg junges, knackiges Gemüse
(Weißkohl, Rote Bete, unreife Tomaten, Möhren, Einlegegurken,
rohe Brechbohnen, Blumenkohl, Peperoni, Kohlrabi, Paprika etc.)
6-8 getrocknete Kichererbsen
5-6 Knoblauchzehen
10-15 Pfefferkörner
1-2 Lorbeerblätter
2-3 Stengel Dill und/oder Koriander oder Sellerieblätter

(1) Das Glas mit heißem Wasser und Spülmittel gut auswaschen und dann mit heißem Wasser gründlich nachspülen, damit alle Spülmittelreste verschwinden. In den kalten Ofen auf das Gitter legen, den Ofen auf 150°C Ober-/Unterhitze stellen und das Glas 15 Minuten drin lassen ab dem Zeitpunkt, wo die Temperatur erreicht ist. Herausholen und auf einem Holzbrettchen abkühlen lassen.
(2) Als erstes die Lake zubereiten. Dafür das Wasser aufkochen und abkühlen. Dann Essig und Salz einrühren bis sich das Salz aufgelöst hat.
(3) Das Gemüse gründlich waschen und/oder putzen. In etwa gleich große Stücke schneiden. Wenn etwas größer bleibt (z.B. die Einlegegurken) dann mit einem Spieß oder Gabel einstechen, damit die Lake gut eindringen kann. Die Knoblauchzehen schälen.
(4) Die Kichererbsen in das Glas legen. Gemüse, Knoblauchzehen und Pfefferkörner in das Glas schichten. Dabei dicht packen, so dass möglichst wenig Hohlräume entstehen. Obenauf kommen die frischen Kräuter.
(5) Die Salzlake vorsichtig aufgießen, bis alles Gemüse bedeckt und das Glas voll ist. Um alles unter der Oberfläche zu halten mit einem kleinen Schälchen/Tellerchen/Stein beschweren, der auch drin bleibt, wenn der Deckel verschlossen ist. Vorsichtig am Glas schütteln, damit alle Luftbläschen nach oben steigen. Den Deckel verschließen und das Glas 2-3 Tage auf dem Deckel stehend lagern, dann umdrehen und an einem kühleren Ort 3-4 Wochen reifen lassen. Das Glas auf einen tiefen Teller stellen, da etwas Flüssigkeit austreten kann. Manchmal auch wirklich vorsichtig den Deckel öffnen, damit die sich gebildeten Gase, entweichen können.

Wenn das Gemüse fertig ist, im Kühlschrank lagern, damit der Reifeprozess unterbrochen wird. Das Gemüse NUR mit sauberem Besteck aus dem Glas holen, nicht mit den Fingern oder abgelecktem Besteck, dann sollte es auch einige Wochen bis Monate halten.

Passt zu Kurzgebratenem, Frikadellen, Ragouts (egal, ob Gemüse oder Fleisch).

Quelle: Tançgil, O., Tançgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 131

Und falls ihr auf den Geschmack gekommen seid, bei den anderen Mitstreitern der Rettungstruppe, gibt es noch mehr Ideen:

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Kampf den Käseresten – Mangold-Quiche mit Ricotta und Feta

Diese elendigen Spontankäufe immer! Da hat man, also ich, sich einen schönen, saisonalen Essensplan für’s Wochenende überlegt, will die fehlenden Zutaten im Supermarkt des Vertrauens kaufen und auf einmal liegt bei denen ein wunderhübsches Bund Mangold im Gemüseregal, mit dem ich überhaupt nicht rechnete. Und schneller als die geneigte Leserschaft „Bob ist mein Onkel!“ sagen kann (Na, in welchem Film kam das vor? *g*), war der Mangold in meinem Korb, obwohl überhaupt kein Mangoldgericht vorgesehen war. Immer dasselbe mit mir!

Jedenfalls war der Mangold jetzt da und wird auch nicht besser, je länger er rumliegt. Aber was damit machen? Zu Nudeln passt er wunderbar, aber da war es zu viel für. Aber in Quiches kann man wunderbar eine große Menge Gemüse versenken, also begab ich mich auf die Suche und wurde bei “ Moey’s Kitchen“ fündig. Ein bisschen wurde der Guss abgewandelt, so dass ich noch den Kampf gegen seltsame Käsereste im Kühlschrank gewinnen konnte.

Maja benutzte auch einen für mich neuen Teig als Boden, auch mit Quark aber eben Butter als Fett und nicht Öl, wie in meinem sonst üblichen schnellen Quiche-Teig. Ich war skeptisch, aber der Teig ließ sich ohne Probleme kneten und ausrollen. Toll! Mir ist nur ein kleines Malheur beim Vorbacken passiert:

Ich hatte den Rand der Springform eingefettet, wodurch der auch nicht richtig stark festgedrückte Rand nicht hielt und beim Vorbacken nach innen kippte und keine feste Begrenzung für die Füllung mehr bot. Aber man muss sich nur zu helfen wissen. Ich hab die umgekippten Stücke vorsichtig mit einem Löffel hochgehalten und dann Teile der Mangoldfüllung drunter gestopft. So stand der Rand wieder aufrecht und der Guss blieb in der Form. Puh! Schwein gehabt!

Und der Geschmack ist wirklich wunderbar! Knuspriger Boden mit einer großartigen Füllung, nicht zu mild, aber auch nicht zu würzig. Genau richtig für ein sommerliches Mittagessen! Lauwarm schmeckt diese Quiche am Besten, lässt sich aber auch gut bei Zimmertemperatur am nächsten Tag im Büro genießen oder einfrieren für später!

Also, wenn Euch der Mangold aus dem Garten überrollt, lohnt es sich diese herzhafte Torte zu backen!

Mangold-Quiche mit Ricotta und Feta

Zutaten für eine 24-26 cm Springform:

Für den Boden:
100 g kalte Butter, in Flöckchen geschnitten
100 g Magerquark
1/2 TL Salz
200 g Mehl

Für die Füllung:
800 g Mangold
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
1 TL Butter

Für den Guß:
200 g Ricotta
3 Eier
150 g Feta
Salz, Pfeffer
1/2 TL getrockneter Thymian

30 g Pinienkerne

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze anstellen. Eine 24-26 cm Springform, einen Bogen Backpapier und das Nudelholz bereit legen. Den Rand der Springform nicht einfetten, da der Teig sonst dort nicht hält und beim Vorbacken einsinkt.
(2) Für den Boden die Zutaten für den Teig entweder per Hand oder mit Hilfe einer Küchenmaschine verkneten bis er die Kugelform behält. Den Teig sofort auf dem Bogen Backpapier ausrollen, so dass er in die Springform passt und einen Rand bildet. Den ausgerollten Teig mitsamt dem Backpapier in die Springform legen und den Rand gleichmäßig hochziehen/verteilen. Die Form auf der mittleren Schiene in den Ofen geben und 15 Minuten vorbacken.
(3) Währenddessen die Füllung vorbereiten, Vom Mangold die Stiele abschneiden, in dünne Scheibchen schneiden, waschen und gut abtropfen lassen. Die Blätter ebenfalls waschen, gut trocknen und in gröbere Streifen schneiden. Die Schalotten häuten und fein würfeln. Die Knoblauchzehen häuten und durch die Presse drücken oder sehr fein würfeln. Die Butter in einer großen Pfanne bei mittelhoher Hitze schmelzen. Die Schalotten, Mangoldstielscheibchen und Knoblauch darin einige Minuten dünsten. Die Mangoldblätter in die Pfanne geben, vorsichtig alles durchrühren und die Mangoldblätter zusammenfallen lassen.
(4) Zwischenzeitlich den Guss machen. Dafür den Ricotta mit den Eiern und dem zerkrümelten Feta gut verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen.
(5) Den Mangold auf dem vorgebackenen Boden verteilen, mit dem Guss gleichmäßig begießen. Die Pinienkerne darauf streuen.
(6) Die Quiche auf mittlerer Schiene ca. 40-45 Minuten backen, bis die Füllung gestockt und die Oberfläche leicht goldbraun ist.

Abkühlen lassen bis sie lauwarm ist.

Genießen!

Quelle: nach Moey’s KitchenMangold-Quiche mit Feta

Sättigender, aber frischer Pastasalat für warme Sommertage

Ich kann mich über den Sommer momentan nicht beschweren! Meist sind die Temperaturen in einem für mich angenehmen Bereich, die Sonne scheint für mein Empfinden und die Pflänzken auf dem Balkon ausreichend und die große Hitze beschränkte sich auf nur wenige Tage bisher, die ich bei geschlossenen Fenstern gut überstanden habe.

Trotzdem so einige Tage waren dabei, die sich als körperlich anstrengend herausstellten. Und da braucht es Gerichte, bei deren Zubereitung sich das Gehirn nicht sonderlich anstrengen muss, was also schon fast unterbewusst abläuft. Zusätzliche Erschwernis – es muss sättigend sein, also Joghurt mit TK-Blaubeeren vermischen zählt nicht, weil mir erstens den ganzen Nachmittag schlecht wäre, ob es süßen Mittags und ich zweitens nach 45 Minuten wieder Hunger hätte.

Dieser Spaghettisalat, dessen Rezept von Susi ersonnen wurde, ist schon seit gut 10 Jahren im Familienrepertoire und wird immer wieder gerne zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten serviert. Im Sommer eignet er sich als sättigendes, lauwarmes Mittagessen oder zum Grillen. Es gab ihn bei uns aber auch schon als Salat auf dem Silvester-Buffet oder ich habe ihn zu Geburtstagssausen mitgebracht. Und immer kam er gut an, weil er durch das zitronige Dressing sehr frisch schmeckt, die Tomätchen bringen die richtige Säure, der kurz vor dem Servieren untergerührte Rucola ist knackig und pfeffrig zugleich. Gleichzeitig ist der Nudelalat durch den Lachsschinken angenehm herzhaft. Eine wirklich schöne Kombination, die ich jedem ans Herz legen kann!

Frischer, sättigender Spaghettisalat

Zutaten für 4 Portionen:
300 g Spaghetti
2 Frühlingszwiebeln
125 g Mozzarella, auseinander zupfen
100 g Räucherlachsschinken, gezupft
250 g Cherry-Tomaten, halbiert
150 g Rucola, grob geschnitten
2 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer, Zucker
6 EL Olivenöl

(1) Die Spaghetti in Drittel brechen und nach Packungsanweisung in Salzwasser kochen.
(2) Währenddessen die Frühlingszwiebeln schräg in dünne Scheiben schneiden und das Dressing zubereiten. Dazu den Zitronensaft mit Salz, Pfeffer und Zucker vermischen bis sich Salz und Zucker aufgelöst haben. Dann unter ständigem Rühren das Olivenöl einrühren bis ein homogenes Dressing entsteht. Unter die abgegossenen, noch heißen Spaghetti die Frühlingszwiebeln und das Dressing geben. Abkühlen lassen bis es lauwarm ist.
(3) Sowohl den Räucherlachsschinken als auch den Mozzarella in die Pasta hinein zupfen. Zwischendurch öfter umrühren, damit der Käse und Schinken sich verteilen. Die Tomaten halbieren, hinein geben. Den Rucola grob zerschneiden und ebenfalls dazu geben. Gut durchmischen und sofort noch lauwarm servieren.

Anmerkung: Kalte Reste können am nächsten Tag für eine halbe Minute in der Mikrowelle aufgewärmt werden.

Genießen!

Pasta mit Mangold-Senf-Sauce

Ich liebe meinen kleinen Balkongarten. Mittlerweile mogeln sich auch einfach hübsche Blümchen dazu, aber trotzdem ist der Gemüseanteil nicht zu unterschätzen. Was sich als einfach und ertragreich herausstellte im Anbau, war Mangold. Der funktioniert 1a im Balkonkasten. Ich bin jedes Mal wieder erstaunt! Und irgendwann hat man wunderhübsche Mangoldblätter, die geerntet und verbraucht werden wollen.

Nur für was? Pasta stand lange nicht mehr auf dem Tisch und die Mangold-Senf-Sauce, die seit ewigen Zeiten in meinem Repertoire ist, hatte ich auch ewig nicht. Geritzt! Und die Sauce ist so einfach zu machen und dabei so köstlich! Auch ein perfektes Arbeitnehmergericht, weil die Sauce parallel zu den kochenden Nudeln gemacht werden kann. Wer nicht genau weiß, was er mit der Mangoldschwemme anfangen kann, diese Sauce solltet ihr ausprobieren!

Pasta mit Mangold-Sanf-Sauce

Zutaten für 2 kleinere Portionen:
250 g Mangold
2-3 Tomaten
1 EL Butter
100 ml Sahne
Schluck Wasser
1 TL mittelscharfer Senf
1 TL scharfer Senf
Salz, Pfeffer

140 g Pasta (hier: Linguini)

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Mangold waschen, etwas abtropfen lassen. Die Blätter in breitere Streifen schneiden, die Stiele in kleinere Würfel. Die Tomaten waschen, abtrocknen, vierteln. Strunk heraus schneiden und die Kerne entfernen. Das Fruchtfleisch in feine Würfel schneiden.
(2) Das Wasser für die Pasta aufsetzen, salzen und die Pasta nach Packungsanweisung al dente kochen.
(3) Währenddessen die Sauce schnell kochen. Die Butter in der Pfanne schmelzen lassen und den Mangold hineingeben. Etwa 4 Minuten andünsten. Währenddessen die Sahne mit etwas Wasser den beiden Senfen, Salz und Pfeffer gut verrühren. Über den Mangold geben. Dann wieder ca. 4 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss nur noch die Tomatenwürfelchen hinein geben und gar ziehen lassen.
(4) Die Pasta abgießen und tropfnass in die Sauce geben. Gut verrühren. Servieren.

Genießen!

Quelle: irgendwo mal aufgeschnappt

Gefüllte Champignons

Was war ich nicht neidisch früher auf die Menschen, die in großen Städten alles an Zutaten bekamen, die das Herz und das auserwählte Rezept begehrten. Was saß ich nicht mit tropfendem Zahn vor „Alfredissimo“-Sendungen und fragte mich, wo ich in Rostock Sojasauce oder Artischocken herbekomme. Wir reden von den 1990er Jahren … Damals waren auch gefüllte, große Champignonköpfe sehr in, nur habe ich sie damals irgendwie nicht bekommen. Es gab nur die normal großen Pilze, die zu füllen eine unendliche Fitzelarbeit gewesen wäre. Aber heutzutage bekomme ich so große Köpfe öfter sogar im Supermarkt nebenan. Und dann werden sie mitgenommen!

Letztens füllte ich sie mit einer netten Spinat-Käse-Mischung, für die nutzte, was noch im Kühlschrank war und es erwies sich als äußerst köstlich! Um ein bisschen mehr knusper zu bekommen, hab ich noch ein paar Semmelbrösel drüber gestreut. Und weil so drei Champignonköpfe nicht wirklich sättigend sind zum Mittagessen, gab es noch BBQ- gewürzte Kartoffelspalten und einen bunten Salat dazu. Gute Kombination! Ernsthaft! So ein paar gefüllte Champignons machen sich bestimmt auch nett als Menü-Vorspeise auf einem kleinen Blattsalat. Probiert es ruhig mal aus und berichtet gerne davon :-)

Gefüllte Champignons

Zutaten für 2  Portionen:
150 g Blattspinat, TK
150 g Ziegenfrischkäse
2 konfierte Knoblauchzehen (oder 1 frische)
3 EL geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer
1 + 3 TL Semmelbrösel
6 große Champignons
Olivenöl

(1) Etwa 1,5 Stunden bevor man mit der Zubereitung beginnt, den Spinat aus dem Tiefkühler holen und auftauen lassen.
(2) Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech (oder Auflaufform, wo alle 6 Pilzköpfe hinein passen) mit Backpapier belegen.
(3) Den Spinat mit den Händen sehr gut ausdrücken, dass möglichst wenig Wasser im Spinat bleibt. Es sollte eine gute handvoll ausgedrückter Spinat sein. Grob hacken und in einer Schüssel geben. Die Knoblauchzehen grob zerdrücken (frischen häuten und pressen oder ganz fein hacken). Alle Zutaten bis auf die 3 TL Semmelbrösel gründlich miteinander verrühren.
(4) Aus den Pilzköpfen die Stiele herausbrechen und die Köpfe putzen. Die Füllung gleichmäßig in den Köpfen verteilen. Das restliche Semmelmehl obenauf streuen. Mit ein wenig Olivenöl begießen.
(5) Ein bisschen Öl auf das Backblech gießen und mit einem Champignonkopf verteilen. Die restlichen Pilze drauf geben. In die Mitte des Ofens schieben und ca. 20-30 Minuten backen je nach Größe. Wenn die Brösel obenauf goldbraun und knusprig sind herausnehmen und servieren.

Dazu passt ein frischer Salat oder Kartoffelspalten. Ich kann mir aber auch Kartoffelbrei vorstellen.

Genießen!

Kovászos zöldbab – Fermentierte Salzbohnen aus Ungarn

Es gibt ja Leute, die oft und gerne grüne Salate in diversesten Variationen als Beilage zu fast sämtlichen Mahlzeiten servieren. Ich kann das nicht. Irgendwie kommt mein Kopf nicht auf die Idee Eichblattsalat zu Pasta zu servieren. Wenn ungekochte Beilagen, dann am allerliebsten eingelegtes Gemüse, da lassen sich meine ungarischen Gene einfach nicht verleugnen! Ich habe immer eingelegtes Gemüse im Haus und 90% der Zeit auch ein geöffnetes Glas im Kühlschrank, seien es eingelegte Rote Bete, Gewürzgurken oder Kürbis. Und jetzt im Sommer ist die perfekte Zeit um fermentiertes Salzgemüse einzulegen. Denn dafür braucht man ein paar Tage ordentliche Wärme. Meine geliebten Kovi ubi kennt die geneigte Leserschaft ja schon, aber letztes Jahr stolperte ich über ein Rezept, in dem nach derselben Methode frische Buschbohnen eingelegt werden. Die schön warmen Tage im September nutzte ich aus, um es mit Bohnen aus dem elterlichen Schrebergarten auszuprobieren. Erstmal nur ein kleine Portion, weil ich doch ein bisschen skeptisch war, ob der rohe Verarbeitung der Bohnen. Und wir wissen ja, dass rohe Böhnchen leicht giftig sind und Bauchprobleme verursachen können. Aber die Gärung in dem leichten Salzwasser macht irgendwas mit den Buschbohnen, dass sie danach sehr bekömmlich sind. Und knackig! Und würzig! Und richtig lecker! Probiert das unbedingt aus!

Ich habe die Junihitze der letzten Zeit genutzt und eine größere Portion angesetzt, die dann hoffentlich ein paar Wochen im Kühlschrank hält. Die Portion vom letzten Jahr hielt im im untersten Kühlschrankfach bis vor ca. 4 Wochen, ihr müsst nur darauf achten, dass ihr die Bohnen mit sauberem Besteck aus dem Glas holt, nicht die Gabel ablecken und auch nicht mit den Fingern in die Flüssigkeit, weil Bakterien von der Haut sich gerne mal in der Flüssigkeit vermehren. Ihr merkt, Sauberkeit ist wichtig und verlängert die Haltbarkeit Eurer eingelegten Köstlichkeiten erheblich! So, und wenn die nächste Hitzewelle angesagt ist, schnell beim Gemüsehändler des Vertrauens Einlegegurken und Buschbohnen erstehen und diese Schätze ansetzen!

Kovászos zöldbab – Fermentierte Salzbohnen

Zutaten für ein 1l-Glas:
500 g grünen Buschbohnen
1 Bund Dill (gerne mit Blüten)
3-5 Knoblauchzehen
1 l Wasser
1 EL Salz
1 TL Pfefferkörner
1 Scheibe Weißbrot

evtl. etwas zum Beschweren

(1) Die Enden der Bohnen abschneiden und die Bohnen halbieren. Alle gut waschen. Den Dill ebenfalls waschen. Die Knoblauchzehen häuten.
(2) Das Wasser in einem kleinen Topf aufkochen und das Salz einrühren bis es sich aufgelöst hat. Zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen.
(3) Das Glas gründlich mit Spüli säubern und unter heißem Wasser ausspülen. Auf einem sauberen Handtuch etwas abtropfen lassen.
(4) Jetzt geht es ans Füllen. Die Hälfte des Dills auf den Boden des Glases legen. Dann die Pfefferkörner zufügen. Die Bohnen hinein füllen, sie dürfen ruhig eng liegen. Ein bisschen mit den, natürlich sauberen, Händen stopfen schadet nicht. Zwischendurch die Knoblauchzehen mit hineinlegen. Den Rest vom Dill obenauf. Ebenso die Weißbrotscheibe. Dann das Salzwasser aufgießen bis alles bedeckt ist. Falls das Brot herausgucken sollte, mit einem kleinen Deckel oder Schälchen beschweren, dass alles unter Wasser ist. Locker mit einem Deckel oder Alufolie abdecken, so dass noch Luft ran kommt
(5) Das Glas in eine irdene Schüssel stellen, damit eventuell auslaufende Flüssigkeit nicht Euren Tisch auf dem Balkon einsaut. Alles raus an einen sonnigen Ort stellen und je nach Temperatur 3-5 Tage stehen lassen (je wärmer, desto kürzer). Es sollten kleine Bläschen in der Flüssigkeit entstehen und die Bohnen sich militärgrün verfärben und leicht glasig werden. Wenn das geschehen ist, sind die Bohnen fertig. Brot und Dill entfernen. Die Bohnen (wer mag auch Knoblauchzehen) in ein sauberes, großes Glas geben und die Flüssigkeit durch ein Sieb darüber gießen. Im Kühlschrank lagern.

Wenn ihr die Bohnen immer mit sauberem Besteck entnehmt (Gabel nicht ablecken etc. *g*), dann halten die sich auch einige Monate im Kühlschrank.

Sie passen als Beilage zu diversen Gulascharten, Kurzgebratenem, vielleicht auch Käse?

Genießen!

Quelle: nach Izes életKovászos zöldbab

Spaghetti-Auflauf aus dem Slowcooker

Die Garten- und Ausflugssaison ist ja in vollem Gange! Wer hat bei schönem Wetter schon Lust und, seien die Gartenbesitzer mal ehrlich, Zeit lange in der Küche zu stehen. Die gleißende Sonne, die zwitschernden Vögel, der wispernde Wald, das plätschernde Wasser oder einfach das Unkraut im Garten ziehen einen nach draußen, aber trotzdem möchte zumindest ich eine vernünftige Mahlzeit am Tag haben. Und da kommt wieder mein geliebtes kleines Schmormonster zum Einsatz! Das alte zeit- und energiesparende Prinzip: morgens alles fix in den Slowcooker schichten, anstellen und mittags bzw. abends dann das fertige Essen genießen ohne, dass man weiter einen Gedanken dran verschwenden muss. Für mich unglaublich praktisch!

Nun hab ich Euch ja schon etliche Suppen- und Schmorgerichte, sowohl in vegetarisch als auch mit Fleisch vorgestellt, aber von im Slowcooker gegarten Nudeln hielt ich mich bisher immer fern, weil die ganz gerne verkochen in der langen Zeit. Aber Gabi und Ulrike haben so ein Rezept in ihrem Kochbuch „Slowcooker für 2“ und ihren Rezepten vertraue ich (fast) blind. Und was soll ich sagen: es funktioniert tadellos. Die knapp al dente vorgekochten Spaghetti werden nicht matschig und mit den weiteren würzigen und gemüsigen Zutaten ergibt das einen wirklich schönen Alltagsauflauf, den man gut nach einem Vormittag im Gemüsebeet vertragen kann.

Italienischer Spaghetti-Auflauf

Zutaten für 2-3 Portionen:
125 g Spaghetti
50 g Paprika
2 Frühlingszwiebeln
50 g Erbsen (TK)
50-100 g Wurst- oder Schinken (hier: Schinken)
6-8 Cocktailtomaten

Für den Guss:
2 Eier
150 ml Sahne
75 g geriebener Käse
Salz, Pfeffer
Paprikapulver, getrockneter Oregano

etwas Öl zum Einfetten des Einsatzes

Slowcooker: 1,5 l
Zeit: 3,5-4 Stunden
Stufe: LOW

(1) Den Einsatz des Slowcookers dünn mit Öl einfetten.
(2) Dann das Gemüse vorbereiten. Die Paprika in mittelgroße Würfel schneiden, die Frühlingszwiebeln in Ringe. Die Wurst oder Schinken in kleine Würfel schneiden. Die Cocktailtomaten halbieren.
(3) Die Spaghetti in Salzwasser 1 Minute weniger als angegeben knapp al dente kochen. Die letzten 2 Minuten das Gemüse zugeben. Alles in ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen. Die Spaghetti und Gemüse in den Einsatz des Slowcookers geben, die Schinkenwürfel untermischen und mit den Tomaten belegen.
(4) Alle Zutaten für den Guss gründlich miteinander verrühren. Wenn die Wurst/Schinken sehr salzig ist, weniger Salz verwenden. Die Menge an Paprikapulver und Oregano ganz nach Geschmack, meine ungarischen Gene lassen mich immer ein bisschen mehr davon nehmen. Den Guss auf die Nudeln gießen. Deckel drauf.
(5) 3,5-4 Stunden auf LOW garen lassen bis die Eimasse gestockt und der Käse geschmolzen ist.

Zusammen mit frischem Salat servieren.

Genießen!

Quelle: Frankemölle G., Westphal, U. (2015): Slowcooker für 2. p 48

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