Archiv der Kategorie: Suppen

Das Ende der Wintersuppensaison – Ungarische Wirsingsuppe aka Frankfurti leves

Ungarn lieben Suppe! Und das ist jetzt kein Klischee. Ich kann mich nicht an ein Mittagessen ohne Suppe erinnern. Es gibt bei meinen Tanten immer mindestens zwei Gänge – erst Suppe, dann den Hauptgang. Wobei die Suppe von Brühen (vorzugsweise am Sonntag) bis zu reichhaltigen Eintöpfen reicht, z.B. Gulaschsuppe und dann eben der zweite Gang angepasst wird. Nun ist Winter und ich war selten in meinem Leben bei der ungarischen Familia und kenne dementsprechend wenige winterliche Varianten.

In einem Video von Street Kitchen sah ich ein Rezept für eine Wirsingsuppe mit einem nicht unerheblichen Anteil an Wiener Würstchen. Lustigerweise heißt die Suppe auf ungarisch „Frankfurter Suppe“ hat aber so rein gar nichts mit der Stadt zu tun … Jedenfalls ist noch Winter und diverse Kohlsorten immer noch in Saison. So kam ein kleiner Wirsing in der Gemüsekiste mit und der wollte verbraucht werden. Die Suppe hatte ich schon zu Weihnachten bei den Eltern gekocht, aber so ganz zufrieden waren wir nicht, weil ich den Kohl zu grob geschnitten hatte und er noch Biss hatte. Das war irgendwie falsch. Hier schnitt ich den Kohl feiner und ließ es etwas länger köcheln, so dass alles angenehm weich gegart war. Wer das nicht mag, lässt die Suppe einfach kürzer kochen. Es ist ein wirklich schönes, einfaches Alltagsessen und wer es ungarisch möchte, isst als zweiten Gang einfach Grießbrei, Pfannkuchen oder Mohnnudeln, wie es in ungarischen Mensen gang und gäbe zu sein scheint. Aber auch solo schmeckt diese Frankfurter Suppe hervorragend

Ungarische Wirsingsuppe – Frankfurti leves

Zutaten für 4 Portionen:
350-400 g Wiener Würstchen
500 g Wirsing
1 mittlere Zwiebel
3 Knoblauchzehen
400 g Kartoffeln
2+3 EL Öl
Salz, Pfeffer
1 gestrichener TL Paprikapulver
1 gestrichener TL getrockneter Majoran
1/2 TL Kümmel
1,4-1,6 l Wasser
150 g Schmand
1 TL Mehl

(1) Zuerst alles schnippeln. Die Würstchen in Scheiben schneiden. Vom Wirsing unschöne äußere Blätter und den Strunk entfernen, dann in dünne Streifen schneiden. Diese Streifen je nach Größe nochmal halbieren oder dritteln. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten, die Zwiebel fein würfeln, die Knoblauchzehe in dünne Scheiben schneiden. Die Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden (ca. 1 cm).
(2) In einem großen Topf 2 EL Öl bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Würstchenscheiben darin anbraten bis sie etwas Farbe haben. Herausnehmen und zur Seite stellen.
(3) Die Hitze etwas runter stellen und die restlichen 3 EL Öl erhitzen. Darin die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Die Knoblauchscheiben zugeben und alles etwas Farbe nehmen aber nicht verbrennen lassen. Die Hitze auf mittelhoch stellen und Wirsing und Kartoffeln in den Topf geben und mit anbraten. Paprikapulver, Majoran, Kümmel zum Gemüse geben und pfeffern. Das Wasser aufgießen und salzen. Die Suppe aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze so lange köcheln bis die Kartoffeln gar sind und der Kohl angenehm weich (ca. 15 Minuten). Das kommt ganz darauf an, wie groß oder klein ihr das Gemüse geschnitten habt.
(4) Während die Suppe kocht den Schmand mit dem Mehl klümpchenfrei verrühren.
(5) Wenn das Gemüse gar ist, 2-3 EL der Suppenflüssigkeit mit dem Mehl-Schmand-Gemisch verrühren, so dass sich die Temperatur angleicht. In die Suppe gießen, gut verrühren und noch 2-3 Minuten köcheln lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die angebratenen Würstchen in den Topf geben und nur noch durchwärmen lassen.

Genießen!

Quelle: Street KitchenFrankfurti leves

Ungarische Pilzsuppe – Gombaleves

Lasst uns mal kurz über die ungarische Küche und ihre Klischees reden. Paprika! Ja, ich muss zugeben Paprikapulver ist in wirklich vielen der herzhaften Gerichte drin. Das Gewürz aus Ungarn, egal ob aus Szeged oder Kalocsa, ist nun mal unschlagbar in seiner Qualität und Geschmack. Der Ungar an sich hat dementsprechend einen ziemlich hohen Paprikaverbrauch, es kommt an das Gulasch eben nicht nur ein halber Teelöffel vom roten Gold, sondern gleich ein paar Esslöffel (je nach Fleischmenge) ran. Wenn ihr also Paprikapulver braucht, kauft bitte das gute aus Ungarn beim Gewürzhändel und nicht das seltsam orange vom Discounter nebenan. Es ist ein himmelweiter Geschmacksunterschied!

Die zweite Zutat, die exzessiv benutzt wird und zwar sowohl süß als auch herzhaft, ist Schmand. Ja, genau das Milchprodukt! Das denkt man erstmal nicht, oder? Dabei schmeckt der ungarische tejföl (gesprochen wie geschrieben) ein bisschen anders als der deutsche 20%ige Schmand. Ich kann aber nicht genau benennen was anders ist. Ungarn geben Schmand an Gemüsesuppe wie meine geliebte Blumenkohlsuppe, die leichte Säure belebt den Geschmack. Auch werden viele der außerhalb Ungarns unbekannten Gemüseragouts (fözelék) mit Schmand und etwas Mehl gebunden, wie dieses einfache Kartoffelfözelék. Und auch in ein Gulasch wird gerne Schmand gerührt, nur dass es dann nicht mehr „pörkölt“ heißt, sondern „paprikás“ (gesprochen paprikahsch). Der Klassiker unter diesen Gerichten ist wohl das Hähnchenpaprikás, das es auch in der österreichischen Küche gibt. Hab ich das schon mal verbloggt? Wollt ihr ein Rezept dafür haben? Aber nicht nur in herzhaften Gerichten wird der tejföl genutzt, auch in vielen Kuchen oder als Zutaten für Pfannkuchenfüllungen. Ihr seht, Schmand ist omnipräsent in der ungarischen Küche. Und man darf sich nur Ungar nennen, wenn stets und ständig mindestens eine Packung Schmand im Kühlschrank zu finden ist ;-)

Die dritte Zutat, die ich unweigerlich mit der ungarischen Küche, genauer ungarischen Suppen verbinde, sind Petersilienwurzeln. Sie sind Bestandteil jedes Suppengrünbundes und werden von den meisten Kindern in der Suppe als „komische weiße Möhre“ verschmäht. So auch von mir früher! Mittlerweile ist es eines meiner allerallerliebsten Gemüse und ich kriege Entzugserscheinungen, wenn ich sie nicht in eine Erbsensuppe oder ähnliches schnippeln kann. Sie haben so einen unverwechselbar süßlich-herzhaften Geschmack, der sowohl gekocht als auch gebraten wunderbar zur Geltung kommt. Wann immer ich kann, ersetze ich den deutschen Knollensellerie durch Petersilienwurzeln. Zum Glück kann man sie mittlerweile regelmäßig auf Wochenmärkten oder in osteuropäischen Supermärkten finden. Kauft ruhig mal ein paar, wenn ihr sie erspäht, es lohnt sich den Geschmack zu erkunden!

Warum ich Euch das alles erzähle? Weil diese Pilzsuppe eben alle wichtigen Elemente der ungarischen Küche enthält und sie zu einer sehr köstlichen und sättigenden Suppe vereint. Dabei könnt Ihr sie als etwas kräftigere Vorsuppe nutzen und lasst die Nudelblobbs weg oder macht sie zur sättigenden Hauptspeise, wie ich solche Suppen meist genieße. Entgegen des weit verbreiteten Klischees, ist diese Suppe, wie viele der ungarischen Alltagssuppen, vegetarisch. Ungarn können auch wirklich lecker vegetarisch kochen, nur wollen es eben nicht für Gäste ;-) Also probiert Euch ruhig mal an dieser Suppe und genießt die typisch ungarischen Aromen :-)

Ungarische Pilzsuppe – Gombaleves

Zutaten für 4 Portionen:
500 g Pilze
200 g Möhren
100 g Petersilienwurzel
1 Zwiebel
2 EL neutrales Öl
1 TL Paprikapulver
1-1,2 l Wasser
2 EL Schmand
1 gestrichener TL Stärke
1 Prise getrockneter Salbei (optional)
1 Lorbeerblatt
1/2 Bund Petersilie

Für die Nudelblobbs:
1 Ei
1 Prise Salz
4-6 EL Mehl

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Die Pilze putzen und in 3-4 mm dicke Stücke schneiden. Die Möhren und Petersilienwurzel schälen und in Scheiben schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(2) Das Öl in einem Topf bei mittelhoher Hitze erwärmen, die Zwiebel darin glasig dünsten. Die Möhren- und Petersilienwurzelscheiben zufügen und bei kleiner Hitze zugedeckt 10 Minuten dünsten. Die Pilze zum Gemüse geben und ca. 3 Minuten mitdünsten. Das gesamte Gemüse salzen, pfeffern und mit Paprikapulver bestreuen. Verrühren und sofort mit dem Wasser aufgießen. Salbei und Lorbeerblatt zufügen. Deckel auflegen und ab Zeitpunkt des Kochens auf mittelkleiner Hitze 15 Minuten köcheln lassen.
(3) Für die Nudelblobbs das Ei mit dem Salz und Mehl gut verrühren bis ein zähflüssiger Teig entsteht.
(4) Den Schmand klümpchenfrei mit der Stärke verrühren. Nach der Kochzeit 4-5 EL der Suppen-flüssigkeit zum Schmand geben und gut verrühren. Zurück zur Suppe gießen und gut rühren.
(5) Mit dem kleinesten Löffel in Eurer Besteckschublade immer ein bisschen des zähflüssigen Nudelteigs in die Suppe geben. Dabei den Löffel ruhig in die Suppe tauchen, so gehen die Nudelblobbs gut ab. Öfter mal Rühren damit die Nudeln nicht an einer Ecke zusammen klumpen. Noch 3-4 Minuten köcheln lassen.
Die Petersilie grob hacken und drüber streuen.

Genießen!

Quelle: Fördös, Z. (2016): 83 kedvenc magyar receptem. Lunchbox Kiadó. p78

Indische Kürbis-Linsen-Suppe

Ich muss noch meine ganzen herzhaften Suppenrezepte loswerden, bevor der Frühling mit milden Temperaturen gänzlich ausbricht und die Suppenlust vergeht. Wobei Suppenlust bei mir nie vergeht, als halbe Ungarin fast unmöglich ;-) Und bevor die letzten Kürbisse aus den Lagern verbraucht sind, möchte ich Euch diese wirklich wunderbare indische Linsensuppe vorstellen, die ich auf dem YouTube-Kanal von „Food with Chetna“. Chetna Makan ist Inderin, die in Großbritannien lebt und dort bekannt wurde durch ihre Teilnahme am „Great British Bake Off“. Mittlerweile hat sie drei Kochbücher geschrieben und betreibt eben ihren YouTube-Kanal, den sie mit authentischen indischen Rezepten und wunderbaren Kuchen füllt. Dort entdeckte ich die Linsensuppe mit Kichererbsen und Spinat, die sehr vielversprechend aussah. Nur bin ich nicht der weltgrößte Kichererbsen-Fan und ersetzte ihn einfach mit etwas Butternutkürbis, der noch seiner Verwendung harrte.

Die Suppe ist ziemlich schnell und einfach zubereitet – indische Küche muss nicht kompliziert und zeitaufwendig sein. Dazu ist sie noch gesund und kostengünstig, wenn ihr den Joghurt zum Schluss weglasst sogar vegan. Dabei könnt ihr das Süppchen so scharf oder mild würzen, wie es Euch beliebt. Ich werde diese Suppe in Kürze definitiv wieder kochen, weil sie wirklich richtig köstlich ist und noch ein kleiner Butternut in der Küche wartet. Und kann es Euch auch nur dringend ans Herz legen! Auf die nächste Suppe dürft Ihr Euch auch freuen, eine sehr ungarische *g*

Indische Kürbis-Linsen-Suppe mit Spinat

Zutaten für 4-6 Portionen:

400 g Butternutkürbis; vorbereitet gewogen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 kleines Stück Ingwer
1 EL neutrales Öl
1 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Chiliflocken
150 g Rote Linsen
400 g Dose gewürfelte Tomaten
700-800 ml Gemüsebrühe
80 g TK-Spinat
Salz, Pfeffer

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Den Butternut schälen und in ca. 1,5-2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Knoblauchzehe und Ingwer schälen und beides fein reiben. Die Linsen in einer Schüssel mit Wasser bedecken, kurz durchwirbeln (etwaige schlechte absammeln) und das Wasser abgießen. Den Spinat in ein Sieb geben und mit heißem Wasser übergießen, so dass er auftaut.

(2) Das Öl in einem größeren Topf erhitzen und den Kreuzkümmel darin anbraten bis er duftet. Die Zwiebelwürfel zugeben und bei mittelhoher Hitze mitdünsten bis sie etwas braun werden. Knoblauch, Ingwer und Chiliflocken hinein geben und etwa 1 Minuten anbraten. Kürbis, Linsen, Tomaten und Brühe in den Topf geben. Umrühren und abgedeckt aufkochen lassen. Ab dem Zeitpunkt bei mittelkleiner Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen. Den aufgetauten Spinat zugeben und noch ca. 5 Minuten garen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf Tellern verteilen und wer mag einen Klecks Joghurt obenauf geben.

Genießen!

Quelle: Chetna Makan – Delicious Lentils, Chickpea and Spinach soup

Einfache, gelingsichere Grießklößchen für die Sonntagssuppe

Wie die geneigte Leserschaft sicherlich weiß, liebeliebeliiiebe ich Suppen! Ich mag Suppen mit Stückchen, nicht so sehr cremige. Und am allerliebsten mag ich die schöne Sonntagsbrühe in Ungarn, die die Tanten jeden Sonntag frisch aufsetzen mit Fleisch und grob geschnittenem Gemüse. Stundenlang simmert sie dann vor sich hin in einem riesigen Pott und kann so ihr volles Aroma entfalten. Blöderweise lohnt sich das für mich alleine nicht, jedenfalls nicht regelmäßig. Aber wenn ich dann mal einen großen Topf Hühnerbrühe ansetze, um ihn einzukochen, wird mindestens eine Portion sofort gegessen.

Aber immer nur mit Suppennüdelchens (die richtigen gibt es eh nur in Ungarn und sind IMMER zu lang, um sie unfallfrei zu essen *g*) ist langweilig, also bin ich öfter auf der Suche nach anderen Varianten der Suppeneinlage. Im ungarischen Standardkochbuch wurde ich fündig und probierte die Grießklößchen aus. Ich hatte auch schon andere Rezepte mit Grieß ausprobiert, aber war damit irgendwie unzufrieden. Sie brauchten entweder Ruhezeit und waren mir von der Konsistenz zu fest. Aber die hier hörten sich gut an, wenn auch wiederum nicht mit ultragenauen Zutatenangaben (mein innerer Naturwissenschaftler zuckt dabei immer zusammen), aber die kann man bei dem Rezept gar nicht geben, weil Eier ja nie genau gleich groß sind und je nachdem wie fest ihr die Klößchen wollt, mehr oder weniger Grieß zugebt. Die Masse wird relativ weich verarbeitet, aber wenn ihr Euch unsicher seit, ob es hält, lasst einen Probekloß simmern. Weiterhin wichtig ist, dass die die übrigen Zutaten relativ vorsichtig unter den steifen Eischnee hebt, damit er nicht zusammenfällt und die Fluffigkeit verliert.

Aber das hört sich jetzt alles wilder als es in echt ist! Traut Euch einfach: sie sind einfach gemacht, brauchen nicht viel Zeit! Belohnt werdet ihr mit zart-fluffigen, aromatischen Grießklößchen, die perfekt in eine klare Sonntagsbrühe passen!

Grießklößchen zur Suppeneinlage

Zutaten für ca. 10 Klößchen:
1 Ei
1 Prise Salz
1 kleiner TL zimmerwarme, weiche Butter
1 Prise Backpulver
40-50 g Weichweizengrieß
einige Stengel glatte Petersilie, fein gehackt

Das Ei trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz in einer sehr sauberen, fettfreien Schüssel steif schlagen. Das Eigelb gründlich mit der Butter und dem Backpulver verrühren. Die Eigelbmasse vorsichtig unter das Eiweiß heben, ebenso den Grieß und die Petersilie bis eine nicht zu weiche, aber auch nicht feste Masse entsteht. Während man in einem weiten Topf Salzwasser zum Garen der Grießklößchen aufsetzt, kann der Grieß in der Masse ein wenig aufquellen.

Wenn das Wasser kocht, die Hitze herunter schalten auf mittelklein und warten bis das Wasser nur noch simmert. Mit der Hilfe von zwei Teelöffeln, die im Wasser befeuchtet werden kleine Nocken abstechen und 5-8 Minuten im simmernden Wasser ziehen lassen bis sie etwa das Dreifache ihrer Ursprungsgröße erreicht haben. Bei mir passen so 5 Klößchen auf einmal in den Topf. Mit Hilfe eines Schaumlöffels heraus nehmen und dann in der fertigen Brühe servieren.

Genießen!

Quelle: Horváth, I. (1955): Szakácskönyv. überarbeitete Ausgabe von 2015. Szalay könyvek.p 75

Klassiker aus Österreich – Gekochter Tafelspitz mit Bouillonerdäpfeln

Klassiker sind ja nicht umsonst Klassiker, oder? Einer der österreichischen Küche ist gekochte Tafelspitz, der zusammen mit in der Brühe gekochten Kartoffeln serviert wird. Tafelspitz haben die Eltern schon öfter gemacht und wird gern gegessen, so dass Frau Mama eines Tages mit einem Stück ankam, das sie eigentlich einfrieren wollte. Aber wieso einfrieren, wenn Töchting, also ich, es langsam im Schmormonster garen und dann noch Bouillonkartoffeln aus Frau Mamas momentanem Lieblingskochbuch („Wiener Küche“ von Frau Zii) zum Abendessen machen kann. Sozusagen ein Sonntagsessen zum Wochenanfang.

Gesagt, getan. Den Tafelspitz habe ich rechtzeitig am Vormittag aufgesetzt und auch das Gemüse für die Bouillonkartoffeln kann im selben Atemzug mit geputzt und geschnitten werden. Das entspannt die Arbeit am Abend. Die Garzeit des Tafelspitz im Schmormonster mag erstmal abschrecken, aber so eine Brühe wird ja mit kaltem Wasser aufgesetzt und da braucht der Topf einfach eine Weile, bis der ganze Inhalt auf Temperatur kommt, aber das ist auch voll okay, weil sich so die Aromen wunderbar entfalten und ich muss ja nicht pompomsschwingend daneben stehen ;-) Die Brühe kann schon ein Tag vorher zubereitet werden, nur dran denken, dass ihr das Fleisch dann mit Brühe bedeckt aufbewahrt, damit es nicht austrocknet. Denn das kann erstaunlich schnell gehen.

Die Bouillonkartoffeln an sich sind dann erstaunlich einfach zuzubereiten. Und es ist eine wunderbare Methode, um den Geschmack der Brühe zu verstärken. Dafür werden nämlich die Kartoffeln und noch ein wenig Suppengrün in der fertigen Brühe gegart, durch das Suppengrün wird der Geschmack der Brühe intensiviert, der gleichzeitig von den Kartoffeln beim Garen angenommen wird. Einfachste Kochphysik und ein Träumchen! In Frau Ziis Rezept werden in den letzten Minuten noch ein paar junge Möhrchen mitgegart, die perfekt dazu passen. Sie laugen nicht aus, genau der richtige Gargrad, nicht mehr knackig, aber auch nicht verkocht.

Eine wirklich schöne Kombination und zurecht ein Klassiker: zartes, aromatisches Rindfleisch, milde Brühe und zartes Gemüse. Perfekt! Wird es definitiv öfter geben!

Gekochtes Rindfleisch mit Bouillonerdäpfeln

Zutaten für 4-6 Portionen:
750 g Tafelspitz
1 Zwiebel
2 Möhren
1 Stück Sellerie
1 Pastinake oder Petersilienwurzel
1 TL Pfefferkörner
1 Lorbeerblatt
4 Pimentkörner
Salz
ca. 1-1,5 l Wasser

Slowcooker: 3,5 l
Zeit: 7-8 Stunden auf HIGH, 14 Stunden auf LOW

(1) Das Gemüse vorbereiten. Zwiebel mit Schale waschen, Wurzelende knapp abschneiden und halbieren. Möhren, Sellerie und Petersilienwurzel schälen und in mittelgroße Stücke schneiden. Das Gemüse zuerst in den Einsatz des Slowcookers geben. Die Pfefferkörner, Lorbeerblatt und Piment zugeben, ebenso 1-2 TL Salz. Den Tafelspitz obenauf legen und das kalte Wasser angießen.
(2) Den Deckel aufsetzen und entweder 7-8 Stunden auf HIGH oder etwa 14 Stunden auf LOW garen bis das Fleisch zart ist.
(3) Das Fleisch herausnehmen und bis zur Verwendung in einer Schüssel mit Wasser/Brühe bedeckt abkühlen lassen. So trocknet das Fleisch nicht aus. Die Brühe durch ein Sieb in einen größeren Topf gießen und kosten, ob noch Salz fehlt, eventuell nachsalzen.

Die Brühe ihrem Verwendungszweck zukommen lassen.

Für die Bouillonerdäpfel:
ca. 750 g festkochende Kartoffeln
2 Möhren
1 Stück Knollensellerie
1 Pastinake
1-1,25 l fertige Rindsbrühe
Salz, Pfeffer
6 junge Möhrchen
1/2 Stange Porree/Lauch
1 Bund Petersilie

(1) Das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln, Möhren, Sellerie und Pastinake schälen. Die Kartoffeln in nicht zu kleine Würfel, das restliche Gemüse in halb so große Würfel wie die Kartoffeln schneiden. Das Gemüse waschen.
(2) 1 l der Brühe zum Kochen bringen. Die Kartoffeln und Wurzelgemüse hineingeben, salzen, pfeffern. Mit soviel Brühe auffüllen, dass das Gemüse knapp bedeckt ist. Das Gemüse ca. 15 Minuten bei mittlerer Hitze kochen bis die Kartoffeln weich sind, aber noch nicht zerfallen.
(3) Währenddessen die jungen Möhren schälen und den Porree in dünne Ringe schneiden. Die Petersilie fein hacken. 5 Minuten vor Ende der Garzeit die Möhren und Porreeringe in die Brühe geben.
(4) Den Tafelspitz in dünne Scheiben schneiden und zum Schluss mit in die heiße Brühe geben zum Erwärmen.

Das Fleisch mit der Brühe und dem Gemüse servieren. Ein wenig Petersilie drauf streuen.

Genießen!

Quelle: Bouillonerdäpfel nach Zimmel, S. (2015): Wiener Küche. Dorling Kindersley. München. p 83

Partysuppe entspannt – Gulaschsuppe aus dem Slowcooker

Seid ihr Silvester-Partytiere oder lasst ihr es gemütlich angehen? Ich bin ja der totale Silvestermuffel und verbringe den Abend am liebsten mit meiner Familie zu Hause. Leckere Kleinigkeiten zum Essen, alberne Unterhaltungen und hoffentlich gutes TV-Programm. Wir sind da sehr genügsam :-)

Meine deutschen Großeltern allerdings! Die haben in 50er und 60ern aber offensichtlich wilde Silvesterfeiern geschmissen:

Meine Großeltern 1956:

Ha! Das Photographieren von Essen ist keine neumodische Erfindung:

Jungejungejunge! Leider kann ich die beste Oma von allen nicht mehr fragen, was es damals genau zu Essen gab, aber bestimmt waren Mitternachtssuppen schon beliebt. Ich meine, wer könnte einer schön herzhaften Suppe widerstehen, wenn er verfroren aus der Kälte kommt, nachdem alle Raketen und Böller abgeschossen sind. Und ich glaube, ein bisschen Alkohol im Körper kann den Schmacht auf so ein Gericht auch steigern ;-)

Aber wenn man schon eine Party schmeißt, ist man auch froh, wenn sich manche Sachen von selbst erledigen. Und da kommt der Slowcooker ins Spiel. Während ihr die Wohnung auf Vordermann bringt und dekoriert und andere Kleinigkeiten zubereitet, schmurgelt diese Gulaschsuppe langsam im Slowcooker vor sich hin und ihr müsst Euch nicht drum kümmern, außer maximal 20 Minuten in die Vorbereitungszeit investieren. Die nächsten 8-10 Stunden könnt ihr den Slowcooker getrost vergessen.

Und die Suppe ist wirklich lecker und schmeckt tatsächlich ungarisch. Ich habe Gabis Rezept nur durch die Zugabe der Petersilienwurzel geändert, weil die nunmal an ungarische Suppen gehört. Wenn ihr also zufällig Petersilienwurzeln seht, greift dringend zu! Sie sollten momentan auf jedem Wochenmarkt oder in osteuropäischen Supermärkten zu finden sein. Sie bringen ein angenehm Aroma in die Suppe wie sonst kein anderes Gemüse. Merkt man, dass ich so ein bisschen verliebt in die Petersilienwurzel bin? Ansonsten ist das Fleisch wunderbar zart, das Gemüse noch angenehm bissfest und nicht zerkocht. Der Sud wird schön würzig durch die lange Zeit im Slowcooker, so dass die Aromen sich richtig gut miteinander verbinden können. Ich war sehr begeistert! Wird es öfter geben!

Wer jetzt allerdings keinen Slowcooker sein eigen nennt, der kann trotzdem eine tolle Gulaschsuppe kochen. In diesem Beitrag zeige ich, wie es auch auf dem normalen Herd geht.

Gulaschsuppe aus dem Slowcooker

Zutaten für 4-6 Portionen:
250 g Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
250 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
250 g Möhren und Petersilienwurzel gemischt
2 Paprikaschoten
500 g Schweinegulasch
2,5 EL Butterschmalz oder Schmalz
1 Tl Paprikapulver rosenscharf
4 TL Paprikapulver edelsüß
2 EL Tomatenmark
750 – 900 ml Brühe (oder Wasser)
Salz, Pfeffer
1 TL Kümmel

Zum Servieren:
feingehackte Petersilie
Saure Sahne
frisches Brot

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Die Kartoffeln und Wurzelgemüse schälen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Aus den Paprikaschoten die Kerne entfernen und in ca. 1,5-2 cm große Würfel schneiden.
(2) 1 EL Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Die Würfel der Kartoffeln und Wurzelgemüse bei hoher Hitze anbraten.  In den Einsatz des Slowcookers geben, Deckel drauf und auf HIGH stellen.
(3) Einen weiteren EL des Butterschmalz‘ in der Pfanne erhitzen. Das Fleisch bei hoher Hitze von allen Seite braun anbraten. In den Einsatz geben.
(4) Den Rest Butterschmalz wieder in der Pfanne erhitzen, diesmal auf mittlerer Hitze. Die Zwiebelwürfel langsam anbraten bis sie leicht braun sind. Die Pfanne vom Herd nehmen und die beiden Sorten Paprikapulver unterrühren. Ebenso den Knoblauch. Wieder auf den Herd stellen. Das Tomatenmark gut hinein rühren und so lange braten bis das Paprikapulver duftet, aber nicht verbrennt, sonst wird es bitter. Mit einem großzügigen Schluck der Brühe ablöschen und alles in den Slowcookereinsatz geben.
(5) Die Paprikaschotenstückchen hinzufügen, mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen. Die restliche Brühe zugießen und umrühren. Deckel drauf und 8-9 Stunden auf LOW garen oder 4-5 Stunden auf HIGH. Oder bis die Kartoffeln und Möhren/Petersilienwurzeln gar sind.

Auf den Tellern dann mit der Petersilie und Saurer Sahne garnieren.

Genießen!

Quelle: Crocky-BlogGulaschsuppe ungarisch

Unkompliziert perfekt winterlich: Balkan-Kohltopf aus dem Slowcooker

Die Zeit der Eintöpfe und Schmorgerichte ist schon seit ein paar Wochen über uns und was passt das besser als den kleinen Slowcooker wieder rauszuholen. Aber so wirklich weit weg war er bei mir auch in der warmen Jahreszeit nicht, weil mir die Schmormonster doch so einiges an Kraft und Zeit spart.

Jetzt im Winter ist es offensichtlich vorbei mit der herrlichen Pracht an frischem Gemüse wie Zucchini, Aubergine und Tomaten, die leeren Töpfe auf dem Balkon sehen schon traurig vereinsamt aus. Aber dafür gibt es die anderen leckeren Lagergemüse wie diverse Kohl- oder Kürbissorten. Warum also nicht nutzen und leckere Schmorgerichte daraus zaubern.

Im „Slowcooker für 2“ ist ein Rezept enthalten, dass mich frappierend an den geliebten Hackschmorkohl erinnert, nur dass die Kartoffeln schon drin sind und die Würzung sich eher am Balkan orientierte mit Ajvar und Paprikapulver. Prinzipiell ist es auch schnell zusammen gestellt. Wer jetzt morgens aber nicht zu solche koordinativen Leistungen wie unfallfreies Kartoffelhobeln fähig ist, kann die Zutaten schon am Abend vorher vorbereiten, kühl zwischenlagern und am Morgen schnell in den Einsatz geben und anstellen.

Und nach der Arbeit (oder Ausflug, Gartenarbeit etc.) wird man mit einem wunderbar würzigen, sättigenden Eintopf, der herrlich von innen wärmt, belohnt.

Balkan-Kohltopf aus dem Slowcooker

Zutaten für 2 größere Portionen:
1 EL Butter
200 g Kartoffeln
200 g Weiß- oder Spitzkohl
Salz, Pfeffer
1 Prise Kümmel
1/2 bis 1 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Öl
250 g Hack
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
125 ml Wasser
50 g Ajvar

Zum Servieren:
50 g Feta

Slowcooker: 1,5 l
Stufe und Zeit: 6-6,5h auf LOW oder 3,5h auf HIGH

(1) Zuerst den Einsatz des Slowcookers mit der Butter einfetten.
(2) Das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln schälen und in 2 mm dünne Scheiben hobeln. In den Keramikeinsatz schichten, leicht salzen und pfeffern. Den Kohl in ca. 3 mm dicke Streifen schneiden, mit Salz, Pfeffer und Kümmel etwas durchkneten und auf die Kartoffeln geben.
(3) Zwiebel und Knoblauch häuten. Zwiebel fein würfeln, Knoblauch durch die Presse drücken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hack mit Zwiebel und Knoblauch darin krümelig braten. Mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver würzen und in den Slowcooker auf die Kohlstreifen geben.
(4) Das Wasser gut mit dem Ajvar verrühren und über den Kohltopf gießen.
(5) Deckel aufsetzen und auf HIGH ca. 3,5 Stunden garen lassen.
(6) Den Feta über das Hack krümeln und servieren.

Genießen!

Quelle: Westphal, U., Frankemölle, G. (2015): Slowcooker für 2. p 55

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