Ungarisches Einstandsessen

Geschenke, Geschenke, Geschenke ;-)

Geschenke, Geschenke, Geschenke ;-)

Seit gut drei Monaten arbeite ich jetzt hier an der Uni und fast ebenso lange wohne ich hier in Kassel. Da dachte ich, es wird mal Zeit meine Kollegen zu einem netten Abendessen einzuladen, um sich auch mal außerhalb der Uni kennen zulernen. Nach einigem Hin- und Herzirkeln haben wir tatsächlich einen Termin gefunden, der allen gepasst hat. Und es sind tatsächlich alle gekommen! Ich habe mich so gefreut!!

Und sie haben Geschenke mitgebracht, ich war ja total baff! Damit habe ich ja gar nicht gerechnet *rotwerd* Unsere lieben TAs P. und A. haben mir klassischerweise Brot und Salz (aus der Göttinger Pfannensaline, total großartiges Salz!) zum Einzug mitgebracht und dazu noch Pfefferminztee (*yummie*) und einen neuen pflanzlichen Mitbewohner :-) Ich kannte zwar den Brauch von Brot und Salz zum Einzug, aber weder habe ich es bisher bekommen noch wusste ich was es genau damit auf sich hat. Aber sie haben mir von der Homepage des „Museums der Brotkultur“ in Ulm ausgedruckt, wieso man Salz und Brot verschenkt. So gelten Salz und Brot als die Urspeisen der Menschheit, denen seit frühester Zeit in fast allen Kulturkreisen magische Eigenschaften zugesprochen wurden. Brot wurde als kraftspendender Stoff geschätzt (Kohlehydrate „rulen“!) und das Salz wurde vor allem wegen seiner konservierenden Wirkung verehrt. Gemeinsam galten sie den Menschen damals als sichere Abwehrmittel gegen üble Zauber und Verwünschungen. Brot und Salz gelten als Zeichen der Güte und Gastfreundschaft. Brot und Salz mit einem Mitmenschen zu teilen, hieß ihn zu einem verbindenden Mahl zu laden und seine Freundschaft anzustreben. Wenn man heuzutage zum Einzug Brot und Salz verschenkt, soll es dem neuen Bewohner Reichtum, Fruchtbarkeit und Gesundheit bescheren. Na dann! Ich bin gespannt *g* Außerdem bekam ich zwei Flaschen Weine geschenkt, Schokolade und einen Korkenzieher … Ha! Jetzt kann ich Wein endlich mal nach Geschmack kaufen und kann mein bisheriges Hauptkriterium „Drehverschluss“ außer Acht lassen ;-) Danke nochmals an alle für Eure lieben Geschenke!!! Habe mich wirklich gefreut!

Es war das erste Mal, dass ich so viele Leute (naja, immerhin 7) gleichzeitig verköstigen durfte in meiner Wohnung. Erforderte ein wenig Möbelrücken im Wohnzimmer mit P.s Hilfe, aber wir haben doch alle sieben ohne größere Probleme an den Esstisch gepasst. Geplant hatte ich einen ungarischen Abend (haha, was auch sonst anderes *g*) klassischerweise mit Gulasch. Gulasch lässt sich super vorbereiten, schmeckt aufgewärmt sogar noch besser, also perfektes Essen für so eine Gelegenheit (v.a. wenn man als Gastgeber so unerfahren ist wie ich). Weil ich sowieso zwei Töpfe benutzen musste, hab ich auch gleich zwei verschiedene Gulaschs angesetzt, einmal original ungarische Form und dann wie Frau Mama es zubereitet. Im ungarischen Gulasch (oder auch Pörkölt) wird das Fleisch nicht angebraten, sondern gleich zu den angebratenen und paprizierten Zwiebeln gegeben und im eigenen Saft geschmort. Wenn Frau Mama Gulasch macht, wird das Fleisch portionsweise scharf angebraten, um ein paar Röstaromen zu kriegen und dann zusammen mit Pilzen und Zwiebeln geschmort. Gemein haben die beiden Gulaschs das verfeinern mit saurer Sahne am Ende. Dazu gab es Salzkartoffeln und selbstgemacht Galuska (oder Nokedli oder Spätzle oder Knöpfle, wie man sie auch nennen will *g*) und als typische Salatbeilage ungarischen Gurkensalat (uborkasalát sprich uborkaschalahta). Als Dessert hab ich noch fix ungarische Palacsinta (oder Palatschinken oder Crepes oder Pfannkuchen, wie man sie auch nennen will *g*) gebacken, die sich dann jeder mit Quark, Kakao, Zimt-Zucker oder Marmelade füllen konnte wie er wollte. Es hat (hoffe ich) allen geschmeckt, zumindest ist kaum etwas übrig geblieben. Leider hab ich keine Photos gemacht, so dass ich  die Menübestandteile nochmal einzeln kochen werde, so dass ich der geneigten Leserschaft ein paar nette Photos und Rezepte präsentieren kann :)

Einzig den letzten Rest vom Gurkensalat konnte ich am nächsten Tag ablichten, so dass dieser Beitrag nicht gänzlich ohne Rezept auskommen soll. Und danke nochmal an meine Kollegen für diesen tollen Abend, ich hatte wirklich viel Spaß!

Uborkasalata magyarosan - Ungarischer Gurkensalat

Uborkasalata magyarosan - Ungarischer Gurkensalat

Uborkasaláta magyarosan – Ungarischer Gurkensalat (4 Personen als Beilage)

2 Salatgurken
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
5 TL Zucker
Essigessenz 25%ig
ca. 50-100 ml saure Sahne (nach Geschmack)
1 -2 TL edelsüßes Paprikapulver

(1) Die Gurken schälen und in dünnen Scheiben in eine Schüssel hobeln. Die Knoblauchzehe abziehen und kreuzweise einschneiden, aber nicht durchschneiden. Als ganze Zehe unter den Gurkenscheiben verstecken. Gut salzen und pfeffern.
(2) Für das Dressing in einer großen Tasse, die ca. 250 ml Inhalt fasst, den Zucker geben. Soviel Essigessenz darauf gießen, dass der Zucker die Essenz aufgesaugt hat und sich zähflüssig bewegt. Mit kaltem Wasser auffüllen bis die Tasse voll ist. So lange rühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Zu den Gurkenscheiben gießen.
(3) Mindestens 1 Stunde ziehen lassen. Danach die Knoblauchzehe herausfischen.
(4) Zum servieren die saure Sahne mit dem Paprikapulver verrühren und unter den Salat mischen.

Passt gut zu Gulasch, Paniertem, anderen Schmorgerichten oder wo man einen frischen, säuerlichen Salat braucht.

Quelle: Familienrezept

Geschmack: ++++
Zeit: ++
Zutaten: +
Schwierigkeitsgrad: +

Küchenchaos am Abend

Küchenchaos am Abend

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9 Kommentare zu “Ungarisches Einstandsessen

  1. Wienermaedel 9. März 2009 um 17:31 Reply

    Dein Pörkölt ist sicher ganz hervorragend geworden! Mit Galuska ist es am besten. Gurkensalat wird bei uns auch gerne gegessen.
    Ich kann mir gut vorstellen, wie die Runde begeistert „geschmatzt“ hat, besonders beim Dessert, den Palacsinta. Ein schöner Bericht.

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  2. […] Genf, wo das Distelgewächs sogar eine eigene AOC erhalten hat, die Cardon épineux genevois, für Botanikerinnen:  Cynara cardunculus. Jetzt stammen sie aus Italien.  Um das Gemüse im Kühlschrank […]

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  3. Imre Rosenthal 16. Juni 2009 um 16:24 Reply

    Hallo!
    Ich habe nach Gurkensalat recept gesucht und diese Seite gefunden. Den Salat mach ich jetzt für meine berliner Frau, ich hoffe dass es schmeckt.
    Ich bin selber ungar und koche ich für meine Familie gerne ungarisch. Leider meine Frau ist keine Fleisch, aber dass kann man auch ohne machenn siehe paprikakartoffeln (paprikaskrumpli).
    Für pörkölt ist meine Meinung nach nockeln ist obligatorisch.
    Ja aber heute bleibt nur der Salat.
    Danke fürs recept!
    MfG Imre

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  4. Linda 25. März 2010 um 12:44 Reply

    Ich danke Dir abgöttisch für das Gurkensalatrezept!!! Habe es gestern zu paprikás krumpli (die auch oberlecker waren!) als Beilage gemacht und alle hatten sofort eine übermächtige Sehnsucht nach unserem liebsten Ungarnland! Der Salat hat echt wie in Ungarn geschmeckt > mein ewiger Dank wird Dich verfolgen ;-)

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  5. […] Salzkartoffeln, Kartoffelbrei, Reis, Nokedli/Spätzle servieren. Gerne noch einen frischen Gurkensalat oder eingelegte Gurken […]

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  6. […] Gelegenheit, wo es dort grünen Salat zu essen gibt. Sonst bevorzugt der Ungar an sich ja eher Gurkensalat oder Weißkohlsalat. Ganz wichtig ist bei dem Gericht, dass der Salat gleich auf den Teller mit […]

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  7. Strecker marita 18. Januar 2015 um 21:25 Reply

    Wow,ich bin so froh,Dich gefunden zu haben.Mein Herz aller liebster Onkel Sandor ist mit nur 62 Jahren plötzlich verstorben. Ich bin so wild auf ungarisches Essen,kamst zur rechten Zeit.Es ist so furchtbar,dass er gehen musste.Ende der 70ziger einer der ersten Ungare hier in Brandenburg gewesen.Es grüßt herzlich Marita,közeñem szeperz.oder so.

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  8. […] mit Ketchup und Ei gab. Und was soll ich sagen: tolles Zeug! Er ist natürlich anders als frischer Gurkensalat, aber aufgepimpt mit ein wenig Saurer Sahne und Paprikapulver oder so pur, richtig gut! Für […]

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  9. […] so wahnsinnig üblich als Beilage, zumindest in meiner Familie. Stattdessen werden Weißkohlsalat, Gurkensalat oder eingelegte Gurken, im Sommer Kovászos uborka serviert. Mir ist das ja so ins Blut […]

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