Buék oder Mehr Geld durch Hülsenfrüchte

BUÉK Euch allen!
*Sektkelchhochhalt*

„Buék?“ wird sich der ein oder andere jetzt fragen, was soll denn das sein? In Ungarn wird es einem fröhlich am 01. Januar kurz nach Mitternacht entgegen geschmettert und ist ganz einfach die Abkürzung für „Boldog uj évet kivánok!“, also übersetzt: „Ich wünsche ein frohes neues Jahr!“, was ich hiermit auch der geneigten Leserschaft wünsche! Und noch viel Gesundheit und fröhliche Stunden in der Küche mit köstlichsten Ergebnissen und vielen anderen Abenteuern!

In Ungarn wie auch in anderen Ländern (z.B. Italien und Tschechische Republik), gibt es die Tradition am Neujahrstag Linsen zu essen, damit im kommenden Jahr immer genug Geld im Portemonnaie zu finden ist. Nun war ich früher nicht wirklich als großer Fan der Hülsenfrüchte bekannt, aber das änderte sich in den letzten Jahr und endlich wollte ich mal so richtig europäisch Linsen kochen. Frau Mama und Herr Papa waren skeptisch: „Dauert das nicht ewig?“ „Soll ich nicht lieber ’ne Dose aufmachen?“ Nein und nein! Man muss ja nicht die am längsten kochende Linsensorte kaufen und das Rezept von Eszter (Füszer és Lélek) hörte sich zu gut an, um einfach durch eine Dose ersetzt zu werden.

Besonders reizvoll fand ich die Würzug mit Senf, Honig und Knoblauch. Als echtes ungarisches Gericht, darf natürlich Paprikawurst nicht fehlen ;-) Und was soll ich sagen, es passte einfach alles wunderbar! Es wird ein supertolles Fözlék oder Eintopf draus, je nachdem welche Nationalität das Gericht isst. Hat auch wirklich meine Eltern und Zwerg überzeugt und vielleicht kommt Muttern ja von den Linseneintopfdosen weg ;-) Es ist einfach zu kochen und wenn man Pardina-Linsen benutzt wie ich, dauert die Linsengarzeit auch nur so 20-30 Minuten, eine durchaus vertretbare Zeit, wenn man  nur 4 Stunden Schlaf die Nacht hatte *g* Aber nicht nur zu Neujahr, auch sonst eine große Nachkochempfehlung meinerseits, passt ebenfalls im restlichen Herbst und Winter sehr gut!

Hier also das Rezept für Linsengemüse wie es Eszters Großmutter zauberte:

Lencsefözelék nagyanyám módra – Linsengemüse nach Großmutters Art

Für 6 Portionen als Hauptgericht:
500 g Pardina-Linsen
1 große Zwiebel
1 EL Öl
3 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer
2 EL Honig
2 EL Senf

Für die Roux/Mehlschwitze:
2 EL Öl oder Schmalz
3 Knoblauchzehen
1 EL Mehl

Einlage:
200g scharfe Paprikawurst
2 rote Zwiebeln
Schluck Öl

Essig nach Geschmack

(1) Die Zwiebel in feine Würfelchen schneiden. Einen Schluck Öl in einem größeren Topf erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Währenddessen die Linsen waschen und die schlechten (schwimmen oben) raus sammeln. Mit den drei Lorbeerblättern zu den Zwiebeln geben und mit soviel Wasser auffüllen, dass die Linsen bedeckt sind.
(2) Bei mittlerer Hitze kochen lassen und öfter das Wasser auffüllen, damit die Linsen immer bedeckt sind und nicht am Topfboden anbrennen.
(3) Währenddessen den Knoblauch sehr fein würfeln oder pressen. Die Paprikawurst in dünnere Scheiben schneiden. Die roten Zwiebeln in Ringe schneiden.
(4) Einen Schluck Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelringe darin bei mittlerer Hitze weich-knusprig braten. In einer anderen kleinen Pfanne die Hälfte der Wurstscheiben geben und bei höherer Hitze knusprig anbraten ohne extra Fettzugabe.
(5) Wenn die Linsen gar sein, gut salzen und pfeffern. Eine Schöpfkelle abnehmen und mit einem Pürierstab fein pürieren und zurück zum Fözelék geben. Honig und Senf zu den Linsen geben und würzig abschmecken.
(6) Das Öl für die Mehlschwitze erhitzen und den Knoblauch leicht andünsten. Dann das Mehl dazu geben und gut verrühren. Die Roux zu den Linsen geben und gut einrühren. Die andere Hälfte der Würstchen mit in die Suppe geben und noch einige Minuten köcheln lassen.
(7) Nochmals abschmecken und mit den angebratenen Zwiebelringen und Paprikawurstscheiben servieren. Am Tisch kann sich jeder nach Gutdünken den Essig seiner Wahl ins Linsenfözelék rühren. Zusammen mit frischem Brot

genießen.

Quelle: Füszer és LélekLencsefözelék nagyanyám módra

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14 Kommentare zu “Buék oder Mehr Geld durch Hülsenfrüchte

  1. schmeckts77 2. Januar 2012 um 15:58 Reply

    Hej, ich liebe Linsen. Daher wird das hier gespeichert und ich verspreche, demnächst mal das bolivianische Linsengemüse einzustellen, das es bei uns häufig als Beilage gibt.
    Grüße: schmeckts77

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  2. missboulette 2. Januar 2012 um 23:48 Reply

    Auch Dir, Buék, Anikó! Bin ja nicht so der braune LInsentyp (rote mag ich sehr), aber für Geld nehme ich sie gerne. :-)

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  3. Kirsten 4. Januar 2012 um 18:42 Reply

    Hey,
    ich liebe Hülsenfrüchte jeglicher Art und hab erst gestern eine leckere griechische Linsensuppe gekocht. Diese hier klingt aber auch sehr gut, die merk ich mir mal vor, wenn ich wieder Heißhunger auf Linseneintopf hat – kommt bei mir im Winter sehr oft vor :-)

    LG Kirsten

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  4. Kormoranflug 4. Januar 2012 um 21:24 Reply

    Fuer mich bitte Linsen ohne Mehlschwitze!

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  5. Aurinko 4. Januar 2012 um 22:46 Reply

    Die Würzung der Linsen klingt sehr speziell, aber auch interessant. Ich bin von meiner ewig gleichen Würzung für meine Linsengerichte eh schon gelangweilt. Vielleicht probier ich das bald aus!
    Ein gutes neues Jahr wünsch ich dir! BUEK!

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  6. Tini 5. Januar 2012 um 14:29 Reply

    Ich bin nicht so der Linsenfan aber Pardina Linsen werde ich auf jedenfall mal probieren!

    Liebe Grüße

    Tini

    cookiesandcrystal – Mein Food Blog

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  7. Anne 8. Januar 2012 um 12:09 Reply

    Lecker Linsen mit Honig-Senf! 1000 Dank für diese Anregung, ich hatte schon viel zu lange keine Linsengerichte mehr.

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  8. Anikó 8. Januar 2012 um 16:00 Reply

    Schmeckts, wie gesagt so langsam gewöhne ich mich an die Dinger :-) Aber woher kommt Deine Affinität zu bolivianischen Gerichten?

    Miss Boulette, rote Linsen waren auch meine Anfängerlinsen, vielleicht wagste Dich einfach mal an die bräunlich-grünen ;-)

    Kirsten, ich glaube ich werde jetzt auch öfter Linsen essen :-) SInd doch ernstlich lecker und noch gesund dazu, ha!

    Kormoranflug, die Mehlschwitze macht sich wirklich fast gar nicht bemerkbar. Es wird keine vollkommen eklig dicke Mehlpampe ;-)

    Aurinko, probier es ruhig aus. Ich fands wirklich nett mit Honig und Senf :-) Aber kenn jetzt auch Deine Linsenwürzung nicht …

    Tini, probier es ruhig mal aus, so eklig sind Linsen gar nicht :-)

    Anne, dann mach Dich mal schnell ran :-)

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    • ZOLI 24. Januar 2012 um 13:47 Reply

      Hallo Anikó,
      Ich würde für lencsefőzelék ab und zu sogar einen Wienerschnitzel stehen lassen.
      Bin zwar nicht unbedingt für Honig und Senf aber dafür hat mein édesapám (Papa) immer mit Essig nachgewürzt.
      Es heißt auch,daß Linsen schön machen sollen, außer dem Geldsegen im neuen Jahr.
      Eine Einbrände d.h. Mehlschwitze ist ein muß für ein fözelék.
      Dazu hat meine Familie je nach belieben mit etwas sauere Sahne, auf dem Teller,das ganze abgerundet.
      Bei mir allerdings ist „erős pista“ oder ähnliches angesagt. ;-)
      Auch von mir ein búék für 2012 an Dich.

      Gruß
      ZOLI

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      • schmeckts77 27. Januar 2012 um 13:34

        Hallo Aniko,
        so eine Affinität lässt sich nicht vermeiden wenn der Partner von dort kommt und man selbst auch Jaaaaaahre dort verbracht hat. Angeblich ist ja die peruanische Küche das Feinste vom Feinsten in Südamerika, aber wir waren nu eben mal in Bolivien.
        Und so kommts…. schmeckts77

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  9. […] waren ja neulich Thema bei „Paprika meets Kardamom“ und das hat mich daran erinnert, dass ich auch mal wieder Linsen auf bolivianisch machen […]

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  10. […] Als erstes suchte ich nach einem Linsensalat, denn seit dem ungarischen Linsengemüse zu Neujahr ist meine Liebe zu diesen wirklich tollen, vielfältigen keinen Hülsenfrüchten wieder […]

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  11. […] Linsengemüse – Lencsefözelék […]

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  12. […] Dann gewöhnte ich mich langsam an rote Linsen, an Puy-Linsen in Salatform, an braune Linsen in ungarischen Neujahrsessen und jetzt sind wir endlich bei der klassischen Linsensuppe angelangt. Frau Mama machte bisher nur […]

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