Spanischer Kartoffelsalat

Ich bin immer auf der Suche nach neuen Kartoffelsalatrezepten. Ich mag diese unkomplizierten Gerichte, die schmecken, wenn man sie frisch zubereitet und sich aber auch noch am nächsten Tag gut zur Arbeit transportieren lassen ohne allzu matschig zu werden. Und ich bin da offensichtlich nicht die einzige, wenn ich mir Stephs aktuellen Hilfeschrei angucke ;-)

Diesen Salat entdeckte ich bei in Sarah Wieners Kochbuch „Frau am Herd„, dass ich sehr gerne mag. Schöne, oftmals vegetarische Rezepte, mal ein wenig abseits der mir bekannten Geschmackswegen und genauso gut aber auch klassische österreichische Gerichte präsentiert. Klar, sie ist manchmal ein bißchen lehrerinnenhaft, aber ich kann da ganz gut drüber wegsehen (vielleicht bin ich ja selbst ein wenig so *g*). Dieser Salat erinnerte mich fatal an einen Salat aus Ungarn, der oft zu Familienfeiern gemacht wird. Der nennt sich Francia saláta (Französischer Salat) und hat statt des Eis und des Thunfischs Äpfel drin, aber sonst auch mit Kartoffeln, Möhren und Erbsen. Früher mochte ich den allerdings nicht, weil er mit Mayo und Erbsen und Möhren aus Dosen (kam mir zumindest so vor) zubereitet wurde. Gruselig! Na gut, dieser hier verlangt auch nach Mayonnaise, aber da ich nie welche im Haus habe, musste ich auch also selbst welche machen. Da fiel mir ein, dass Petra mal eine mit dem Pürierstab gemacht hat und dabei ganz gekonnt vor Sohns Kamera agierte als würde sie das jeden Tag machen :-) Es ging so einfach, ein Traum! Dabei wird Mayo pur nie mein Lieblingsessen, aber so wie in dem Kartoffelsalat-Rezept beschrieben mit Joghurt und Extra-Zitronensaft, doch sehr essbar. Die Möhren und Erbsen wurden frisch gekocht und waren dementsprechend noch knackig.
Alles in allem ein wirklich schöner Kartoffelsalat, der nicht kompliziert zu kochen ist, nur ein paar Töpfe mehr als sonst werden benötigt. Die Kombination mit den Erbschen und Möhren im Salat ist doch sehr gut, wird es wieder geben! Allerdings ohne Thunfisch …

Noch ein Wort dazu. Ich weiß das die Thunfisch-Arten vom akut Aussterben bedroht sind, dem wohl am stärksten befischten Blauflossen-Thun wird ein Aussterben 2012 vorausgesagt, das ist in 2 Jahren! Ich habe für dieses Rezept meine letzte Dose Thunfisch aufgebracht, die sich noch im Schrank befand und die ich kaufte, bevor ich von der ganzen Dramatik wußte (esse sonst kaum Fisch).  Ich werde in Zukunft definitiv keinen Thunfisch mehr essen oder kaufen. Ich will und werde nicht mehr dazu beitragen, dass eine Art, die so wertvoll für die marinen Ökosysteme ist, noch weiter dezimiert wird! (gilt natürlich auch für alle andere gefährdete Fischarten!)
Für weitere Informationen, auch welche Fische man auf keinen Fall essen sollte, welche man guten Gewissens verarbeiten kann, kann man bei Greenpeace den Fischratgeber herunterladen im praktischen Taschenformat zum Mitnehmen :-)

Spanischer Kartoffelsalat – Ensaladilla rusa

Zutaten für 4 Portionen:
600 g festkochende Kartoffeln
4 Eier
300 g Erbsen (hier: TK-Erbsen)
300 g Möhren
300 g Thunfisch, im eigenen Saft (hier: 150 g)

Für die Mayonnaise:
1 ganzes Ei
200 ml Öl
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
Zitronensaft

150 g Joghurt
Zitronensaft zum Abschmecken

(1) Kartoffeln in Schale kochen, pellen und in Würfel schneiden. Die Eier in 10-12 Minuten hart kochen, ebenfalls pellen und in Würfel schneiden.
(2) Die Möhren schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Möhren und Erbsen in einem Topf mit wenig Salzwasser in 6-8 bißfest garen.
Alles in einer Schüssel mischen.
(3) WICHTIG: Die Zutaten für die Mayonnaise müssen alle zimmerwarm sein! Das Ei in einen hohen Behälter geben, dann das Öl zugeben, den Senf, Salz, Pfeffer, Zitronensaft. Den Pürierstab in den Becher ganz unten halten, anstellen und langsam hochziehen. Dann sollten sich die Zutaten eigentlich gut verbinden und eine cremige Mayo entstehen. Nochmals abschmecken. Dann den Joghurt mit noch mehr Zitronensaft zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
(4) Die Salatsauce über die vorbereiteten Zutaten geben. Den Thunfisch abtropfen lassen, zerzupfen und vorsichtig unterheben. Einige Stunden an einem kühlen Ort ziehen lassen.

Genießen! (Auch gerne ohne Thunfisch!)

Quelle: Wiener, S. (2008): Frau am Herd. Knaur Verlag. Seite 14

Doch lieber einen Kartoffelsalat ohne Mayo? Dann gefallen Dir vielleicht mehr:

Kartoffelsalat à la Frau Mama
Kartoffelsalat mit knusprigem Speck
Ligurischer Kartoffelsalat
Orientalischer Kartoffelsalat

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13 Kommentare zu “Spanischer Kartoffelsalat

  1. mipi 12. März 2010 um 07:03 Reply

    Wenn ich mir die Zutatenliste so anschaue, gefällt mir der Salat sehr gut. Habe ihn mir zum Nachkochen vorgemerkt.

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  2. Evi 12. März 2010 um 08:11 Reply

    Seit einer gruseligen Erfahrung in einer thüringischen Würstelbude mitten im Wald kann mir Kartoffelsalat mit Mayo sowas von gestohlen bleiben. ;) Mit Vinaigrette (mit Joghurt) nähm ich aber eine gesunde Dosis.
    Bis auf den Thunfisch klingt der Salat stark nach dem, was hier in den 80ern so unter „Partysalat“ lief. Mit frischen Zutaten aber bestimmt lecker!

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  3. ORsolya 12. März 2010 um 09:16 Reply

    och ja, bitte für mich auch eine portion francia saláta. jetzt sofort. zum frühstück!!

    (sonst muss ich das ja selber – nach geschätzten 20 jahren -machen)

    nur zur beruhigung: als kind mochte ich ihna uch nicht;-)

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  4. Steph 12. März 2010 um 09:17 Reply

    Mir fällt grad ein, man könnte das ja mal mit geräucherter Makrele probieren, wäre sicher nen Versuch wert.
    Ich merk mir das mal vor :o)

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  5. nina 12. März 2010 um 09:23 Reply

    Hört sich sehr lecker an, auch mit der Mayonnaise.
    Ich Rezept über Geflügelsalat, was fast identisch ist, nur mit Frischkäse und Joguhrt als Sauce.
    Vielleicht kann man ja die Mayonnaise weglassen und dafür den Frischkäse nehmen, ich werde es ausprobieren!

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  6. Petra aka Cascabel 12. März 2010 um 12:27 Reply

    Hihi, der russische Salat weckt bei mir auch nostalgische Erinnerungen. Ich hab mich da sogar mal zur Dose überwunden:
    http://peho.typepad.com/chili_und_ciabatta/2008/08/schwelgen-in-erinnerungen-russischer-salat.html
    (ohne Tunfisch :-))

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  7. jayjay 12. März 2010 um 23:03 Reply

    Mhhh, lecker und informativ – und als Thüringer steht man ja eh auf Kartoffelsalat, wenn auch nicht aller Coleur. Ich durfe gestern „Schawarma“probieren, dachte erst, meine Bekannte hätte sich beim SMS schreiben vertippt, aber hey: War echt total lecker. Bin gespannt was noch so kommt, meine liebe PmK.

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    • Anikó 13. März 2010 um 22:37 Reply

      Mein liebster jayjay, wenn Du schon von „Schawarma“ schwärmst, brauche ich wenigstens eine längere Erläuterung was das ist und am Besten gleich das Rezept dazu ;-) (Hätte Dich ja unter nem anderen Nick hier erwartet *g*)

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  8. Aurinko 12. März 2010 um 23:17 Reply

    Zur Beruhigung: Mein Freund hat mir letztens erklärt, dass Thunfische nicht aussterben können, weil man ja sicher nie die letzten beiden Fische fängt. Weil das Meer ja groß ist.
    Und dass die sich dann ja wieder fortpflanzen.
    Der Bestand ist vielleicht in zwei Jahren winzigst, aber es wird noch welche geben.

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    • Anikó 13. März 2010 um 22:05 Reply

      Ich lasse jetzt mal den Biologen raushängen ;-) Die Biologie an sich geht davon aus, dass eine Art dann überlebt, wenn sie mindestens 500 Individuen in einer Population hat, damit die genetische Vielfalt auch bestehen bleibt. Aber diese Population muss auch räumlich relativ nah beieinander leben, damit sie sich fortpflanzen kann. Klar mag es noch 1000 Blauflossen-Thune (keine reelle Zahl, nur zum Vorstellen) geben, aber die Meere sind groß und ich denke die Chance, dass sich männl. und weibl. Thun zur Paarungszeit finden ist nicht soo groß.
      Klar wird es noch einige Thunfische geben, aber eben nicht mehr in der Größenordnung, dass sie ihre Aufgabe im Ökosystem Meer erfüllen könnten und zum Essen für den Menschen. Da haben wir offensichtlich ganze Arbeit geleistet!

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  9. Anikó 13. März 2010 um 22:43 Reply

    mipi, freut mich, dass er Dir gefällt, auch wenn er optisch wirklich nicht soo der Bringer ist. Aber wenn Du ihn machst, wird er bestimmt auch würdig angerichtet :-)

    Evi, ich war wirklich sehr überrascht, wie gut er doch schmeckte. Die Möhren so richtig nach Möhren und auch die Erbsen hatten noch Eigengeschmack. War famos!

    Orsi, den Francia saláta werd ich dann irgendwann mal machen und gebührend vorstellen :-)

    Steph, bei mir wirds nächstes Mal komplett ohne Fisch, vielleicht ein wenig mehr Zitrone oder andere Säure drin. Hab noch nie geräucherte Makrele gegessen, aber vertraue Deinen Kochkünsten :-)

    Nina, mit Frischkäse ist auch ne gute Idee. Wird hier vorgemerkt als Alternative für etwaige kommende Mayo-Salate :-)

    Petra, Deinen Mut für den Nostalgie-Beitrag hab ich damals schon bewundert :-) Und mich würde ja auch interessieren, warum ein Salat aus Spanien als „russisch“ tituliert wird.

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  10. kitchenroach 14. März 2010 um 02:29 Reply

    Kommt auf die Nachkochliste. Und schoen, dass Du auf den Greenpeace-Ratgeber hinweist.

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  11. […] Spanischer Kartoffelsalat […]

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