Káposztás tészta – Krautnudeln auf ungarisch

Der Ungar an sich hat es nicht so mit Sauce, außer bei Schmorgerichten wie Gulasch kenne ich eigentlich keine Sauce, nicht so wie hier in Deutschland Schweinebraten mit Sauce oder ’ne schicke Sauce mit Pfeffer zu einem ordentlichen Steak. Zu paniertem Schnitzel gibt es dort Kartoffeln oder Reis mit Salat dazu und auch ungarische Nudelgerichte schwimmen nicht wirklich in Sauce, eher werden andere trockene Zutaten unter die Nudeln gemischt. Ein Klassiker für Kinder sind „Mohnnudeln“, gekochte Nudeln die einfach mit einer Mohn-Puderzucker-Mischung bestäubt werden, so als Beispiel. Wirklich nicht meins, ich liebe Sauce zu Pasta! Tomatensauce, Carbonara, Käse-Sahne, Bolognese und Konsorten, je mehr je lieber :-)

Aber trotz aller Vorbehalte wagte ich mich an eine Version, die mir noch am saftigsten erschien: Krautnudeln oder auf ungarisch Kápostás tészta (gesprochen: kahpoßtahsch tehßta). Dazu wird Weißkohl etwas karamellisiert und so lange geschmort bis er goldig braun ist und dann mit gekochten kleinen Nudeln, entweder Fadennudeln oder Flecken (kleine rechteckige Nüdelchen) gemischt. Und jetzt kommt die persönliche Note rein. Zum Schluss würzt man das ganze nach persönlichem Geschmack, manche hauen sich Unmengen von Pfeffer auf die Krautnudeln, es gibt Leute wie mich, die sich dann eher Puderzucker darüber stäuben und damit in eine sehr delikate süße Richtung gehen *yummie* Und ja, ich weiß, dass hört sich für den ein oder andern im ersten Augenblick richtig fies an *ggg* Und ich war überrascht, es war äußerst schmackhaft, fand es wirklich gut und mit dem bunten Salat dazu, perfekt!

Káposztás tészta – Ungarische Krautnudeln

Zutaten für 2 reichhaltige Portionen:
3/4 Kopf Spitzkohl (ca. 700-800 g)
Salz
3-5 EL Öl, Schweineschmalz oder Gänseschmalz (geht auch gemischt)
2 TL Zucker
250 g rechteckige Nudeln oder auch Fadennudeln

optional: Puderzucker oder Pfeffer

(1) Den Kohl in feine Streifen hobeln oder schneiden. Gut salzen und erstmal für 15-20 Minuten zur Seite stellen.
(2) Das Fett (Kohl braucht wirklich eines an Fett, um lecker zu werden) einem Topf erhitzen, den Zucker einstreuen. Wenn der Zucker geschmolzen ist, den gut ausgedrückten Kohl in den Topf geben und bei mittlerer Hitze schön braun dünsten. Das dauert eher 40 Minuten als 10 Minuten. Aber zum Ende hin immer ein Auge drauf haben, damit der Kohl nicht anbrennt.
(3) Kurz bevor der Kohl fertig ist, die Nudeln nach Packungsanweisung kochen.
(4) Die Nudeln mit dem Kohl gut mischen. Je nach Belieben mit viel Pfeffer scharf würzen oder mit Puderzucker überstreuen.

Dazu: frischer, bunter Salat

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13 Kommentare zu “Káposztás tészta – Krautnudeln auf ungarisch

  1. kochschlampe 7. Februar 2010 um 09:42 Reply

    Ich weiß nicht.
    Was einen Großteil der Kohlverarbeitungsmöglichkeiten und -sorten angeht bin ich ja noch recht jungfräulich. Ich glaube nicht, dass diese Variante an Platz 1 der ‚Was man alles mit Kohl anstellen kann‘-Liste kommen wird. Das erscheint mir einfach doch arg fremd. Gerade mit dem Puderzucker.
    Erstmal muss ich herausfinden, was ich mit dem bunten Wirsing mache.

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  2. nata 7. Februar 2010 um 17:41 Reply

    Ich glaube, in manchen Regionen in Süddeutschland machen sie auch solche Kombinationen mit Pasta und Kraut. Habe ich aber noch nie gegessen. Vielleicht sollte ich das mal ändern, denn für mich klingt das lecker. Ganz besonders appetitlich sieht dieser bunte Salat aus!

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  3. Petra 8. Februar 2010 um 08:43 Reply

    Das habe ich von meiner Schwiegeroma damals gelernt und es schmeckt wirklich gut. Wir sind aber eher die schmalen selbstgemachten Nudeln und gehobeltes Kraut gewöhnt. Schau mal hier:
    http://www.kleineisel.de/blogs/brotundrosen.php/2005/10/21/fast-vegetarisch
    Viele Grüße

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  4. la grosse mere 9. Februar 2010 um 19:37 Reply

    Au fein, ich hab doch noch Kohl im TK-Fach. Kein Spitzkohl, aber gut. So im Prinzip läßt sich das sicher nachkochen; Rezepte sind ja nur Anregungen ;-)
    Laufen die nicht in Österreich unter Krautfleckerl? Wäre ja nicht so überraschend…

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  5. peppinella 9. Februar 2010 um 22:11 Reply

    kann es sein, dass ich das mal in oberösterreich gegessen habe? ich glaube schon. es hat saugut geschmeckt.

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  6. Anikó 10. Februar 2010 um 15:00 Reply

    Frau Kochschlampe, das ist eindeutig ein Gericht für fortgeschrittene Kohlesser ;-)

    nata, das mag wohl sein, aber kenne aus dem Süden Deutschlands kaum Leute und bin auch eher ganz selten dort *schulterzuck*

    Petra, wozu Schwiegeromas doch gut sein können ;-) Ich glaube ich habe auch gehobelt, sieht man auf dem Photo nur nicht so gut …

    la grosse mere, das kann sein mit den Österreichern, die sind ja küchentechnisch den Ungarn nicht unähnlich. Kann man übrigens auch gut mit Weißkohl machen. Ich hatte nur einen Spitzkohl wegen der kleineren Größe gekauft.

    Pepinella, das mag wohl sein. Ich war nicht dabei und weiß gerade auch gar nicht welche Städte sich genau in Oberösterreich befinden …

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    • la grosse mere 10. Februar 2010 um 19:08 Reply

      Linz und drumrum, das ist Oberösterreich :-) Zwischen Salzburg und Niederösterreich an der schönen blauen Donau und so. Da kommt meine Mama her…

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  7. Mademoiselle 2. Oktober 2010 um 20:47 Reply

    Juhuuuuu seit du dieses Rezept gepostet hast wollte ich (als begeisterte Kohl-esserin) es unbedingt nachkochen und heute war es endlich so weit…

    Ich bin begeistert von der Version mit Puderzucker, der männliche Mitesser eher von der mit Pfeffer…

    Ein tolles Rezept und so schön einfach, das Schweineschmalz mit Zucker riecht aber doch befremdlich zu Beginn :)

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  8. Miri 5. Februar 2011 um 18:23 Reply

    Hallo Anikó,
    ich liebe diese Krautnudeln, eigentlich alle ungarischen Krautgerichte. Habe eben gerade deine Seite entdeckt und mich darüber gefreut, dass du die ungarische Küche hier so gut rüber bringst. Ich selbst bin zwar keine Ungarin, aber mein Freund kommt aus Budapest. Ich bin mittlerweile genauso verrückt nach ungarischem Essen, Land und Leuten, wie meine Schwiegerfamilie in spe.
    Ich werde demnächst auch ein paar ungarische Rezepte bloggen und freue mich schon auf weitere Anregungen von dir. Bisher erhalte ich nämlich alle ungarischen Rezepte von der Schwiegermama :)

    LG
    Miri

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  9. Rolf 22. September 2011 um 16:08 Reply

    Ich kenne dieses Gericht als kapostas cvegedli.
    Da könnte ich mich reinlegen!!! Dazu eine eine leckere Entenkeule.

    Übrigens: Dieses süße Kraut ist eine hervorragende Füllung für einen Strudel. Später Puderzucker darüber geben.

    Ich weiss, das klingt sehr gewöhnungsbedürftig – aber ich kann´s nur empfehlen.

    Rolf

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  10. […] wunderbar klar, er ist kleiner, zarter, hat eine kürzere Garzeit. Am liebsten mache ich damit Ungarische Krautnudeln (Kápostás tészta). Dieses mal habe ich noch den Rest Bacon, der sich im Kühlschrank langweilte […]

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  11. Schmorkraut mit Schwenkkartoffeln 20. Februar 2015 um 09:06 Reply

    […] zubereiten. Orientiert habe ich mich dabei einem ungarischen Krautnudel-Rezept namens Kápostás tészta. Dabei wird das klein geschnittene Kraut für ca. 45 Minuten in Butterschmalz bei mittlerer Hitze […]

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  12. Zoli 5. März 2015 um 06:59 Reply

    Dieses Gericht gehört genauso zur ungarischen Küche wie der Paprika in den pörkölt

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