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Vegetarischer Kaviar aus Odessa – Baklazhannaya Ikra

Ich habe ja bekanntermaßen eine Vorliebe für die osteuropäische Küche (je nachdem wie eng oder weit man „Europa“ definiert). Natürlich ist mir die ungarische am nächsten, aber auch polnische, rumänische Gerichte, die der Balkanländer und der ehemals sowjetischen Staaten wie die Ukraine, Georgien und Konsorten haben einen großen Platz in meinem Herzen respektive Magen. Irgendwie mag ich ihre Zusammenstellung von Aromen, mag die Verwendung von Roter Bete, Pilzen, Dill, Schmorgerichte, Paprika (wie ginge es ohne bei mir!), Auberginen, Tomaten (!!!), Quark und noch so viel mehr!

Frau Kochschlampe war letztens in ihrem Heim Gastgeberin eines osteuropäischen Abends. Wie gerne wäre ich dabei gewesen! Natürlich unterhielten wir uns vorher über die Speisen. Neben Rote Bete-Brühe mit Klößchen und Quarkkuchen mit kandierten Orangenschalen, einem monströsen Schweinebraten und Pampushky (kleine Brötchen mit intensiver Knoblauchbutter) sollte es Kaviar „Odessa Art“ geben. Nein, jetzt nicht was ihr denkt! Für diesen Kaviar wurden keine Fische operiert oder gar getötet, hierfür wurde nur eine Aubergine richtig weich gebacken und dann mit wenigen anderen Zutaten vermischt.

Und was soll ich sagen! Ein Traum! So großartig das Zeug! Ich habe es einige Tage in Folge auf mein getoastetes Weißbrot zum Frühstück und Abendessen gehabt. Wirklich wichtig ist nur, dass ihr es tatsächlich mindestens ein paar Stunden durchziehen lasst im Kühlschrank. Frisch gemacht schmeckt man jede Zutat sehr stark, zu stark heraus, der Essig ist zu sauer, die Zwiebel zu kneifend, der Knoblauch zu intensiv. Wenn ihr ihm allerdings ein paar Stunden Zeit gebt, verbinden sich die Aromen und alles wird harmonisch.

Baklazhannaya Ikra – Auberginen-Kaviar

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 mittelgroße Aubergine
1 kleine Zwiebel
1-2 KnoblauchzehenBrotaufstrich
1 mittelgroße Tomate
1-2 EL Rotweinessig
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Petersilie, gehackt

1 Tag vorher beginnen!

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen. Die Aubergine mit einem Messer von allen Seiten mehrmals anstechen, so explodiert sie nicht. In einer kleinen Auflaufform in den Ofen geben und ca. 1 Stunde backen bis sie ganz weich ist. Herausnehmen und abkühlen lassen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und sehr fein hacken. Die Tomate vierteln, den grünen Strunk und Kerne entfernen, sehr fein würfeln.
(3) Von der Aubergine den Strunk abschneiden, die Haut entfernen und das Fruchtfleisch mit der Hilfe von zwei Gabeln fein zerteilen. Gut mit den restlichen Zutaten vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Behältnis abdecken und einige Stunden in den Kühlschrank stellen zum Durchziehen.

Zum Servieren noch die Petersilie drüber streuen.

Dazu passt am Besten wunderbar frisches Weizenbrot z.B. Sesamkringel oder Pide.

Genießen!

Quelle: Recipeland.comBaklazhannaya Ikra

Und weil ich so wahnsinnig begeistert von dem Odessa-Kaviar bin und es ein wunderbarer Brotaufstrich ist, darf es beim CXXVI. Event im „Kochtopf“ zum Thema „Brotaufstriche aller Art“ mitmachen. Diesmal wird es ausgerichtet von „Kochen mit Diana„. Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, den Käse oder die Wurst vom Brot zu verbannen und dementsprechend gespannt, was die anderen sich so überlegt haben *hibbel*

Blog-Event CXXVIV – Was aufs Brot! Brotaufstriche (Einsendeschluss 15. April 2017)

Mohnkuchen mit Zitronencreme

Ein Kuchen zum Wochenende muss ein, oder? Und was hätte ich Lust auf eine einfache, aber saftige Erdbeertorte oder Johannisbeer-Baiser-Torte, jetzt wo der Frühling wirklich da ist und es draußen jeden Tag grüner wird. Aber da müssen wir uns hier in Deutschland noch gedulden, wenn wir die saisonale Früchtchen essen wollen und nicht Importe aus Spanien, Nordafrika oder gar Übersee. Mir wird immer ganz anders, wenn ich auf Instagram die ganzen Leute sehe, die sich jeden Tag Unmengen an Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Himbeeren in die Müslischüsseln oder zum Nachmittagssnack packen. Oder gar Wassermelone! Es ist doch nicht mal annähernd warm genug, um Gelüste nach Wassermelone zu entwickeln! Nochmal eine kurze Liste, wann die Früchte bei uns Saison haben (Referenz: Nord- und Mitteldeutschland, Schrebergarten, freie Natur, ohne Gewächshaus):

  • Rhabarber: ab Ende März/April, Hochsaison ab Mai
  • Erdbeeren: frühe Sorten ab Ende Mai
  • Johannisbeeren: wie Name sagt ab Johanni, also Ende Juni.
  • Himbeeren: frühe Sorten ab Mitte/Ende Juni
  • Aprikosen: französische Sorte ab Juni
  • Pfirsiche/Nektarinen: ab Ende Juni aus Südeuropa.
  • Heidelbeeren: im Freiland an Südhängen ab Anfang Juli
  • Brombeeren: ab August bis September
  • Wassermelone: aus dem südeuropäischen Ausland (Frankreich, Italien, Ungarn, Spanien, Türkei) ab Juli

Ich weiß, es ist obsttechnisch momentan mau, außer den lagernden Äpfeln, aber so ist das nunmal Ende des Winters, Anfang des Frühjahrs. Die Pflanzen müssen ja erstmal blühen, von den Bienchen bestäubt werden und ihre Früchte bilden und reifen lassen. Das dauert alles ein bisschen … Und wenn wir sie dann im Sommer frisch vom Feld, oder jedenfalls nicht ganz so weit transportiert, essen können, schmecken sie um sooo vieles aromatischer! Vielleicht wollt ihr auch ein paar Erdbeerpflanzen auf dem Balkon oder Eurem kleinen Garten anbauen, das ist ganz einfach, braucht keinen explizit grünen Daumen und ihr habt dann zur richtigen Zeit die vollreifen Früchtchen :-)

Kommen wir zum Wesentlichen zurück! Auch jetzt zur obstarmen Zeit kann man schöne Kuchen backen. Diesen Mohnkuchen mit Zitronencreme sah ich auf der ungarischen Seite „Streetkitchen„, deren Videos und Rezepte ich sehr schätze und schon einiges nachgebastelt habe. Mohn scheint eine typisch osteuropäische Sache zu sein. Ich sehe oft Rezepte mit ihm in polnischen Kochbüchern und auch aus der ungarischen Küche kenne ich ihn zur Genüge: zu Schupfnudeln, Brotauflauf mit Mohn, im Kuchen, zu Pflaumenknödeln. Dann kann er auch die Hauptzutaten in einem Rührkuchen sein, der dazu noch ohne Mehl auskommt und somit glutenfrei ist. Sowas passiert bisweilen auch hier *g* Zum Schluss wird der fertige Kuchen mit Lemon Curd bestrichen, was nochmal den richtigen Kick gibt. Das Gesamtkunst, dass sich sehr einfach backen lässt, ist nämlich wirklich wunderbar! Zarter, saftiger Kuchen mit angenehmen Mohngeschmack plus die zitronige Frische des Lemon Curd (macht es gerne nach Frau Kochschlampes Rezept, die funktionieren immer). Großartigst! Probiert es unbedingt aus, wenn ihr Mohn mögt!

Mohnkuchen mit Zitronencreme

Zutaten für Springform (Ø 24 cm):
5 Eier
150 g Zucker
150 g Butter, zimmerwarm
200 g gemahlener Mohn
15 g Backpulver
1 Bio-Zitrone, Schale
50 ml Milch
1 Prise Salz
4 El Lemon Curd (selbstgemacht oder aus dem Glas)

Butter zum Einfetten der Form

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier belegen und die Seiten mit Butter einfetten.
(2) Die Eier trennen. Butter und Zucker mit Hilfe der Küchenmaschine oder Handrührer schaumig schlagen. Nacheinander die 5 Eigelb zugeben und gut unterrühren. Den Mohn mit dem Backpulver und Zitronenschale unter die Buttermischung rühren. Zum Schluss die Milch unterrühren.
(3) Die Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Zuerst 1/3 des Eiweißes vorsichtig unter den Mohnteig rühren, dann die restlichen 2/3 wirklich vorsichtig mit Hilfe es Spatel unterheben. Dies geht am Besten, wenn der Teig richtig vorsichtig von außen nach innen unter den Eischnee gehoben wird. So bleibt besonders viel, der ins Eiweiß geschlagenen Luft erhalten und der Kuchen nachher luftig.
(4) Den Teig in die vorbereitete Springform geben, glatt streichen und auf mittlerer Schiene 25-35 Minuten backen. Stäbchenprobe machen, ob er gar ist. Dabei mit einem Zahnstocher oder Schaschlikspieß in die Mitte des Kuchens stechen, wenn das Stäbchen sauber, ohne anhaftenden Teig wieder rauskommt, ist er durch. Den fertigen Kuchen herausholen und komplett abkühlen lassen.
(5) Die Zitronencreme gleichmäßig auf den abgekühlten Kuchen streichen. Noch mit ein bisschen des gemahlenen Mohns zur Dekoration bestreuen.

Genießen!

Quelle: StreetkitchenCitromkrémes máktorta

Countdown Bags

Wir sind keine großen Silvester-Partyanimals. Ich mag die Kälte nicht, ich mag den Lärm der Böller nicht und erzwungene Gute Laune schon gar nicht. Lieber mach ich es mir mit meinen liebsten Menschen zu Hause gemütlich :-) Wenn es kein Raclette oder Fondue gibt, bereiten wir gerne ein kleines Buffet zu Silvester, damit sich jeder seine Favoriten aussuchen und man noch gut den ganzen Abend mal hier oder dort eine Kleinigkeit schnabulieren kann. Neben den obligatorischen gefüllten Eiern …

… wollte Frau Mama dieses Jahr etwas neues Ausprobieren, das sie in einem Rezeptheftchen von Dr. Oetker fand, sogenannte Countdown Bags. Das sind Täschchen aus Kartoffelhefeteig, die mit einer würzigen Spitzkohl-Speck-Nüsschen-Mischung gefüllt sind. Ist ein wenig aufwendiger, aber darf es ja für Silvester mal sein. Und zum Glück musste ich ja nicht alles alleine basteln und die einzelnen Schritte können auch wunderbar entzerrt werden. So haben wir die Füllung schon am Tag zuvor vorbereitet und einfach kühl gestellt. Der Teig verhält sich auch sehr kooperativ, möchte nur genügend Mehl auf der Arbeitsfläche und dem Nudelholz haben. Dadurch, dass wir nicht so große Förmchen zum Ausstechen hatten, wurden es ein paar mehr Countdown Bags. Sie schmecken wunderbar würzig und zart. Fanden allgemeine Zustimmung bei allen Familienmitgliedern :-) Auch noch am nächsten Tag!

Hier das Buffet in seiner ganzen Herrlichkeit angerichtet auf dem elterlichen Herd. Auf 12 Uhr die Countdown Bags, auf 2 Uhr Klopse, es folgt eine kleine Käseplatte, eingelegte Fisolen, auf 6-7 Uhr der traditionelle selbstgemachte Heringssalat und auf 11 Uhr eine Schüssel heißgeliebter Käsesalat. In der Mitte finden sich die gefüllten Eier. Hach, es war ein Fest!

Countdown Bags

Zutaten für ca. 14 Stück
350 g mehligkochende Kartoffeln
100 ml Milch, zimmerwarm
450 g Weizenmehl
1 Packung Trockenhefe
1 TL Zucker
2 TL Salz
1 Ei

Für die Füllung:
300 g Spitzkohl
50 g Speckwürfel
1 EL Butter
1 TL Zucker
Salz
1 TL Curry
Pfeffer
1 TL Schwarzkümmel
75 g Creme fraiche
50 g gehackte Haselnüsse

Zum Bestreichen:
1 Eigelb
1 EL Milch

Zum Bestreuen:
1 EL Schwarzkümmel

(1) Die Kartoffeln waschen und ca. 30 Minuten in Salzwasser garen, pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Abkühlen lassen.
(2) Das Mehl mit der Trockenhefe gründlich in einer größeren Schüssel vermischen. Die übrigen Zutaten für den Hefeteig hinzufügen und mit den Knethaken in 5 Minuten zu einem glatten Teig verarbeiten. Falls der Teig zu feucht sein sollte, noch etwas Mehl unterkneten, falls zu trocken noch einen wirklich winzigen Schluck Milch. Die Schüssel zudecken und den Teig an einem warmen, zugfreien Ort etwa 1-1,5 Stunden gehen lassen bis er sich sichtbar vergrößert hat.
(3) Währenddessen die Füllung zubereiten. Die Spitzkohl putzen und in feine Streifen schneiden. Die Speckwürfel mit der Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze anbraten. Spitzkohl, Salz, Pfeffer, Curry und Schwarzkümmel zugeben und in etwa 5 Minuten bissfest dünsten bei mittelhoher Hitze. Das Gemüse in eine Schüssel geben. Creme fraiche und Haselnüsse hinzufügen, gut unterrühren und abkühlen lassen.
(4) Ein Backblech mit Backpapier belegen. Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(5) Den Teig auf einer gut bemehlten Oberfläche gut durchkneten und ca. 1/2 cm dick ausrollen. Mit Hilfe eines großen Glases (oder Schüsselchen) daraus ca. 14 Kreise (Durchmesser etwa 12 cm) ausstechen. 1-1,5 EL der Spitzkohlfüllung auf einer Hälfte der Kreise verteilen und die leere Seite überklappen. Dabei den Rand schön festzwicken.
(6) Für die Eistreiche das Eigelb mit der Milch gut verquirlen. Die gefüllten Halbkreise damit bestreichen und mit etwas Schwarzkümmel bestreuen. An einem warmen Ort noch ca. 10 Minuten gehen lassen.
(7) Zum Backen in die Mitte des ofens schieben und etwa 20 Minuten backen bis sie goldbraun sind.

Warm oder bei Zimmertemperatur servieren.

Genießen!

Quelle: Dr. Oetker – Weihnachtliches Backvergnügen. p 14

Den Rest des Abends verbrachten wir auf Zwergs Wunsch mit Gesellschaftsspielen. Und das Spiel „Regatta – Unsere Ostsee“ hat sogar Spaß gemacht *g* Alles in allem ein schöner, ruhiger Jahreswechsel!

 

Brathähnchen mit Kräuterbutter nach Jamie Oliver

Traditionell gibt es bei uns am ersten Weihnachtsfeiertag das Festessen! Schließlich ist dann erst echt Weihnachten. Ich würde gerne an diesem Tag ein paar aufwendigere Sachen ausprobieren, aber da stehen zwei Gründe gegen:

  1. Frau Mama möchte auch was von ihrer Tochter außerhalb der Küche haben.
  2. Die Essensvorlieben einiger Familienmitglieder sind heikel. So mögen manche kein Rindfleisch, dass nicht mindestens 3x gestorben ist. Manche mögen an Geflügel nur Huhn.

Damit alle glücklich werden, können wir wahlweise Schwein oder Huhn machen, leider kein schönes Roastbeef, keine knusprige Ente, kein schöner Wildbraten *seufz* Pute ist leider auch keine Option, weil sie meist zu groß ist und die Familie nicht ewig von einem Gericht essen mag.

Letztes Jahr kaufte sich Zwerg das neue „Weihnachtskochbuch“ von Jamie Oliver, so war klar, dass wir daraus etwas kochen wollten. Und da sind echt schöne Rezepte und Ideen drin. Aber viele wegen der oben erwähnten Gründe in unserer Familie nicht durchführbar (dabei würde ich so gerne mal ein Filet Wellington ausprobieren…). Aber auf das Hähnchen mit Kräuterbutter gegart konnten wir uns einigen. Die Hauptarbeit macht der Ofen, Kräuterbutter lässt sich schnell basteln. Und während das Hähnchen vor sich hin brät, kann man entspannt die Beilagen basteln. In unserem Fall ein Kartoffel-Kürbisbrei und einfachst gekochter Rosenkohl von unserem eigenen Rosenkohl aus dem Schrebergarten.

Anstatt das Hähnchen im Ganzen zu garen – wir waren ein bisschen spät dran mit den Vorbereitungen – habe ich es längs halbiert. Eigentlich ganz einfach, wenn man ein vernünftig scharfen und schweres Messer hat oder eine Geflügelschere. Geflügelscheren rocken ja mal richtig! Der Rest war echt einfach: vorbereitetes Gemüse im Bräter verteilen, Zitrone halbieren, Hähnchenhälften außen mit der Kräuterbutter bestreichen und alles ab in den Ofen. Das Hähnchen ist fertig, wenn sich das Fleisch vom Oberschenkel leicht lösen lässt und der austretende Fleischsaft klar, wenn ihr mit einem Messer reinpiekt. Ich weiß, die Kräuter sehen sehr dunkel aus, aber lasst Euch versichert sein, dass sie nicht annähernd verbrannt waren.

Und das war ein Weihnachtsessen bei dem sich nicht einer über irgendeinen Bestandteil beschwerte. Das Hähnchen war herrlich würzig, gar und saftig. Die Beilagen passten hervorragend dazu und wir waren alle angenehm gesättigt, aber nicht zum Platzen voll.

Ein voller Erfolg, sag ich mal, und kann so gerne nochmal auf meinem Teller wandern :-)

Brathähnchen mit Kräuterbutter nach Jamie Oliver

Zutaten für 4 Portionen:
1 Hähnchen ca. 1,3 kg
1 Knoblauchzehe
1/2 Bund Petersilie
1 kleiner Zweig Rosmarin
2 Zweiglein Thymian
Salz, Pfeffer
125 g weiche Butter
2 Möhren
1 Stück Sellerie
1 Zwiebel
1 Petersilienwurzel
1 Zitrone
1 Zweig Rosmarin
3 Zweige Thymian

(1) Das Hühnchen 30-45 Minuten bevor ihr mit der Zubereitung beginnen wollt, aus dem Kühlschrank nehmen.
(2) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(3) Während das Huhn Temperatur annimmt, die Kräuterbutter basteln (geht auch schon am Tag vorher). Dafür die Knoblauchzehe häuten und fein hacken (oder pressen). Die Petersilienblätter von den Stengeln zupfen, ebenso vom Rosmarin und Thymian. Alle Kräuter fein hacken. Mit dem Knoblauch zusammen zur weichen Butter geben. Salzen und pfeffern. Alles gut miteinander verrühren.
(4 Die Möhren, Sellerie, Zwiebel und Petersilienwurzel schälen und in grobe Stücke schneiden. Die Zitrone vierteln. Das Gemüse in einem Bräter gleichmäßig verteilen.
(5) Den Beutel mit den Innereien aus dem Huhn entfernen, vorsichtig waschen und gut trocknen. Das Huhn längs halbieren. Von innen und außen salzen und pfeffern. Je die Hälfte der Kräuterbutter gut auf den Hautseiten des halbierten Hähnchens mit Hilfe der Hände verstreichen. Die Hähnchen mit der Hautseite nach oben in den Bräter setzen. Die Zitronenstückchen drunter schubsen.
(6) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und etwa 75-90 Minuten braten. Die Haut sollte goldbraun sein und das Fleisch sich wirklich leicht vom Schenkel lösen. Wenn man in den Oberschenkel des Huhns piekst, sollten die heraustretenden Säfte klar sein. Das Huhn aus dem Ofen nehmen und etwas 15 Minuten ruhen lassen.

Dazu passen Röstkartoffeln oder Kartoffelbrei, ihr könnt das mitgegarte Gemüse aus der Auflaufform essen und noch Gemüse nach Gusto dazu garen wie Rosenohl, Rotkohl, Möhrengemüse oder Pilze?

Genießen!

Quelle: nach Oliver, J. (2016): Weihnachtskochbuch. Dorling Kindersley.

Lasagne aus geröstetem Butternutkürbis

Gefühlt komme ich erst langsam im Winter und der Weihnachtszeit an. Und irgendwie habe ich den Herbst übersprungen. Die warmen Tage im September waren da auch nicht sonderlich hilfreich. Geht das noch jemandem so? Jedenfalls habe ich kaum Kürbis gegessen bis jetzt und so lungern immer noch ein paar in meiner Wohnung rum und harren ihrer Verwendung. Oder gibt es eine Regel, dass ab Dezember kein Kürbis mehr gegessen werden darf? ;-)

Mein Lieblingskürbis ist eindeutig der Butternut, noch vor dem Hokkaido, der mir manchmal zu mehlig wird. Und so wird jede Chance genutzt, solch einen Kürbis käuflich zu erstehen. Aber was damit anstellen? Geröstet sind Kürbisse ja schon ein Träumchen und irgendwie von dort weiter kommen. Sättigend soll es sein, also schnell nach Nudelvarianten mit geröstetem Kürbis gesucht. Die von der BBC Good Food-Seite sprach mich sehr an. Mit Salbei. Ein Klassiker zum Kürbis. Okay, der Großteil der Zutaten war nicht da, weder Creme fraiche noch Ricotta, aber ich bin ja meist andersweitig ausgestattet und so wurden die beiden Zutaten durch Frischkäse und Hüttenkäse ersetzt. Funktionierte tadellos!

Ja, das ist kein Schnell-ich-habe-JETZT-Hunger-Essen, sondern eher was für den gemütlichen Sonntag, aber es lohnt sich wirklich! Cremige Lasagne mit einer netten süß-würzigen Note durch den Kürbis und den Salbei. Sie lässt sich auch hervorragend portionsweise einfrieren und wieder aufwärmen, falls man mal vergessen haben sollte einzukaufen :-)

Lasagne aus geröstetem Butternutkürbis

Zutaten für 2-3 Portionen:
500 g Butternutkürbis mit Schale
100 g Frischkäse (oder Creme fraiche)
2 EL Milch
4 EL geriebener Parmesan
200 g Hüttenkäse (oder Ricotta)
8-10 Blätter Salbei
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
1 Prise Pul Biber (Chiliflocken)
6 Lasagneblätter
Schluck Olivenöl

(1) Als erstes den Butternutkürbis in Viertel schneiden und in eine Auflaufform setzen. In den kalten Ofen geben, auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen und etwa 50 Minuten rösten lasen bis das Kürbisfleisch weich ist.
(2) Den Frischkäse mit der Hälfte vom Parmesan und der Milch mischen und zur Seite stellen. Den Salbei bis auf 4 Blätter fein hacken. In einer größeren Schüssel den Hüttenkäse mit dem übrigen Parmesan und feingehacktem Salbei mischen.
(3) Einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und salzen. Die Lasagneblätter portionsweise ca. 5 Minuten vorkochen und auf einem sauberen Küchenhandtuch lagern.
(4) Eine Auflaufform dünn mit Olivenöl ausfetten.
(5) Den Kürbis aus dem Ofen holen. Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze hochstellen. Den Kürbis vorsichtig unter die Ricotta-Mischung mischen. Es muss keine glatte Masse sein, es dürfen ruhig noch Stückchen drin sein. Mit Salz, Pfeffer, Pul biber und Muskatnuss würzen.
(6) Nun die Lasagne zusammen stellen. Eine dünne Schicht der Frischkäsecreme auf dem Boden der Auflaufform verteilen. Darauf 2-3 Lasagneblätter und ein Drittel der Kürbis-Hüttenkäse-Mischung verteilen. In der Reihenfolge weiter gehen bis die Hüttenkäse-Kürbis-Mischung verbraucht ist, aber unbedingt noch einen Rest der Frischkäsecreme aufbewahren, der auf die oberste Lasagneschicht gestrichen wird. Die ganzen Salbeiblätter darauf legen mit ein wenig Olivenöl besprenkeln.
(7) Auf der mittleren Schiene in den Ofen geben und ca. 25 Minuten backen bis es am Rand blubbert und goldbraun ist.

Etwas abkühlen lassen und mit frischem Salat servieren.

Genießen!

Quelle: abgewandelt nach „Squash, ricotta and sage pasta bake“ von BBC Good Food

Typisch für den Herbst – Quiche mit Pfifferlingen

Herbst! Und zwar so richtig jetzt! Zumindest kalendarisch! Das Wetter draußen mutet noch sehr spätsommerlich an. Ein sehr später Spätsommer! Aber hey, wir nehmen, was wir kriegen können, oder? Und zum Herbst passen sowohl Pfifferlinge als auch Quiche und was läge da näher, als die beiden Sachen zu verbinden, wo es sich doch auch am nächsten Tag vorzüglich als Büromittag eignet.

Ich blieb diesmal bei der klassischen Geschmackskombination in vegetarisch mit Zwiebelchen und Petersilie, die im Guss landeten. Und ich stellte mich meinem Erzfeind: dem Mürbeteig. Irgendwie wurde der nie was bei mir und war mir auch zu fisselig zum Bearbeiten. Aber auf Twitter sprach man mir Mut zu und ich traute mich an Julias Rezept von „German Abendbrot„. Und tatsächlich – gar nicht schwer! Der Teig ließ sich wunderbar ausrollen, zickte nicht einmal rum und schmeckte auch noch wunderbarst! Um die Furcht vor dem Erzfeind Mürbeteig komplett zu verlieren, muss ich ihn allerdings noch ein paar Mal machen. Und eigentlich ist so eine Quiche auch entspannt zu machen, man muss ja nicht alles hintereinander weg basteln. Vormittags können schon die Pfifferlinge geputzt und der Teig geknetet werden. Guss basteln und Pilzebraten kann während der Vorbackphase des Teigs gemacht werden. Und während die Quiche im Ofen bäckt, wird die Küche fix aufgeräumt. Ihr seht alles nur eine Frage der Organisation, so bleibt auch noch Kraft und Zeit für andere Sachen zwischendrin :-)

Und diese Quiche kann ich wirklich uneingeschränkt empfehlen! Sehr angenehme Pilznote, knuspriger Teig, cremig-würzige Füllung. Wunderbarst! Darf es in der Kombination gerne wieder geben!

Quiche mit Pfifferlingen

Zutaten für 1 Springform 26 cm:

Für den Mürbeteig:
200 g Mehl
100 g kalte Butter
Prise Salz
80-100 ml kaltes Wasser

mindestens 500 g Bohnen oder Linsen zum Blindbacken
30-60 Minuten zur Teigruhe

Für den Belag:
400 g Pfifferlinge
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 (deutsches) Bund Petersilie
100 g Gouda
2 EL Öl
3 Eier
150 g Schmand
Salz, Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss

(1) Als erstes den Mürbeteig vorbereiten. Dafür die kalte Butter mit Mehl und Salz in eine Schüssel geben, etwas vom Wasser, aber nicht alles zugießen. Alles schnell zu einem Teig verkneten, der gut zusammenhält. Wenn noch Wasser nötig nachgießen und unterkneten. In einen großen Gefrierbeutel legen (der wird später auch zum Ausrollen benutzt) und 30 bis 60 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
(2) Währenddessen die Pilze putzen. Dafür die Pfifferlinge verlesen. In einer großen Schüssel 1,5 El Mehl mit 1,5 l Wasser gut vermischen. Die Pilze portionsweise darin waschen, aber nicht zu lange drin liegen lassen. Gut abtropfen lassen und auf einem Küchenhandtuch legen, damit überschüssige Flüssigkeit aufgesaugt werden kann.
(3) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier belegen und dann den Rand auf dem Boden befestigen. Überstehendes Papier abschneiden.
(4) Für die Füllung Zwiebel und Knoblauch häuten und fein würfeln. Die Petersilie fein hacken. Den Gouda reiben. In einer Pfanne 1 EL Öl erhitzen und die Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin glasig dünsten. In eine Schüssel geben, etwas abkühlen lassen und mit dem Schmand, geriebenem Käse, Eiern, Petersilie und den Gewürzen gut verrühren. Zur Seite stellen.
(5) In der Pfanne das restliche Öl erhitzen und die Pfifferlinge portionsweise bei hoher Hitze scharf anbraten. Zum Schluss salzen und pfeffern. Zur Seite stellen.
(6) Den Mürbeteig aus dem Kühlschrank holen. Die lange Seite des Gefrierbeutels aufschneiden und den Mürbeteig in der Mitte platzieren. Mit einem Bogen Backpapier belegen und so groß mit Hilfe eines Nudelholzes ausrollen, dass er um einige Zentimeter größer als der Durchmesser der Springform ist. Den Teig mit Hilfe des Papiers in die Springform legen mit dem Backpapier bedeckt lassen und Bohnen drauf verteilen. Für 10 Minuten im Ofen vorbacken. Herausholen, Bohnen entfernen und nochmals für 5 Minuten backen.
(7) Die Pfifferlinge auf dem vorgebackenen Teig gleichmäßig verteilen und mit der Eiermasse begießen. In den Ofen stellen und ca. 35 – 40 Minuten backen lassen.

Aus dem Ofen holen, ca. 15 Minuten abkühlen lassen. Dazu passt wunderbar ein frischer Salat.

Genießen!

Quelle: abgewandelt nach „German Abendbrot“ – Pfifferling-Tarte mit Speck

Die (bisher) besten Pommes aus dem Ofen

 

Ihr mögt Pommes? Seid aber fies vor dem Frittieren? Geht mir genauso. Auch wenn ich sonst alles ausbacke, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, an Pommes traue ich mich nicht ran und irgendwie ist mir auch das viele Öl zu schade, dass trotz nur einer Portion drauf geht. Es muss also anders sein. Der Ofen ist eine Variante, aber alle Kartoffelstäbchen, die ich bis jetzt darin garte, waren meilenweit vom Pommesstatus entfernt. Hmm … Aber recherchieren wir doch mal und bei Smitten Kitchen wurde ich fündig, die offensichtlich eine ähnlich starke Vorliebe für Pommes frites wie die „pastacuitta“ nata *g*

Sie probierte vieles aus und fand dann die für sich passendste Version. Dafür benötigt ihr nicht viele Zutaten – drei um genau zu sein – und kompliziert ist es auch nicht. Die Kartoffeln werden kurz angegart, tatsächlich nur 10 Minuten auf dem Herd gelassen und dann in den glühend heißen Ofen verfrachtet. Dabei ist wirklich wichtig, dass ihr das Blech mit etwas Öl drauf im Ofen mit aufheizt, damit die vorgekochten Kartoffelstäbchen sofort beginnen zu rösten. Dann heißt es nur noch warten und ein- oder zweimal wenden.

Und fertig sind wirklich erstaunlich knusprige und leckere Ofenpommes, die nur einen Bruchteil an Öl benötigen. Versucht es ruhig mal!

Und weil Pommes ja wohl das ultimative Fastfood sind – ich meine, wer holt sich bei akutem Hunger nicht gerne eine Portion Pommes?!? – darf der Beitrag beim CXXIII Blogevent im bei Zorras „1x umrühren bitte“ mitmachen. Es geht um „Homemade Fastfood“ und wird ausgerichtet von Tanja und Martin, die „Sakriköstlich“ beitreiben. Auf dem Bild könnt ihr auch erkennen, was der nächste Beitrag zum Event ist, dieses Mal nur etwas anders zubereitet. Seid gespannt!

Blog-Event CXXIII - Homemade Fastfood (Einsendeschluss 15.9.2016)

Die (bisher) besten Pommes frites aus dem Ofen

Zutaten für 2 Portionen:
3-4 mittelgroße, festkochende Kartoffeln
3-4 El Olivenöl
Salz

(1) Den Ofen auf 230°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(2) Die Kartoffeln je nach Vorliebe nur waschen (Schale dran lassen) oder schälen. Die Kartoffeln erst der Länge nach in Scheiben schneiden, diese dann in schmale Pommesstreifen (ca. 1 cm). In einen Topf geben, mit Wasser bedecken und bei hoher Hitze auf den Herd stellen. Nach 10 Minuten – egal, ob das Wasser gekocht hat oder nicht – abgießen. Wenn es kochen sollte, dann die Temperatur runter stellen. Die Kartoffeln sollten sehr „al dente“ sein, aber nicht mehr knackig.
(3) Zwischenzeitlich auf einem Backblech 2-3 EL Olivenöl verteilen und im Ofen erhitzen. Das Öl sollte richtig heiß sein und sich schon fast von alleine auf dem Blech bewegt. Aber schon ein Auge darauf haben.
(4) Die Kartoffeln sofort nach dem Abgießen in einer Schicht auf dem Blech verteilen. Mit dem letzten EL Olivenöl beträufeln und leicht salzen. Für 20 Minuten in der Mitte des Ofens rösten. Dann die Kartoffeln wenden, so dass sie von allen Seiten gleichmäßig bräunen. Nochmals 5 Minuten drin lassen. Die Wendeprozedur noch 1 oder 2 mal machen. Hier waren sie nach 30 Minuten perfekt.
(5) Auf eine Platte geben, nochmals salzen, so lange sie heiß sind und ab dafür!

Genießen!

Quelle: Smitten KitchenOven fries

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