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Ungarische Alltagsküche aus dem Vorratsschrank – Pásztortarhonya

Es gibt doch in jeder Nation so Gerichte, die man notfalls aus dem zusammen basteln kann, was so im Vorratsschrank ist. Diese Hirtengraupen scheinen eine ungarische Variante dessen zu sein. Aber das, was ich hier mit “Graupen“ übersetze, ist nicht das, was wir in Deutschland unter Graupen verstehen, sondern kleine Nüdelchens. Klassischerweise wird dafür ein sehr fester Nudelteig hergestellt, der dann über eine grobe Reibe gezogen, eben zu Tarhonya (gesprochen: Tarhonja) verarbeitet wird. Die Handarbeit macht sich in Ungarn heutzutage aber kaum noch jemand, sondern kauft sie im nächsten Supermarkt (Wer die hier in Deutschland mal kosten will, sucht sie bei Amazon und nimmt die der Firma „Gyermelyi“.). Ich mag sie mittlerweile sehr gerne und bringe sie von jedem Ungarnurlaub mit,obwohl sie in meiner Familie keine große Tradition haben. Wenn ich so überlege, habe ich sie noch nie von meinen Tanten gekocht gegessen…
Dieses Rezept sah ich in einem ungarischen Kochbuch (wo sonst 😉), dass, behaupte ich mal, eher für jüngere Leute geschrieben wurde, die vielleicht Sehnsucht nach Omas klassischer Küche haben.
Es ist ein recht einfaches Rezept, dass mit wenig Zutaten auskommt, die aber wunderbar miteinander harmonieren und ein schön herzhaftes Gericht ergeben. Und zwar so lecker, dass ich es schon mehrfach wiederholt habe. Auch die Eltern fanden es sehr köstlich :-)

Pásztortarhonya – Ungarische Hirtengraupen

Zutaten für 4 Portionen:
250 g Tarhonya
70 g geräucherter Speck
3 EL neutrales Öl
1 mittlere Zwiebel
1 gehäufter EL Tomatenmark
3 Knoblauchzehen
2 gehäufte TL Paprikapulver
800 ml heiße Brühe (oder Wasser), evtl. etwas mehr
Salz, Pfeffer
400 g Kartoffeln
100 g Kolbász

(1) Zuerst die Zutaten vorbereiten. Den Speck würfeln. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten. Die Zwiebel fein würfeln. Die Kartoffeln schälen und in ca. 1-1,5 cm große Würfel schneiden. Die Kolbász in dünne Scheiben schneiden.
(2) 2 EL Öl in einem größeren Topf erhitzen. Die Tarhonya darin bei hoher Hitze braun braten. Herausnehmen.
(3) Die Hitze kleiner stellen und in dem Topf das restliche Öl mit dem Speck zusammen geben. Beginnen, den Speck bei mittel-kleiner Hitze auszulassen und dabei anzubraten. DIe Zwiebelwürfel zufügen und glasig dünsten lassen. Das Tomatenmark zufügen und unter Rühren mit anbraten. Dann den Topf vom Herd nehmen, die Knoblauchzehen durch eine Presse gedrückt, und das Paprikapulver zufügen. Gut verrühren und sofort danach mit der heißen Brühe oder Wasser auffüllen. Mit Salz und Pfeffer würzen, aufkochen lassen. Die angebratenen Tarhonya wieder in den Topf geben mit abgedeckt bei mittlerer Hitze 8 Minuten kochen lassen.
(4) Nach der Zeit die Kartoffeln und Wurstscheiben zugeben. Gut verrühren. Deckel auflegen und ab dem Zeitpunkt des Kochens ca. 25 Minuten bei mittelkleiner Hitze köcheln lassen bis die Kartoffeln gar sind. Dabei öfters umrühren, weil das Essen gerne am Topfboden ansetzt.

Nochmal kosten, ob Salz fehlt und mit einem sauer eingelegten Gemüse oder Salat servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös, Z. (2016): 83 kedvenc magysr receptem. Lunchbox Kiadó. p48

Die kulinarische Weltreise: Italien – Pasta mit Mangold und Speck

 

Seid ihr reiselustig? Entdeckt ihr gerne neue Länder und Kulturen? Ich bin da so ein bisschen zwiegespalten. Einerseits sehe ich mir wirklich gerne Neues an, erkunde Landschaften, koste andere Aromen, andererseits kann ich mich dort am besten entspannen, wo ich alles in- und auswendig kenne, meine Beine den Weg alleine finden, ohne dass der Kopf sich anstrengen muss. Außerdem erschwert mir die MS das Reisen aus unterschiedlichsten Gründen doch ein bisschen …

Nichtsdestotrotz, wenn ich in bestimmte Ecken der Welt schon nicht so leicht physisch kommen kann, hole ich mir die Welt eben kulinarisch nach Hause. Und da bin ich nicht die einzige, die das gerne macht. Volker von „Volker mampft“ ruft deswegen zur „kulinarischen Weltreise“ auf!

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise von @volkermampft

Und da bin ich gerne dabei! Jeden Monat ein neues Land, eine neue Herausforderung! Für diesen Monat fängt es leicht an mit Bella Italia. Und zu Italien haben wir doch alle irgendeine Verbindung, selbst wenn wir noch nicht da waren, oder? Sei es Pizza, Pasta, Wein, Kunst, Geschichte – Italien hatte und hat so viel Einfluss auf viele Bereiche unseres Lebens. Und auch wenn ich erst einmal dort war (Du liebe Güte, auch schon fast 20 Jahre her) liebe ich dieses Land einfach!

Aber was koche ich jetzt für den Event? Wenn möglich etwas, dass auch einen Teil des Gemüses meiner Biokiste verbraucht. Eigentlich wollte ich gerne etwas aufwendigeres wie selbstgemachte Ravioli basteln, aber dann kam das Leben und zwei Mangoldstauden dazwischen. Nach ein bisschen Recherche im Netz stieß ich auf ein italienisches Rezept, in dem Mangold mit Speck kombiniert wird. Das war mir neu, klassischerweise wird Mangold bei mir gerne mit Feta kombiniert. Und es gab keine wirklich saucige Komponente im Rezept, wie Sahne oder passierte Tomaten. Die deutsche Saucenliebhaberin in mir war skeptisch ;-) Aber hey, probieren wir es aus. Der Mangold wird zuerst in Salzwasser gekocht und roch das gut. Ich wusste gar nicht, dass kochender Mangold so wunderbar duftet! Die eigentliche Sauce ist so schnell geköchelt, wie die Pasta braucht. Ihr seht, ein perfektes Feierabendgericht. In 30-40 Minuten steht Euer Essen fix und fertig auf dem Tisch :-)

Und der Geschmack ist wirklich wunderbar! Herzhaft, angenehm Speck-rauchig mit dem zarten Mangold und doch noch etwas Biss durch die Möhrenwürfel. Die Tomaten bringen eine schöne, unaufdringliche Fruchtigkeit mit rein. Auch war es nicht zu trocken, wie von mir befürchtet, es hatte genau die richtige Konsistenz. Ich war wirklich positiv überrascht und wird ins Repertoire aufgenommen!

Pasta mit Mangold und Speck

Zutaten für 2 Portionen:
180 g Pasta (z.B. Fussili)
250 g Mangold
50 g Speck/Pancetta
1 kleine Zwiebel
1 Karotte
1 mittlere Tomate
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zum Servieren:
Parmesan, frisch gerieben

(1) Salzwasser in einem größeren Topf zum Kochen bringen. Währenddessen den Mangold vorbereiten. Die Stiele in dünne, die Blätter in breitere Streifen schneiden. In einem Sieb unter laufendem Wasser waschen. In den Topf mit dem kochenden Salzwasser geben und etwa 5 Minuten köcheln lassen. In ein Sieb abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen.
(2) Währenddessen die anderen Zutaten schneiden. Den Speck in kleine Würfel. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Karotte schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Tomaten waschen, abtrocknen, halbieren. Die grünen Strünke aus den Hälften schneiden und das Fruchtfleisch mittelfein würfeln.
(3) Das Wasser für die Nudeln aufsetzen und die Nudeln nach Packungsanweisung bissfest garen.
(4) Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Den Speck und Zwiebel darin anbraten bis die Zwiebeln etwas goldig sind. Tomaten- und Karottenwürfel zugeben, etwas salzen und pfeffern. Einige Minuten köcheln lassen bis die Tomaten zerfallen und die Möhren gar, aber noch bissfest sind.
(5) Den abgetropften Mangold untermischen und etwa 10 Minuten bei kleiner HItze in der Sauce ziehen lassen. Nochmal kosten, ob Salz und Pfeffer fehlen.
(6) Vor dem Abgießen der Nudeln etwas vom Kochwasser mit einer Tasse abschöpfen. Die Pasta in ein Sieb abgießen und noch tropfnass unter die Sauce rühren. Wenn die Sauce zu trocken sein sollte, etwas vom Pastawasser zugießen.

Auf Tellern verteilen und mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen.

Genießen!

Quelle: Pasta con bietola e pancetta

Der perfekte Party-Snack – Flammkuchenschnecken

Die nächste Partysaison steht an! Seid ihr Karnevalsjecken? Verkleidet ihr Euch gerne und steht an der dann Rosenmontag an der Straße oder feiert gar bei Euch zu Hause eine Faschingsparty? Ich muss gestehen, ich bin da sehr norddeutsch geraten: bei uns heißt das Fasching und feiert man nur bis zur 6. Klasse ;-) Ich bin einfach niemand, der auf Knopfdruck Partylaune hervor zaubern kann und will. Dabei hat Frau Mama damals für mich echt schöne Kostüme genäht, ich erinnere mich gerne an mein Goldmarie-Kleid im Kindergarten oder das 20er-Jahre-Kleid aus der 5. Klasse oder das superniedliche Clownskostüm für Klein-Anikó zum Fasching in der Kinderkrippe:

Also falls ihr zu einer Party eingeladen seid und gerne was mitbringen wollt, möchte ich Euch diese Flammkuchenschnecken ans Herz legen! Ich buk sie für die Eröffnungsfeier unserer Beratungsstelle im August auf Vorschlag der Chefin, die sehr begeistert von den Schneckchen ist. Und ich bin es jetzt auch! Sie sind sehr schnell gemacht und schmecken hervorragend! Knuspriger Teig mit cremig-würziger Füllung! Die Flammkuchenkombination Speck-Zwiebel-Schmand ist nicht umsonst ein Klassiker! Und damit etwaige Vegetarier auf der kleinen Party nicht zu kurz kamen, habe ich auch noch eine zweite Variante mit Oliven und halbgetrockneten Tomaten gemacht, die auch sehr wohlschmeckend geriet. Jedenfalls waren nach der Party alle Schnecken weg und bei mir sind die definitiv im Repertoire gelandet! Natürlich ist Eurer Phantasie keine Grenze gesetzt und ihr könnt die Füllung ganz nach Euren Gelüsten und Vorräten gestalten. Mal sehen, was bei mir als nächstes rein wandert …

Flammkuchenschnecken

200 g Frischkäse
125 g Schinken
2 Zwiebeln
Salz, Pfeffer
1 Packung Blätterteig aus der Kühlung (275 g)

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft (falls ihr zwei Bleche gleichzeitig backen wollt) vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen.
(2) Den Frischkäse in eine Schüssel geben. Den Schinken fein würfeln. Die Zwiebeln häuten, halbieren und ebenfalls fein würfeln. Zum Frischkäse geben, mit wenig Salz aber ordentlich Pfeffer würzen und gut verrühren.
(3) Den Blätterteig aus dem Kühlschrank holen und auf einem stabilen Brett entrollen. Die Füllung gleichmäßig dünn darauf verstreichen, dabei am oberen Rand ca. 1 cm Rand lassen. Von der langen Seite her aufrollen.
(4) Die Rolle mit einem scharfen Messer in ca. 2 cm dicke Schnecken schneiden. Auf das Backblech legen. Auf mittlerer Schiene ca. 30 Minuten bis sie goldbraun sind. Abkühlen lassen.

Genießen!

Tomaten-Oliven-Schnecken

200 g Frischkäse
12 Oliven
10-12 halbe, weiche getrocknete Tomaten
1 handvoll Basilikumblätter
Salz, Pfeffer
1 Packung Blätterteig aus der Kühlung (275 g)

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze oder 160 °C Umluft (falls ihr zwei Bleche gleichzeitig backen wollt) vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen.
(2) Den Frischkäse in eine Schüssel geben. Die Oliven, Tomaten und Basilikum fein hacken. Mit Salz und Pfeffer zum Frischkäse geben und gut verrühren.
(3) Den Blätterteig aus dem Kühlschrank holen und auf einem stabilen Brett entrollen. Die Füllung gleichmäßig dünn darauf verstreichen, dabei am oberen Rand ca. 1 cm Rand lassen. Von der langen Seite her aufrollen.
(4) Die Rolle mit einem scharfen Messer in ca. 2 cm dicke Schnecken schneiden. Auf das Backblech legen. Auf mittlerer Schiene ca. 30 Minuten bis sie goldbraun sind. Abkühlen lassen.

Genießen!

 

 

Countdown Bags

Wir sind keine großen Silvester-Partyanimals. Ich mag die Kälte nicht, ich mag den Lärm der Böller nicht und erzwungene Gute Laune schon gar nicht. Lieber mach ich es mir mit meinen liebsten Menschen zu Hause gemütlich :-) Wenn es kein Raclette oder Fondue gibt, bereiten wir gerne ein kleines Buffet zu Silvester, damit sich jeder seine Favoriten aussuchen und man noch gut den ganzen Abend mal hier oder dort eine Kleinigkeit schnabulieren kann. Neben den obligatorischen gefüllten Eiern …

… wollte Frau Mama dieses Jahr etwas neues Ausprobieren, das sie in einem Rezeptheftchen von Dr. Oetker fand, sogenannte Countdown Bags. Das sind Täschchen aus Kartoffelhefeteig, die mit einer würzigen Spitzkohl-Speck-Nüsschen-Mischung gefüllt sind. Ist ein wenig aufwendiger, aber darf es ja für Silvester mal sein. Und zum Glück musste ich ja nicht alles alleine basteln und die einzelnen Schritte können auch wunderbar entzerrt werden. So haben wir die Füllung schon am Tag zuvor vorbereitet und einfach kühl gestellt. Der Teig verhält sich auch sehr kooperativ, möchte nur genügend Mehl auf der Arbeitsfläche und dem Nudelholz haben. Dadurch, dass wir nicht so große Förmchen zum Ausstechen hatten, wurden es ein paar mehr Countdown Bags. Sie schmecken wunderbar würzig und zart. Fanden allgemeine Zustimmung bei allen Familienmitgliedern :-) Auch noch am nächsten Tag!

Hier das Buffet in seiner ganzen Herrlichkeit angerichtet auf dem elterlichen Herd. Auf 12 Uhr die Countdown Bags, auf 2 Uhr Klopse, es folgt eine kleine Käseplatte, eingelegte Fisolen, auf 6-7 Uhr der traditionelle selbstgemachte Heringssalat und auf 11 Uhr eine Schüssel heißgeliebter Käsesalat. In der Mitte finden sich die gefüllten Eier. Hach, es war ein Fest!

Countdown Bags

Zutaten für ca. 14 Stück
350 g mehligkochende Kartoffeln
100 ml Milch, zimmerwarm
450 g Weizenmehl
1 Packung Trockenhefe
1 TL Zucker
2 TL Salz
1 Ei

Für die Füllung:
300 g Spitzkohl
50 g Speckwürfel
1 EL Butter
1 TL Zucker
Salz
1 TL Curry
Pfeffer
1 TL Schwarzkümmel
75 g Creme fraiche
50 g gehackte Haselnüsse

Zum Bestreichen:
1 Eigelb
1 EL Milch

Zum Bestreuen:
1 EL Schwarzkümmel

(1) Die Kartoffeln waschen und ca. 30 Minuten in Salzwasser garen, pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Abkühlen lassen.
(2) Das Mehl mit der Trockenhefe gründlich in einer größeren Schüssel vermischen. Die übrigen Zutaten für den Hefeteig hinzufügen und mit den Knethaken in 5 Minuten zu einem glatten Teig verarbeiten. Falls der Teig zu feucht sein sollte, noch etwas Mehl unterkneten, falls zu trocken noch einen wirklich winzigen Schluck Milch. Die Schüssel zudecken und den Teig an einem warmen, zugfreien Ort etwa 1-1,5 Stunden gehen lassen bis er sich sichtbar vergrößert hat.
(3) Währenddessen die Füllung zubereiten. Die Spitzkohl putzen und in feine Streifen schneiden. Die Speckwürfel mit der Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze anbraten. Spitzkohl, Salz, Pfeffer, Curry und Schwarzkümmel zugeben und in etwa 5 Minuten bissfest dünsten bei mittelhoher Hitze. Das Gemüse in eine Schüssel geben. Creme fraiche und Haselnüsse hinzufügen, gut unterrühren und abkühlen lassen.
(4) Ein Backblech mit Backpapier belegen. Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(5) Den Teig auf einer gut bemehlten Oberfläche gut durchkneten und ca. 1/2 cm dick ausrollen. Mit Hilfe eines großen Glases (oder Schüsselchen) daraus ca. 14 Kreise (Durchmesser etwa 12 cm) ausstechen. 1-1,5 EL der Spitzkohlfüllung auf einer Hälfte der Kreise verteilen und die leere Seite überklappen. Dabei den Rand schön festzwicken.
(6) Für die Eistreiche das Eigelb mit der Milch gut verquirlen. Die gefüllten Halbkreise damit bestreichen und mit etwas Schwarzkümmel bestreuen. An einem warmen Ort noch ca. 10 Minuten gehen lassen.
(7) Zum Backen in die Mitte des ofens schieben und etwa 20 Minuten backen bis sie goldbraun sind.

Warm oder bei Zimmertemperatur servieren.

Genießen!

Quelle: Dr. Oetker – Weihnachtliches Backvergnügen. p 14

Den Rest des Abends verbrachten wir auf Zwergs Wunsch mit Gesellschaftsspielen. Und das Spiel „Regatta – Unsere Ostsee“ hat sogar Spaß gemacht *g* Alles in allem ein schöner, ruhiger Jahreswechsel!

 

Spaghetti mit cremiger Lauch-Speck-Sauce

Schnelle Küche ist doch bei uns allen ein großes Thema, oder? Wer hat schon Zeit (und seien wir ehrlich, auch Lust) jeden Tag groß zu kochen? Aus unerfindlichen Gründen lag in meinem Kühlschrank eine große Porreestange rum. Wofür ich die gekauft hatte? *schulterzuck* Ich weiß es simpel nicht mehr. Aber auch drei Scheiben Bacon waren noch von etwas anderem übrig und wurden nicht besser mit der Zeit. Und dann kam ein Tag mit Spätschicht an dem partout noch nicht wusste, was ich mir für’s Mittagessen machen sollte. Also schnell improvisiert, Nudeln gab es auch lange nicht mehr und sogar einen Schluck Alkohol versenkt (kann Wermuth schlecht werden?). Innerhalb von 30 Minuten steht eine wunderbar cremige Sauce, die perfekt zu den Spaghetti passte auf dem Tisch. Großartig nach einem stressigen Tag :-)

Spaghetti mit cremiger Lauch-Speck-Sauce

Zutaten für 2-3 Portionen:
1 große Stange Lauch (Porree)
3-5 Scheiben Bacon
1 Knoblauchzehe
1 EL Butter
1 Schluck Wermuth (Weißwein)
100 ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
200 g Saure Sahne (oder Schmand)

250 g Spaghetti

(1) Von der Lauchstange das Ende abschneiden, halbieren und in 0,5 cm dicke Halbringe schneiden. Die Baconscheiben in dünne Streifen schneiden. Den Knoblauch häuten und ganz fein würfeln.
(2) Das Salzwasser für die Nudeln aufsetzen. Wenn es kocht die Spaghetti zufügen und al dente garen. Sie sollten etwa zur selben Zeit fertig wie die Sauce.
(3) Die Butter zusammen mit dem Bacon in eine große Pfanne geben und auf hoher Hitze so lange braten bis der Bacon etwas knusprig ist. Den Knoblauch zufügen und kurz andünsten bis er duftet. Dann die Porreeringe zugeben und kurz mit anbraten. Salzen, pfeffern und dem Schluck Wermuth ablöschen. Den Wermuth verkochen lassen und die Gemüsebrühe zufügen. Etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis der Porree gar ist. Die Saure Sahne unterrühren.
(4) Die abgetropften Spaghetti unter die fertige Sauce rühren.

Genießen!

Ungarische Quarknudeln aus dem Ofen

Es gibt so ungarische Alltagsgerichte, die ich nur alle Jubeljahre mal mache, aber dann überfällt mich die Lust darauf und dem muss unbedingt nachgegangen werden. Eigentlich trieb mich diesmal eher die Lust auf salzigen, knusprigen Schinken

und weil eben noch Quark im Kühlschrank seiner Verwendung harrte, wurden kurzerhand ungarische Quarknudeln daraus gemacht. Dabei ist das hier in Deutschland eher schwierig, weil ungarischer Quark eine sehr krümelige, trockene Angelegenheit ist im Gegensatz zu unserem deutschen cremigen. Aber diese kleinen Krümel im Essen muss schon sein, sonst fühlt sich das irgendwie falsch im Mund an. Herr Papa fand den perfekten Ersatz: Hüttenkäse. Und dann noch ein wenig Saure Sahne unter die Nudeln und den knusprigen Schinken unterrühren. Fertig! Jetzt gibt es zwei Varianten, die einen bevorzugen eine ordentliche Portion Pfeffer obendrauf, andere (wie ich) eher ein wenig Puderzucker. Es hört sich vielleicht komisch an, aber diese Kombi von Schinken und Zucker ist echt lecker!

Dieses Mal wollte ich eine andere Variante ausprobieren und habe in den Untiefen den Internets (wo genau habe ich leider verpeilt :-( ) eine Version, die noch im Ofen überbacken wird. Natürlich kann man die Zutaten auch nur miteinander vermischen, ist gut ohne Frage, aber im Ofen zusätzlich gegart, ist es noch leckerer. Wirklich schönes Alltagsessen.

Gebackene Túros tészta

Zutaten für 2 Portionen:
150 g Nudeln (am Besten Fleckerln)
100 g Schinkenspeck, feingewürfelt
ein kleiner Schluck neutrales Öl
200 g Hüttenkäse
100 g Saure Sahne
Salz, Pfeffer

(1) Die Nudeln nach Packungsanweisung garen und abgießen. Den Ofen auf 200°C vorheizen.
(2) Den Schinkenspeck mit einem Schluck Öl in einer mittelgroßen Pfanne bei mittlerer Hitze braten bis er leicht knusprig ist.
(3) In einer kleineren Auflaufform erst ein Drittel der Schinkenwürfel mit etwas vom Fett geben. Dann die Hälfte der Nudeln drauf geben. die Hälfte vom Hüttenkäse und der Sauren Sahne darauf geben, ein bisschen salzen, pfeffern. Das zweite Drittel vom Schinken wieder darauf, die restlichen Nudeln und oben auf wieder Hüttenkäse und Saure Sahne verteilen. Salzen, pfeffern und die letzten Schinkenwürfelchen drauf.
(4) Für ca. 20 Minuten in den Ofen geben.

Genießen!

Kartoffelsalat zum Heiligen Abend

Heiligabend ist ja auch eher stressig, oder? Geschenke einpacken (sofern man es tut, das wurde hier schon lange abgeschafft), Baum schmücken, letzte Erledigungen, Wohnung auf Vordermann bringen etc. Aus diesem Grund waren wir nie die Familie, die am 24. ein großes Menü gezaubert hat, es wurden schon immer gut vorzubereitende Gerichte. Als meine deutsche Oma noch lebte und zu Weihnachten öfters bei uns war, gab es immer Karpfen wie Herr Papa ihn zubereitet, da sie das besonders gerne mochte, für uns Kinder allerdings nur Kartoffeln mit Gemüsebeilage und Spiegelei, da wir Fisch damals so üüüberhaupt nichts abgewinnen konnten.

Meine Oma verstarb leider vor einigen Jahren und es gab nicht mehr wirklich einen Grund den Karpfen zuzubereiten, da wollte Zwerg eines Weihnachten Kartoffelsalat, wie es in anderen Familien üblich schien. Normalerweise kommt bei uns Frau Mamas Kartoffelsalat auf den Tisch, aber wie schon hier angekündigt, wird dieses Weihnachten sehr von Cornelia Poletto bestimmt, nachdem Frau Mama sich das aktuelle Buch gekauft hat und daraus folglich auch etwas gekocht werden möchte, wofür werden Kochbücher sonst geschrieben *g*

Im Gegensatz zu unserem Kartoffelsalat kommt hier ein Brühe-Essig-Senf-Dressing zum Einsatz und der Speck wird knusprig gebraten. Eigentlich ist er wirklich schnell gemacht und gut vorzubereiten, weil er mindestens 30 Minuten ziehen sollte, aber eben nicht nach 35 Minuten schon gatschig ist. Es war ein wunderbar-cremiger Salat irgendwie, mit der für mich richtigen Säure und einem angenehmen Speck-Geschmack. Nach der Art, vielleicht in Variation werde ich ihn bestimmt öfters zubereiten. Dieses Mal gabs bei uns Wiener Schnitzelchen (zubereitet von Herrn Papa) dazu, so richtig echt aus Kalbsschnitzel und in Butterschmalz gebraten. Ein Traum diese Kombination! Ein wirklich schöner Einstieg für die Feiertage!

Kartoffelsalat mit knusprigen Speckwürfeln

Zutaten für 4-6 Personen:
1,2 kg kleine festkochende Kartoffeln (z.B. Linda oder La Ratte)
Meersalz
1 TL Kümmel
80 g durchwachsener Speck (in dünnen Scheiben) (hier: 100 g)
1 EL Öl
2 Schalotten (hier: 3 Minizwiebeln)
200 ml Hühnerbrühe (hier: Gemüsebrühe)
1 EL Dijonsenf (hier: normaler mittelscharfer Senf)
5 EL Sherryessig (hier: Balsamico bianco)
4 EL Rapsöl
3-4 EL Schnittlauchröllchen
Salz, Pfeffer

(1) Kartoffeln in der Schale in Salzwasser mit dem Kümmel in 15-20 Minuten weich kochen. Abgießen und lauwarm abkühlen lassen. Kartoffeln pellen und in Scheiben schneiden.
(2) Speck in kleine Würfel schneiden. Die Schalotten schälen und ebenfalls fein würfeln. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und den Speck darin knusprig braten. Die Schalottenwürfel zugeben und glasig dünsten.
(3) Die Brühe erhitzen und mit Senf, Essig und Rapsöl verrühren. Die Flüssigkeit über die Kartoffeln gießen, vorsichtig untermischen und mindesten 30 Minuten ziehen lassen. Den Kartoffelsalat mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Schnittlauchröllchen unterheben.

Quelle: Poletto, Cornelia (2009): Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger. Zaber Sandmann. Seite 30

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