Archiv für den Monat Dezember 2008

Wieder da

Nach zwei anstrengenden Tagen mit Herrn Papa in meiner neuen Wohnung, an denen wir gemessen, gebohrt, Schränke und Regale angebracht, Gardinen aufgehängt, uns über fragwürdige Deckenkonstruktionen aufgeregt haben, ist soweit alles fertig. Meine Küche steht, Regale sind ausgerichtet, jetzt wartet nur noch alles darauf, dass ich meine Umzugskartons leere und alles an seine richtigen Plätze stelle :) Da freu ich mich drauf!

Heute dann zurück und kleinen Umweg von 300 km zu Zwerg gemacht und sie mit eingesackt, damit das Kind nicht alleine in ihrem Kuhkaff  „feiern“ muss. Nach knapp 800 km Fahrt sind Herr Papa und ich auch ziemlich müde, mal sehen ob ich Mitternacht noch erlebe. Eigentlich wollte ich mit Zwerg lustige Disco-Sendung aufm Zweiten gucken … Gleich gibt es Nudelsalat mit Klöpschen und Schnitzelchen von Frau Mama zubereitet *freu*

Wünsche jedenfalls allen einen guten Rutsch und ein schönes, gutes, gesundes neues Jahr! Auf das sich all Eure Wünsche erfüllen!

Zitronensorbet

Zitronensorbet

Zitronensorbet

Als Dessert zum unserem Weihnachtsessen dachte ich an etwas Frisches. Da kam mir ein Rezept aus Jamie Olivers „Genial Italienisch“ gerade recht. Zitronensorbet – mmh. Bin ja eigentlich nicht so der Fan von Wassereis (Sorbet ist ja eigentlich nichts anderes als Wassereis mit Geschmack, oder?), aber da es eine Milchkomponente durch den Mascarpone hatte, wollte ich den Versuch wagen. Hatte mir extra das Rezept abgeschrieben, wozu soll ich für ein Rezept ein ganzes Buch mitschleppen. Die Mengenangaben der einzelnen Zutaten hatte ich auch noch im Kopf und auch die grobe Vorgehensweise, aber leider nicht mehr die Zeiten. So hab ich den Zuckersirup viel zu lange kochen lassen und nachdem er etwas abgekühlt ist und ich den Zitronensaft zugegeben habe, wurde es prompt wieder fest. Mist! Also hab ich den gesamten Saft hinein gegeben und nochmal bei mittlerer Hitze so lange erhitzt bis sich der kristallisierte Zucker wieder aufgelöst hat. Hat funktioniert, Glück gehabt! Schnell restlichen Zutaten hinzu gefügt und eingefroren. Auch die Konsistenz war anders. Ich denke es war sehr viel cremiger als eigentlich gewollt, aber nicht minder großartig! Wenige Zutaten, einfache Zubereitung, klarer Geschmack! Ich liebe solche Gerichte! Wozu gefühlte 17 Geschmackskomponenten, die man dann doch nicht heraus schmecken kann. Jedenfalls hat es auch der Familie sehr gut geschmeckt und wird definitiv ins Repertoire aufgenommen!

Sorbetto di limone – Zitronensorbet (6 Portionen)

200 g Zucker
200 ml Wasser
200 ml Zitronensaft (hier 3-4 Zitronen)
1 Bio-Zitrone; abgeriebene Schale
1 EL Mascarpone, gehäuft

(1) Ein flaches 20-25 cm Gefäß (Metall) vorher einfrieren.
(2) Den Zucker und das Wasser in einen Topf geben, aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze 5 min simmern lassen. Wenn die Flüssigkeit klar und sirupartig gibt, vom Herd nehmen und 15 min lang abkühlen lassen. Den Zitronensaft und -schale hinzufügen. Die Mascarpone dazugeben und gut verrühren bis alles miteinander verbunden ist. Abschmecken, wenn zu sauer mehr Zucker.
(3) In das vorgefrorene Geschirr geben und zurück in den Tiefkühler geben. Mindestens 1 Stunde darin lassen. Wenn es angefangen hat zu gefrieren mit einer Gabel ankratzen. Das jede Stunde für die nächsten 3 Stunden machen, danach ist es fertig zum Essen. Es kann mit Frischhaltefolie bedeckt 2 Tage im Tiefkühler bleiben. Länger und es bilden sich Eiskristalle.

Solo servieren und mit frischen pürierten Himbeeren als Sauce.

Quelle: Jamie Oliver (2005) – Jamie´s Italy. Penguin books

Geschmack: ++++
Zeit: +++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

Heiligabend – Fondue mit Saucenexperiment

Fondueteller mit zweierlei Saucen

Fondueteller mit zweierlei Saucen

Bei uns in der Familie gibt es kein traditionelles Heiligabendessen. Früher als meine deutsche Oma noch lebte und über die Feiertage bei uns war, wurde von Herrn Papa Karpfen nach ungarischer Art zubereitet, da sie das gerne mochte. Dazu gab es einfache Kartoffeln und für uns Kinder noch extra gekochte Möhren und Spiegelei, da weder Zwerg noch ich uns mit Fischfleisch und Gräten anfreunden konnten.

Dieses Jahr gab es mal wieder Fondue. Traditionell ist es bei uns ein Fettfondue, in dem wir Wiener Würstchen, Bratwurst, kleine Hackbällchen und ca. 2 cm große Schnitzelfleischstückchen garen. Die Würstchen schneiden wir meistens so ein, dass kleine Kraken entstehen beim Braten :) Sind eben doch noch große Spielkinder *g*

Dazu hab ich mir bei Chefkoch zwei Saucen rausgesucht, die einfach und gut vorzubereiten waren. Als erstes eine schnelle Honig-Senf-Dill-Sauce. Die kannte ich bisher nur aus der Flasche und fand ich immer sehr lecker. Aber kann ja nicht so kompliziert sein, die selbst herzustellen. War es auch nicht und so lecker!

Honig-Senf-Dill-Sauce

3 TL Honig (nicht zu geschmacksintensiv), etwas festere Konsistenz
4 TL mittelscharfer Senf
½ Bund Dill, feingehackt

Alle Zutaten zu einer geschmeidigen Sauce verrühren.

Geschmack: +++
Zeit: +
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

Als zweite Sauce lachte mich eine Preiselbeer-Meerrettich-Sauce an. Ich bin ja eh ein Freund von Marmelade mit einer gewissen Schärfe. Also die Grundzutaten angeguckt und selbst zusammen gerührt. Es ist eine großartige Sauce, eine sehr gute Kombination aus den verschiedenen Geschmäckern, nett abgemildert durch die Sahne. Werd ich definitiv wieder machen, wenn es mal wieder Fondue oder Gegrilltes geben sollte.

Preiselbeer-Meerrettich-Sauce

1 TL Senf
5 TL Preiselbeermarmelade
2-3 TL Meerrettich aus dem Glas oder ein bisschen frisch geriebener
ca. 50 ml Sahne

Alle Zutaten bis auf die Sahne miteinander verrühren. Abschmecken, ob der Schärfegrad gefällt. Die Sahne aufschlagen und unterheben.

Geschmack: +++
Zeit: +
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: +

Es hat mal wieder sehr viel Spaß gemacht, auch wenn man danach so ein bisschen nach Pommesbude riecht und natürlich wie  immer viel zu viel gegessen wird. Aber es war Weihnachten :)

Quarktorte – Eine Anleitung für die Tanten

Stück Quarktorte mit Rosinenklumpen

Stück Quarktorte mit Rosinenklumpen

Diese Quarktorte (bzw. Käsekuchen), die es zum weihnachtlichen Nachmittagskaffee gab, ist ein echtes Familienrezept meiner Oma mütterlicherseits. Frau Mama wird zu (fast) jeder Familienfeierlichkeit gebeten, diese Torte mitzubringen, da sie so ziemlich die einzige (neben meiner Wenigkeit) ist, die diese Torte noch zubereitet. Ich weiß nicht, warum die anderen Tanten es nicht machen. Zu aufwendig vielleicht?

Ja, stimmt schon, es ist kein Kuchen, den man innerhalb von 10 Minuten zusammenrührt. Sowohl Teig als auch Füllung verlangen ein bisschen Zeit, sind aber nicht kompliziert zu machen. Der Aufwand lohnt sich! Man wird mit einer wunderbar saftigen Torte belohnt, deren Füllung locker, cremig, fruchtig ist. Mein Lieblingskuchen, definitiv! Mir schmeckt es am nächsten Tag sogar noch besser, wenn der Boden durchgeweicht ist *g* In unserer Version sind Rosinen drin, viele Rosinen, die man bei Nichtgefallen aber auch getrost weglassen kann. Ich kann mir auch vorstellen, dass andere getrocknete Früchte wie Cranberries oder Sauerkirschen in die Füllung passen. Sollte ich bei Gelegenheit mal austesten …

Bei Frau Mama und mir war die Produktion dieser Torte schon immer Gemeinschaftsarbeit. Sie hat den Teig geknetet, was ich nie wirklich mochte und ich hab die Quarkfüllung zusammen gerührt. Auch das reduziert den Aufwand und die Zeit :)

Ich kann nur wärmstens empfehlen, diese Torte einmal nach zu backen!

Quarktorte

Boden:
200 g Mehl
1 Ei
125 g Butter
75 g Zucker
1 Prise Salz
1 Pck. Backpulver

Füllung:
1 Pck. Vanillepuddingpulver
400 ml Milch
3 EL Zucker

1 kg Magerquark
4 Eier
Rosinen
Zucker zum Abschmecken
etwas abgeriebene Schale von Zitrone oder Orange

(1) Aus dem Puddingpulver nach Packungsanweisung einen Pudding kochen, allerdings nur 400 ml Milch benutzen, damit er etwas dicker wird. Abkühlen lassen. Ab und zu umrühren, es sollte keine Haut geben. Der Pudding sollte nicht mehr heiß, aber muss auch nicht ganz kalt sein.
(2) Aus den Zutaten für den Boden einen festen Teig kneten, der an eine Mischung aus Mürbe- und Streuselteig erinnert. Dann den Boden einer Springform damit auskleiden. Dazu trenne ich kleinere Stücke ab und drücke sie mit der Hand fest. Ich lege die Springform mit Backpapier aus, damit der Boden nicht anklebt.
(3) Den Ofen auf 180° (Umluft 160°) vorheizen.
(4) Den Quark mit dem abgekühlten Pudding verrühren. Die Eier dazugeben und gut unterrühren. Nach Geschmack die Rosinen, Zucker und abgeriebener Schale zufügen. Auf dem Boden gießen und glattstreichen.
(5) Im vorgeheizten Ofen ca. 60 Minuten backen. Abkühlen lassen!

Genießen!

Geschmack: ++++
Zeit: +++
Zutaten: ++
Schwierigkeitsgrad: ++

Komplette Quarktorte

Komplette Quarktorte

%d Bloggern gefällt das: