Sztrapacska – Kartoffel-Knöpfle überbacken in Speck-Käse-Sauce

Auch dieses Essen gehört definitiv in die Kategorie „Comfort Food“. Und Comfort Food ist bei der momentanten Kälte sehr wichtig, oder? Sztrapacska (ausgesprochen: ßtrapatschka) sind ein ungarisches Gericht, slowakischer Herkunft (ein Teil der Slowakei gehörte ja bis Ende des Ersten Weltkrieges zu Ungarn, aber bloß keinen Ungarn drauf ansprechen!). Eigentlich sind das Knöpfle/Spätzle, in deren Teig außer dem Mehl noch fein geriebene Kartoffeln kommen. Traditionell werden sie in einer Sauce aus Schinkenspeck, Schafskäse und Schmand goldbraun überbacken. Eigentlich total einfach und irgendwie schnell, auch wenn es erst nicht danach klingt.

Kennengelernt habe ich es letztes Frühjahr in einem Pécser Restaurant, als ich zu einer Botaniker-Tagung dort war. Dort wurde es als Empfehlung des Hauses in einer Sauce mit Eisbein angepriesen und sie hatten nicht zuviel versprochen. Es war wirklich großartig köstlich! und deswegen musste das zu Hause unbedingt nachgebastelt werden. Glücklicherweise befinden sich ja einige *ähäm* ungarische Kochbücher in meinem Besitz, so dass ich im Kochbuch „Endlich zu Hause“ von Judit Stahl. Ha! Gesehen, gelesen, gekocht!

Und es ist wirklich supereinfach! Der Teig sollte diese Konsistenz in etwa haben:

Aber wenn man sich unsicher ist, ob die kleinen Kartoffel-Knöpfle im Wasser nicht auseinander fallen, vielleicht lieber mit einem kleinen Löffel eine Winzigkeit Teig ins kochende Wasser geben und abwarten, ob es hält oder auseinander fällt. Wenn es hält, mit Hilfe eines Spätzlesiebes einfach den Teig ins siedende Salzwasser schaben. Keine Angst, auch wenn man denkt, dass der Teig da nicht durchgeht, es wird gut funktionieren.  Die Sauce aus Speck, Zwiebeln, Feta und Schmand ist ebenfalls superschnell zusammen geköchelt. Dann einfach alles in den heißen Ofen geben und noch heiß die cremigen Sztrapacska mit der knusprigen Kruste genießen.

Sztrapacska

Zutaten für 2 Portionen:
ca. 500 g Kartoffeln
etwa 1 cup Mehl (vielleicht etwas mehr)
1 Ei
Salz

Für die Sauce:
ca. 75 g geräucherter Bauchspeck
1 Zwiebel
1 kleiner Schluck Öl
200 g Feta (so richtig aus Schafsmilch)
200 g Schmand
Pfeffer

(1) Die Kartoffeln schälen und fein reiben. Das Ei unterrühren und nach und nach das Mehl einrühren bis ein dickflüssiger Teig entstanden ist. Falls er noch sehr flüssig ist, etwas mehr Mehl hinein geben. Gut salzen. Stehen lassen bis die Sauce fertig ist.
(2) Den Bauchspeck würfeln, die Zwiebel schälen und in halbe Ringe schneiden. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebel- und Speckwürfel bei mittlerer Hitze andünsten. Feta und Schmand zugeben, gut verrühren bis eine Sauce entstanden ist. Mit Pfeffer würzen.
(3) Den Ofen auf 220°C vorheizen. Eine Auflaufform bereit stellen.
(4) In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen aufsetzen. Sobald es kocht, den Teig in ein Spätzlesieb/-hobel geben und in das kochende Wasser durchschieben. Sobald die Sztrapacska an der Oberfläche schwimmen noch ca. 5 Minuten kochen lassen. Mit einem Schöpflöffel die kleinen Kartoffelspätzle aus dem Wasser holen und in die Schinken-Zwiebel-Sauce geben. Gut verrühren. Kosten und bei Bedarf mit Pfeffer und Salz nachwürzen. Alles in die Auflaufform geben.
(5) Die Form dann ca. 30 Minuten im Ofen backen bis eine schöne goldbraune Kruste entstanden ist.

Genießen!

Dazu: frischer Salat (Feldsalat o.ä.) oder säuerlich eingelegtes Gemüse (Gurken, Rote Bete, Kürbis etc.)

Quelle: verändert nach Judit Stahl (2006): Végre otthon. Kulinaria kiadó. Seite 22

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11 Kommentare zu “Sztrapacska – Kartoffel-Knöpfle überbacken in Speck-Käse-Sauce

  1. nata 30. Januar 2011 um 23:49 Reply

    Endlich! Meine Rufe wurden erhört! Endlich mal ein Essen, das gut satt macht. Bei dieser Kälte hilft ja sonst nix :o)

    Könnte sein, dass das bald mein Lieblingsessen wird. Werde ich unbedingt ausprobieren.

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  2. lamiacucina 31. Januar 2011 um 06:46 Reply

    Die Kartoffelspätzle gefallen mir. Muss ich ausprobieren.

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  3. Ulrike 31. Januar 2011 um 12:15 Reply

    Das ist echtes Soulfood, kann man unbedingt bei diesen Temperaturen gebrauchen. Ist auf der nach unten offenen Nachkochliste gespeichert ;-)

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  4. Kirsten 31. Januar 2011 um 13:04 Reply

    Wirklich ein Essen, das im Winter ganz nach meinem Geschmack ist – sieht echt umwerfend lecker aus :)

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  5. Sylvia 31. Januar 2011 um 17:16 Reply

    Die Kartoffelspätzle muß ich auf alle Fälle ausprobieren, perfekt für mich bei diesem trostlosen Wetter!

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  6. la grosse mere 31. Januar 2011 um 23:11 Reply

    beim namen wurden meine augen größer. bei der zutatenliste noch größer und jaaaaa – das muß es am wochenende geben. le gros père wird keine wahl haben. das muß ich kochen!

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  7. la grosse mere 7. Februar 2011 um 23:48 Reply

    Melde gehorsamst: Gericht nachgekocht! War lecker! Le gros père hat sich gerne mit meiner Wahl arrangiert ;-)

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    • Anikó 8. Februar 2011 um 09:47 Reply

      Freut mich wirklich sehr, dass es Euch geschmeckt hat! Gabs auch keine Probleme mit auseinanderfallenden Sztrapacska?

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      • la grosse mere 8. Februar 2011 um 21:27

        ohne waage war nicht ganz klar, wie viel ein pfund kartoffeln ist. aber mit ein bißchen mehr ei und mehl für halt ging’s dann schon ;-)

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  8. […] gekocht: Japanisch geschmorter Schweinebauch Sztrapacska Lauwarmer Cime di rapa-Salat […]

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