Archiv für den Monat August 2015

Klassisch ungarisches Gulasch aus dem Slowcooker

Hahaha! Ja, dass ich das Gulasch gekocht habe, ist schon länger her, aber ändert nichts an der Köstlichkeit und, dass ich es nur noch darin machen werde :-)

Pfingsten (also Ende Mai) hatte ich Besuch von der Familie! Also mal wieder Gelegenheit etwas mehr zu kochen. Und ich wollte der Familie zeigen, wie praktisch so ein Slowcooker ist. Wir sind eine schmorgerichteaffine Familie und da ist der Slowcooker ja prädestiniert für! Für Samstag wurde die Slowcooker-Bolognese in großer Portion gekocht, damit die Familie noch was mitnehmen kann. Am Sonntag sollte es DER Klassiker der ungarischen Küche sein, ein Gulasch. Wie das Grundrezept geht, weiß die geneigte Leserschaft schon durch diesen Beitrag. Und natürlich kann es auch im Slowcooker schmurgeln, braucht halt nur länger als 2,5 Stunden.

Die Vorbereitung ist total einfach: Zwiebeln weich und süß dünsten in einer Pfanne, Paprikapulver dazu, in den Slowcooker geben, das unangebratene Fleisch und eventuell andere Zutaten dazu. Würzen, anstellen und 10-12 Stunden warten. Idealerweise rührt man einmal nach der Hälfte der Zeit, um die leicht zusammen geklebte Fleischstückchen zu trennen. Nun sind wir eine Familie, die ihre Hauptmahlzeit gerne mittags einnimmt, also muss das Gulasch mitten in der Nacht angestellt werden. Um nicht extra aufstehen zu müssen, hat Herr Papa eine analoge Zeitschaltuhr für mich besorgt, die einwandfrei funktionierte und den Strom zum Slowcooker ab 1 Uhr nachts durchließ. So wachten wir am Sonntagmorgen mit feinem Gulaschduft in der Nase auf *g*

Und wie hat es der kritischen Familie jetzt geschmeckt? Alle waren sehr begeistert vom zarten Fleisch und Herr Papa meinte, das Gulasch sei besser als seins *g* Durch diese beiden Gerichte und die anderen Vorteile überzeugt, bestellte ich letztens für Frau Mama einen 3,5 l-Slowcooker und auch Zwerg überlegt ernsthaft sich eine 1,5l-Variante anzuschaffen. Yes! Mission erfüllt *g*

Gulasch aus dem Slowcooker

Zutaten für 6-8 Portionen:
3 große Zwiebeln
1 EL Schweineschmalz oder neutrales Öl
Salz
1 TL Paprikapulver rosenscharf
4 TL Paprikapulver, edelsüß
2 TL Tomatenmark
100 ml Wasser
1,5 kg Rindergulasch
1 Paprikaschote
200 g Champignons

Slowcooker 3,5 l
Vorbereitungszeit: 25 Minuten
Zubereitungszeit: 10-12 Stunden

(1) Die Zwiebeln fein würfeln. Das Fett in einer Pfanne schmelzen lassen, die Zwiebelwürfel zugeben und sofort salzen. Bei mittlerer Hitze ca. 15 Minuten schön langsam andünsten, damit sie süß werden. Die Pfanne vom Herd nehmen und die beiden Paprikapulversorten drüber streuen. Pfanne zurück auf die Flamme, das Tomatenmark unterrühren und mit Wasser ablöschen. Alles in den Slowcookereinsatz geben.
(2) Zwischenzeitlich die Pilze putzen und in nicht allzu dünne Scheiben schneiden. Die Paprikaschote entkernen und in kleinere Würfel schneiden. In den Keramikeinsatz des Slowcookers geben.
(3) Das Fleisch waschen, trocknen und in etwa 1,5 cm große Würfel schneiden. Zu den restlichen Zutaten geben. Salzen und pfeffern. Gut durchrühren. Den Slowcooker auf LOW stellen und 10-12 Stunden schmoren lassen. Nach der Hälfte der Zeit einmal durchrühren, um die zusammengeklebten Fleischstückchen zu trennen.

Zusammen mit Kartoffeln, Nudeln oder Tárhonya servieren. Dazu passt wunderbar ein säuerlicher Gurken- oder Weißkohlsalat.

Genießen!

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag XII: Abreise und ein bisschen Stadtbesichtigung

Der Morgen unserer Abreise empfing uns mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. So saß ich 15 Minuten vor’m Ferienhaus, genoss die Ruhe und das großartige Himmelsschauspiel!

Nach der Schlüsselabgabe hatten wir noch etwas Zeit bis die Fähre uns 13:30 h wieder in die Ostseeheimat bringt. Und da ich noch keine richtige Gelegenheit hatte mir die „Hauptstadt“ Stege (Sprecht ja nicht das „g“ mit. Dänen können irgendwie kein „g“ aussprechen.) von Møn anzusehen, schlenderten wir ein bisschen durch die Stadt. Sie hat knapp 4000 Einwohner und ist sehr gemütlich. An schicken Häusern mangelt es nicht …

… auch lustige Fassadenmalerei. Achtet mal auf die Schweine *g*

Die Familie war immer nur für Einkäufe in der Stadt, aber ich lotste sie in die St. Hans Kirke, ein dreischiffiger Bau im romanischen Stil aus dem 12. Jahrhundert, der von 1460 bis 1525 im gotischen Stil erweitert wurde.

Das Innere ist skandinavisch nüchtern, wie ich es schon in einigen dänischen Kirchen beobachten konnte. Aber eine Besonderheit hat diese Kirche: Kalkmalereien. Die frühesten noch erhaltenen sind aus dem 14. Jahrhundert, andere aus dem 15. Jahrhundert.

Guckt Euch mal an, wie die Personen gemalt wurden! Irgendwie schon ulkig, oder? Aber so war das bevor die Renaissance auf naturgetreue Proportionen beim Menschen achtete …

Der nordisch nüchterne Altar. Nicht ganz so alt wie die Kalkmalereien.

Blick auf den Marktplatz von Stege.

Über die wohl schönste Brücke Dänemarks, die die Inseln Lolland und Falster verbindet, mit Abzweig nach Bogø und Møn, ging es zurück nach Falster und zu einer kleinen Stadtbesichtigung in Nykøbing, die Zwerg sich gewünscht hatte.

Nykøbing Falster (es gibt noch zwei andere Nykøbings in Dänemark, daher die Unterscheidung *g*) ist eine entzückende Stadt mit ca. 16.000 Einwohnern. Es gibt viele alte, sehr interessant aussehende Fachwerkhäuser in der Innenstadt. Offensichtlich wurde die Stadt im Krieg nicht zerstört oder gut wieder aufgebaut. Ich weiß aber auch nicht wirklich viel über Dänemark im Zweiten Weltkrieg.

Das Zarenhaus (Czarenhus) dient seit 1697 als Gsthaus und auch Zar Peter der Große wurde dort verköstigt bei seinem Aufenthalt 1716. Schon schick, oder?

Der Hauptplatz …

… an dem wir uns endlich einen typisch dänischen Hotdog mit rotem Pølser (Würstchen) zum Mittag gönnten. Sehr lecker! Würde ich auch öfter vertragen ;-)

Interessante Häuser in der Fußgängerzone:

Der Kirchenplatz mit – Überraschung! – Kirche. Leider waren wir nicht drin, weil es doch schon etwas später war und wir weiter wollten. Kirchen angucken mag ich sehr gerne, Messen besuchen eher weniger.

Warum stehen in vielen besichtigten dänischen Städten so leuchtturmähnliche Gebäude mitten in der Stadt rum?

Noch mehr offensichtlich alte, gut erhaltene, hübsche Häuser!

Nach einer knappen Stunde fuhren wir weiter ins nur 30 km entfernte Gedser, wo uns die „Prins Joachim“ sicher über die ruhige Ostsee gen Rostock schipperte. Die Familie zockte Mau Mau, ich schlief ein wenig und schwupps waren wir wieder zu Hause und der Urlaub vorbei.

Ein wirklich schöner, erholsamer Urlaub! Kann es der geneigten Leserschaft wirklich empfehlen!

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag XI: Mittelaltercenter in Nykøbing F.

Der letzte volle Urlaubstag begrüßte uns mit einem klassischen Sonnenaufgang in hellblau und hellgelb.

Nach dem Frühstück ging es los ins 53 km entfernte Middelaldercentret in Nykøbing/Falster. Das ist ein Freilichtmuseum, in dem die mittelalterliche Stadt Sundkøbing des späten 14., frühen 15. Jahrhundert dargestellt wird.  Durch Freiwillige und auch viele Studenten wurde mit Hilfe von Experimentalarchäologie die Stadt nur mit Methoden des Mittelalters erbaut und im Sommer bewohnt. Es wird auch viel geforscht auf dem Gelände, so sollte an dem Tag als wir dort waren, herausgefunden werden, wie man Schwefel damals hätte herstellen können.

Natürlich gab es auch einen Turnierplatz, auf dem Ritterturniere ausgetragen werden (jeden Tag 13:30h):

Es gibt auch Tiere, wie dieser prächtige, freilaufende Hahn samt Damengefolge.

Zur Verteidigung der Stadt wurden Steinschleudern gebaut, die auch mit Hilfe des Publikums abgefeuert werden…

… um etwaige von See kommende Feindesschiffe abzuwehren. Hübsche Aussicht übrigens, nicht?

Eines der herrschaftlichen Häuser mit ein paar Handwerker-Häusern drumrum.

Wie schon erwähnt leben jeden Sommer Menschen dort, die auch die jeweiligen Handwerksberufe ausüben und Besuchern bereitwillig ihre Kunst erklären, wie diese Weberin und Färberin.

Das herrschaftliche Haus konnte man auch von innen besichtigen. Das hier sieht aus wie ein Verkaufs-Aufenthaltsraum…

… in dem auch Keramiken präsentiert werden.

Wahrscheinlich der Hauptaufenthaltsraum der Familie mit Feuerstelle und Bett.

In der oberen Etage findet man ein „Doppelstockbett“ (wer findet den zweiten Stock? *g*)

Im selben Zimmer steht ein Webstuhl.

Nebenan steht ein Haus, das wahrscheinlich eine ärmere Familie bewohnte  oder in dem das Gesinde untergebracht war.

In dem Ort gab es auch Gartenteile, die voneinander getrennt waren und vielleicht zur allgemeinen Nutzung waren. Hier ein Teil des Kräutergartens.

Der Rosengarten (alte Sorten, die nur einmal blühen) samt Taubenschlag. Es erinnert mich doch arg an „Aschenputtel“ …

Ein weiterer Teil des Kräuter- und Blumengartens.

Auch einen Obstgarten mit wunderschönen Äpfeln gab es.

Für bessere Ernten wurden dort Bienenkörbe aufgestellt.

Der Marktplatz des Ortes mit einigen Handwerkshäusern drumrum. Während das Ritterturnier schon begann, schlenderten Frau Mama und ich dort herum und unterhielten uns mit dem Zinngießer des Ortes, der uns die verschiedenen Pilgerzeichen erklärte (die man auch im Museumsladen käuflich erwerben kann).

Der Hinterhof eines Handwerkshauses.

Dorfplatz am Wasser mit Glocke.

Beim Ritterturnier treten der Ritter von Lilienstein (in gelb) in einigen Disziplinen gegen…

… den ortseigenen Ritter Henrik Swan an. Bitte beachtet den Helm *g* Natürlich unter ordentlich Jubel und Buh-Rufen des Publikums!

Außer der mittelalterlichen Stadt gibt es auf dem Gelände auch einen Technologiepark im Wald, in dem die Archäologen und Historiker versuchten altertümliche und mittelalterliche Gerätschaften anhand der Skizzen und Zeichnungen nachzubauen.

Diese Wasserschraube, erfunden von Archimedes, funktioniert 1a und ist leicht zu reparieren.

Ein mobiler Angriffturm.

Die selbsttragende Brücke, erfunden vom großen Leonardo da Vinci. Hält!

Ein großartiger Ausflug, der uns allen richtig gut gefallen hat! Das Mittelaltercenter ist sowohl für Erwachsene als auch Kinder geeignet. Es gibt viele Freiflächen zum Spielen und Laufen für kleine Kinder, es gibt Programm wie Bogenschießen, das Ritterturnier oder das Abfeuern der Steinschleudern zu verschiedenen Tageszeiten. Die „Bewohner“ des Ortes sind für alle Fragen offen und haben eine Menge Wissen (auch für historisch interessierte Personen). Auch fürs leibliche Wohl wird gesorgt. Auf dem Gelände findet sich ein Restaurant mit mittelalterlich anmutenden Speisen oder ein Café mit Kleinigkeiten wie warm geräuchertem Lachs und Salat oder Pommes mit Wurst/Pølser oder Hähnchenbrust, auch das obligatorische Smørrebrød fehlt nicht im Angebot. Wer lieber selbst Picknick machen will, findet auch neben dem Turnierplatz einen gemütlichen Ort mit Lagerfeuer und Picknicktischen. Ein wirklich lohnendes Ausflugsziel für Groß und Klein! Große Empfehlung von uns!

Als wir wieder zurück waren, wurde erstmal ausgiebig gekatzt, bevor der kleine Racker am nächsten Tag in sein neues Zuhause zieht! So ein Süßer!

Und bevor wir die Koffer packten ein letzter Spaziergang zum Meer mit doch recht starker Brandung!

Manchmal muss man erst wegfahren, um wieder mitzukriegen, wie schön die eigene Heimat eigentlich ist. Møn ist Mecklenburg-Vorpommern doch sehr ähnlich, wodurch uns dessen Schönheit erst wieder bewusst wurde.

Adresse:

Middelaldercentret
Ved Hamborgskoven 2-4
4800 Nykøbing Falster
Dänemark

So unglaublich zart – General Tsos Hähnchen aus dem Slowcooker

Der Urlaub ist vorbei und ich bin wieder zurück in meinem Göttinger Alltag. Auch nicht verkehrt :-) Aber jetzt wieder mehr Planung beim Essen und da leistet der Slowcooker immer noch richtig gute Dienste. Schon vor einiger Zeit probierte ich ein asiatisches Gericht aus, dass wahrscheinlich in Amerika erfunden wurde. In einer Slowcooker-Facebook-Gruppe wurde öfters nach General Tsos Hähnchen gefragt und vorgeschwärmt. Na, in so einem Fall bin ich doch gerne Lemming und folgte dem Link so Gabis „Crocky-Blog„. Hört sich einfach an und köstlich! Die Zutaten gefallen mir und auch nix dabei, was ich nicht essen würde. Da ich jetzt keine Familie zu versorgen, halbierte ich das Rezept einfach und köchelte es in meinem kleinen Slowcooker.

Ich war ja so ein bisschen skeptisch. Ein eigentlich schnelles Wok-Gericht sollte ewig im Slowcooker schmurgeln? Aber Oh!Mein!Gott! das Hühnchen war soo unglaublich zart! Ich habe noch nie zarteres Hähnchenfleisch gegessen. Es fiel förmlich auseinander! Auch die Sauce ein Träumchen und alles so unkompliziert zuzubereiten! Das wird es definitiv öfter geben! Kann es nur jedem Slowcooker-Besitzer ans Herz legen!

Dazu empfiehlt sich Reis und ein ich habe noch ein paar gedämpfte Zuckerschoten gemacht. Passte ausgezeichnet!

Und jetzt husch-husch in die Küche mit Euch!

General Tsos Hühnchen aus dem Slowcooker

Zutaten für 2 großzügige Portionen:
400 g Hähnchenbrustfilet
25 g Speisestärke
Prise Knoblauchgranulat (oder 1/2 kleine, frische Zehe gepresst)
gute Prise Salz
Prise Pfeffer
2 EL Öl

Für die Sauce:
2 EL Hoisin-Sauce
2 EL Sojasauce
2 EL Reisessig
2 EL süße Chilisauce
75 ml Wasser
1/2 Knoblauchzehe, gepresst

Zum Servieren:
gehackte Frühlingszwiebeln (*ähem* vergessen)
Gemüsebeilage nach Wahl
gekochter Reis

Slowcooker 1,5 l
Vorbereitungszeit: 15 Minuten
Garzeit: 4 Stunden auf LOW

(1) Das Hähnchenbrustfilet in mundgerechte Stücke schneiden und in einen größeren Gefrierbeutel geben. Speisestärke mit dem Knoblauchgranulat, Salz und Pfeffer mischen, über das Fleisch geben und gut schütteln bis es sich wie eine Schicht um das Fleisch gelegt hat.
(2) Das Öl in einer Pfanne sehr heiß werden lassen. Überschüssige Speisestärke vom abschütteln und die Fleischstücke im heißen Öl kurz rundum hellbraun braten. Das Fleisch darf innen noch roh sein, es geht nur um die leichte Kruste auf der Außenseite! Hähnchenstücke in den Einsatz des Slowcookers geben.
(3) Alle Zutaten für die Sauce verrühren und zu 2/3 über das Fleisch im Slowcooker gießen. Einmal kurz rühren. Reste Sauce aufbewahren.
(4) Den Deckel aufsetzen und auf LOW 4 Stunden garen. Die restliche Sauce dazu geben und eventuell mit etwas Wasser verdünnen, falls die Sauce zu dick ist.

Mit Reis servieren und gehackten Frühlingszwiebeln garnieren.

Genießen!

Quelle: Crocky-BlogAus dem Slowcooker: General Tsos Hühnchen

Und ich glaube, demnächst versuche ich mal den Klassiker der ungarischen Küche, Paprikahähnchen in einer Slowcooker-Version zu basteln.

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag VIII-X

Drei Tage war ich mal wirklich faul. Keine Ausflüge, keine Spaziergänge zum Strand. Im und am Ferienhaus bleiben, dem Sturm lauschen (immer noch stürmischer, warmer Ostwind) und entspannen.

Am Sonntagmorgen war der Himmel noch ordentlich bewölkt.

Herr Papa und Zwerg erkundeten neue Angelplätze, Frau Mama und ich blieben zu Hause. Frau Mama schnipelte das Gemüse für die bunte Bohnensuppe und ich machte mit einem KitchenAid-Vorläufer den Teig für die Palacsinta, die sich Frau Mama so sehr zum Mittag wünschte.

Und schnell ausgebacken. Ist ja so kompliziert nicht ;-)

Der Nachmittag wurde verplempert, abends bastelte Zwerg dann unser traditionelles Sonntagsabendbrot: Überbackene Schnitten.

Montagmorgen war noch nicht entschieden, wer gewinnt. Sonne oder Wolken? Das störte die Mischpoke nicht, die Richtung Kopenhagen für den Tag ausflog. Da ich mit meiner eingeschränkten Gehfähigkeit eher hinderlich bin, blieb ich gerne zu Hause und entspannte mich. Ein bisschen die Bebbiekatze bespaßen, Raumschiff Enterprise gucken …

Zum Mittag machte ich mir die deutsche Version des Smørrebrøds: Strammer Max mit Gewürzgürkchen und Tomätchen.

Dies hier ist praktisch das Symbolbild dieser drei Tage: Lesen und sticken. Ich bin mit Julia Childs Autobiographie fertig geworden (Sehr spannend! Sehr zu empfehlen!), das Stickprojekt geht langsam voran, es dauert so viel länger, als wenn ich die Flächen mit einem Buntstift ausmalen würde ;-)

Für Dienstag war eigentlich ein Ausflug ins Mittelalter-Freilichtmuseum geplant, allein meine Krankheit hatte keine Lust (schlecht geschlafen, Kopfweh, schmerzendes Bein), also wurde nach dem hübschen Sonnenaufgang beschlossen, dass wir den Ausflug auf den letzten ganzen Urlaubstag verschieben. So konnte ich noch ein wenig ruhen und die Eltern fuhren mit Zwerg ein wenig die Insel weiter erkunden, Zwerg machte die Fossilien-Expedition des GeoCenters mit und die Eltern flanierten ein wenig durch Liselund.

Erholung auf die ein oder andere Weise für uns alle!

Ein Hoch auf das grüne Wasser namens Gurke! – Würziges Schmorgurkenragout

Eigentlich sind Gurken doch nur Wasser in grün, oder? Aber so leckeres und gesundes grünes Wasser! Ich liebe Gurken! In jeder erdenklichen Zubereitungsweise: pur als Rohkost, als Salat, im Kartoffelsalat, als Schmorgurke mit Ei, eingelegt in diversen deutschen, ungarischen oder internationalen Varianten. Die geneigte Leserschaft merkt, Gurken gehen wirklich immer! Leider werden sie im elterlichen Schrebergarten nicht angebaut, weil Gurkenpflanzen echt fies feinstachelige Blätter und Stengel haben, so dass es für Frau Mama (und auch mich) kein Spaß ist, die anzufassen. Da bekommen wir sofort Ausschlag von auf der Haut. Aber anderen Leuten macht das nichts aus und die haben auch wirklich richtig viel Erfolg mit ihren Gurken. Letztes Jahr bekam ich von meiner Mitumschülerin zwei Gurken geschenkt als sie nicht mehr wusste, wohin damit.

Da warmes Gurkengemüse typisch für Deutschland zu sein scheint, z.B. im Spreewald, gibt es natürlich auch im „Deutschland vegetarisch“ ein schönes Rezept für ein Gurken-Ragout. Dieses mal ein würziges. Und es ist ein richtig gutes dazu, das kann ich schon vorweg nehmen. Vielleicht kommt dem ein oder anderen die Zutatenliste sehr lang vor, aber es sind nur ein paar Gewürze und nicht mal sonderlich exotische dazu. Doch diese Gewürze machen den Unterschied aus. Ja, ich gebe es zu, ich war skeptisch, ob mich die Senf- und Korianderkörner nicht stören würden. Nicht vom Geschmack her, sondern die Konsistenz. Aber nein, überhaupt kein Problem. Irgendwie sind die kleinen Körnchen sogar lustig beim Kauen :-) Nicht mal der Kümmel störte mich, wie er es sonst gerne tut. Nur den Piment würde ich raus sammeln… Auch ist das Gurken-Ragout ziemlich schnell geköchelt, ich denke innerhalb von 45 Minuten steht das fertige Essen auf dem Tisch. Sprich bestens für den Feierabend geeignet. Ich kann nur dringend empfehlen, es mal auszuprobieren!

Würziges Schmorgurken-Ragout

Zutaten für 2 Portionen:
400 g festkochende Kartoffeln
Salz
350 g Gurken (Schmor- oder feste Salatgurken)
1 Zwiebel
40 g Butter
1/2 TL Senfsaat
1/2 TL Koriandersaat
1/2 TL Kümmel
2 Pimentkörner
1 Lorbeerblatt
1 TL Zucker
1 EL Mehl
200 g Gemüsebrühe
1 TL Weißweinessig
1/2 Bund Petersilie
1/2 Bund Dill
1 TL scharfer Senf
Pfeffer

(1) Die Kartoffeln schälen und in kochendem Salzwasser garen. Ein klitzekleines Stück Butter im Topf verhindert ein Überkochen der Kartoffeln.
(2) Von den Gurken jeden zweiten Streifen schälen (Schmorgurken komplett schälen und entkernen) und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Zwiebel häuten, halbieren und in dünne Halbmonde schneiden. Die Kräuter fein hacken.
(3) Die Butter bei mittelhoher Hitze in einem Topf aufschäumen lassen und die Zwiebeln glasig andünsten. Senfsaat, Koriander, Kümmel, Piment und Lorbeer unterrühren. Alles mit Zucker bestreuen, mit Mehl bestäuben und so lange schmoren lassen der Butter-Mehl-Ansatz hellbraun wird. Brühe und Essig unter Rühren zugießen. Die Gurken zugeben und Rühren 8-10 Minuten offen schmoren lassen.
(4) Kräuter unterrühren. Das Gurkenragout nochmals aufkochen lassen, Senf einrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.

Kartoffeln abgießen und zusammen mit dem Gurkenragout servieren.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 82

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Hårbølle Mejeri/Hårbølle Meierei

Wie schon gestern berichtet, haben wir einen kleinen Ausflug zur Hårbølle Mejeri gemacht. Auf der Suche nach lokalen Produzenten bin ich im Internet auf diese kleine Käserei aufmerksam geworden. Und da sie nicht weit weg vom Urlaubsdomizil ist und dreiviertel der Familie Käse sehr mag, fuhren wir hin.

Die Meierei ist für Publikum samstags von 10-14 Uhr offen. Dann steht der Chef im Verkaufsraum und kann einem alles zu den angebotenen Käsen erklären. Wir entschieden uns für einen süßen, kleinen Käse nach Art des spanischen Manchegos (vordere Reihe links), einen großartigen Camembert, der wunderbar nach Champignons duftet und noch viel besser mundet (vordere Reihe mitte) und einen Frischkäse aus Schafsmilch (vordere Reihe rechts). Allesamt vor Ort verkostet und große Begeisterung bei uns drei Damen (Herr Papa blieb aus olfaktorischen Gründen draußen *g*). Aber nicht nur Käse wird dort hergestellt, auch hochköstlicher Joghurt aus Schafsmilch (großer Becher)  und eine Art Creme fraiche, die durch ihre Zubereitungsweise sehr an Butter erinnert.

Aber wie entstehen die ganzen Köstlichkeiten? Ich fragte bei Besitzer Per Sørup nach, ob ich seine Produktionsräume ansehen könnte und bekam ein freundliches „Aber natürlich! zurück. Ich wurde ausgestattet mit sauberen, weißen PLastikclogs und einem todschicken blauen Haarnetz und schon ging die kleine, aber hochinteressante Führung los! (Leider war es zu spontan und mir sind viele Fragen erst zu Hause eingefallen. Typisch *seufz*)

Per Sørup ist von Hause aus Biochemiker, der jetzt seiner Leidenschaft für Käse nachgeht und die kleine Käserei im Westen der dänischen Insel Møn betreibt.

Die Milch wird von lokalen Bauern angeliefert und im großen Tank links aufbewahrt. Dann in den Kessel rechts gefüllt und dort erstmal pasteurisiert. Dabei werden alle Bakterien in der Milch abgetötet, sowohl die bösen als auch leider die nützlichen, die man gut zum Käsemachen brauchen könnte.

In diesem Tank wird dann der Käse auf den Weg gebracht. Dafür wird die pasteurisierte Milch je nach gewünschter Käsesorte mit den entsprechenden Kulturen versetzt, die zum Beispiel in Frankreich gekauft werden können. Dann wird die Milch auf die entsprechende Temperatur erhitzt. Was ich bis dato nicht wusste, ist, dass die Milch für die verschiedenen Sorten auch unterschiedlich stark erwärmt wird, Milch für Camembert auf nur überraschende 32°C, für Joghurt auf 44°C. Wenn die Milch geronnen und fest ist, wird sie mit Hilfe der Harfe in, wieder je nach Käsesorte unterschiedlich große, Käsebruchstücke geschnitten. Für Camembert ist er etwa 1 cm groß, für den Møner Manchego wird es auf Reiskorngröße gebrochen.

Der frische Käse wird dann in unterschiedlich große Plastikgefäße gegeben und zum Abtropfen stehen gelassen. Diese Käselaiber, wurden am Tag vorher gemacht und waren für mich schon erstaunlich fest.

Je nach Käse kommt er, nach dem Salzbad zur Bildung der Rinde, in unterschiedliche Reifekammern, denn natürlich kann der Camembert mit seinen Kulturschimmelpilzen nicht in derselben Kammer liegen wie der Møner Manchego. An diesem Camembert sieht man sehr schön wie sich der Edelschimmel beginnt auszubreiten.

Viele kommende köstlich werdende Camemberts in der Reifekammer.

Das hier ist die zweite Reifekammer für den Manchego, der in diesem Stadium so ein bisschen gruselig aussieht mit dem wattigen Schimmel außen. Man denkt, man könne ihn nicht essen, aber doch, der wird wunderbar werden! In den Reifekammern herrscht eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die mit technischer Hilfe erzeugt wird. Leider gibt es auf Møn keine bis kaum Höhlen, die solch konstanten Bedingungen zulassen, wie sie in einigen traditionsreichen Käseregionen zu finden sind.

In der dritten Reifekammer wird der Møner Manchego dann zur Perfektion reifen gelassen. Herr Sørup „beschwerte“ sich ein bisschen, dass er den Käse meist nicht so gut reifen lassen kann, wie er möchte, weil er einfach zu viele Kunden hat, die vorher schon alles aufkaufen ;-)

Hier der Meister Per Sørup mit seinem Werk!

Die Käse werden an Kunden vor Ort direkt von der Meierei aus verkauft, aber er liefert auch an Hotels und Restaurants der Umgebung! Wenn die geneigte Leserschaft sich an einem Samstag auf der Insel befindet und Käse mag, geht unbedingt dort hin! Probiert die Köstlichkeiten, kauft, was Euch schmeckt! Fragt nach, lasst Euch beraten, fachsimpelt mit Herrn Sørup! Eine riesengroße Empfehlung von mir!

Hårbølle Mejeri
Brøndegårdsvej 7
Hårbølle
4792 Askeby

Öffnungszeiten: Samstag 10-14 Uhr

www.harbollemejri.dk

Dear Mr. Sørup, thank you so much for the tour in your mejeri! It was my pleasure and very informative! I learned a lot! Your cheeses are really delicious and I am very sorry I live so far away so I couldn’t buy them more often. And I will try again to make my own joghurt :-) Thank you again!

%d Bloggern gefällt das: