Heiligabend 2014: Nudelsalat nach „Deutschland vegetarisch“

Jede Familie hat doch so ihre eigenen Weihnachtstraditionen, oder? Manche Familien stellen gar keinen Baum mehr auf, bei uns ist er Pflicht und auch schön bunt darf er sein. Ein ganz großes Muss an unserem Baum sind die ungarischen Weihnachtsbaumbonbons, Szaloncukor genannt auf ungarisch. Diese werden extra für Weihnachten produziert und sind in besonders festliches Papier gewickelt. Als Dekoration wollte Frau Mama dieses Jahr hauptsächlich, die von Zwerg selbstproduzierten Sachen (gebastelt hört sich nicht angemessen genug an) aufhängen, damit sie auch mal strahlen dürfen. Besonders diese hellblauen Sterne fand ich höchstentzückend.

Auch essentechnisch scheint sich Deutschland zu scheiden. Die einen bereiten ihr großes Weihnachtsmenü schon an Heiligabend zu, andere erst am 1. Weihnachtstag. Wir gehören zur zweiten Gruppe, weil ja Heiligtag doch meist noch soviel Stress ist irgendwie … Früher als meine Oma noch lebte und öfter Weihnachten bei uns verbrachte, gab es Heiligabend Karpfen von Herrn Papa zubereitet. Seit sie vor fast 13 Jahren verstorben ist, wollte Zwerg unbedingt mal Kartoffelsalat und Würstchen ausprobieren. Naja gut, kann man haben, finde ich, aber muss nicht sein. Ist mir dann doch ein wenig zu unfestlich … Als es dann an die Planung der letzten Weihnachten ging, überließ Frau Mama uns komplett das Feld. Und was gab es nicht für Diskussionen zwischen Zwerg und mir! Sie hättte am liebsten griechischen Bauernsalat gemacht, von dem ich glaube, dass der nicht mal in Griechenland zu Weihnachten gegessen wird. Wir einigten uns auf gut vorbereitbare Speisen, die nicht nur frisch zubereitet schmecken, sondern auch ein wenig durchziehen dürfen. Und da hatte ich ja schon im November den Nudelsalat „Alte Schule“ aus dem „Deutschland vegetarisch“ ausprobierte, der so großartig war, dass ich nicht nur zweimal hintereinander davon essen, sondern 2,5 Tage meine Mittags- und Abendmahlzeiten davon bestritt. Davon wollte ich halt auch die Familie überzeugen! Großartige Nudelsalatesser sind wir alle nicht und wenn Frau Mama einen gemacht hat, dann mit komischem Fertigdressing. Weil sie es verträgt und weil es ja so bequem und einfach ist. *seufz* Jetzt wollte ich beweisen, dass selbstgemachte Mayonnaise, wie sie in den Salat gehört auch nicht Stunden braucht zum Basteln und mit den richtigen Gewürzen auch ein richtig leckeres Dressing zustande kommen kann.

Und ich hatte Recht, der Salat kam wunderbar an, schmeckte allen vorzüglich! Dazu hatte ich im November Kohlrabi-Schnitzel gemacht, an Weihnachten brieten Herr Papa und Frau Mama noch Schweineschnitzelchen und Klopse. Ich finde die Kombination aus cremig-knackigem Salat mit knusprigen Schnitzelchen (woraus auch immer) wunderbar. Und der Salat erst! Einfach und doch so variabel! Neben der Paprika und den Gewürzgurken kann die geneigte Leserschaft Radieschen, Erbsen, Mais, Kohlrabi, Käsestreifen reinschnippeln. Auf was immer ihr Lust habt und Euer Kühlschrank hergibt! Die Mayonnaise mache ich hier tatsächlich mit der Hand und habe herausgefunden, dass wenn man das Öl in einen Messbecher gibt und immer nur soviel zu der Ei-Mischung gibt, wie durch die eigene Körperbewegung immer raus schwappt, trennt sich die Mayo auch nicht. Und was natürlich ganz wichtig ist: Energisch rühren, rühren, rühren. Dann ist innerhalb weniger Minuten ein wunderbar cremiges Sößchen entstanden. Durch die kräftige Würzung mit Paprikapulver und die Zugabe von Schmand und Joghurt wird ein großartiges Nudelsalatdressing daraus.

Bei mir ist der Salat definitiv im Standardrepertoire gelandet! Im Sommer würde ich es wahrscheinlich mit einer eifreien Mayo versuchen, aber das Konzept ist super! Ich kann nur jedem empfehlen, ihn nachzubasteln!

Nudelsalat „Alte Schule“

Zutaten für 4-6 Portionen:
Je 1 rote und gelbe Paprika
Salz
1/2 Stange Porree/Lauch
100 g Gewürzgurken
250 g Spiralnudeln
50 g Mais (TK oder Dose)
50 g TK-Erbsen

Für die Mayonnaise
1 Eigelb
1 EL scharfer Senf
1 TL Weißweinessig
Salz
125 ml Sonnenblumenöl
Achtung alle Zutaten 1,5h vor der Zubereitung aus
dem Kühlschrank holen, sie müssen Zimmertemperatur haben!

Für die Sauce
200 g Joghurt
100 g Schmand
100 ml Gurkenwasser
1 Bund Petersilie
1 Prise Zucker
Pfeffer
1 EL Paprikapulver edelsüß
1-2 TL Paprikapulver rosenscharf
etwas Weißweinessig

(1) Paprika waschen, entkernen und in Streifen schneiden. Den Porree putzen und in Ringe schneiden. Diese 1 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren (oder für 2 Minuten in etwas gesalzenem Wasser in der Mikrowelle kochen). Kalt abschrecken und abtropfen lassen. Die Gurken in Scheiben schneiden. Falls der Mais TK ist, zusammen mit den Erbsen in ein Sieb geben und mit kochendem Wasser übergießen und abtropfen lassen. Ansonsten den Mais aus der Dose abtropfen lassen und alle Zutaten in eine Schüssel geben, die groß genug ist für den gesamten Salat.
(2) Nudeln nach Packungsanweisung in Salzwasser bissfest kochen. Abgießen, abschrecken und in einem Sieb abtropfen lassen.
(3) Als nächstes wird die Mayonnaise zubereitet. Keine Angst, das ist ganz einfach! Eigelb mit Senf und Essig verrühren. Kräftig salzen. Während man das Ei-Gemisch mit einem Schneebesen rührt, das Öl erst tröpfchenweise, dann in einem dünnen Strahl dazu geben. Immer energisch weiter rühren. Vielleicht auch mal zwischendurch kein Öl dazu geben, sondern alles gut rühren, damit es emulgiert. Das gesamte Öl zugeben und so lange rühren, bis eine dickliche Mayonnaise entstanden ist.
(4) Die Mayonnaise mit Schmand, Joghurt, Gurkenwasser, Paprikapulver, Salz, Zucker und Pfeffer kräftig abschmecken.
(5) Petersilie hacken und mit den lauwarmen Nudeln und der Sauce unter das vorbereitete Gemüse mischen. Kosten, abschmecken, fehlt noch was?

Kann sofort genossen werden, aber auch einige Stunden ziehen. Dann den Salat mit etwas Joghurt, Milch oder Gurkenwasser wieder auflockern.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 79

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8 Kommentare zu “Heiligabend 2014: Nudelsalat nach „Deutschland vegetarisch“

  1. Kirsten 27. Januar 2014 um 23:04 Reply

    Ich hab ja jahrelang gedacht, dass ich so Nudelsalat mit Mayo nicht besonders mag, und daher, wenn ich Nudelsalat gemacht hab, immer eher eine italienische Variante mit Tomaten, Rucola, Mozzarella etc. bevorzugt. Aber wo ich das grad so sehe und lese, hätte ich total Lust auf so nen Nudelsalat mit selbstgemachter Mayo. Ich glaub, ich muss mal wieder austesten, ob ich das nicht inzwischen doch ganz gerne mag :-)

    Liebe Grüße,
    Kirsten

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    • Anikó 28. Januar 2014 um 08:54 Reply

      Naja, es ist ja zum Glück nicht nur die Mayo im Salat, sonst würde ich den auch nicht so mögen. Aber zusammen mit dem Joghurt und Schmand, wird ein geschmeidiges, angenehmes Dressing daraus :-)

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  2. Houdini 28. Januar 2014 um 06:59 Reply

    Mayo selbst gemacht ist sicher besser als aus dem Glas, aber nicht so mein Ding, ausser zu paniertem Fischfilet.
    Die gelbe Wand macht sich gut.

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    • Anikó 28. Januar 2014 um 08:55 Reply

      Mayo: Siehe oben bei Kirstens Antwort ;-)
      Gelbe Wand: Ja, ich mag das auch. Macht auch den trübsten Tag fröhlich so eine gelbe Wand :-)

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  3. […] mit dem Salat vermischt. Ansonsten ist es ein sehr solider Nudelsalat, aber leider nicht so gut wie Nudelsalat “Alte Schule” aus dem “Deutschland vegetarisch” ;-) Trotzdem sehr gut essbar […]

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  4. […] zeigte mir wie schnell man Mayonnaise per Hand drechseln kann, wie ich es auch gerne für den Nudelsalat “Alte Schule” aus dem “Deutschland vegetarisch” mache. Ich habe jetzt nicht so das große Problem mit […]

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  5. […] aber hier findet ihr eine Variante dafür. Außerdem noch den heißgeliebten Heringssalat, einen Nudelsalat “Alte Schule” und von Herrn Papa liebevoll ausgebackene, zarte Schnitzelchen. Ein schönes Silvester-Abendessen, […]

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  6. […] wisst ja durch das aufmerksame Lesen dieses kleinen Blogs wie es geht, oder (Eifreie Mayo oder die klassische Variante)? Diese Mayo wurde noch durch Sriracha (diese extrem fies scharfe Sauce, die es öfter beim […]

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