Oh! Mein! Gott! Die großartigsten Gewürzgurken ever!

Ich bin nicht nur eine Scharf-Mimose, sondern auch eine Süß-Mimose. Sobald ich auch nur den Teig von einer Plätzchensorte angesetzt habe, brauche ich dringend eine Scheibe Schinken oder Käse oder Gewürzgurken. Am besten Gewürzgurken! Das geht mir (und dem Rest der Familie) schon so, wenn wir nur ein Stück Kuchen zum Kaffee gegessen haben. Ganz schlimm bei uns …

Nun habe ich als halbe Ungarin eigentlich auch immer ein Glas Gewürzgurken im Haushalt, so ohne geht nicht. Wer weiß, ob mir nicht zum Abendbrot als Beilage danach gelüstet oder ob ich mir einen schnellen Kartoffelsalat machen mag. Und natürlich sind eingelegte Gemüse zu vielen ungarischen Gerichten essentiell. Aber das muss doch auch selbst gehen, sehe im Sommer doch andauernd beim türkischen Supermarkt umme Ecke Einlegegurken und die heißgeliebten ungarische Kovászos uborka, die durch Milchsäure im Sommer gären, sind auch nicht schwierig. Ich hatte schon ein paar Mal Rezepte gesehen, mich dann aber doch nicht aufraffen können, wohl weil meist auch nach einer Fertiggewürzmischung für Gewürzgurken gefragt war und ich doch lieber meine eigenen Gewürze mische.

Und dann kam das Buch „Deutschland vegetarisch“ auf den Markt! Und was lachte mich beim ersten Aufschlagen an? Genau, die selbstgemachten Gewürzgurken. Aber noch zierte ich mich: Ach, in den Ofen soll das? Hmm … Nee, das ist mir zu aufwendig. Aber nachdem Friesi so von den Gürkchen schwärmte und auch ganz viele Rezepte im Buch mit Gewürzgurken gemacht werden, raffte ich mich doch auf. Schnell die allerletzten Einlegegurken des Herbst beim türkischen Supermarkt umme Ecke eingesackt (die waren schon etwas groß), frischen Dill auch dazu gepackt, der Rest war im Vorrat. Übrigens, ein gut sortiertes Gewürzregal rockt! Dann hab ich mir die Rezeptanleitung nochmal genauer durchgelesen und festgestellt, dass es ja doch nicht so kompliziert zu machen ist: Gurken waschen, mit den frischen Gewürzen einschichten, die Marinade kurz im Topf aufkochen, über die Gurken, Deckel drauf, für ca. 30 Minuten in den Ofen. Fertig! Also nicht ganz, man muss die Gürkchen dann noch 3 Wochen ziehen lassen und eine Menge Geduld entwickeln, um die Schätze nicht vorzeitig aus ihrem Glas zu befreien. Schon die Marinade roch verührerisch! Die Gurken schmecken so toll, die Würzung ist perfekt mit den Wacholderbeeren und dem Piment, die den Gürkchen noch das gewisse etwas geben. Ich muss mich so zusammen reißen, nicht das ganze Glas auf einmal zu essen! Ich habe jetzt noch drei Gläser, von denen eins mit zu den Eltern genommen wird (die Gurken muss die Familie kosten!) und die anderen beiden werden für besondere Gerichte aufbewahrt! Nebenbei sammele ich schon Gurkengläser für den nächsten Sommer, um eine wesentlich größere Portion dieser vorzüglichen  Gewürzgurken einzukochen!

Meine geneigte Leserschaft, merkt Euch dieses Rezept dringend für’s nächste Jahr vor, sammelt schon mal Gläser und dann werdet ihr die großartigsten Gewürzgurken ever haben!

Hausgemachte Gewürzgurken

Für 4 Gläser à 500 ml:
1 kg Einlegegurken
150 g weiße Zwiebeln
200 ml Weißweinessig
100 ml Weißwein
400 ml Wasser
100 g Zucker
8 Wacholderbeeren
8 Pimentkörner
1 TL Senfsaat
1 EL Salz
4 kleine Lorbeerblätter
8 Zweige Dill
4 Zweige Bohnenkraut (hier: getrocknet aus’m Garten)

(1) Als erstes die Gläser vorbereiten. Die Gläser und Deckel gründlich mit Spüliwasser abwaschen und mit heißem, klarem Wasser ausspülen. Die Gläser und Deckel in den kalten Ofen geben, auf 120°C anschalten und wenn die Temperatur erreicht ist, mindestens 10 Minuten sterilisieren lassen.
(2) Zwischenzeitlich die Gurken mit einer Gemüsebürste in lauwarmem Wasser gründlich waschen.
(3) Für den Sud die Zwiebeln häuten, in feine Scheiben schneiden und mit Essig, Weißwein, Wasser, Zucker, Wacholderbeeren, Pimentkörnern, Senfsaat und Salz zugedeckt 5 Minuten kochen lassen.
(4) Die heißen, jetzt trockenen Gläser und Deckel aus dem Ofen holen und auf ein Holzbrett stellen. Den Ofen auf 175°C Ober- und Unterhitze stellen. Die Gurken zusammen mit Lorbeer, Dill und Bohnenkraut auf die Gläser verteilen. Man kann die Gurken auch gut halbieren oder vierteln, damit die Gläser voll werden. Den heißen Würzsud gleichmäßig auf die Gläser verteilen und zuschrauben. Bitte vorsichtig sein, es ist alles noch heiß!
(5) Die Gläser in eine größere Auflaufform stellen, so dass sie sich nicht berühren, die Auflaufform samt Gläser auf die erste Stufe in den Ofen stellen. Dann etwa 5 cm hoch heißes (!) Wasser einfüllen (hier etwa 2l). Die Gläser samt Füllung und das zugegossene Wasser müssen immer in etwa die gleiche Temperatur haben, sonst klappt das mit dem Einkochen nicht. Die Gläser 30 Minuten im Ofen lassen. Dabei fängt die Flüssigkeit an zu oerlen.
(6) Nach der halben Stunde die Gläser wirklich vorsichtig aus dem Ofen holen, die Gläaser sind heiß und das Wasser schwabbt ja auch immer noch in der Auflaufform rum. Die Gläser auf einem Holzbrett auf den Kopf stellen (das zischt ordentlich, weil der Deckel ja auch „mitgebacken“ wurde *g*) und so auskühlen lassen.
(7) Mindestens 3 Wochen ziehen lassen und dann

genießen!

Kühl und dunkel gelagert sollten sie einige Monate haltbar sein.

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.),  (2013): Deutschland vegetarisch. Brandstätter. p 59

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14 Kommentare zu “Oh! Mein! Gott! Die großartigsten Gewürzgurken ever!

  1. hafensonne 9. Dezember 2013 um 14:27 Reply

    Klingt interessant! Wenn meine Einkocheritis bis nächstes Jahr anhält, ist das sicher mal ’ne Option für die Gläserverwendung. Muss man die heißen Gläser nicht auch einwickeln, damit sie nicht zu schnell abkühlen? Machen wir sonst beim Einkochen so. Dafür stellen wir sie sonst nicht auf den Kopf. Und bei uns hat auch noch nie die Flüssigkeit geoerlt :-p :-D ;-)

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    • Anikó 9. Dezember 2013 um 14:31 Reply

      Ich wickel sie auch ganz gerne in diverseste Decken und Handtücher ein, damit sie langsamer Abkühlen, aber davon stand so gar nichts im Rezept. Scheint wohl auch ohne zu gehen … Über das Zischen der Flüssigkeit in den Gläsern war ich auch sehr überrascht und einen µ erschrocken. Und selbst wenn die Einkocheritis bis nächsten Sommer etwas abgeflaut ist, die lohnen sich trotzdem zu machen!

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  2. AD 9. Dezember 2013 um 14:32 Reply

    Okay, überzeugt! :-)

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    • Anikó 9. Dezember 2013 um 14:36 Reply

      :-) Ich werde Dich dran nächsten Sommer dran erinnern, wenn ich die ersten Einlegegurken beim türkischen Supermarkt umme Ecke sehe!

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  3. Toni 10. Dezember 2013 um 00:36 Reply

    Herrlich! Noch jemand Gürkchen-Süchtiges!!!!! Ich kann das absolut verstehen!!!

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  4. la grosse mere 11. Dezember 2013 um 22:38 Reply

    prima, endlich ein gurkeneinkochrezept ohne irgendeine gurken-einmachhilfe aus einem päckchen, das aussieht, als läge es seit den 60ern im supermarktregal… muß probiert werden. und vielleicht muß auch irgendwann das buch besorgt werden ,-)

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  5. Kirsten 15. Dezember 2013 um 17:26 Reply

    Oh mein Gott, so plätzchen- und glühwein-überfressen, wie ich im Moment bin, würde ich wer weiß was um so ein Glas Gurken jetzt geben! :-) Mir geht es im Übrigen auch so, dass ich nach jedem Süßem etwas Herzhaftes essen muss, bevorzugt ebenfalls saure Gurken oder eingelegte Peperoni. Deine Gurken muss ich daher im nächsten Jahr unbedingt ausprobieren.

    Liebe Grüße,
    Kirsten

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  6. Das Hausfrauendingens | hafensonne 16. August 2014 um 16:40 Reply

    […] Süßungsmittel verwendet wurde. Ach! Zum Glück hat uns das ungarische Halbblut verraten, wie man Gurken einlegt. Früher sah ich nie Einlegegurken im Supermarkt, aber in diesem Jahr war es soweit. Wir leiden […]

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  7. […] in mir liebt eingelegte Gurken und wird leicht nervös, wenn kein Glas im Vorratsschrank ist. Gewürzgurken wurden ja schon äußerst erfolgreich nach dem Rezept aus dem geliebten “Deutschland […]

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  8. […] und Radieschen, noch ein bisschen erweitert durch Restapfel aus dem Kühlschrank und den großartigsten Gewürzgurken ever, wunderbar. Ist schnell gemacht und nach ein wenig Durchziehen schmeckt er wunderbar zu einer […]

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  9. […] sind. Alles in einem halb aufgeschnittenen Brötchen stapeln mit dünnen Scheibchen der weltbesten Gewürzgurken belegen und eine Riesensauerei veranstalten! […]

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  10. […] pur als Rohkost, als Salat, im Kartoffelsalat, als Schmorgurke mit Ei, eingelegt in diversen deutschen, ungarischen oder internationalen Varianten. Die geneigte Leserschaft merkt, Gurken gehen wirklich […]

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  11. […] Gewürzgurken – nach diesem Rezept in die Weck-Gläser füllen, aber anstatt in den Ofen, 20-30 Minuten bei 90°C im Topf oder Automaten einkochen […]

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  12. […] für 4-8 Portionen je nach Mahlzeit: 1 gegarte mittelgroße Rote Bete 1/2 Apfel 2-4 Gewürzgurken (je nach Größe) 1 kleine Zwiebel 250 g Bismarckheringsfilets (Abtropfgewicht) 2 EL […]

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